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Ärger um Mathe-Abi in Hamburg: Schüler können auf bessere Noten hoffen
Armin Weigel/ DPA

Zu schwer, zu viel: Nach der Kritik an Hamburger Abiturklausuren in Mathe will die Behörde nun den Bewertungsschlüssel anpassen. Aussicht auf bessere Noten hat allerdings nur ein Teil der Schüler, die sich in Mathe prüfen ließen.

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Schartin Mulz 05.06.2019, 16:02
10. Wenn ein Problem

Zitat von Phil2302
Das hängt auch davon ab, wie der Lehrer vorher benotet und wie schwer er die Klausuren stellt. Ich bin stolz darauf, immer im Abitur unter 10 Prozent Abweichungen zu haben. Dieses Jahr hatte ich keine einzige. Andere Lehrer haben eher so 30 bis 50 Prozent Abweichungaprüfungen. Die Gründe sind vielfältig: Schriftliche Noten sind immer schlechter als die mündlichen Noten (seltsam, oder?), es werden Probeklausuren herausgegeben, welche 1 zu 1 der richtigen Klausur gleichen (das geht beim Abi natürlich nicht), oder die Klausuren werden eben einfach zu leicht gestellt (auch hier kommt die Rechnung dann im Abi). Im jeder Klausur, nicht nur im Abitur muss zu einem bestimmten Prozentsatz neue Aufgaben gestellt werden, die eine Transferleistung der Schüler erfordern. Das ist der sogenannte Anforderungsbereich 3. Lassen auch einige Kollegen vor dem Abitur weg. Und noch eine Option, die sich im Abitur nicht rächt: Das Weglassen eines kompletten Themas. Spart viel Zeit im Unterricht und wird dann im Abitur vom Lehrer nicht ausgewählt. Das Problem ist, dass viele Lehrer Angst haben, vor dem Abitur richtig auszusieben. Wenn ich im Grundkurs 8 Defizite geben muss, weil 8 Schüler kein höheres Niveau erreichen, dann ist das so. Da wird nichts angehoben. Ich hatte auch schon Klausuren in schlechten Kursen, da war der Schnitt dann 4,3. Auch das ist dann so, der nächste Kurs hat in einer ähnlichen Klausur dann einen 2,8 Schnitt. Ich hebe doch nichts an, nur weil der Kurs schlecht ist. Hält aber erneut nicht jeder so.
so gehäuft auftritt wie in den Abiklausuren in Mathematik, können Sie ja wohl kaum davon ausgehen, das es an bestimmten Lehrern liegt.
Zumal dieselben Lehrer auch in den Vorjahren die Schüler vorbereitet haben und es da diese Probleme nicht gab.

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HH-Hamburger-HH 05.06.2019, 16:55
11. Nivellierung nach unten

Vielleicht sollten aber tatsächlich die Schüler einmal sich selbst hinterfragen und nicht die Schuld bei den Prüfern und/oder lehrern suchen. Heute lernt jeder, dass er auch ohne großen Leraufwand passabel durchs Leben kommt, denn die politival correctness besagt ja, dass niemend wegen einer Minderbegabung schlechter benotet werden darf als der Hochbegabteste eines Jahrgangs. Deutschland wird sich über kurz oder lang mächtig umgucken, wenn es erkennt, dass Länder, in denen Fleiss noch als Tugend gilt, insbesondere in Asien, wirtschaftlich noch weiter enteilen ....

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Schartin Mulz 05.06.2019, 17:08
12. Ein Schüler,

