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Ärger um Schulschließungen: Hamburger bitten Papst um Hilfe
DPA

Die katholische Kirche will in Hamburg acht Schulen schließen. Wie das Erzbistum dabei vorgeht, hat viele Gläubige im Norden erschüttert. Nun wenden sie sich an den Papst.

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rusticu 12.02.2018, 20:33
20. Quersubventionierung

Abgesehen davon, dass ich gegen gegen jede Art des Betriebs von konfessionellen Schulen bin (Trennung von Kirche und Staat!), ist eine Quersubventionierung - wenn es denn solche Schulen geben muss - ungerecht.

Die Frage stellt sich nämlich, wieso ein Erzbistum mit florierenden Steuereinnahmen überhaupt für ein anderes mit geringen aufkommen sollte. Deren Höhe hängt mehr oder weniger ausschließlich von der Zahl der Zahler (=Kirchenmitglieder) in einer bestimmten Region ab.

Wenn nun pro Steuerzahler ein gewisser Prozentsatz für kirchliche Schulen verwendet wird, heißt das logischerweise, dass sich in einer Stadt mit vielen Katholiken viele Schulen und in einer Stadt mit wenigen auch nur wenige Schulen befinden. In Hamburg werden also deutlich mehr nicht katholische Kinder in katholische Schulen gehen als in Köln, angesichts der (relativ) hohen Zahl von katholischen Schulen dort.

Wenn man dies durch Quersubventionierung aufhebt, heißt das in letzter Konsequenz, dass der Kirchen-Steuerzahler in Köln für den Nicht-Zahler aus Hamburg teilweise den Schulplatz finanziert (auch wenn ein solcher Platz zu 90 % vom Stadt getragen wird aber auch Schulgebäude sind teuer).

Das ist nicht einzusehen.

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Lankoron 12.02.2018, 20:39
21. Ich verstehe die

Entscheidung der Kirche nicht...wirtschaftliche Not kann es nicht sein. 90% der Investitionen und Finanzhilfe zum Weiterbetrieb mit Berücksichtigung der Abschreibungswerte kann man von der Stadt bekommen....wie entsteht da ein solcher Investitionsstau? Nach welchen Richtlinien wurde der berechnet?

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omguruji 12.02.2018, 20:39
22. Bischoff von Limburg

Ich darf erinnern: https://www.welt.de/politik/deutschland/article124466484/Was-treibt-Tebartz-van-Elst-nachts-in-Limburg.html Manche wissen nicht, wohin mit ihrem Geld und bauen Paläste. In Deutschland entstehen Moscheen und "Kulturvereine" und christliche Kirchen sollen geschlossen werden? Schade...(ich bin allerdings auch ausgetreten, muss ich gestehen. Asche auf mein Haupt.)

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daniellamar 12.02.2018, 21:01
23. #3 hat recht

Es ging der Kirche immer nur um Macht und Geld, das Ganze basiert auf Angst vor dem Tod/der Hölle. Leider gibt es immer noch genug Menschen, die diesen religiösen Schwachsinn tatsächlich glauben.
Die Schulen sollten vom Staat übernommen werden, Geld hat Deutschland mehr als genug. Meiner Meinung nach kann es nur gut sein, wenn die Kirche nichts aber auch garnichts mit Schulen zu tun hat. Da wir gerade dabei sind, ich hoffe dass wir irgendwann soweit sind, Religion komplett abzuschaffen, dann gäbe es vielleicht Frieden auf der Welt.

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dergenervte 12.02.2018, 21:12
24.

Zitat von herwescher
... sich noch im Schulwesen engagieren? Das gehörte nie zu den Kernaufgaben einer Kirche, unabhängig von der Konfession. Genausowenig wie Kliniken, Kindergärten etc. Es wurde in der Geschichte allerdings gerne angeboten, so konnte man die eigene Glaubenslehre den eigenen (Kindern von ...) Gläubigen nahebringen. Was hat sich geändert? Katholische Schulen müssen gemäß dem Gesetzgeber auch Schüler aller anderen Religionen unterrichten und die Gestaltungsfreiheit ist wegen verpflichtender Lernpläne weitestgehend perdu. Konfessionelle Schulen waren in letzter Zeit auch bei Atheisten noch einigermaßen beliebt, weil man sich dort weniger Anarchie als an den staatlichen Schulen versprach. Wenn man nun in Hamburg (Katholikenanteil
Anscheinend haben Sie eine kleine Bildungslücke. Es gab Jahrhunderte, da gab es nur eine Schulbildung in der Kirche. Heut zu Tage werden wieder vermehrt kirchliche Schulen besucht, weil die staatlichen Schulen vielerorts schlecht sind.

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widower+2 12.02.2018, 22:24
25. Schon richtig!

Zitat von dergenervte
Anscheinend haben Sie eine kleine Bildungslücke. Es gab Jahrhunderte, da gab es nur eine Schulbildung in der Kirche. Heut zu Tage werden wieder vermehrt kirchliche Schulen besucht, weil die staatlichen Schulen vielerorts schlecht sind.
Aber dies geschah aus absolut niedrigsten Beweggründen. Zum Beispiel um die breite Masse möglichst dumm und gläubig zu halten. Gepredigt wurde ja auch nur auf Latein.

