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Ärger um Schulschließungen: Hamburger bitten Papst um Hilfe
DPA

Die katholische Kirche will in Hamburg acht Schulen schließen. Wie das Erzbistum dabei vorgeht, hat viele Gläubige im Norden erschüttert. Nun wenden sie sich an den Papst.

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ericstrip 14.02.2018, 08:51
70. @Cäcilius: Das ist erschreckend...

...dieses arrogante Selbstverständnis. Im Privatleben der Mitarbeiter herumschnüffeln, Gehälter drücken - aber sich vom Staat refinanzieren lassen wie andere Wohlfahrtsträger auch. In manchen Bereichen des Arbeitsmarktes liegen die Hälfte der verfügbaren Stellen (oder mehr) in Kirchenhand. Viele Menschen werden auch noch 2018 dadurch gezwungen, in der Kirche zu sein und sich deren kruder Ideologie zu unterwerfen. Und wenn wir schon bei unzulässigen Vergleichen sind: Wo ist der Unterschied, ob ich in einer Kirche oder einer Partei sein muß, um einen Job zu bekommen?

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Kurt-C. Hose 14.02.2018, 11:21
71.

Zitat von fottesfott
...die Mechanismen einer unregulierten, neoliberalen Marktwirtschaft hat die Katholische Kirche ziemlich gut drauf. Unternehmensteile schließen und Mitarbeiter entlassen BEVOR die Verluste entstehen. Verstehe nur nicht, warum das Ganze vom Staat und Bürgern durch Steuerfreiheit und Spenden unterstützt wird.
Offensichtlich sind Sie zwar in der LAge zu polemisieren, aber es reicht nicht, den Sachverhalt zu verstehen. Es sind bereits mehr als 80 Mio. Euro Verluste aufgelaufen.

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Kurt-C. Hose 14.02.2018, 11:32
72.

Zitat von Lankoron
Entscheidung der Kirche nicht...wirtschaftliche Not kann es nicht sein. 90% der Investitionen und Finanzhilfe zum Weiterbetrieb mit Berücksichtigung der Abschreibungswerte kann man von der Stadt bekommen....wie entsteht da ein solcher Investitionsstau? Nach welchen Richtlinien wurde der berechnet?
Das stimmt nicht. In Hamburg übernimmt die Schulbehörde nach eigenem Bekunden 85% der Kosten. Die beziehen sich aber auf einen fiktiven Regelkostensatz pro Schüler, der nichts mit den realen Kosten zu tun hat. In Wahrheit liegt der Kostenübernahmeanteil der stadt eher bei 65%. Den Rest muss der Freie Träger (hier das Bistum) über Schulgeld (Begrenzt auf max. 200 Euro/Monat) oder Zuschüsse aufbringen. Die kath. Schulen in Hamburg haben ein durschschnittliches Schulgeld von um die 45 euro, die keinesfalls kostendeckend sind. Selbst das Bistum erwartet nicht, dass sich der BEtrieb "rechnet", ist aber mit erheblichen Rückstellungen für PEnsionen der Mitarbeiter auch noch belastet. Dass man Gesamtsystem in einen beherrschbaren Finanzkorridor fahren muss, scheint mir schon der gesunde Menschenverstand zu sagen. Dazu praucht man kein ideologisches Kirchenbashing. Dass das wieder mal eine gute Gelgenheit dafür ist, war klar.(Und nein, ich bin kein Katholik)

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Kurt-C. Hose 14.02.2018, 11:48
73.

