Forum: Leben und Lernen
Abschied vom Turbo-Abi: Niedersachsen will Schüler entlasten
DPA

Die Proteste zeigen Erfolg: Niedersachsen kehrt als erstes Bundesland zum Abitur nach 13 Jahren zurück. Jetzt gab Schulministerin Heiligenstadt erste Details bekannt und versprach Schülern und Eltern mehr Zeit "zum Lernen und zum Leben".

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crewmitglied27 20.03.2014, 18:26
1. Ja, ich erinnere mich ...

...noch gut. Der Ministerpräsident Wulff, der später als Bundespräsident die Bildungsrepublik ausrief, hat als erste großtat in Niedersachsen die Lehrmittelfreiheit abgeschafft. Dann haben es Lobbyisten hinbekommen, dass sämtliche Gymnasiasten in Niedersachsen ab Klasse 7 einen Taschenrechner für 450€ kaufen mussten, der in seinen Funktionen über die ganze Schulzeit nicht ausgenutzt werden konnte....und dann noch das "Turbo-Abi" bei akutem Lehrermangel. Super! Ein Land in dem es sich zu Leben lohnt...

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dresdner1970 20.03.2014, 18:34
2.

Jedes Mal wenn ich lese, dass wieder ein wenig mehr Abschied genommen werden soll vom (angeblichen) "Turbo"-Abi, denke ich, dass die Kinder in Westdeutschland entweder sehr dumm sind, oder die Lehrer nicht annähernd ausreichend gebildet, um den Unterrichtsstoff den Schülern in angemessener Zeit zu vermitteln.
Denn jeder der über das 13jährige Abitur schimpft, sollte mal nach Ostdeutschland schauen, dort gibt es schon seit Jahrzehnten das Abitur mit der 12. Klasse und dort schimpft nicht einer über zu viel Stress.
Zwar mag die Umsetzung von 13 Jahren auf 12 Jahren schlecht gelungen sein, doch jetzt wieder herumzudoktoren macht alles nur noch schlimmer, sowohl für Eltern, Lehrer und nicht zuletzt die Kinder.
Man hat schließlich nicht umsonst festgestellt, dass es keinerlei Unterschied macht, ob man nun nach 12 oder 13 Jahren Abitur macht, das wichtigste ist ein möglichst gleichbleibendes Schulsystem.
Und das ich in während meiner Abi-Zeit keine Freizeit hatte, könnte ich auch nicht sagen, ich ging regelmäßig in den Sportverein, unternahm etwas mit Freunden, faulenzent und hatte dennoch genug Zeit in Sachsen ein 1-Abi zu schaffen, so wie etliche meiner Klassenkameraden auch, wovon sich auch nicht einer über angeblich zu wenig Freizeit beschwert hatte!

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sumatrabarbe 20.03.2014, 18:36
3. Ja !

Ja, gut gemacht. Wenigstens meine jüngste Tochter wird also noch ein Leben außerhalb der Schule haben, danke !

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lema2011 20.03.2014, 18:41
4. Überhastet? Nein: schlampig

Nein: schlampig wurde das G8 eingeführt. Bildungsministerien hatten mehr als 10 Jahre Zeit, den Unterrichtsstoff zu entschlacken und dem G8 ein vernünftiges Curriculum zu geben. Passiert ist aber nichts so, daß die G8-Schüler in der Tat völlig überlastet werden. Zeit, die Bildungsministerien auf Bundesebene zu vereinheitlichen - es ist in der Länderstruktur völlig uneffektiv wie man nicht nur am G8 sieht. Wo entstehen neue Unterrichtsfächer? Fächer wie "Glück" oder "Volks-/Wirtschaftewissenschaften" gehören heute zum Allgemeinwissen. Warum werden die Naturwissenschaften noch getrennt unterrichtet, eine Zusammenführung wäre sinnvoll?

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OlafKoeln 20.03.2014, 18:48
5.

Zitat von sysop
Die Proteste zeigen Erfolg: Niedersachsen kehrt als erstes Bundesland zum Abitur nach 13 Jahren zurück. Jetzt gab Schulministerin Heiligenstadt erste Details bekannt und versprach Schülern und Eltern mehr Zeit "zum Lernen und zum Leben".
Toll, wieder ein Rückschritt, nur weil es nicht schafft, ordentlich zu organisieren und den Lehrstoff zu entschlacken. Wo in der Welt braucht man 13 Jahre für das Abitur und zahlreiche sind besser als das Deutsche! Das DDR Abitur war keinesfalls schlechter mit einem deutlich größeren naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Wieso soll das jetzt nicht gehen?

