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Ärger um Schulschließungen: Hamburger bitten Papst um Hilfe
DPA

Die katholische Kirche will in Hamburg acht Schulen schließen. Wie das Erzbistum dabei vorgeht, hat viele Gläubige im Norden erschüttert. Nun wenden sie sich an den Papst.

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whitewisent 12.02.2018, 19:22
10.

Vieleicht sollten sich einige Eltern mal mit dem Haushaltsrecht und anderen Gesetzen ihrer Gemeinden befassen. Diese unterliegen festen Vorgaben, und wenn die "Geschäftsleitung" sich gegen solche Empfehlung eines beauftragten Wirtschaftsberatungsunternehmens stellt, sollte es bessere Gründe als die Genannten geben. Denn um es mal deutlich zu machen, wenn die Schulen nicht geschlossen werden, gefährdet man damit nicht irgendeine Goldschattulle im Dom, sondern die Altersversorgung unzähliger ehemaliger Kirchenmitarbeiter, die ein Berufsleben der Katholischen Kirche gewidmet haben. Die haben einen Rechtsanspruch darauf. Die Kinder müssen lediglich die Schule wechseln

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wrzlbrnft 12.02.2018, 19:26
11. Das Problem könnte auch die Unternehmensberatung sein

Denn Unternehmensberater kennen eigentlich nur ein Beratungsmodell: Rationalisieren und Entlassen. Richtig Nachdenken und kreative Vorschläge gibst fast nie.
Natürlich ist es eine Schande!dass die Kirchenverwaltung das Spiel mitspielt.

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siebensieben 12.02.2018, 19:39
12.

Warum Hamburg überhaupt seinerzeit Erzbistum wurde, ist schleierhaft, zumal im hohen Norden, der absoluten Diaspora. Dass es da so viele katholische Schulen gibt, wundert fast. Jedenfalls greift jetzt der ehemalige Kölner Generalvikar, jetzt Erzbischof, kräftig durch. Vielleicht endet es so wie bei den Kindergärten in Köln, nach deren Schließung die Kommunen nicht in der Lage sind, die Lücken zu füllen. Letztlich geht's wieder mal ums Geld.

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freddygrant 12.02.2018, 19:57
13. In einem wirklich ...

... säkularen Staat - wie es die BRD sein will oder sollte - sind
kirchliche Schulträger absolut unnötig und für unsere Gesellschaft
eher schädlich. Deshalb alle nötigen Schulen von staatlichen
bzw. den kommunalen Schulträgern übernehmen und den Rest
schließen.

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handballer1968 12.02.2018, 20:03
14. Verstehe ich alles nicht

Hier wird häufig behauptet, der Staat würde ja eh die kirchlichen Einrichtungen wie KiTas oder Schulen fast komplett finanzieren, da fiele dann den Kirchen ja die Einrichtung quasi in den Schoß. Komisch nur, dass viele Kommunen heute für den Betrieb der Einrichtungen (insbesondere KiTas) freie Träger suchen und denen teilweise sogar die Einrichtungen bauen, damit sie anschließend fremdbetrieben werden können. Wer das staatliche Motiv dahinter sucht, möge einmal darüber nachdenken, wer neben dem Zuschuss für die Personalkosten das komplette Betriebsrisiko einschließlich der Verwaltungsarbeit solcher Einrichtungen trägt. Das ist der Träger. Und wer glaubt, dass das ein Geschäftsmodell ist, empfehle ich eine Internetrecherche unter dem Stichwort "arme Träger".

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spontanistin 12.02.2018, 20:16
15. Das Problem der Pensionsrückstellung ...

... wir in Zukunft noch ganz andere Dimensionen annehmen und gravierende Auswirkungen auf staatliche Institutionen haben! Und wieso sollte der Pabst an der Bedienungsanleitung–Alimentations–Mentalität etwas ändern? Im Gegenteil!

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Mareius 12.02.2018, 20:17
16. Genickbruch Altersversorgung

Für die "Altersrückstellungen für die Kirchenbeamten" wird nun das wichtigste für die nächste Generation gekürzt. Ich finde, dass das ein SUPER Beispiel für die Vorgänge in unserer Gesellschaft ist. Das auch noch so ein teures sinnlos Gutachten einer sinnlosen Beraterfirma mit im Spiel ist, ist das Sahnehäubchen der Geschichte.

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Letzter Versuch 12.02.2018, 20:26
17. Kirchen jammern auf hohem Niveau

Ich will mich nicht festlegen, aber ich meine, dass die Kosten, die der Kirche durch ihre Schulen entstehen, zu etwa 75% von den Ländern übernommen werden. Bei den Kindergärten trägt der Steuerzahler, auch wenn er nicht in der Kirche ist, bis zu 90%. Sooo groß ist die Last der Kirche also gar nicht...

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Kradfahrer 12.02.2018, 20:30
18. Jede geschlossene religiöse Schule

ist eine gute Schule. Meine Oma, Jahrgang 1908 und ungetauft, besuchte ein paar Wochen eine kirchliche Schule in Spandau bei Berlin. Dort musste sie sich zum Morgengebet in die Ecke stellen, weil sie Heidin war. Ihr Vater hat sie dann recht bald von diesem Martyrium befreit, das ich als den drei jüdischen Sekten (Judentum, Christentum, Islam) innewohnend und für sie typisch betrachte.

Aber bleiben wir bei der Sekte der Christen. Ich will nicht wissen, was los wäre, wenn sagen wir die muslimische Gemeinde der kurdischen Sunniten oder der persischen Schiiten sich anerböte die zu betreffenden Schulen als muslimische konfessionelle Schulen zu gleichen Bedingungen weiterzuführen.

Mein Wunsch ist, dass wir wieder zu einer religiösen Toleranz zurück gelangen, wie sie in der Antike herrschte. Aber nachdem absehbar ist, dass der 30-jährige Krieg zwischen Protestanten und Katholen in Nordirland infolge des Brexit demnächst wieder aufflammen wird, bin ich da mehr als skeptisch.

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rusticu 12.02.2018, 20:32
19. Quersubventionierung

Abgesehen davon, dass ich gegen gegen jede Art des Betriebs von konfessionellen Schulen bin (Trennung von Kirche und Staat!), ist eine Quersubventionierung - wenn es denn solche Schulen geben muss - ungerecht.

Die Frage stellt sich nämlich, wieso ein Erzbistum mit florierenden Steuereinnahmen überhaupt für ein anderes mit geringen aufkommen sollte. Deren Höhe hängt mehr oder weniger ausschließlich von der Zahl der Zahler (=Kirchenmitglieder) in einer bestimmten Region ab.

Wenn nun pro Steuerzahler ein gewisser Prozentsatz für kirchliche Schulen verwendet wird, heißt das logischerweise, dass sich in einer Stadt mit vielen Katholiken viele Schulen und in einer Stadt mit wenigen auch nur wenige Schulen befinden. In Hamburg werden also deutlich mehr nicht katholische Kinder in katholische Schulen gehen als in Köln, angesichts der (relativ) hohen Zahl von katholischen Schulen dort.

Wenn man dies durch Quersubventionierung aufhebt, heißt das in letzter Konsequenz, dass der Kirchen-Steuerzahler in Köln für den Nicht-Zahler aus Hamburg teilweise den Schulplatz finanziert (auch wenn ein solcher Platz zu 90 % vom Stadt getragen wird aber auch Schulgebäude sind teuer).

Das ist nicht einzusehen.

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