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Abitur: Philologenverband fordert schlechtere Noten
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Der Deutsche Philologenverband will, dass Abiturienten strenger bewertet werden. Das Ziel: Sie sollen besser auf Arbeitsleben oder Studium vorbereitet sein. Mit den aktuellen, viel zu laxen Noten gehe das nicht. Was ist da dran?

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gratiola 07.01.2019, 17:37
40. Über die Noten kann ich nur bedingt etwas

sagen, aber mein Abitur luegt 46 Jahre zurück und ich begkeite mit offenen Mund und Ihren gerade eine meiner Enkeltöchter auf den letzten Abiturschritten. Abzüglich des Sprachunterrichts bin ich über die Anforderungen in den MIND Fächern entsetzt! Da wird den Kindern kaum sin Gefallen getan. Das sind völliv unzureichende Anforderungen für eine Abiturklasse verbunden mit überdurchschnittlichen Zensuren. Gilt für NRW!

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biesi61 07.01.2019, 17:40
41. Seltsame Pauker-Ideologie!

Ich habe das Gefühl, die traditionell sehr konservative Führung des Deutschen Philologenverbandes versteht die sich schnell weiterentwickelnde Gesellschaft nicht mehr. Ich habe weder das Gefühl, dass heutige Abiturienten schlechter auf das Arbeitsleben/Studium vorbereitet sind als meine Generation vor 4 Jahrzehnten, noch, dass sich ein höherer Prozentsatz von ihnen als damals selbst überschätzt. Allerdings hat sich das Anforderungsprofil in Wirtschaft und Hochschule auch extrem verändert. Der Übergang von der Schule "ins Leben" war damals schwer und ist es heute immer noch, nur eben anders!

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isi-dor 07.01.2019, 17:41
42.

Zitat von willi.thom
Als ich das Abitur machte, waren es 10% eines Schülerjahrgangs, die das Abitur bestanden. Heute sind es über 20%. Sind die Schüler klüger geworden? Nein. Es hat eine Inflation von guten bis sehr guten Noten gegeben.
Die Didaktik ist besser geworden, die Schulen besser ausgestattet und früher hat man Potential verschwendet, indem mögliche Abiturienten auf Haupt- und Realschulen versauert sind, weil Eltern und Gesellschaft es so wollten. Gut, dass es heute anders ist.

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auspresser 07.01.2019, 17:41
43.

Was soll der Vergleich bezogen auf zwei Jahreszahlen. Viel informativer und aussagekräftiger wäre sagen wir die Entwicklung der Durchschnittsnote über die letzten 30 -40 Jahre. Zudem stelle ich fest, dass vieles was damals noch gelehrt wurde heute unverständlicherweise nicht mehr zum Lernstoff gehört. Der Vergleich hinkt also auf beiden Beinen und hat so viel Aussagekraft wie ein umkippender Sack Reis.

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Luke1973 07.01.2019, 17:41
44. Abi

Wieso ignorieren hier eigentlich alle, dass die Noten nur minimal besser geworden sind? So viel leichter als früher ist es also offensichtlich nicht.
Richtig ist, dass die Kinder heute viel mehr für die Schule machen als vor 30 Jahren. Damals wollte man das Abi bestehen. Die Note war zweitrangig, da es wenig NC-Fächer gab.
Auch sind Eltern heute viel mehr beteiligt und motivieren oder geben Unterstützung.
Ganz schlecht ist der immer größer werdende Anteil an Leistungsnachweisen, die zu Hause erarbeitet werden. Natürlich holt man sich dann Hilfe. Man wäre ja schön blöd es nicht zu tun. Wer das Referat wirklich geschrieben oder Korrektur gelesen hat, weiß keine Sau.

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isi-dor 07.01.2019, 17:43
45.

Zitat von Equalizer
1989 hatte ich mit 2,1 das 4. beste Abitur. Das beste war 1.3. Wenn ich mich recht entsinne, gab es in der Großstadt in der ich Lebe mit 500.000 Einwohnern einen 1.0 Absolventen. Eine ehemalige Kollegin erzählte vor einigen Jahren von ihrer Tochter. Diese hatte eine Note von 1.1 und es gab alleine an der Schule drei Schüler mit 1.0. Demgegenüber höre ich aber immer öfter, wie eklatant schlechte die "echten" Leistungen sind.
In meinem Abiturjahrgang 1984 gab es 10 Schüler mit besser als 1,5, darunter einen mit 888 und einen mit 876 Punkten. All diese Leute sind heute Professoren und wichtige Stützen der Gesellschaft, einer ist leider tot.

