Forum: Leben und Lernen
Abiturienten 2011: "Ich will Unglaubliches vollbringen!"

Hannahs Hass-Lehrer wurde der Abi-Prüfung verwiesen, weil er die Schüler störte. Esthers Lehrerin brachte Süßkram mit, und Elisa rang in der Reifeprüfung mit "fetten Französinnen". Im SchulSPIEGEL erzählen*13 junge Menschen von ihrem Abi*- und wie ihr Leben danach aussehen soll.

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hördochauf 27.06.2011, 22:08
40. jo so iss dass

Zitat von dinkybash
...und war dann erstmal 6 Monate in Neuseeland - reisen, arbeiten und Sprache lernen. Das war für mich so ziemlich die beste Zeit die ich je hatte - ich hab viel über mich selbst, über andere Kulturen und natürlich auch Englisch gelernt. Jetzt will ich gerne "Was mit Tourismus" machen (die genaue Studiengangsbeschreibung interessiert bestimmt nicht) oder doch, so wie es schon seit der 7. Klasse mein "Plan" war auf Lehramt studieren. ..... Wir sind 17 bis 19 Jahre alt wenn wir von der Schule kommen und dann erwarten alle, dass wir etwas "sinnvolles" wie Ingenieurswissenschaften oder Physik studieren. Nur liegt das leider nicht jedem - und wenn man dann etwas geisteswissenschaftliches oder soziales studieren will, wird man von oben herab von Leuten belächelt, die vor 20 Jahren in völlig anderen Zeiten ihr Abi gemacht haben. Ich find's traurig! Lasst doch uns alle unseren eigenen Weg finden und unterstützt lieber, anstatt alles runterzumachen! Das macht mehr Sinn, finde ich. Lag mir jetzt auf der Seele :p
ich hab vor gut 20 Jahren 'Abi' gemacht ...und war dann erstmal 12 Monate mit Y-Reisen unterwegs - irgendwie auch eine gaanz andere Kultur...

..das mit dem 'belächeln' ist auch schnell erklärt:

Achtung - political correctness /off:

Einem Physikstudenten im Grundstudium kommt halt ein Hauptseminar bei den Geiwis vom Anspruch her vor, wie ein Töpferkurs an der VHS.

political correctness /on

Natürlich sind aber die Ausbildungen völlig gleichwertig - und die Regelstudienzeiten alle gleich realistisch...

aber hey - "Was mit Tourismus" zu 'studieren' ist vielleicht nicht das dümmste - wird wohl in Richtung BWL gehen - aber heute gibt es ja viele Möglichkeiten.

Das Missverständnis ist:

Niemand erwartet, 'dass wir etwas "sinnvolles" wie Ingenieurswissenschaften oder Physik studieren'

..es gibt auch Bedarf an Geiwis und Exoten, da ist die Luft halt dünn - und warum man am Ende einem "Was mit Tourismus"-Absolventen einen Euro mehr als dem Hotelkaufmann etc. bezahlen sollte muss mir noch jemand erklären.

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JulianSen 27.06.2011, 22:20
41. Abitur

Dass Abiturienten teils etwas "abgehobene" Vorstellungen von dem späteren Berufsleben haben, ist sicher nichts Neues. Ich habe 2009 mein Abitur gemacht und auch noch 2009 mein Jura-Studium begonnen. Einen vorhergehenden Auslandsaufenthalt halte ich in jedem Fall für sinnvoll, auch wenn ich selbst diesen nicht gemacht habe. Hier kann dann, sofern der Einzelne das möchte, ein sozialer Dienst absolviert werden. In jedem Fall aber kann so der Horizont erheblich erweitert werden, auch und gerade in Hinblick auf die spätere Berufswahl. So hat bspw. meine Cousine, die nach dem Abitur keine Vorstellung über ihr späteres Berufsleben hatte, durch einen einjährigen Auslandsaufenthalt einen klaren Entschluss fassen können.

Ebenso halte ich den Gedanken für absurd, dass das Abitur zu leicht ist. Völlig banal: wenn das so wäre, müssten wir dann nicht wesentlich bessere Durchschnittsnoten haben? Evtl. sind die unteren Grenzen zu leicht angesetzt; hier wird dann aber sowieso durch die Zugangsvoraussetzungen an der Uni ausgesiebt. Aber auch das halte ich nicht für realistisch: so ist mein eigenes Abitur nicht sonderlich gut ausgefallen, in meinem Studium komme ich dafür hervorragend zurecht. Hier sehe ich eher darin das Problem, dass nicht gezielt gefördert wird.

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jane do 27.06.2011, 22:23
42.

An alle Abiturienten:
Herzlichen Glückwunsch. Feiert, reist, macht wonach euch der Kopf steht. Die Sonne scheint. Genießt das Wetter.
Studiert oder arbeitet euren Fähigkeiten entsprechend. Lasst euch nicht von irgendwelchen Untergangszenarien die Lust auf die Zukunft verbauen. Träume zu haben ist ok.
Viel Spaß bei allem was euch noch erwartet.

Und falls doch nicht alles klappt wie gewollt könnt ihr immer noch in Foren auf Spiegel.de die nächste Generation kommentieren ;)

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hördochauf 27.06.2011, 22:29
43. Ps:

Nicht das das falsch verstanden wird: Ich würde heute keinem empfehlen MINT zu studieren - hat man am Ende nur den Ärger und die Probleme auf dem Tisch - mit etwas Glück und Vitamin B ist es einfacher sich weiter oben in der Nahrungskette einzunisten - da stören die typischen MINT Kompetenzen mehr als sie nützen.

