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Abitur: Das raten Lehrer zur Prüfungsvorbereitung
DPA

Sollten Abiturienten Wochen oder Monate vor den Prüfungen anfangen zu lernen? Mit Mut zur Lücke oder umfassend? Und können Eltern die Prüflinge unterstützen? Eine Umfrage unter Lehrern gibt Antworten.

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Kerze der Freiheit 06.02.2017, 13:31
70.

Zitat von Berg
Das ist ein Beispiel dafür, dass manche Schüler eines nicht begreifen: LERNEN müssen sie ganz alleine, Schule/Lehrer LEHREN! Das war so, ist so und wird so bleiben.
Dummerweise lehren die Lehrer entweder falsch oder gar nicht, wie man an der Methode "Schreiben nach Gehör" schön sehen kann. Und sie lehren oft überflüssige Dinge und vernachlässigen notwendige Inhalte, was nicht nur auf die Lehrer, sondern auch auf die Bildungspolitik und -behörden zurückzuführen ist. Dafür tragen die Schüler sicher nicht die Verantwortung. Faule Schüler gab es auch schon früher.

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Berg 06.02.2017, 15:46
71.

Zitat von Kerze der Freiheit
Dummerweise lehren die Lehrer entweder falsch oder gar nicht, wie man an der Methode "Schreiben nach Gehör" schön sehen kann. Und sie lehren oft überflüssige Dinge und vernachlässigen notwendige Inhalte, was nicht nur auf die Lehrer, sondern auch auf die Bildungspolitik und -behörden zurückzuführen ist. Dafür tragen die Schüler sicher nicht die Verantwortung. Faule Schüler gab es auch schon früher.
Richtig, Lehrer müssen auch lehren, was falsch ist. Allerdings gibt es keine "überflüssigen Dinge", die nicht gelehrt werden müssten.

Eine pauschale Einschätzung, dass "Lehrer, Bildungspolitik und -behörden" in D "notwendige Dinge vernachlässigen" würden, ist weit daneben. Immerhin existieren Lehrbücher mit dem Stoff, den der Schüler selbständig lesen kann.

Für das, was ein Schüler lernt, trägt IMMER er selber die "Verantwortung". Es gibt eben welche, die mit Begeisterung ihre Zeit für Harry Potter, Starwars, Dschungelcamp und facebook verbrauchen, und dann andere, die lieber Pythagoras, Trigonomie, Geometrie und Latein lernen.

Auch wir hielten zuerst das "nach Gehör" Geschriebene unserer Enkelin für sehr fragwürdig. Allerdings schrieb sie schon in der zweiten Klasse ganze Hefte voller erdachter Geschichten - und voller "Fehler", Jetzt, in der 5. im Gym, iist alles längst "ausgeheilt".

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dickebank 06.02.2017, 16:19
72. Vorbesprechung

Zitat von bayernistdasmallerding
heute sein Abi nicht mindestens mit Note 2 schafft hat das Abi letztlich nicht verdient. Früher gab es noch einen Anspruch heute ist alles vorab besprochen.
In NRW sagen wir den Schülern vorher immer die Lösungen der uns unbekannten Aufgaben des Zentralabis - wir verraten ihnen nur nicht zu welchen Aufgabenstellungen die vorab bekannt gegebenen Lösungen gehören.

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Kerze der Freiheit 06.02.2017, 18:29
73.

Zitat von Berg
Richtig, Lehrer müssen auch lehren, was falsch ist. Allerdings gibt es keine "überflüssigen Dinge", die nicht gelehrt werden müssten. Eine pauschale Einschätzung, dass "Lehrer, Bildungspolitik und -behörden" in D "notwendige Dinge vernachlässigen" würden, ist weit daneben. Immerhin existieren Lehrbücher mit dem Stoff, den der Schüler selbständig lesen kann. Für das, was ein Schüler lernt, trägt IMMER er selber die "Verantwortung". Es gibt eben welche, die mit Begeisterung ihre Zeit für Harry Potter, Starwars, Dschungelcamp und facebook verbrauchen, und dann andere, die lieber Pythagoras, Trigonomie, Geometrie und Latein lernen. Auch wir hielten zuerst das "nach Gehör" Geschriebene unserer Enkelin für sehr fragwürdig. Allerdings schrieb sie schon in der zweiten Klasse ganze Hefte voller erdachter Geschichten - und voller "Fehler", Jetzt, in der 5. im Gym, iist alles längst "ausgeheilt".
Na, zu der Qualität der Lehrbücher schweige ich mal lieber. Außerdem schrieb ich, dass viele Lehrer falsch lehren, nicht, dass sie lehren, was falsch ist, was ja ganz schön wäre.

Einem Kind die alleinige Verantwortung für das Lernen zuweisen, ist eh sehr naiv, vor allem, wenn das Lernen durch seltsamen Unterricht und schlechte Lehrbücher stark erschwert wird. Man hat es schließlich mit Kindern zu tun. Dass die Lehrer sich aus der Verantwortung ziehen, obwohl sie ja erwachsen sind und gut bezahlt werden, ist schon seltsam.

