Forum: Leben und Lernen
Angebote für Zuwanderer: Bundesländer bieten mehr Unterricht in Herkunftssprachen an
DPA

Einst sollten Kinder der sogenannten "Gastarbeiter" Deutsch und die Sprache ihrer Eltern erlernen. Als Vorbereitung für eine Rückkehr ins Herkunftsland. Die Realität sieht heute meist anders aus.

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sikasuu 31.03.2019, 16:45
30. Ja, ist schon lustig & traurig zugleich. Probier isch mit Besuch...

Zitat von kfp
(...) Wenn sie untereinander kroatisch sprachen, wurden Sie meistens total herablassend behandelt - wenn sie dagegen englisch sprachen, waren alle freundlich und zuvorkommend... Als sei eine Sprache weniger wert als die andere...
... öfter mal aus. Wenn wir in der Kneipe, Restaurant ... auf der Straße usw. finnisch, oder gar karelisch (was sehr osteuropäisch klingt) reden, ist es nicht immer angenehm, englisch, da sind die Leute meist freundlicher & wenn dann beim Bezahlen akzentfreies gehobenes Hochdeutsch zu Tage kommt, ist es bis zur Frage "Wo kommt ihr den her?" nur noch ein Augenblick:-)

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sikasuu 31.03.2019, 16:53
31. Ja, ist schon lustig & traurig zugleich. Probier ich mit Besuch...

... öfter mal aus. Je nach Gegend (will ich jetzt nicht genauer spezifizieren), wenn wir in der Kneipe, Restaurant ... auf der Straße usw. finnisch, oder gar karelisch (was sehr osteuropäisch klingt) reden, ist es nicht immer angenehm, englisch, da sind die Leute meist freundlicher & wenn dann beim Bezahlen akzentfreies gehobenes Hochdeutsch zu Tage kommt, ist es bis zur Frage "Wo kommen Sie denn her?" nur noch ein Augenblick:-)

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obiwarndemokrat 31.03.2019, 17:05
32. realistisch ???

ich finde es gemessen an den finanziellen Möglichkeiten der Bundesländer vollkommen unrealistisch das adäquat anzubieten. Klingt nach Träumerei. Es gibt diese Lehrer nicht. Es fehlen bis zu 50% an normalen Lehrern in den Grund, Real,Hauptschulen. Ich würde dann auch mal eher an Inklusionskinder denken, die viel mehr Sonderpädagogen brauchen. Ausserdem würde ich zuerst mehr auf den Schwerpunkt Deutschunterricht, danach Englisch...gehen.

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annoo 31.03.2019, 18:23
33. Verstehen Sie den Unterschied nicht? Schade.

Zitat von bran_winterfell
Hm... irgendwie ist das seltsam - die ganze Zeit wird hier im Spiegel davon gesprochen, dass man Menschen NICHT danach fragen soll/darf, "woher sie denn kommen", weil diese Menschen und gerade die hier angesprochenen Schüler eben oft deutsch sind /b die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, und nun wird hier selbst von "Herkunftssprachen" geschrieben. Richtig konsequent ist das nicht...
Es ist ein doch Unterschied, ob Sie jemand als Partyunterhaltung aufgrund seines Aussehens (!) nach der Herkunft fragen, um dann im Zweifelsfall mit der Antwort Wanne-Eickel nicht zufrieden zu sein. Oder ob es sich um ein Sprach(!) -Konzept handelt, bei dem die Herkunftssprache der Familie berücksichtigt wird.

Bei einem wird eine einsteitige Neugier befriedigt (nämlich IHRE) bei dem Anderen geht es um sinnvollen Wissenszuwachs des Betroffenen.

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annoo 31.03.2019, 19:58
34. Hahaha

Zitat von amadeus300
Nein, Nein und nochmals Nein Im Artikel heißt es, "dass herkunftssprachlicher Unterricht den Erwerb der deutschen Sprache nicht beeinträchtigt". Aber ist das schon ein hinreichender Grund, um diesen Sprachunterricht staatlicherseits anzubieten ? In einer Sprache sind die Kultur, Werte, Normen und gesellschaftlichen Pflichten abgebildet. Mit dem selbstverständlichen Beibehalten und Weiterführung der Herkunftssprache wird eben diese Kultur weitertransportiert und es besteht eher die Gefahr, dass damit die Herkunftskultur "geadelt" und von Schülern und Gesellschaft unkritisch übernommen wird.
Unkritisch übernommen? Sie haben Angst, dass Sie aus Versehen türkisch sprechen, weil ein Kind türkisch im Unterricht lernt?

Auch wenn Sie zig-mal "nein" rufen, Unterricht in der Muttersprache ist sprachtheoretisch nachgewiesenermaßen sehr sinnvoll. Bei Kindern die bilingual aufwachsen wie beispielsweise französisch, spanisch oder finnisch sind immer alle ganz entzückt, wenn die Kinder beide Sprachen so halbwegs beherrschen, die Kinder werden dafür gelobt. Sprechen Kinder gesellschaftlich wenig akzeptierte Sprachen wie türkisch und arabisch, haben Menschen drum herum Angst die Sprache sei - für wen auch immer - ansteckend wie eine Krankheit. Dabei ist es IMMER sinnvoll wenn beide Sprachen - Herkunftssprache und Aufenthaltssprache - auf pädagogisch wertvolle Weise gelehrt und gelernt werden.

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annoo 31.03.2019, 20:09
35.

