Forum: Leben und Lernen
Abschlüsse von Fake-Unis: Dr. Dödel
Illustration: Nils Kasiske/ UniSPIEGEL

Abschlüsse von falschen US-Unis sind leicht zu haben - deutsche Xing-Nutzer tragen diese Fake-Diplome sogar in ihre Lebensläufe ein. Für die lumpigen Titel reicht oft ein bisschen Geld.

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Otziotzi 05.04.2015, 22:58
40. Titel notwendig?

Die vor kurzer Zeit zum Doktor ernannte Tochter einer Nachbarsfamilie mag ja eine Expertin auf Gebieten wie Krebsforschung oder Zellbiologie sein, ihre Eltern sind auch echt krass drauf, seit sie diesen Titel hat. Aber das Mädel ist im sonstigen Leben trotzdem nicht in der Lage, einen Eimer Wasser auszugießen, eine Chipstüte zu öffnen oder ein Auto anzumelden, ohne die Hilfe ihres Papas.

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elis 06.04.2015, 23:02
41. Auch im Nachbarland Österreich ..

.. sind Titel sehr wichtig. Wehe, sie reden einen Magister nicht mit "Herr/Frau Magister" an, dann ist aber schluss mit Lustig ;-)

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elis 06.04.2015, 23:13
42. Ich haben mir meinen Dr hart erarbeitet

.. und zwar den Grad des Dr. rer. nat. an einer süddeutschen Uni.
Da waren schon mal 60 h Wochen drin, alles in allem harte Arbeit. Und nur eigene Ergebnisse in der Arbeit, nix kopiertes.
Das macht mich zwar nicht zu einem besseren Menschen, aber warum soll ich darauf nicht stolz sein. Darauf, 5 harte Jahre durchgezogen zu haben. Den Dr. wird mir keiner wegenehmen können, da wissenschaftlich und rechtlich einwandfrei. Den Dr. hab ich mir nicht in den Ausweis eintragen lassen. Und ich melde mich auch nicht mit Dr. am Telefon. Denn ich weiss, ich könnte, wenn ich wollte.
Und das allein reicht mir.

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Marcel 06.04.2015, 23:16
43. PH. D. und M. D. in den USA

Werden in den USA denn nicht die o.g. Kürzel verliehen? Ist es damit nicht schon Betrug, diesen eigenmächtig in Dr. zu übertragen? Offensichtlich gibt es genug Leute, die es irgendwann bereuen, in früheren Zeiten nicht solch einen Abschluß erworben zu haben, und sich dann später für den "einfachen Weg" entscheiden. Auch wird auf der genannten Business-Plattform geradezu aggressiv damit geworben, leicht neben der Arbeit solch einen Abschluss erwerben zu können.

Im Gegensatz zum Adelstitel kann sich jeder durch Fleiß anständig und ehrlich einen "Dr." erwerben, also sehe ich eigentlich keinen Grund, warum man diesen Titel, wie manche hier fordern, einfach abschaffen soll. Wer ein Problem damit hat, dass sich jemand die zwei Buchstaben vor den Namen schreibt, der soll halt selbst einen entsprechenden Abschluss erwerben.
Ich habe mit vielen Promovierten zu tun, aber eigentlich hat keiner seine Promotionsurkunde öffentlich ausgehängt - dagegen sind Meisterbriefe in vielen Geschäften zu bewundern.

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dlmb 06.04.2015, 23:26
44.

Zitat von tommahawk
Wieder so einer ohne Berufsausbildung und akademischem Grad, der den Klügeren nicht das Butter auf dem Brote gönnt :-) Das sind die Leute, die in ihrem Opel sitzend jedem Mercedesfahrer hinterherschimpfen, der sie überholt. Und die, selbst Hartz IV empfangend, der Meinung sind, dass die Reichen viel zu weng Steuern zahlen.
Wieder so einer mit ganz plattem Klischee im Kopf. Ich kenne drei Opel-Fahrer mit Dr.-Grad (einschließlich mir), aber keinen mit Mercedes. Und nun?

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dlmb 06.04.2015, 23:29
45.

Zitat von maxroos
Ich hatte mir vor einiger Zeit mal über Fernleihe die sog. "Doktorarbeit" (Medizin) einer Freundin meiner Frau besorgt. Sie hatte - zufällig - über ein Gebiet promoviert, das meine erste Staatsexamensarbeit in Chemie tangierte. Ich weiß nicht, wie oft allein ich von ihr geghört hatte, welch "ungeheure" Leistung diese Arbeit gewesen sei. Während ich mich mit einer schnöden "2" zufrieden geben musste, hatte besagte Medizinerin sozusagen eine "1+" ("summa cum laude") eingeheimst. Mein Professor hätte mir das Elaborat besagter Dame eher um die Ohren gehauen!, im günstigsten Fall als Seminararbeit abgenommen - vielleicht! Die Doktorarbeit meines Schwagers (Jurist) liest sich wie eine Ansammlung schwülstiger Sprechblasen, die man nicht mal hinterfragen kann, weil sie definitiv NICHTS aussagen! Ach so: natürlich auch "summa com laude"!
Klar, alle total leichtgewichtig - inhaltlich. Nur Ihre natürlich nicht. Ach nein, halt, Sie haben ja gar keine. Daher wohl auch das Gemecker.

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dlmb 06.04.2015, 23:36
46.

Aufgrund der Seitenzahl lässt sich eben überhaupt nicht auf die Qualität schließen.
In Ingenieur- und Naturwissenschaften sind Doktorarbeiten unter 200 Seiten aber eher die Regel als die Ausnahme. Die klare Ansage meines Profs war damals dazu: Wer es nicht schafft, innerhalb von 200 Seiten

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deegeecee 06.04.2015, 23:38
47. Dr. ist und bleibt kein Titel

Zitat von hjm
… muss ich mir keine Sorgen machen, denn er wird in meiner (echten Original-) Urkunde (von einer echten Universität) auch so bezeichnet.
Erzählen Sie uns keinen vom Pferd! In einer echten Urkunde heißt es "... verleiht... den akademischen Grad... ", und nur so ist es korrekt.

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nepomuk66 06.04.2015, 00:44
48. Das Führen eines Fake Titels wird also bestraft....

so so, ich erinnere mich an eine Politikerin die jetzt Botschafterin im Vatikan ist, nachdem sie mit ihrer abgekupferten Doktorarbeit aufgeflogen ist.

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Msc 06.04.2015, 01:08
49.

Zitat von alleskleber
Diese Arroganz der Fächer, die sich 200 und mehr Seiten aus dem Kopf drücken und dann am Ende auch keinen Besseren Job kriegen und dann über Mediziner lästern geht mir langsam auf den Keks.
Ich bin auch einer dieser "Fächer" und ich kann ihnen nur raten nicht zu verallgemeinern. Solche Personen, wie der von ihnen zitierte, sind (hoffentlich) nicht die Mehrheit. Mir persönlich sind Titel egal. Wenn jemand außerhalb der Arbeit "Herr Doktor" sagt, schau ich ihn schief an. Für mich ist nur entscheidend wie kompetent und fleißig jemand seine Arbeit macht. Ich respektiere daher die Putzfrau, die mir jeden morgen den übervollen Mülleimer leert, mehr als meinen Vorstandsvorsitzenden, der mal wieder ein paar Milliönchen für ein Prestigeprojekt in den Sand gesetzt hat.

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