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Abitur: Das raten Lehrer zur Prüfungsvorbereitung
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Sollten Abiturienten Wochen oder Monate vor den Prüfungen anfangen zu lernen? Mit Mut zur Lücke oder umfassend? Und können Eltern die Prüflinge unterstützen? Eine Umfrage unter Lehrern gibt Antworten.

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ElkeOspert 07.02.2017, 16:54
80.

Zitat von Berg
Und so weiter. Ergebnis: jeder kann einiges vom Gelernten "vergessen" - für seinen Beruf! Aber schon für die eigenen Kinder kann alles Gelernte eine Bedeutung haben.
Ich wollte auch nur zum Ausdruck bringen, dass es normal und auch nicht schlimm ist wenn man später vieles von dem was man bis zum Abi gelernt hat nicht mehr abrufbereit parat hat.

Zum einen kann man es sich deutlich schneller wieder beibringen wenn man des früher schon mal gekonnt hat - und zum anderen hat man immerhin sein Gehirn damals trainiert - und sozusagen lernfähig gehalten.

Und oft zeichnet sich ja in der Schule ab auf welchen Gebieten die besonderen Interessen und Talente der Schüler liegen - von daher darf das Angebot ruhig breit sein.

Aber man sollte eben auch die Realität nicht ganz aus dem Auge verlieren - selbst der Mediziner braucht heute Englisch (medizinische Studien sind zum allergrößten Teil in englischer Sprache) - und ohne Mathematik kommt man in vielen Berufen nicht weit - wobei Mathe ja weit mehr als Rechnen ist sondern eben logisches und auch abstraktes Denken.

Ob es nun aber Schülern hilft wenn man sie mit mit den "Leiden des jungen Werthers" strapaziert ist die Frage - diejenige die Freude an klassischer Literatur haben werden das Buch sowieso lesen - und beim Rest geht es links rein und rechts raus.
Da wären wohl freiwillige Arbeitsgemeinschaften in denen entsprechend interessierte Schüler gefördert werden die bessere Option.
Schule versucht hingegen zumindest die ersten 11 Jahre alle unabhängig von ihren Talenten und Interessen gleich zu bilden - was meiner Meinung nach zum einen nicht besonders effektiv ist und zum anderen auch für Frust bei den Schülern sorgt.

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Berg 07.02.2017, 19:55
81.

Zitat von ElkeOspert
Ich wollte auch nur zum Ausdruck bringen, dass es normal und auch nicht schlimm ist wenn man später vieles von dem was man bis zum Abi gelernt hat nicht mehr abrufbereit parat hat. Zum einen kann man es sich deutlich schneller wieder beibringen wenn man des früher schon mal gekonnt hat - und zum anderen hat man immerhin sein Gehirn damals trainiert - und sozusagen lernfähig gehalten. Und oft zeichnet sich ja in der Schule ab auf welchen Gebieten die besonderen Interessen und Talente der Schüler liegen - von daher darf das Angebot ruhig breit sein. Aber man sollte eben auch die Realität nicht ganz aus dem Auge verlieren - selbst der Mediziner braucht heute Englisch (medizinische Studien sind zum allergrößten Teil in englischer Sprache) - und ohne Mathematik kommt man in vielen Berufen nicht weit - wobei Mathe ja weit mehr als Rechnen ist sondern eben logisches und auch abstraktes Denken. Ob es nun aber Schülern hilft wenn man sie mit mit den "Leiden des jungen Werthers" strapaziert ist die Frage - diejenige die Freude an klassischer Literatur haben werden das Buch sowieso lesen - und beim Rest geht es links rein und rechts raus. Da wären wohl freiwillige Arbeitsgemeinschaften in denen entsprechend interessierte Schüler gefördert werden die bessere Option. Schule versucht hingegen zumindest die ersten 11 Jahre alle unabhängig von ihren Talenten und Interessen gleich zu bilden - was meiner Meinung nach zum einen nicht besonders effektiv ist und zum anderen auch für Frust bei den Schülern sorgt.
In zwei Punkten hake ich ein:
- die großen Schriftsteller und Dichter beschreiben anhand ihrer Figuren Denk- und Verhaltensweisen, Beweggründe und Handlungen, historische Gegebenheiten und Gebräuche. Exemplarisch wird dem Leser vor Augen geführt, wie vielfältig menschliches Leben verkabelt ist. Das gehört selbstverständlich in die Schule. Unbegreiflich ist für mich, wenn im Weimarer Humboldt-Gym mit französischem Rahmen die Abiturienten nichts von Maupassant, Balsac, Hugo behandelt haben.
- die deckungsgleiche Bildung in 10 oder 11 Schuljahren ist Vorraussetzung für Leben und Beruf mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten. Für "Talente und Begabungen", z.B. Musikinstrumente spielen, Leistungssport treiben, ist die Freizeit noch groß genug, denn von 168 Wochenstunden verbringt man gerademal 5x6=30 Stunden in der Schule. Dort laufen auch noch Arbeitsgemeinschaften.

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