Forum: Leben und Lernen
Abrechnungsaffäre: Der Spesen-Professor
Ulrich van Stipriaan /TU Dresden

Restaurantbesuche, Bücher, Reisen: Ein Dresdner Professor hat seine Spesen jahrelang über eine schwarze Kasse beglichen. Sein privates "Viertmittelkonto" wurde mit Software-Gebühren von Studenten gefüllt.

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snoook 08.07.2013, 13:20
40. Das Finanzamt könnte sich auch dafür interessieren...

Ausgaben über schwarze Kassen werden ja üblicherweise nicht bei der Steuer geltend gemacht.
Abgesehen davon weiß jeder, dass es solche Kassen nicht geben darf - schon gar nicht in so einem Betrieb wie der Uni.

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littleella 08.07.2013, 13:21
41. Akzeptanz

Lasse ich mal die sinnfreien Kommentare hier außer Acht, dann bin ich verwundert über so viel Grundwissen zur Betrugsbereitschaft und dem Verständnis über die Verfehlungen eines promovierten Menschen...unglaublich

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teletubbi 08.07.2013, 13:25
42.

Zitat von Zaunsfeld
am Ende mit etwa 3500€/Monat in einer W-Professur abgespeist wird, sehe ich selbst da auch schon eine gewisse Schieflage.
Völlig falsch: Juniorprofessor W1:4105,11 €.

Zitat von Zaunsfeld
Da verdient tatsächlich jeder Schornsteinfeger oder Bandarbeiter bei VW mehr.
Unsinn.

Zitat von Zaunsfeld
Dass es überhaupt noch Leute gibt, die für solche Gehälter aus idealistischen Gründen solche Stellen noch annehmen, obwohl sie mit ihrer Qualifikation in der freien Wirtschaft das Dreifache verdienen könnten, ist das eigentlich Wunder.
Das ist kein Wunder, sondern Marktwirtschaft.
Wer in der freien Wirtschaft eben nicht das Dreifache (12.300 € Einstiegsgehalt) bekommt, ist dafür sicher auch nicht qualifiziert bzw. gewillt, die damit verbundenen Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen ...

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rechtsanwalthh 08.07.2013, 13:29
43. Schwarze Schafe für ein Exempel

Solche schwarzen Schafe sollten unmittelbar nach positiven Abschluss der Untersuchung aus dem Universitätsdienst entlassen werden, bei Streichung etwaiger Übergangsgelder etc. und unter Abzug nach erster Sicht kritischer Beträge von Ihrem letzten Gehalt. Sie gefährden den Ruf der ganzen "Branche". Gleiches gilt im Übrigen auch für den Assisstenten, der auch in seiner untergeordneten Stellung von seinem verbotenen Tun wissen musste. Selbstverständlich ist die Doktorarbeit nicht nur auf Plagiate, sondern auch auf verbotenen Hilfestellung durch den Professor hin zu überprüfen und ggf. zu entziehen. Ohne solche konsequenten und zügig durchgeführten Maßnahmen wird das sonst nie ein Ende nehmen.

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Plasmabruzzler 08.07.2013, 13:30
44.

Zitat von teletubbi
Tatsächlich? Der arme Mann! Allein das Grundgehalt dieses Professors liegt zwischen W2: 4681,39 € und W3: 5672,13 €. Hinzu kommen noch Leistungszulagen.
Nein, ein W2-Prof erhält in Sachsen 4375,58 Euro. W3-Profs dort 5300,31. Das klingt zwar nach sehr viel, aber Professor wird man (wenn überhaupt...) erst nach einer langen Durststrecke bestehend aus Studium, Dissertation, PostDoc-Phase, Habilitation. Selbstredend meist auf Drittmittelstellen (also 1/2 E13-Stelle). Da baut man sich kaum Rentenansprüche auf und als Professor muss man sich die Pensionsansprüche auch erst einmal aufbauen. Da man kaum 40 Jahre lang Professor (=Beamter) sein kann, hat man auch keinen Anspruch auf ca. 71 Prozent des letzten Gehaltes.
Das berechtigt zwar nicht zum Jammern, aber ein Professor hält nicht nur Vorlesungen, sondern hat noch viele andere Verpflichtungen und oft eine sehr große Budget- und Personalverantwortung.

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cafe_kehse 08.07.2013, 13:31
45. Besoldung W1

Zitat von teletubbi
Tatsächlich? Der arme Mann! Allein das Grundgehalt dieses Professors liegt zwischen W2: 4681,39 € und W3: 5672,13 €. Hinzu kommen noch Leistungszulagen.
...liegt bei etwa 3400 EURO brutto und W3 kommt nicht über das Niveau eines Regierungdirektors (A15).

Ich vermute, Sie haben noch die alten C-Tabellen.