Zitat von g_bec
Zu den Gebäuden: Das nennt man gemeinhin Erpressung, oder? Mal eben von jetzt auf gleich eine nicht unerhebliche Anzahl Schüler an die Luft setzen und im gleichen Atemzug sagen: Aber die Gebäude könnt ihr weiternutzen. Gegen Entgelt. Und das mit der Flucht aus den öffentlichen Schulen halte ich für ein Gerücht. In unserem Umfeld bauen die alle an oder neu oder platzen aus allen Nähten. Umso perfider wird in solch einer Situation die Schließung bestehender Schulen. Zu den anderen freien Trägern: Warum nicht? Aber war hier nicht Thema.
Dafür, dass Sie um den Sachverhalt wenig wissen, sind sie ganz schön polemisch. Das Bistum hat festgestellt, dass es ein finanzielles Problem hat. Es tut das, was man von jedem vernünftigen Sachwalter von Geldern erwarten kann, es verucht einnahmen und Ausgaben wieder ins Gleichgweicht zu bringen und sagt ehrlich, von den 21 Schulen kann ich mit 8 nicht leisten. Weder hat das Bistum vorgeschlagen, dass der staat die schulen mieten soll, noch hat das Bistum verlangt, dass der staat diese Schulen anderweitig unterstützt (was er vernünftigerweise tun sollte und worum ihn das Bistum meiner Meinung lieber hätte bitten sollen, aber das ist ein anderes Thema)
Vielleicht wphnen Sie irgendwo in der Provinz - in den Großstädten (Hamburg ist eine Großstadt) sind die Schulen in privater Trägerschaft der Fluchtpunkt vieler Eltern. Meiner übrigens auch, und ich zahle gern schulgeld dafür.

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Cäcilius 14.02.2018, 17:03
74. Nein, ich schäme mich nicht ...

Zitat von widower+2
Kritiker der katholischen Kirche werden von Ihnen anscheinend stets und zuverlässig in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt. Nur weil der auch kirchenfeindlich war? Und sollte die Kirche in "Ihrer Gegend" tatsächlich immer nur "geerbt" haben (ohne den Erblasser zuvor auf dem Scheiterhaufen beseitigt zu haben), handelt es sich bei Ihrer Gegend um eine winzige Insel in einem riesengroßen Meer. Und Sie schämen sich tatsächlich nicht, hier mit stolz geschwellter Brust das Vermögen Ihrer Gemeinde aufzulisten und die Löhne Ihrer Angestellten brutalstmöglich zu drücken? Da tröstet mich nur noch, dass Sie das nicht lange durchhalten werden. Erzieherinnen werden Sie zu diesen Bedingungen in absehbarer Zeit nicht mehr bekommen.
... denn die Höhe des Gehalts ist uns vorgegeben, das kann ich nicht frei bestimmen. Dafür gibt es den sogenannten dritten Weg. Eine Kommission, die aus Vertretern der Angestellten und des Dienstgebers besteht, legt den Gehaltsrahmen für alle kirchlichen Angestellten fest. Daraus ist ein kirchliches Tarifsystem entstanden, in das alle Angestellten einsortiert werden. Es gilt nicht nur in unserem Bistum, sondern in ganz Norddeutschland. Eine Pfarrei kann die Löhne der Angestellten nicht beliebig festlegen, es sind die Vorgaben des Bistums und des Caritasverbandes einzuhalten. Gerade war ich einem unserer Kindergärten zur Besprechung mit den Erzieherinnen. Es sieht nicht so aus, als ob die ach so bösen kirchlichen Verhältnisse zu einem Mangel an Personal im pädagogischen Bereich führen würde.

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chalchiuhtlicue 17.02.2018, 17:16
75. Die römisch-katholische Kirche ist ein Wirtschaftsunternehmen, ...

... dem es nur ums Geld geht. Nichts neues . Nicht umsonst haben die Erzbistümer Köln und Paderborn Vermögen von 3,3 und 4 Milliarden Euro (Zahlen um 2016 herum) angesammelt, andere Erzbistümer stehen auch nicht schlecht da. Und das Wirtschaftsunternehmen RK-Kirche geht mit seinen nicht-theologischen Mitarbeitern oft richtig mies um, wie ich an eigener Haut schon erfahren durfte. Und trotz allem kassiert die Kirche immer noch Reparationszahlungen des deutschen Staates für von der Nazi-Regierung in den 1930ern und 1940ern beschlagnahmten Besitztümer. Und das, obwohl die Reparationszahlungen schon lange den Wert der beschlagnahmten Besitztümer überschritten haben.

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