Zitat von HH-Hamburger-HH
Vielleicht sollten aber tatsächlich die Schüler einmal sich selbst hinterfragen und nicht die Schuld bei den Prüfern und/oder lehrern suchen. Heute lernt jeder, dass er auch ohne großen Leraufwand passabel durchs Leben kommt, denn die politival correctness besagt ja, dass niemend wegen einer Minderbegabung schlechter benotet werden darf als der Hochbegabteste eines Jahrgangs. Deutschland wird sich über kurz oder lang mächtig umgucken, wenn es erkennt, dass Länder, in denen Fleiss noch als Tugend gilt, insbesondere in Asien, wirtschaftlich noch weiter enteilen ....
der sich penibel auf das Abiur vorbereitet hat, dann aber Aufgaben gestellt bekommt, die den Horizont des erteilten Unterrichts übersteigt, muss sich nicht hinterfragen.
Entweder haben die den Fehler gemacht, die die Prüfungen vorbereitet haben oder die Lehrer, die die Schüler vorbereitet haben.
Es geht hier nicht um Minderbegabungen. Es geht um ganz normale Schüler.
Im Übrigen gibt es das nicht, was SIe da schreiben. Immer noch werden Schüler schon nach der Grundschulzeit aussortiert. Andere scheitern auf dem Gymnasium, andere kommen durch und bestehen mit Ach und Krach.
Die Welt, in der allen Schülern nur gute Noten hinterhergeworfen werden, existiert nur in Ihrer Fantasie.
Aber gehen Sie ruhig nach Asien. Wenn Sie den Drill dort als erstrebenswert ansehen, bitte.

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TS_Alien 05.06.2019, 19:46
13.

Im Abitur ist die Stoffmenge deutlich größer als in den Klausuren oder in den Vorabiturklausuren. Daher ist es normal, dass viele Schüler im Abitur schlechter abschneiden als vorher. Oftmals liegt es an den falschen Lernmethoden (Inhalte auswendig lernen anstatt die Inhalte wirklich zu verstehen).

Daraus darf man nicht ableiten, dass die Abituraufgaben zu schwierig sind. Im Gegenteil. Die meisten Abituraufgaben sind einfacher als die Klausuraufgaben, weil die Lehrer wissen, dass im Abitur deutlich mehr Stoff abgefragt werden kann und darf. Nur ganz wenige Aufgaben gehören zur höchsten EPA-Stufe. Wer diese Aufgaben nicht schafft, ist immer noch locker im Zweierbereich.

Viele Abiturienten werden sich noch wundern, was an den Unis alles verlangt wird. Selbst Schüler mit einem sehr guten Abitur sind in einigen Fächern den Anforderungen nicht gewachsen, weil sie falsch lernen bzw. weil die vorhandene Intelligenz doch nicht ausreicht.

Es ist leider kein gutes Zeichen, wenn geprüfte und zugelassene Abituraufgaben nachträglich entwertet werden. Und das nur, weil zu viele Schüler schlecht abgeschnitten haben.

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TS_Alien 05.06.2019, 19:59
14.

Zitat von diplpig
Es ist ein Noten-Massaker. Viele waren mit 9-10 Punkten vorzensiert, auch die Vorklausur lag in dem Bereich. Im Abi offenbar komplette Verblödung, weil solche Kandidaten mit 4-5 Punkten rausgehen. Es geht doch wohl nicht um die Schwere an sich - sondern darum, dass die Abschlussarbeit so gar nicht in das passt was 12 Jahre lang der Maßstab war. Ärgerlich für die, die sich jetzt mit solchen Noten für einen Ausbildungsplatz bewerben müssen oder den NC verpassen.
Es geht nicht um die Noten, sondern um die Schwierigkeit der Aufgaben. Ich wette, die meisten Abituraufgaben sind nicht schwieriger als die Klausuraufgaben. Warum? Weil es für die Abituraufgaben vergleichsweise strenge Anforderungsbereiche gibt, von denen man nicht abweichen kann.

Viele Schüler und Eltern verstehen nicht, dass für die Abiturprüfungen wesentlich mehr gelernt werden muss. Und zwar so, dass man die Themen auch wirklich verstanden hat. Leider sind dazu zu viele Schüler nicht in der Lage.

Zu meiner Zeit hat man rund ein halbes Jahr vor dem Abitur mit dem Wiederholen der bisherigen Themen in den Leistungskursen angefangen. Wer macht das heute noch?

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TS_Alien 05.06.2019, 20:04
15.