Zitat von apotheka
Ich nenne das ganze eine Kapitulation vor den wohl doch nicht so tollen "kognitiven" Fähigkeiten der Zielgruppe. Jetzt also auch noch mehrsprachig in Richtung Hartz IV.
Wenn Sie das so nennen, sagt das mehr über Sie selbst aus als über das was es ist. Sprache ist eine grundlegende Basis und je besser ein Kind - das ist wissenschaftlich nachgewiesen - seine eigene Sprache beherrscht, desto leichter und besser spricht es auch andere Sprachen.

Man kann aber auch zusehen, wie die Sprachentwicklung zugewanderter Menschen gleich schlecht bleibt, kann sich in seinem eigenen Vorurteil suhlen ("ja, die sind doch eh nur für Harzt 4 gut") und sich ärgern, dass diese Menschen später keine wertvollen Mitglieder der steuerzahlenden Gesellschaft werden. Das ist keine-fünf Meter weit gedacht, denn volkswirtschaftlich betrachtet ist doch viel sinnvoller auch Nicht- deutsch-Muttersprachlern gute Sprach-Chancen zu bieten und somit deren Fähigkeiten sich später besser in die Arbeitswelt integrieren zu könnnen zu verbessern. Passt dann zwar nicht so gut ins eigene Vorurteilsbild, bringt aber dem Staat deutlich mehr Vorteile als die "hab ich doch gleich gesagt dass die alle dumm sind-Haltung". Aber vielleicht steckt hinter so einer Haltung wie von Ihnen auch nur die Angst, dass Ihnen irgendwann so ein "Dummer" den Job wegnimmt.

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derweiseriese 31.03.2019, 21:00
36. Hauptsache eine Meinung...

Die meisten Kommentare hier im Forum basieren auf Vorurteilen und negativer Einstellung zu allem, was den Tellerrand überschreitet. Als Kind von 'Gastarbeitern' habe ich Anfang der 80er Jahre Unterricht in meiner Muttersprache (alle Fächer außer Deutsch auf Türkisch) an einer Münchner Grundschule erhalten (mit 'importierten' Lehrern und türkischen Büchern!). Zugegeben, nur zwei Jahre, weil nach zwei Jahren mein Deutsch 'zu gut' geworden war und ich in der deutschen Parallelklasse doch bessere Chancen für das Gymnasium haben würde. Mein Deutsch war anfangs mangels Kindergartenbesuch quasi nicht vorhanden, aber innerhalb von 1-2 Jahren konnte ich das Defizit aufholen. Der große Unterschied zu heute war, dass ich wenigstens in anderen Fächern, v.a. Mathe nicht auch noch wegen mangelnder Deutschkenntnisse schlecht war, sondern mehr Erfolgserlebnisse haben durfte als ein Kind heute, dass alles auf Deutsch lernen muss, aber wegen der Sprache erstmal in allen Fächern frustriert ist.
Bei mir war der muttersprachliche Unterricht kein Fehler, und aus mir ist kein Feind von Deutschland geworden, wie es manche hier wohl befürchten. Der Unterricht muss ja nicht für alle Jahrgänge und die ganze Zeit angeboten werden, aber wenn die Kinder 1-2 Jahre erstmal richtig Deutsch lernen, aber die anderen Fächer in ihrer Muttersprache haben könnten, hätte das eher Vorteile. Vielleicht sollte man auf solche Erfahrungen bauen, anstatt ideologisch zu argumentieren.

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oifrr 31.03.2019, 22:05
37. @36

Ich respektiere Ihre positiven Erfahrungen mit muttersprachlichem Unterricht in allen Fächern in den 80er Jahren. Heute jedoch sieht das mit der Muttersprache der Kinder an deutschen Schulen nicht mehr so einheitlich türkisch aus. Ich bin Grundschullehrerin an einer Schule mit 90 Prozent Auslaenderanteil. Die Kinder kommen aus 30 verschiedenen Ländern, welche Muttersprache soll denn da angeboten werden, von wem und wo? So viele Räume und Lehrer gibt es nicht. Es fehlen ja schon deutsche Lehrer an allen Ecken und Enden.

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kfp 01.04.2019, 00:17
38.

Zitat von sikasuu
Das geht locker. Nach 1-2 Jahren "gelernter" Zweisprachigkeit ist es kein Problem einen Teil der Fächer in franz, span, engl. usw zu unterrichten. Natürlich ist es dann sinnvoll, das der/die jeweilige FachlehrerIn möglichst Muttersprachler ist:-)
Ich denke, das "das geht nicht" bezog sich nicht darauf, in einer Fremdsprache dem Unterricht zu folgen. Sondern Fachunterricht in z.B. 27 Sprachen anzubieten, da Zuwanderer nun einmal eher nicht nur aus einem Land kommen, sondern bunt durchmischt sind... Allgemeiner Sprachunterricht kommt (zumindest bei größeren Städten/Einzugsbereichen) dann wohl noch einigermaßen in Frage, aber auch noch Fachlehrer für die jeweiligen Fächer in den diversen Einzelsprachen zu finden, deren Qualifikation sicherzustellen und sie angemessen zu bezahlen, könnte dann doch schnell den Rahmen des realistisch Möglichen sprengen...

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kumi-ori 01.04.2019, 01:45
39. falscher Weg

Ich halte das für den falschen Weg. Besser wäre Deutsch und Englisch ab der 1. Klasse. Und zwar RICHTIG Englisch, nicht bloß alberne Kinderreime, wie es derzeit praktiziert wird.

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