Zulagen können, müssen aber nicht gewährt werden. Mit ihnen sollte man niemals rechnen.

Das Grundübel der Universitäten aus der sowjetisch besetzten Zone ist die Tatsache, dass die bestehenden Professoren 1990 aus politischen Gründen (Mielke etc.) in den Ruhestand geschickt werden mussten und man die dritte Garde aus dem Westen holen musste.

Diese Herrschaften hatten/haben aber als stramme Kapitalisten nur das schnöde Mammon im Sinne.

Der Osten hatte die Wahl zwischen Pest und Colera.

Man hätte die meisten Unis/Hochschulen schließen sollen, weil sie ohnehin kaum Chancen anbieten. Wer sich als Student das antut, muss nach Studienende das Beitrittsgebiet verlassen, wenn er überhaupt irgendwann mal aus der Arbeitslosigkeit rauskommen will.

Wenn man so will, ist auch hier die deutsche Einheit Unsinn gewesen.

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lachender lemur 08.07.2013, 14:10
46. Lernt endlich effiziente Finanzverwaltung, deutsche Unis!

Zitat von polarity
Wenn die Softwaregebühren gerechtfertigt waren, ist das Vorgehen ok. Die Verwaltungsbürokratie ist derart auswuchernd und weltfremd, dass ein solches Konto Sinn macht.
Zitat von kezia_BT
Ihr habt doch keine Ahnung, wie es ist, wenn jeder Bleistift begründet und abgerechnet werden muß - und damit nicht genug, dann kommt noch die Rückfrage, ob es wirklich ein "H" Bleistift sein mußte oder ob "HB" es nicht auch tun würde - der ist schließlich ein paar Cent billiger
Kann ich, was das deutsche Hochschulwesen betrifft, nur bestätigen. Die Finanzbürokraten erschweren und verlangsamen dort den Uni-Betrieb in nicht hinnehmbarem Maße - mit ein Grund für meine Entscheidung, nicht an einer deutschen Uni zu unterrichten. Sobald man mit Hochschulland Deutschland in Kontakt kommt, hat man den Eindruck, in Kafka's Das Schloss gelandet zu sein.

Ich habe - als Gastdozent aus dem europäischen Ausland - kürzlich fünf geschlagene Monate auf mein Honorar von einer deutschen Uni warten müssen, wegen solcher Bürokratie-Auswüchse. Und fleißig Zinsen zahlen für die von mir privat vorgeschossenen Reise- und Hotelkosten.

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irgendeinleser 08.07.2013, 14:11
47.

Zitat von teletubbi
Völlig falsch: Juniorprofessor W1:4105,11 €.
Das ist abhängig vom Bundesland, aber die von Ihnen genannte Höhe erhält man m.E. nicht mal in B-W. Zum Vergleich Berlin: 3596.06 EUR, Quelle Öffentlicher-Dienst.Info - Beamte

Allerdings dürfte die betreffende Person kein Juniorprofessor (W1) mehr sein.

Zum "Unsinn" bzgl. des Vergleiches mit Schornsteinfegern & Co und das es nicht mit der freien Wirtschaft vergleichbar sei: Bei der freien Wirtschaft stimme ich überein, aber seltsam ist das W1 und W2 in der Regel auch weniger als verbeamtete Lehrer (für Gymnasium und z.T. Realschule) im vergleichbaren Alter erhalten.

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gazettenberg 08.07.2013, 14:13
48.

Zitat von Zaunsfeld
Was sagt eigentlich der Hersteller des Programms dazu, dass da ein Professor privat Lizenzgebühren von Studenten abkassiert und auf schwarze Kassen einzahlt, wovon der Programmhersteller wahrscheinlich nix von abbekommt? Wenn er es kostenlos unter der Hand verteilen würde, wäre das zumindest moralisch noch in Ordnung und ich könnte das zumindest noch nachvollziehen, weil es nur der Lehre dient und 120€ für ein einziges Programm für einen Studenten ein Haufen Geld wäre.
Was wäre daran moralisch in Ordnung, dass ein Tragwerksplaner, der für jeden Auftrag (zurecht) einige tausend Euro in Rechnung stellt, im Studium Raubkopien nutzt?

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bettyboop2013 08.07.2013, 14:38
49. Mundraub

Zitat von lachender lemur
Ich habe - als Gastdozent aus dem europäischen Ausland - kürzlich fünf geschlagene Monate auf mein Honorar von einer deutschen Uni warten müssen, wegen solcher Bürokratie-Auswüchse. Und fleißig Zinsen zahlen für die von mir privat vorgeschossenen Reise- und Hotelkosten.
Da haben wir's. Das Honorar des Leipziger Professors wurde nicht rechtzeitig gezahlt. Er hatte einfach Hunger.

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