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tombadil1 06.02.2017, 23:56
74.

Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft so viel lernt, es sei denn er hat die ganze Oberstufe lang geschlafen und braucht dringend Einser in den Abiklausuren um einen bestimmten NC zu packen.
Ich habe in BaWü 2012 Abi gemacht. Die Prüfungen waren in Mathe Deutsch Englisch und Physik. Mündlich musste ich keine Prüfung ablegen, da ich einen Seminarkurs anrechnen lassen konnte.
Gelernt habe ich auf Deutsch, Englisch (jeweils nicht mal alle Bücher/Geschichten gelesen, die behandelt wurden) und Mathe gar nicht und für Physik habe ich mich zwei Tage am Nachmittag hingesetzt um ein paar Aufgaben zu rechnen. Trotzdem kam ich auf einen Schnitt von 2,0. Das mag vielleicht nicht überragend sein, aber für mein Maschinenbaustudium an der Uni in Stuttgart gab es sowieso keinen NC.
Ich würde nicht sagen, dass ich dumm bin, aber mich auch auf keinen Fall für irgendeine Art von Überflieger halten.
Ich kann die von den Lehrern in dem Artikel veranschlagten Lernzeiten wirklich nicht nachvollziehen..

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tombadil1 07.02.2017, 00:13
75.

Kleiner Nachtrag noch:
Ich persönlich hätte es als sehr praktisch empfunden, wenn die Oberstufe und vor allem das Abi (bei mir in BaWü) schon merklich höhere Ansprüche gestellt hätten.
Dadurch, dass man in der Schule für eine gute Note nie wirklich lernen musste, musste ich in den ersten Semestern meines Maschinenbaustudiums erst einmal das Lernen lernen. Ich kannte das aus der Schule gar nicht, dass man Sachen nicht direkt versteht, oder wenigstens verständlich beigebracht bekommt. So war die Verwunderung vor den Klausuren in den ersten paar Semestern oftmals groß, wie viel man eigentlich noch lernen muss und wie kompliziert manche Dinge sein können.
Ich habe in den ersten zwei Semestern, in denen ich auch ab und zu mal eine Klausur gar nicht bestanden habe, erst einmal rausfinden müssen, wie ich persönlich am besten lerne und vor allem wie ich mich selbst organisiere. Das finde ich kommt in der Schule deutlich zu kurz.
Seit ich den Dreh raus habe läuft es auch im Studium wieder gut, aber ich finde die Schule hätte einen da schon etwas besser auf das Studium vorbereiten können..

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Berg 07.02.2017, 09:44
76.

Zitat von Kerze der Freiheit
Na, zu der Qualität der Lehrbücher schweige ich mal lieber. Außerdem schrieb ich, dass viele Lehrer falsch lehren, nicht, dass sie lehren, was falsch ist, was ja ganz schön wäre. Einem Kind die alleinige Verantwortung für das Lernen zuweisen, ist eh sehr naiv, vor allem, wenn das Lernen durch seltsamen Unterricht und schlechte Lehrbücher stark erschwert wird. Man hat es schließlich mit Kindern zu tun. Dass die Lehrer sich aus der Verantwortung ziehen, obwohl sie ja erwachsen sind und gut bezahlt werden, ist schon seltsam.
Da gehe ich mal so ran: bekanntlich kommen aus ALLEN Klassen unter ALLEN möglichen Lehrkräften, in ALLEN Schulsystemen, mit ALLEN möglichen Lehrbüchern Kinder mit sehr guten bzw. guten Zeugnissen/Kenntnissen hervor. Es geht also! Nur ein paar bleiben dumm - und schieben es auf Lehrer, Lehrbücher, Schulsysteme und sogar auf Politiker, die zufällig gerade regieren! Das fasse ich so zusammen: erstere haben begriffen: in der Schulzeit muss ich LERNEN! Letztere denken: Schule muss mich beLEHREN; wenn ich dumm bleibe, ist sie Schuld. Gut, doch was haben diese Letzteren von dieser Denke? Nur Nachteile!

Was die Bezahlung der Lehrer damit zu tun hat, erschließt sich mir überhaupt nicht.

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ElkeOspert 07.02.2017, 12:25
77.

Zitat von horstpantel
Wer weiss z.B. nach 10 Jahren noch, was die Lehre des Pythagoras ist und vor allem, wo sie praktisch angewandt wird ??
Vieles von dem was mit bis zum Abitur lernt wird man später nie mehr praktisch anwenden - und deswegen auch größtenteils vergessen.

ABER:
zum einen ist Lernen ja auch eine Art "Gehirntraining" - und wer ständig lernt tut sich auch leichter neues Wissen zu erwerben - eine Fähigkeit die heute in vielen Berufen wichtig ist.

Und zum anderen - auch wenn man das eine oder andere im Lauf der Zeit vergessen hat so ist das Auffrischen von einmal Gelerntem meist deutlich einfacher und schneller als wenn man noch nie etwas davon gehört hat.

