Forum: Leben und Lernen
Als Ingenieur arbeitslos: "Ich bin gefrustet bis zum Anschlag"

Heiß begehrt und trotzdem ohne Arbeit? Jahr für Jahr schaltet die Industrie in den Jammer-Modus, klagt über Fachkräftemangel. Tatsächlich suchen Tausende Ingenieure zunehmend verzweifelt einen Job. Wie passt das zusammen?

Seite 9 von 59
seyinphyin 24.04.2010, 10:38
80. ...

Zitat von satissa
Beim Lesen der der Antworten war ich geschockt ueber die Anzahl der Rechtschreibfehler. Weniger in Bezug auf die neue Schreibweise nach der Reform, eher ueber die Anzahl der Fluechtigkeitsfehler. Wenn man sich mit der gleichen Qualitaet bewirbt, sieht es natuerlich schlecht aus.
Tja, auch Sie haben sich vertippt (z.B. "der der") und das hier ist nunmal kein Bewerbungsschreiben. Ausreden, Ausreden, Ausreden...

Beitrag melden
hypnos 24.04.2010, 10:39
81. Stellen im Überfluss: Geriatrie und Kitas

Zitat von Albert13
... Ein Ingenieur über 50zig hat in Deutschland kaum noch eine Chance, einen vollwertigen Arbeitsplatz zu finden, ob wohl auf dem Arbeitsmarkt mehrere tausend offene Stellen suggeriert werden, die meist doppelt oder dreifach von den Zeitarbeitsfirmen ausgeschrieben wurden, und sich dann als Luftnummern erweisen. Die Politik will das man bis 67 Jahre arbeiten soll und die Arbeitgeber stellen, vermehrt in der Elektrobranche, keine Leute ein die älter als 45 Jahre sind. ...
Deshalb sollen jetzt Techniker verstärkt in die Altenpflege und Erziehung gebracht werden. Keiner versteht mehr von der Maschine Mensch. Am Schräubchen justiert, und das Produkt schnauft wieder.

Beitrag melden
simbro 24.04.2010, 10:40
82. "Zu alt"

Zitat von marvinw
Als Ingenieur oder sonstige hochqualifizierte Fachkraft wie Techniker sind sie schon mit 40 Jahren laut BWL-Märchen "zu alt". Dieses "zu alt" bedeutet aber dass man sie nicht entsprechend ihrer langen Berufserfahrung bezahlen will, das ist alles. Ein 40- oder sogar 50-jähriger hat so eine umfangreiche Erfahrung dass er jeden Absolventen hinter sich lässt und er arbeitet schneller und effizienter und braucht keine Einarbeitung. Außerdem werden die Mitarbeiter dieses Schnittes seltener krank. "Zu alt" ist eine dreiste Lüge.
Aus eigene Erfahrung ist mir inzwischen klar das die Deutsche Industrie keinerlei Wert auf Berufserfahrung liegt wenn keine 'Diplomen' vorliegen - nach den Motto 'lieber ein diplomierten Theoretiker als ein erfahrene Praktiker'...

Vor drei Jahren befand ich mich (Alter 54 mit 35 Jahren IT-Erfahrung aber nur Gymnasiumabschluss) in die Situation wo ich eine neue Stelle suchen müsste. In einen Zeitraum von 6 Monate habe ich 48 Bewerbungen abgeschickt. Das Ergebnis war 29 Absagen und der Rest wurde nicht mal beantwortet!

Nach gute Überlegungen habe ich mich entschlossen auch in der Schweiz mich zu bewerben... Ich habe 4 Bewerbungen geschickt und innerhalb 2 Wochen hatte 3(!) Verträge zur Auswahl!! Nun, ich wohne/arbeite seit fast 3 Jahren in der Schweiz und habe Deutschland endgültig den Rücken gekehrt nachdem ich festgestellt habe das es dort keine Karriereperspektiven für mich gibt.

Wie schon mehrmals in diesem Forum gesagt wurde kann ich nur bestätigen das die Prioritätsliste der Deutsche Personalchefs so aussehen muss:
1. Diplomen vorhanden?
2. siehe Punkt 1
3. Alter? (muss jung sein - unter 35)
4. Eierliegendenwollmilchsau?
5. Zufrieden mit wenig Geld?
6. Bereit 50+ Stunden/Woche zu arbeiten?
7. siehe Punkt 1
8. Erfahrung? (nicht notwendig da Konflikt mit Punkt 3)

Ich meine das die Deutsche Industrie sollte mal über die Landesgrenzen schauen um zu sehen wie es in andere Ländern funktioniert... Übrigens, ich habe mich auch in Frankreich (3 Bewerbungen/1 Zusage) und England (7 Bewerbungen/2 Zusagen) beworben! Anscheinend hat Erfahrung viel mehr Wert ausserhalb Deutschland...

Beitrag melden
faustjucken_de 24.04.2010, 10:40
83. .

Zitat von kleinösi
Arbeitspensum pro Kopf steigt Frauenanteil steigt (wehren sich weniger) Belegschaft wird verjüngt (=verbilligt) Scheinselbständigkeit und Praktikantitis bricht aus Leiharbeiter kommen Firma wird hin- und herverkauft und landet bei Heuschrecken Auslagerung von Teilbereichen Löhne sinken Und bald darauf ist die Branche verschwunden...bzw. nur noch das Management bleibt in (West)europa übrig. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann dürfen sie Angst haben...
Ja, kommt mir bekannt vor. Aber schon seit vier Jahren. Ich hoffe ja, dass die ENDLICH den Laden dicht machen, damit ich mit kleiner Abfindung ein paar Jahr mit ALG frei machen kann.