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dirk.1966 27.06.2011, 22:32
44. Bitte mal konkret nachdenken!

Zitat von hördochauf
warum man am Ende einem "Was mit Tourismus"-Absolventen einen Euro mehr als dem Hotelkaufmann etc. bezahlen sollte muss mir noch jemand erklären.
Die ganze Anordnung Ihrer These ist falsch. Wenn beim Personaler einer Premium-Hotelkette die Mappe des Touristik-Fachwirts und die Mappe des Hotelkaufmanns zusammen auf einem Stapel liegen, entscheidet sich der Personaler bei ansonsten identischer Qualifikation heute in den allermeisten Fällen für den/die Akademiker(in).

Waren Sie damals der Physikstudent, der das Proseminar "Soziologie der Arbeitswelt" für einen Töpferkurs hielt ;-))) ???

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dirk.1966 27.06.2011, 22:43
45. Interessanter Beitrag!

Zitat von hördochauf
Nicht das das falsch verstanden wird: Ich würde heute keinem empfehlen MINT zu studieren - hat man am Ende nur den Ärger und die Probleme auf dem Tisch - mit etwas Glück und Vitamin B ist es einfacher sich weiter oben in der Nahrungskette einzunisten - da stören die typischen MINT Kompetenzen mehr als sie nützen.
Kennen Sie dafür konkrete Beispiele oder haben Sie es sogar selbst in Ihrem Berufsalltag erfahren? Ich denke, das würde nicht nur mich, sondern auch viele andere Foristen (inbes. MINT-Interessenten) interessieren.

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hördochauf 28.06.2011, 23:05
46. Sie haben ja recht...

Zitat von dirk.1966
Die ganze Anordnung Ihrer These ist falsch. Wenn beim Personaler einer Premium-Hotelkette die Mappe des Touristik-Fachwirts und die Mappe des Hotelkaufmanns zusammen auf einem Stapel liegen, entscheidet sich der Personaler bei ansonsten identischer Qualifikation heute in den allermeisten Fällen für den/die Akademiker(in). Waren Sie damals der Physikstudent, der das Proseminar "Soziologie der Arbeitswelt" für einen Töpferkurs hielt ;-))) ???
...es sind nur zwei verschiedene Dinge: Wenn man so jung ist - so war es jedenfalls bei mir - hat man seine Interessen und sucht eine Herausforderung "Ich will Unglaubliches vollbringen!"
Wer sich für Technik und Mathematik nicht interessiert sollte da die Finger davon lassen - um es nochmal klar zu sagen. Es können auch ganz andere Fächer sein, die ein 'Studium' rechtfertigen.

Was der Lebenszirkus und die Moden am Ende daraus machen - oder gar der 'Personaler' steht auf einem anderen Blatt.

Heute überwiegt aber (noch stärker als vor 20 Jahren) die Tendenz aus einem Studium eine Berufsausbildung für 'Höhere Töchter und Söhne' zu machen.

- Ja, wie Nerds das so machen bin ich ein paar Semester mit einer Pädagogin rumgezogen (hatte mich auch für's Lehramt eingeschrieben) - hab wahllos so als Begleitung ein paar Scheine in Soziologie,Psychologie und eben Pädagogik gemacht, bis jemand meinte: Wärst du jetzt als Pädagoge unterwegs, könntest du dich eigentlich zur Prüfung anmelden. LOL

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hördochauf 28.06.2011, 23:31
47. ob man es glaubt oder nicht

Zitat von dirk.1966
Kennen Sie dafür konkrete Beispiele oder haben Sie es sogar selbst in Ihrem Berufsalltag erfahren? Ich denke, das würde nicht nur mich, sondern auch viele andere Foristen (inbes. MINT-Interessenten) interessieren.
..das ist ein mein voller Ernst:

Es ist nicht nur in z.B. meiner Persönlichkeit (was jetzt viele unken werden) begründet - man wird irgendwann zu problemorientiert um sich beliebt zu machen - die 'lösungsorientierten' laufen meist nicht Gefahr tatsächlich eine Lösung finden zu müssen.

Ich hab z.B. mal in einer Firma gearbeitet - da musste ich jedes Angebot (zum Schluss lt. internem Gesellschafterbeschluss auch Ergüsse des Geschäftsführers) gegenzeichnen bevor es verbindlich unterbreitet wurde.

Ich war sozusagen das Hassobjekt des Vertriebs - bei dem wie man ja heute richtig sagt, das Geld verdient wird.

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herr_kleint 28.06.2011, 00:00
48. Abitur, soso

Man könnte jetzt dahergehen und dem Autor unterstellen, sämtliche Absolventen der anderen Bildungsabschlüsse wären nicht in der Lage, durch Ihre Träume "die Welt zu verbessern" und somit eines Artikels über sie auch nicht würdig.

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chr.dossmann 28.06.2011, 07:36
49. MINT-Kompetenzen

Zitat von hördochauf
Nicht das das falsch verstanden wird: Ich würde heute keinem empfehlen MINT zu studieren - hat man am Ende nur den Ärger und die Probleme auf dem Tisch - mit etwas Glück und Vitamin B ist es einfacher sich weiter oben in der Nahrungskette einzunisten - da stören die typischen MINT Kompetenzen mehr als sie nützen.
Ich weiß nicht, gerade von den I-Erfahrungen (I aus MINT) könnten die Menschen grundsätzlich etwas mehr gebrauchen. Es mangelt an sozialen Kompetenzen, Teamfähigkeit, Abstraktionsvermögen und dem Verständnis einfacher logischer Zusammenhänge.

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