Forum: Leben und Lernen
Alltagswissen von Schülern: "Ich will lernen, was eine Kreditkarte ist"
DPA

Eine Schülerin aus Köln fordert auf Twitter, dass die Schule mehr Alltagskompetenzen vermittelt - und bekommt viel Zuspruch. Doch wissen Jugendliche wirklich nicht, was IBAN und BIC sind? Wir haben Schüler gefragt, was ihnen im Unterricht fehlt.

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Osservatore 15.01.2015, 18:05
1. Entmündigt

Man muss kein glühender Verfechter des humanistischen Gymnasiums sein, um zu erkennen, wie weit die Verflachung der Allgemeinbildung gediehen ist. Wenn ich nur das vorgesetzt bekomme, was mich interessiert, so verpasse ich die Chance, etwas Neues kennen- und vielleicht auch schätzen zu lernen. Und außerdem: Gerade in der Schule werden Interessen erst geweckt. Vielleicht auch an literarischer Produktion. Ist das vielleicht zu altmodisch? Zu uncool? Muss heute alles gleich verwertbar sein? Aber Menschen ohne einen weiteren Bildungshorizont kann man leichter manipulieren. Informationsmasse ist eben nicht gleich Informationsklasse und schon gar nicht echte Kritikfähigkeit.

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Sleeper_in_Metropolis 15.01.2015, 18:06
2.

Tja, in der Schule wurde auch früher eher selten Stoff vermittelt, der im Alltag wirklich hilfreich ist. Und je verkopfter die gewählte Schulform ist, umso aufgeblähter ist auch der Stoff.

Begründet wurde das meist damit, das man in der Schule vor allem das Lernen lernen soll. Ob man dafür allerdings zwischen 9 und 12 Jahre lang die Schulbank drücken muß, könnte man diskutieren.

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neumann12 15.01.2015, 18:13
3. Alltagswissen

Wer nicht fragt bleibt dumm. Wie wäre es mit Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel großer Bruder usw. Die Lehrer sind doch nicht für alles verantwortlich.

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Andrewthegiant 15.01.2015, 18:17
4. Eigeninitiative ergreifen

Für einige dieser Probleme müssten die Eltern ihren Kindern etwas beibringen und für andere Schwierigkeiten wie Kontoüberweisungen gibt es entweder das Internet oder man besucht eine Bank und fragt dort nach. Die Schüler müssten nur Eigeninitiative ergreifen.

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skiss 15.01.2015, 18:19
5.

Mir machen die meisten Antworten dieser Schüler ein wenig Angst. All das sind Dinge, die das Leben einem irgendwann schon beibringt. Ist die Furcht davor, auch einmal einen Fehler zu machen, wirklich schon so groß geworden?

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Wheredoyouwanttogotoday? 15.01.2015, 18:21
6. Soziale Kluft

Das ist doch genau der Punkt, wo die soziale Schere auseinander geht: "Elite"-Eltern erklären den Sprösslingen selbstverständlichm wo der Hammer hängt und Hartz IV - Eltern können den Kindern bzgl. wie man schlau durchs Leben kommt nichts beibringen, weil sie es eben selbst nicht können.

Wäre Schule fair, würde sie Lebenspraxis für alle vermitteln. Die Hartz IV Kinder haben schließlich auch Praxiswissen, dass High Class Kindern fehlt.

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citizen_kane 15.01.2015, 18:22
7. @Osservatore

Zitat von Osservatore
Man muss kein glühender Verfechter des humanistischen Gymnasiums sein, um zu erkennen, wie weit die Verflachung der Allgemeinbildung gediehen ist.
Das wird seit Ewigkeiten von jeder Generation behauptet.

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Wheredoyouwanttogotoday? 15.01.2015, 18:22
8. Mama war nur Mama

Zitat von neumann12
Wer nicht fragt bleibt dumm. Wie wäre es mit Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel großer Bruder usw. Die Lehrer sind doch nicht für alles verantwortlich.
Meine Mutter ist auch zu Hause geblieben, als ich kam, danach Geschwister. Sie weiß entsprechend wenig, ihr Input hörte damals auf. Die gesamte Gesellschaft ist verpflichtet, allen Kindern ihr Wissen weiter zu geben. Heute ist alles komplex, Eltern können das unmöglich abdecken.

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SchneiderG 15.01.2015, 18:25
9. Alltagswissen

Zitat von neumann12
Wer nicht fragt bleibt dumm. Wie wäre es mit Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel großer Bruder usw. Die Lehrer sind doch nicht für alles verantwortlich.
Sie haben grundsätzlich Recht, aber meine Kinder waren aus beruflichen Gründen meinerseits (Auslandstätigkeit ohne Schulmöglichkeit) im Internat.

Ich hab "fast" zu spät bemerkt, daß meine Kider weder in der Lage waren eine Geldüberweisung in der Bank durch zu führen (abheben mit Karte ging schnell ;) ), noch hatten sie eine Ahnung wie man ein Paket / Einschreiben bei der Post mit den entsprechenden Papieren aufgibt.

Da werf ich der Internatsleitung schon eine gewisses Maß an fehlender Verantwortung vor, vor allem da 30% der Kinder aus dem Ausland waren.

Für mich, aus 10.000 km Entfernung, die Kinder nur in den Ferien sehen ist auch nicht schön.

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