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westerwäller 20.03.2014, 18:55
6. Warum haben eigentlich die gleichen Parteien ...

.. (sinnvollerweise schickt man jetzt nicht mehr die gleichen Personen vor ...) ...

... vorher die Schüler (...und Lehrer und Eltern...) mehr belastet?

Wird man nie eine Antwort drauf bekommen ...

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ollebettes1 20.03.2014, 19:01
7. Und was macht Frau Löhrmann in NRW ?

Im Stadtanzeiger vom 15.3.14 erzählt sie davon, dass sich nur 13 Gymnasien für den Modellversuch G9 interessierten (die Eltern wurden sicherheitshalber aber nicht gefragt und welche Schule will einen Modellversuch? ). Und Schüler schneiden bei G8 gut ab (kein Wort zu den Belastungen für das Privatleben der Schüler oder den Grad an Fremdbestimmung). Und am Ende "... Fehler machten ihre Vorgänger in deren Hast" und es geht um die Zukunft unserer Kinder. Hier, Frau Löhrmann liegen Sie und Ihre Grüne Partei gänzlich falsch - es geht auch um die Gegenwart. Beides belasten Sie.

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heswer99 20.03.2014, 19:07
8. Ich habe das Abi nach secheinhalb Jahren

mit einer Eins bestanden. Das war 1946 und nur möglich weil ab 1943 kein Unterricht mehr stattfand. Bin jetzt 86 Jahre alt und war nach Stdium von Physik, Mathematik und BWL beruflich sehr erfolgreich. Acht Jahre sind mehr als genug. Man lernt fast nur Unsinn. Welcher erwachsengewordene Abiturient kennt noch das Blütenschema irgendeiner Pflanze oder das Gebissschema eigendeines Nagetieres? Oder all die Städte, Flüsse usw, in Geographie? Meine mir aufgezwungenen Lateinkenntnisse habe ich fast vollständig vergessen. Gut so! Bei meinem im Alter vo 65 Jahren begonnenen Romanistikstudium (Französisch und Spanisch) waren sie mir in keiner Weise von Nutzen, obwohl die Altphilologe dies städig behaupten.

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ollebettes1 20.03.2014, 19:37
9. Leistung ?

Lieber Dresdner, Jahrgang 1970, ich bin Jahrgang Jahrgang 61 und erinnere mich an die eigene Phantasie, der wir folgen konnten, an die stundenlangen Fahrradtouren unserer Kindheit im kleinen Wald in der Nähe unseres Hauses, endlose Tennissätze bis in die Dunkelheit und Schwimmbad und Eiskrem und ewig lange Sommer. Das ist Kindheit. Kein 1er Abitur. Wir "G9-Eltern" reden hier nicht über Leistung.

Zitat von dresdner1970
Jedes Mal wenn ich lese, dass wieder ein wenig mehr Abschied genommen werden soll vom (angeblichen) "Turbo"-Abi, denke ich, dass die Kinder in Westdeutschland entweder sehr dumm sind, oder die Lehrer nicht annähernd ausreichend gebildet, um den Unterrichtsstoff den Schülern in angemessener Zeit zu vermitteln. Denn jeder der über das 13jährige Abitur schimpft, sollte mal nach Ostdeutschland schauen, dort gibt es schon seit Jahrzehnten das Abitur mit der 12. Klasse und dort schimpft nicht einer über zu viel Stress. Zwar mag die Umsetzung von 13 Jahren auf 12 Jahren schlecht gelungen sein, doch jetzt wieder herumzudoktoren macht alles nur noch schlimmer, sowohl für Eltern, Lehrer und nicht zuletzt die Kinder. Man hat schließlich nicht umsonst festgestellt, dass es keinerlei Unterschied macht, ob man nun nach 12 oder 13 Jahren Abitur macht, das wichtigste ist ein möglichst gleichbleibendes Schulsystem. Und das ich in während meiner Abi-Zeit keine Freizeit hatte, könnte ich auch nicht sagen, ich ging regelmäßig in den Sportverein, unternahm etwas mit Freunden, faulenzent und hatte dennoch genug Zeit in Sachsen ein 1-Abi zu schaffen, so wie etliche meiner Klassenkameraden auch, wovon sich auch nicht einer über angeblich zu wenig Freizeit beschwert hatte!

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