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Angebote für Zuwanderer: Bundesländer bieten mehr Unterricht in Herkunftssprachen an
DPA

Einst sollten Kinder der sogenannten "Gastarbeiter" Deutsch und die Sprache ihrer Eltern erlernen. Als Vorbereitung für eine Rückkehr ins Herkunftsland. Die Realität sieht heute meist anders aus.

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Phleon 30.03.2019, 12:43
10.

Ich musste als Kind widerwillig auch den muttersprachlichen Unterricht gehen. Der Unterricht war an Patriotismus kaum zu überbieten. Uns wurde unentwegt beigebracht was unsere Wurzeln seien und das "großartige" Land unsere Eltern.
90% der damaligen Kinder blieben in Deutschland und leben hier, haben einen deutschen Pass ohne sich jemals wirklich selbst als Deutsche zu sehen. Falls wir uns in 20 Jahren wieder über fehlende Integration beschweren: Da ist ein Grund für.

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MichaelundNilma 30.03.2019, 12:45
11. Integration dur Desintegration

Was will man hier eigentlich. Auf der einen Seite heißt es, die deutsche Sprache ist unverzichtbar und der Schlüssel für Integration und Erfolg in diesem Land, andererseits steht die Förderung der Herkunftssprache im Vordergrund. Für Friesen und die Sorben gibt es das – allerdings in sehr bescheidenem Maßstab. Die Muttersprache beider ist allerdings deutsch. Wie wollen diese Menschen denn später mit einer Berufsausbildung anfangen. Diese gibt es schließlich nicht in ihrer jeweiligen Herkunftssprache. Deutsch und englisch sind nun mal unverzichtbar und davon abgesehen, wie stellt man sich das organisatorisch, personell und praktisch vor ? Und das nur um die Bindung an die alten Heimatländer zu erhalten. Am Beispiel der hier lebenden türkischen Erdoganwähler, aber auch von Kurden und Arabern kann man erleben, welche massiven Probleme das nach sich zieht und immer mehr zu einem inhomogenen, zerfallenden Vielvölkerstaat und den damit massiv einhergehenden Problemen führt. Schließlich werden mit der Sprache auch Werte vermittelt. Ganaisch für Ganaer, afghanisch für Afghanen usw. ? Was denken sich mancher Politiker und Vordenker eigentlich dabei ? Nichts vermutlich.

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oifrr 30.03.2019, 12:58
12. Deutschland sollte den muttersprachlichen Unterricht überwachen

Gerade in der Türkei und in den arabischsprachigen Herkunftsländern werden wohl kaum Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit gelehrt. Wenn die Lehrer von dort geschickt werden, wird das mit der Integration nichts. Die Lehrer sollten in D aufgewachsen sein. Gerne selbst mit passendem Migrationshintergrund. Alles andere lehne ich eigentlich ab. Finanziell und politisch gesehen.

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amon.tuul 30.03.2019, 13:22
13. Bilingual

Finde ich gut. Deutsch als Unterrichtssprache in Kombination mit Französisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch oder Englisch.

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vox veritas 30.03.2019, 14:18
14.

Wenn die Schüler in der Herkunftssprache und weniger in Deutsch unterrichtet werden, wie soll das diese Kinder befähigen, in der deutschen Gesellschaft erfolgreich zu sein? Ist das nicht eher kontraproduktiv?
Überhaupt: Kann man bitte mal erklären, was unter Integration verstanden wird? Gibt es in den Parteien unterschiedliche Vorstellungen von Integration, weshalb vielleicht bundesweit auch ein unglaubliches Durcheinander an (nicht abgestimmten) Maßnahmen besteht?

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kfp 30.03.2019, 15:53
15. selbstherrlich

In Deutschland werden die Kinder ganz selbstverständlich der dt. Sprache und Kultur ausgesetzt. Zusätzlicher Muttersprachen-Unterricht ändert daran doch nichts, sondern ist nur eine Bereicherung, da hier auch noch Einblicke in eine weitere Kultur+Sprache gegeben werden. So zu tun, als sei die dt. Sprache+Kultur der Weisheit letzter und einziger Schluss (bzw. wenn Fremdsprache, dann wenigstens was "Schickes" wie Englisch, Chinesisch,...), ist ganz schön selbstherrlich. Man sollte sich Mal in die Lage, selbst länger im Ausland zu leben und sich dort schämen zu müssen, wenn man deutsch spricht bzw. seinen Kindern die dt Sprache beibringt, dt. Weihnachtsplätzchen backt, Geschirr in seinem eigenen Dreckwasser spült (finden Leute anderswo voll eklig, was wir da für eine Siffbrühe im Spülbecken haben, nur um ein bisschen Wasser zu sparen) usw. usf.

