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Ärztemangel trifft Erstklässler: Gesundheitsämter hängen bei Untersuchungen für Schul
Britta Pedersen/DPA

Weil Mediziner fehlen, können in Bochum Hunderte Schulanfänger nicht untersucht werden. Kein Einzelfall: Dem öffentlichen Gesundheitsdienst drohe der Kollaps, warnen Ärzteverbände.

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Sonnefüralle 31.05.2019, 13:41
10. Ein Fall für Spahn!

Darum könnte sich doch mal der sonst so umtriebige Herr Spahn kümmern - statt sich für die ohnehin umstrittene Liposuktion beim Lipödem und zu engagieren. Es mag ja sein, dass die Zahl der Ärzte insgesamt ausreicht. Wenn es dennoch in bestimmten Bereichen (auf dem Land/im Öffentlichen Dienst/in weniger lukrativen Stadtbezirken) zu einem Mangel kommt, muss die Politik eben regulierend eingreifen. Dass gut ausgebildete Ärzte lieber gut verdienen und ihr eigener Herr in der eigenen (Privat)Praxis sein wollen, kann man ihnen wohl kaum vorwerfen. Vermutlich werden selbst Medizinische Versorgungszentren zur Konkurrenz, weil sie z. B. Frauen mit Kinderwunsch flexiblere Arbeitszeiten ohne Schichtdienst bieten und kein Startkapital erfordern?

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Hans-Dampf 31.05.2019, 14:06
11.

Zitat von Sonnefüralle
Wenn es dennoch in bestimmten Bereichen (auf dem Land/im Öffentlichen Dienst/in weniger lukrativen Stadtbezirken) zu einem Mangel kommt, muss die Politik eben regulierend eingreifen.
Wie soll denn das bitteschön funktionieren?
Es wäre doch eher damit getan, Ärzte an Gesundheitsämtern so zu bezahlen wie in Uniklinika, also nach TV-Ärzte. Dann wäre eine dortige Anstellung interessanter.

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Tüdelüdüdü 31.05.2019, 22:48
12. Ungleiches ungleich-Gleiches gleich

Die Forderung nach einheitlicher Bezahlung von Klinikärzten und Ärzten im öffentlichen Gesundheitswesen kann ich nicht so ganz nachvollziehen, im Artikel wird nicht auf die Arbeitsbedingungen eingegangen. Im Gesundheitsamt handelt es sich doch um einen -vergleichsweise- gemütlichen nine-to-five Job, im Regelfall mit Gleitzeit, ca. 39-40 Stunden mit Überstundenausgleich, keinerlei Schichten, wenn überhaupt sehr moderaten Bereitschafts- oder Rufdiensten, Teilzeitoptionen, ggf. Ermöglichung von Telearbeit, Verbeamtung...da fällt mir bestimmt auch noch was ein! Das lässt sich doch mit dem Arbeitsalltag und Anforderungen an Klinikärzte nicht so ganz vergleichen. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Aufgaben weniger wichtig sind! Aber vielleicht stellt der öD hier auch mal wieder sein Licht unter den Scheffel und traut sich nicht, mit guten Bedingungen jenseits der rein monetären Aspekte zu werben. Zudem ist es sicherlich so, dass die lange Ausbildungsdauer als Facharzt z. B. für öffentliches Gesundheitswesen für andere Gebietsbezeichnungen sicherlich lukrativer ist - vielleicht auch noch ein Ansatzpunkt fürs Recruiting?!

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ThomasS79 01.06.2019, 00:25
13. @ 8. Ist Ärztezuwanderung Symptom oder Ursache?

Ich stimme Ihnen völlig zu, dass die Zuwanderung med. Fachpersonals auf keinem quantitativen Mangel an Ärzten beruht! Ob nun Symptom oder Ursache - ich meine beides! Grundsätzlich liegen die Ursachen multikausal, und man kann sich von vielen Gesichtspunkten der Problematik nähern! Einerseits haben wir eine zu dichte Abdeckung mit kleineren Krankenhäusern mit unzureichender Ausrichtung und Spezialisierung, diese Thematik wurde neulich in einem Interview vor kurzem im S+ unter "Was deutsche Kliniken von dänischen lernen können" erläutert, ich stimme dabei den Ausführungen von Prof. Busse zu. Ein anderer Punkt ist die Verwaltung, Controlling und die administrativen, bürokratischen Aufwendungen. Mittlerweile hat man den Eindruck es gäbe mehr Personal, die kalkuliert was ein Tupfer kostet, wann, wie, wo er verwendet wird, darf und ob man ihn tupfen, drücken oder werfen darf! Das kostet Geld. Will keiner hören aber ist so. Weil sie ohne den Wasserkopf für Zertifizierungen, Gutachten, Ringversuche und Inspektionen gar nicht mehr arbeiten dürfen. Nächster Punkt sind Arbeitsbedingungen in Kliniken für Ärzte - ohne dies nochmals zu thematisieren - es ist einfach nicht mehr zeitgemäß! Wenn sie all das zusammen nehmen, und noch einkalkulieren, dass das Abrechnungswesen praxisfremd, komplex und statisch ist; die KK das gesamte Gesundheitswesen mit ihrem Kostendruck drangsalieren, obwohl sie seit Jahren Überschüsse erwirtschaften, was sie eigentlich gar nicht dürften; die Forschung und Entwicklung in der Medizin immer stärkere Subspezialisierung, Investitionen und Anforderungen stellt; Biotechnologie und pharmazeutische Forschung lukrative Angebote unter perfekten Arbeitsbedingungen schafft; dann merken Sie, das es kompliziert ist! Wenn Sie mich nach der höchsten Priorität fragen würden, dann würde ich sicher sagen Verwaltungs-, Abrechnungs- und Vergütungsstrukturen gefolgt von Arbeitsbedingungen, dort laufen die grundlegendsten Dinge völlig falsch!

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plaugi 01.06.2019, 07:05
14. Nicht überraschend

Das ist doch nur ein weitere Mangel in diesem Land.
Wer mich meint, Deutschland sei ein fortschrittliches und innovatives Land, der sei an folgende Dinge erinnert:
Bildungssystem, Kitaplätze, Ärzteabdeckung, Zukunft des Rentensystems, Internet, Infrastruktur, usw., usw.

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holy64 01.06.2019, 07:34
15. Diese Untersuchungen sind eh

nichts wert. Also schafft sie ab.

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rjb26 01.06.2019, 10:37
16. selbst Anfang der 70ern

kam bei uns selbst im Gymnasiumin NRW noch regelmässig sogar der Schulzahnarzt. das war eine Zeit als es deutlich weniger Ärzte gab.
Wäre es vielleicht möglich, dass heute das Ganze aufgrund der Grössen Zahl von Verwaltungsfuzzis und der dadurch verbundenem völlig überflüssigen Mehrarbeit und Kosten, keine Zeit mehr für die eigentlichen Tätigkeiten bleibt?

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