Beitrag melden
Chromlatte 24.04.2010, 10:43
84. 123

Zitat von barheine
Ich erwarte eigentlich von einem Ingenieur, dass er genug Grips hat, sich selbständig zu machen. Oder wer soll in diesem Land noch neue Arbeitsplätze schaffen?
Meinen hier immer alle selbständig machen kostet nix oder wieso ist das hier "Allheilmittel"?

Schenken sie mir 100000 Euro? Dann mach ich mich gerne selbstständig und schaffe Arbeitsplätze

Beitrag melden
seyinphyin 24.04.2010, 10:43
85. ...

Zitat von faustjucken_de
Ja, das stimmt. Sklaven würde ich diese Leute nicht mehr nennen. Eher freiwillige Galeerenhäftlinge. Aber sonst trifft ihre Aussage zu. Wer wirklich Geld verdienen will, geht in den (selbständigen) Verkauf. Der Rest wird eben Diplomierter Facharbeiter. Und wer nichts gelernt hat, der fällt halt unter die Doofen.
Freiwillig? Bei den Drohungen durch unseren Staat?

Wenn nicht freiwillig für Minimalbetrag arbeiten, dann landet man eben im offenn Strafvollzug, Hartz IV genannt, mit voll durchsetzbarem Arbeitszwang gegen jegliches Grundrecht, inzwische sogar zum Nulltarif, gerade geung zum Selbsterhalt. Und gleichzeitig weiß man dabei noch, dass es absolut sinnlose bis sogar schädliche Berufe sind (Beispiel Callcenter, die im Outbund nur Belästigung bis Abzocke sind).

In Relation zur Zeit gesetzt (wichtig!), ging es da römischen Haussklaven nicht groß schlechter.

Beitrag melden
virtual_ID 24.04.2010, 10:44
86. Input

Zunächst mal trifft der Artikel genau das was ich selbst in den 90er Jahren an einer Uni in NRW erlebt habe. Den mehr oder weniger motivierten Studenten der Elektrotechnik wurde in den ersten Wochen mehrfach an verschiedener Stelle versichert, dass weniger als die Hälfte von ihnen das Studium erfolgreich abschliessen werden. Tatsächlich waren es in meinem Jahrgang nur ca. 36%.
Das Grundstudium ist nicht unbedingt trocken, es ist einfach nur schockierend brutal, Durchfallquoten von 60-80% sind an der Tagesordnung. Mit einer 4.0 in Physik gehört man zu den Privilegierten, weil man bestanden hat.
Dies galt in meiner Erfahrung nicht für alle Fächer, vieles steht und fällt mit den Lehrenden und ihren Attitüden.
Fest steht, wem die Naturwissenschaften nicht liegen, der hat verloren und sollte dringend die Finger davon lassen.
Ich persönlich sehe die Zukunft des Ingenieurwesens vor allem in einer viel stärker integrierten BWL-Schiene, oftmals landen Ingenieure hinter Bildschirmen und programmieren irgendwelchen Blödsinn. Das ist nicht der Ingenieur, der wirklich gefragt ist und einen Unterschied machen kann.
Aus meiner Sicht ist angeszeigt, dass Ingenieure sich fortbilden, breiter aufstellen und nicht zu Fachidioten werden. Dazu kann ein MBA oder anderes postgraduate Studium gut sein.

Beitrag melden
immediator 24.04.2010, 10:44
87. Wahrnehmungsstörungen

Hier ist wieder einmal die gestörte öffentlichen Wahrnehmung unserer Gesellschaft sichtbar: mit Gejammer und gegenseitigen Schuldzuweisungen einhergehendes, uneinsichtiges Beharren auf Ansprüchen von vorgestern. Konzerne, die nicht auf Menschen, sondern auf in Organigrammkästchen passende, hoch effiziente "Fachkräfte" aus sind einer-, jeglichen Impulses zur Selbständigkeit entwöhnte, auf möglichst lebenslange Sicher-Stellung Fixierte andererseits. Beide wollen Sicher-Stellen, das funktioniert halt nur gegeneinander. Nachdenken, gar das Wagnis von Alternativen funktioniert in dem großartigen Deutschländle auch nur eingeschränkt. Die Bürokratie, die allen immer mehr Sicher-Stellung verspricht - sie wuchert unterdessen munter fort.

Beitrag melden
Mischa 24.04.2010, 10:45
88. Ohne Titel

Zitat von hypnos
Gute Arbeit ist gar nichts mehr wert - und wird auch nicht mehr honoriert. Warum also noch anstrengen?
Ganz einfach:

1.Weil sonst in kurzer Zeit jemand anders in einem anderen Land Ihre Arbeit effizienter und für weniger Geld erledigen wird.

2. Weil Sie selbst nicht in Harz IV - das muss nämlich auch finanziert werden - sondern samt Ihrer Familie unter der Brücke enden werden.

Was in dem beleidigten Kleinkindergenörgel dieses Threads vermisse, ist die Erkenntnis, dass sich der Arbeitgeber die Arbeitskraft (und die Ansprüche) seiner Angestellten erst einmal leisten können muss.

Beitrag melden
erlkoenig23 24.04.2010, 10:46
89. Bis zum Anschlag gefrustet?

Der Herr Ingenieur ist also gerade zwei Monate seit Februar auf Jobsuche und schon "bis zum Anschlag gefrusted"?

Ein bisschen mehr Ausdauer bei der Jobsuche ist wohl angebracht bevor man derart anfängt zu jammern.

Habe kein Verständnis für diesen Artikel und den betreffenden Ingenieur.

Beitrag melden
Seite 9 von 59
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!