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kfp 30.03.2019, 15:57
16.

Zitat von MagittaW
Wozu Muttersprachlicherunterricht? ALLE Bundesländer bieten Kinder mit Migrationshintergrund bereits heute kostenlosen Sprachunterricht in der Sprache ihrer Eltern an. Ein-Zwei Mal die Woche, ab der Grundschule. Das reicht doch. Warum sollen die Bundesländer extra noch einen Lehrer bezahlen, der Mathe und Biologie oder wer weiß was noch in der ersten Sprache unterrichtet. Damit tut man den Kindern wirklich keinen Gefallen, weil dann die Fachbegriffe im Deutschen fehlen. Förderunterricht in der Muttersprache, gerne - kompletter Unterricht in der Muttersprache - nein, Danke!
Tun sie nicht. Als wir für unseren dt.-brasilianischen Sohn um Portugiesisch-Unterricht gebeten haben, war das nicht möglich. (Bayrische Großstadt...).

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ItchyDE 30.03.2019, 16:08
17.

Integration kommt von Durchmischung, das hat nicht unbedingt was mit der Sprache zu tun. Unterricht in Fremdsprachen begrüße ich sehr, aber nur wenn dort vernünftige Werte beigebracht werden. Wenn das in ideologisch geprägter Heimatkunde ausartet, ist diese Form des Unterrichts abzulehnen.

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kfp 30.03.2019, 16:14
18.

Zitat von vox veritas
Wenn die Schüler in der Herkunftssprache und weniger in Deutsch unterrichtet werden, wie soll das diese Kinder befähigen, in der deutschen Gesellschaft erfolgreich zu sein? Ist das nicht eher kontraproduktiv? Überhaupt: Kann man bitte mal erklären, was unter Integration verstanden wird? Gibt es in den Parteien unterschiedliche Vorstellungen von Integration, weshalb vielleicht bundesweit auch ein unglaubliches Durcheinander an (nicht abgestimmten) Maßnahmen besteht?
Wollen wir Integration oder vollständige Assimilation? Wer aus einem anderen Land kommt, soll also sein früheres Leben komplett ablegen und vergessen? Dadurch verpassen wir komplett die Chance, uns weiterzuentwickeln und Gutes von anderswo kennenzulernen. (Denn auch andere Kulturen haben Gutes, Schlechtes und Neutrales - ist ja nicht so, dass nur Deutschland immer alles besser macht...) Und Menschen, die als vollständige Person akzeptiert werden und nicht nur mit dem Teil, der deutsch zu sein versucht, integrieren sich meistens besser als die, die immer als "nicht gut genug" behandelt werden.

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Sissy.Voss 30.03.2019, 16:20
19. Also ich weiß nicht...

Zitat von kfp
In Deutschland werden die Kinder ganz selbstverständlich der dt. Sprache und Kultur ausgesetzt. Zusätzlicher Muttersprachen-Unterricht ändert daran doch nichts, sondern ist nur eine Bereicherung, da hier auch noch Einblicke in eine weitere Kultur+Sprache gegeben werden. So zu tun, als sei die dt. Sprache+Kultur der Weisheit letzter und einziger Schluss (bzw. wenn Fremdsprache, dann wenigstens was "Schickes" wie Englisch, Chinesisch,...), ist ganz schön selbstherrlich. Man sollte sich Mal in die Lage, selbst länger im Ausland zu leben und sich dort schämen zu müssen, wenn man deutsch spricht bzw. seinen Kindern die dt Sprache beibringt, dt. Weihnachtsplätzchen backt, Geschirr in seinem eigenen Dreckwasser spült (finden Leute anderswo voll eklig, was wir da für eine Siffbrühe im Spülbecken haben, nur um ein bisschen Wasser zu sparen) usw. usf.
Also ich weiß nicht. Wo ich lebe, haben sich seit Jahrzehnten Spülmaschinen durchgesetzt. Sollten Sie auch mal probieren. Im Übrigen ist es kaum förderlich für Zugezogene, wenn sie sich chic in Mandarin (das meinten Sie ws. mit "Chinesisch") unterhalten können, weil das beim Brötchenholen in Deutschland nicht unbedingt hilfreich ist. Ich fürchte sehr, da haben Sie etwas den Kontext verloren: es handelt sich in dieser Diskussion um den Zuzug nach Deutschland.

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