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wauz 07.01.2019, 17:43
46. Die Noten-Fabrikanten

In unseren schulen geht es ausschließlich und nur um Noten. Auch bei den "Philologen". Und damit haben auch die aufgehört, Lehrer zu sein, denn auch sie wollen vielleicht ein wenig Wissen, aber unter gar keinen Umständen Fähigkeiten vermitteln.
Die "Noten" sind unbrauchbar, weil aller Unterricht unbrauchbar ist. Und so ziemlich alle Lehrer. Am meisten eben die "Philologen"...

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ford_mustang 07.01.2019, 17:45
47. Es gibt Abis mit 0,9

Wie geht denn sowas? Einheitliche Abiturprüfungen deutschlandweit. Leistungsniveau in den Abiturklassen deutlich erhöhen, dann kommen realistische Noten dabei raus.

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BaMargera 07.01.2019, 17:48
48. In diesem Punkt kommt Vieles zusammen

In meiner Wahrnehmung kommen beim Thema Schulnoten mehrere Faktoren zusammen. Auf der Meta-Ebene habe ich den Eindruck, dass ein Teil der Erziehungsarbeit, die früher von den Eltern zuhause geleistet wurde, heute an die Lehrer/innen ausgelagert wird. Das beginnt schon bei den Grundlagen des menschlichen Miteinanders, wie man sich in einer Gruppe verhält und dass im Leben Kompromisse eingegangen werden müssen. Gerade bei bildungsfernen Gesellschaftsschichten halte ich dies für fatal, da so viel Zeit für den eigentlichen Unterricht der restlichen Klasse verloren geht. Es gibt jedoch auch Eltern, die heute nur mit 2 oder 3 schlecht bezahlten Jobs die Familie ernähren können und die nach einem 16-Stunden-Arbeitstag sich abends einfach nicht auch noch mit den Problemen der eigenen Kinder rumschlagen möchten. Diese Eltern möchten nach einem langen Tag einfach ihre Ruhe haben. Dann haben die Wunschvorstellungen von Eltern hinsichtlich des erwarteten Lebenswegs ihrer Sprößlinge heute viel mehr Einfluss auf die dafür notwendige Schulempfehlung als die tatsächlich vorhandenen intellektuellen Kapazitäten des Kindes. Um die entsprechende Empfehlung (z. Bsp. für das Gymnasium) zu erhalten, droht man dann gerne mal mit dem Gang zur Schulleitung oder auch gleich mit dem Anwalt. Für schlechte Noten müssen sich heute zunehmend die Lehrer/innen rechtfertigen. Eine Aussage der Lehrkraft, wonach der Intellekt eines Kindes für das Gymnasium nicht reicht, wird nicht selten von den Eltern als Beleidigung aufgefasst und daraus eine Haltung nach dem Motto „Mein Kind ist nicht minder begabt. Sie als Lehrer/in haben nur nicht die Fähigkeit, meinem Kind den Stoff verständlich beizubringen“ abgeleitet. Außerdem werden im Vergleich zu vor 20 oder 30 Jahren Lehrkräfte heute immer weniger als Autorität wahrgenommen (wenn ich mir anschaue, wer teilweise als Lehrkraft zugelassen wird, ist das leider auch kein Wunder). Abschließend kommt noch die Politik ins Spiel, die darauf hinweist, dass Deutschland als rohstoffarmes Land seinen Wohlstand nur durch Bildung wahren kann. Das ist zwar sachlich richtig, jedoch geht man meines Erachtens den falschen Weg: eine steigende Zahl von Abiturient/inn/en wird durch das Absenken des Anforderungsniveaus erreicht.

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borgard 07.01.2019, 17:50
49. dumme Philologen

anstatt sich darüber zu freuen, dass Verbesserungen der neueren pädagogischen Systeme zu bessere Leistungen der Abiturienten führen, gilt mal wieder: "Kann doch nicht sein, dass die Schüler besser werden". Also muss dies schnell wieder geändert werden, denn Schüler sind doch von Natur aus blöd.

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