Zitat von Schartin Mulz
der sich penibel auf das Abiur vorbereitet hat, dann aber Aufgaben gestellt bekommt, die den Horizont des erteilten Unterrichts übersteigt, muss sich nicht hinterfragen. Entweder haben die den Fehler gemacht, die die Prüfungen vorbereitet haben oder die Lehrer, die die Schüler vorbereitet haben. Es geht hier nicht um Minderbegabungen. Es geht um ganz normale Schüler. Im Übrigen gibt es das nicht, was SIe da schreiben. Immer noch werden Schüler schon nach der Grundschulzeit aussortiert. Andere scheitern auf dem Gymnasium, andere kommen durch und bestehen mit Ach und Krach. Die Welt, in der allen Schülern nur gute Noten hinterhergeworfen werden, existiert nur in Ihrer Fantasie. Aber gehen Sie ruhig nach Asien. Wenn Sie den Drill dort als erstrebenswert ansehen, bitte.
Die Anforderungsstufe 3 für das Abitur verlangt nach wenigen Aufgaben, die über den Unterricht hinausgehen, aber mit den Mitteln aus dem Unterricht gelöst werden können, wenn man fit ist und denken kann. Solche Aufgaben sind etwas für die Einserschüler. Wer im Abitur schlecht abschneidet, hat garantiert etliche fachliche Defizite. Denn im Abitur kommen hauptsächlich einfache und mittelschwere Aufgaben vor.

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ArnoNyhm1984 05.06.2019, 22:32
16. Dieselben Aufgaben, verbindlich in allen Bundesländern

Das wäre mal der Anfang zu einer wirklich fairen Vergleichbarkeit. So ist es doch -ganz abgesehen von den jetzigen Hamburger Spezialproblemen dieses Jahr- allein schon ein besserer Witz, weil es einen himmelweiten Unterschied macht, ob ein Schüler desselben Jahrgangs sein Abi in Berlin oder Bayern macht!
-Übrigens: Die Folge von dieser verfehlten Schulpolitik sehe ich bei meinem eigenen Arbeitgeber. Dem ist es ziemlich egal, welche Noten Schulabgänger vorweisen. Da muss jeder Bewerber ins Assessment-Center.

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Schartin Mulz 06.06.2019, 01:02
17. Wenn Schüler,

Zitat von TS_Alien
Die Anforderungsstufe 3 für das Abitur verlangt nach wenigen Aufgaben, die über den Unterricht hinausgehen, aber mit den Mitteln aus dem Unterricht gelöst werden können, wenn man fit ist und denken kann. Solche Aufgaben sind etwas für die Einserschüler. Wer im Abitur schlecht abschneidet, hat garantiert etliche fachliche Defizite. Denn im Abitur kommen hauptsächlich einfache und mittelschwere Aufgaben vor.
die 12 oder 13 Jahre eine 1 in Mathe haben, plötzlich mit einer 3 oer 4 aus dem Abi gehen, ist das nicht in Ordnung.
Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.
Wir hatten hier in NRW im ersten oder zweiten Jahrgang des Zentralabis einen ähnlichen Fall. Da werden im schlimmsten Fall Karrieren zerstört.
Da saßen die Mathe- Einserschüler und wussten nicht, was sie tun sollen.
Die sind halt alle nicht so schlau wie die Internet-Kommentatoren.

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TS_Alien 06.06.2019, 20:26
18.

Zitat von Schartin Mulz
die 12 oder 13 Jahre eine 1 in Mathe haben, plötzlich mit einer 3 oer 4 aus dem Abi gehen, ist das nicht in Ordnung. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein. Wir hatten hier in NRW im ersten oder zweiten Jahrgang des Zentralabis einen ähnlichen Fall. Da werden im schlimmsten Fall Karrieren zerstört. Da saßen die Mathe- Einserschüler und wussten nicht, was sie tun sollen. Die sind halt alle nicht so schlau wie die Internet-Kommentatoren.
Einzelne Aufgaben sind niemals der Grund für eine schlechte Abiturnote. Bei einer 3 oder 4 sind etliche fachliche Defizite vorhanden. Daran ändert auch eine nachträgliche Herabsetzung der Notengrenzen nichts.

Es bringt den Schülern nichts, wenn man ihnen falsche Hoffnungen durch zu gute Noten macht. Spätestens im Studium in den harten Fächern rächt sich das. Eine solide Drei in Mathe ist ausbaufähig, man sollte jedoch nicht Mathematik studieren. Eine geschenkte Zwei in Mathe kann sich in vielen Studiengängen bitter rächen.

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