Über die Lehre des Pythagoras ist übrigens nicht viel bekannt - aber wenn Sie den Satz des Phytagoras meinen - der ist mir auch noch 30 Jahre nach dem Abitur vertraut - und ich weiß auch was man damit in der Praxis anfangen kann - nämlich z.B. Entfernungen zwischen zwei Punkten ausrechnen

Trotzdem sollten die Unterrichtsinhalte natürlich auch auf das abgestimmt sein, was man später im Leben braucht.

So muß praktisch jeder im Leben diverse Verträge abschließen - vom Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Versicherungspolice, Kreditverträge usw. - aber die Schule vermittelt nicht einmal ansatzweise juristisches Wissen.

Auch Mathematik und speziell Informatik (was zumindest in der Schule auch zusammengefasst werden könnte) kommt noch viel zu kurz - und die Trennung der Wissensvermittlung auf einzelne Fächer ist wohl auch nicht das Optimum. Man könnte z.B. diverse Fächer auf gelegentlich auf Englisch unterrichten - oder z,B, physikalische Experimente im Informatikunterricht durch selbstentwickelte Programme simulieren usw.

Aber da fehlt es dann oftmals bei den Lehrern an den dafür notwendigen Kompetenzen.

Der Unterricht wie er heute praktiziert wird ist an vielen Stellen noch deutlich verbesserbar.

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Berg 07.02.2017, 14:50
78.

Zitat von tombadil1
Kleiner Nachtrag noch: Ich persönlich hätte es als sehr praktisch empfunden, wenn die Oberstufe und vor allem das Abi (bei mir in BaWü) schon merklich höhere Ansprüche gestellt hätten. Dadurch, dass man in der Schule für eine gute Note nie wirklich lernen musste, musste ich in den ersten Semestern meines Maschinenbaustudiums erst einmal das Lernen lernen. Ich kannte das aus der Schule gar nicht, dass man Sachen nicht direkt versteht, oder wenigstens verständlich beigebracht bekommt. So war die Verwunderung vor den Klausuren in den ersten paar Semestern oftmals groß, wie viel man eigentlich noch lernen muss und wie kompliziert manche Dinge sein können. Ich habe in den ersten zwei Semestern, in denen ich auch ab und zu mal eine Klausur gar nicht bestanden habe, erst einmal rausfinden müssen, wie ich persönlich am besten lerne und vor allem wie ich mich selbst organisiere. Das finde ich kommt in der Schule deutlich zu kurz. Seit ich den Dreh raus habe läuft es auch im Studium wieder gut, aber ich finde die Schule hätte einen da schon etwas besser auf das Studium vorbereiten können..
Und ich ergänze: mein Banknachbar und ich, wir haben in der Abiturklasse 12 zusätzlich in VHS-Kursen Technisches Zeichnen gelernt, weil wir Maschinenbau studieren wollten, Und das war später eine sehr nützliche Grundlage. Eine Klassenkameradin absolvierte einen Kurs Steno/Schreibmaschine - damals unerlässlich für viele Berufe.

Maschinenbau studieren, das hieß, viele handwerkloche Techniken zu auszuüben: Zeichnen, Konstruieren, Text-Schreiben, Formel-Schreiben, Rechnen in Hörsaal und Seminarräumen, Maschinen bedienen im Maschienenlabor, Messverfahren im E-Technik-Labor, Praktika Feilen/Hobeln/Fräsen/Drehen, Praktika in Montagehallen, Kontrollarbeiten bei der TÜ. Im wahrsten Sinne des Wortes "Learning by Doing"

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Berg 07.02.2017, 15:12
79.

Zitat von ElkeOspert
Vieles von dem was mit bis zum Abitur lernt wird man später nie mehr praktisch anwenden - und deswegen auch größtenteils vergessen. ABER: zum einen ist Lernen ja auch eine Art "Gehirntraining" - und wer ständig lernt tut sich auch leichter neues Wissen zu erwerben - eine Fähigkeit die heute in vielen Berufen wichtig ist. Und zum anderen - auch wenn man das eine oder andere im Lauf der Zeit vergessen hat so ist das Auffrischen von einmal Gelerntem meist deutlich einfacher und schneller als wenn man noch nie etwas davon gehört hat. Der Unterricht wie er heute praktiziert wird ist an vielen Stellen noch deutlich verbesserbar.
Es ist doch so: Abiturienten sind erwachsene Männer und Frauen. Alle erwarben Wissen/Können der Allgemeinbildung. So. Deutsch brauchen später alle - ABER:
- Nun werden einige Arzt und brauchen vor allem Bio, Chemie, Latein
- Andere werden Ing. und brauchen vor allem Mathe, Physik
- andere werden Architekt und brauchen Zeichnen, Kunstgeschichte
- andere werden Dolmetscher und brauchen dafür Englisch, Russisch, Französisch
- andere werden Musiker und brauchen Musik, Italienisch

Und so weiter. Ergebnis: jeder kann einiges vom Gelernten "vergessen" - für seinen Beruf! Aber schon für die eigenen Kinder kann alles Gelernte eine Bedeutung haben.

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