Die katholische Kirche hat sich so über Jahrhunderte quasi ein Bildungsmonopol gesichert, unter dessen Folgen wir heute noch leiden.
Dass es heute in Deutschland immer noch konfessionelle Schulen gibt, die anstatt einer Regelschule (und nicht nur als zusätzliche Ergänzung) besucht werden dürfen, ist für mich ein Skandal.

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mark.molusconi 13.02.2018, 23:40
26. Liebster Rainer

Zitat von Rainer Heidelberg
gern mal aus der Kirche austreten, um Steuern zu sparen. Am nächsten Tag sich über kirchliche Kindergarten- oder Schulschließungen aufregen. Wo bleibt die Fairness? Wo bleibt die Solidarität mit denen, die Kirchensteuer zahlen. In unserer Straße wurde vor nicht langer Zeit ein evangelischer Kindergarten geschlossen. Die Kinder wurden in einen anderen kirchlichen Kindergarten untergebracht. Die Eltern, die am lautesten protestierten waren gar nicht in der Kirche, bezahlten folglich auch keine Kirchensteuer. Ist das richtig? ich glaube nicht. Auch eine Versilberung kirchlichen Eigentums ist nicht der richtige Weg. In einigen Jahren ist alles verfrühstückt, weil es halt so einfach und schön ist. Unsere Kinder hätten dann die Folgen zu tragen. Richtig wäre eine Sozialsteuer wie in Italien. In die zahlen alle ein. Jeder kann individuell entscheiden, zu welcher Organisation die Gelder gehen. In den Sportverein, zur Kirche oder zum Theater. Das wäre fair und alle zahlen. Auch die, die heute von dem System profitieren aber nichts beitragen.
Machen wir es kurz. Die Kirche zahlt lächerlich wenig für Kindergärten usw. Die Kosten werden zum Großteil vom Staat also der Allgemeinheit getragen in Form von staatliche Zuschüssen.
Siehe hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neue-berechnungen-staat-stuetzt-kirchen-mit-milliarden-a-727683.html

Also wenn Sie sich das nächste mal echauffieren, dann befassen Sie sich ein wenig mit der Thematik, denn ich als Atheist bin genauso erzürnt darüber, dass ich Ihren Mittelalterverein indirekt finanzieren muss. Und die "Eltern die am lautesten protestierten" sind meistens einfach nur froh einen guten Kindergartenplatz gefunden zu haben, denen ist es wahrscheinlich herzlich egal, ob der angebotene Platz katholisch, evangelisch oder buddhistisch ist.

Außerdem finde ich Ihren Sozialsteuer Ansatz interessant, aber nicht sozial. Ich persönlich will keine katholischen Einrichtungen finanzieren. Punkt.
Ich schlage stattdessen vor, die Kirchensteuer als das zu benutzen wofür sie eigentlich gedacht war: zur Finanzierung laufender Kosten, nicht zum Anhäufen von Vermögen.

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Wolfgang Maier 13.02.2018, 23:42
27. @Rainer Heidelberg

jeder zahlt in Deutschland Kirchensteuer, ob er will oder nicht. Deutsche zahlen die sehr gut dotierten Gehälter von Bischöfen und deren noch besseren Pensionen. Die Kirchen geben sowieso nur noch ihren Namen. Bezahlt wird alles vom Steuerzahler. Schafft die Kirchen endlich ab oder trennt die Kirche vom Staat. Dann würden diese Milliarden vielleicht dem Steuerzahler zu Gute kommen. Merke, nicht überall wo Kirche drauf steht ist auch Kirche drin.

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rugall70 13.02.2018, 23:57
28. Von wegen Solidarität: Sollen Nicht-Beamte für Beamte bluten?

Zitat von kizfonis
"Denn die Angst, dass die rekordhohen Kirchensteuern bald sinken könnten, schmälert die Solidarität." Dem halte ich ganz schlicht entgegen: Galater 6, 2:Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Einer trage des anderen Last. Schön und gut. Aber hier liegt doch ein besonderer Fall vor. In Hamburg sind offenbar die hohen Beamtenpensionen der kirchlichen Lehrkräfte das Problem. Denn: In Hamburg wurden alle kirchlichen Lehrkräfte verbeamtet.

In vielen anderen Diözesen werden die Lehrer an kirchlichen Schulen aber eben genau deshalb NICHT verbeamtet. Weil man die hohen Rückstellungen nicht aufbringen kann.

Frage: Wie erklären sie einer kirchlichen Lehrkraft in Bamberg, dass die Erzdiözese Bamberg zwar das Geld für Pensionen der Bamberger Lehrer NICHT aufbringen kann, dass sie aber gleichzeitig Geld nach Hamburg überweist, um die Pensionen der dortigen Lehrer zu bezahlen?

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mike.mendez 13.02.2018, 00:27
29. Geldsorgen?

Die reichste und mächtigste Gesellschaft auf diesem Planten mit einem gigantischem Vermögen behauptet kein Geld zu haben. Wer glaubt wird selig. Ich vermute eher, sie erwarten wieder mal eine Spende "zur Rettung der Schulen" die dann sinnvoll ausgegeben wird.

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