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Angriffe aus der Fachwelt: Renommierter Jura-Professor fordert Guttenbergs Rücktritt

Die Universität Bayreuth müsse Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktorgrad entziehen, fordert Peter Landau, ehemaliger Jura-Dekan der LMU München. Etwas anderes sei nicht vorstellbar. Und dann müsse der Verteidigungsminister zurücktreten.

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KnoKo 21.02.2011, 18:34
110.

Zitat von Dodol
Der liebe Herr Professor und seine Wissenschaft sollen sich mal nicht so wichtig nehmen. Da hat Gutti halt mal in Eile und in der Hoffnung dass es niemand merkt eine Abkürzung genommen. Wer macht das nicht und wen interessiert so was eigentlich. Der ganze wissenschaftliche Betrieb und ihre Seligsprechungen sind genauso heuchlerisch wie die große Schwester in Rom: Da wird gebogen, abgekupfert, ist käuflich, politisch beinflusst, immer unfehlbar und moralisch die höchste Instanz, frönt der Heiligenverehrung und Seligsprechung, wacht eifersüchtig über die alleinseligmachende Fakultät und tut dies während die einfachen und unwissenden Gläubigen demütig ihr Schärflein in die Beamtenpfründenkasse einzahlen. Nein Gutti: lass dir von den Mufftis mit den Talaren keine Bange machen.
Jemand, der diesem Land und seinem Volk einen derartigen Schaden zufügt, gehört, wenn er nicht freiwillig geht, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln schnellstmöglich aus dem Amt gejagt.
Einen derartigen Selbstdarsteller und obendrein Betrüger und Lügner in der Regierung zu haben, ist für mich als Patrioten eine hochgradige Provokation.

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felix_bach 21.02.2011, 18:35
111. Warum auf alle FDoktoren rumhacken?

Ich wusste dass nicht. Ich und viele Meiner Kollegen sind dann wohl die Ausnahmne. Bitte unterlassen Sie diese Unterstellungen. Nur weil ein von ihnne verehrter Politiker des Plagiats beschuldigt wird, muessen Sie und viele anderen in den Foren nicht alle Doktoranden?doktoren in den Schmutz ziehen. Schwarze Schafe gibt es ueberall, und eventuell (warten wir die STellung der Uni Bayreuth ab) ist unser Minister so eins.

Zitat von BonChauvi
Sie haben nicht unrecht ziehen aber die falschen Schlüsse. Ich schätze mindestens 90% der Doktoranden haben in Wirklichkeit mit Wissenschaft (ob Jura überhaupt eine Wissenschaft ist, lassen wir hier mal dahingestellt) nichts am Hut. Sie promovieren, um sich eine bessere berufliche Ausgangsposition zu veschaffen. Das weiß jeder. Und daher ist es lächerlich, Guttenberg ein fehlendes wissenschaftliches Ethos vorzuwerfen.

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albert schulz 21.02.2011, 18:35
112. Sachlichkeit zieht ein

Zitat von sprechweise
sagt der Herr Jura-Prof zu deutsch, jede Promotion, die ein Zitat unterläßt ist ein Plagiat. Schön, dann messen wir alle Promotionen daran und 99% aller Promotionen sind dann zu entziehen. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass plötzlich meine Texte und Grafiken im Lehrbetrieb auftauchen, aber mein Name als Urheber entfernt wurde. Im universitären Bereich wird eher hemmungslos abgekupfert. Ich denke, man wird auch bei echt promovierten Politiker (kein hc) in mindestens 9 von 10 Fällen, die selbe Kritik wie bei Guttenberg anbringen können.
Das ist der Punkt. Und normalerweise prüft keiner nach, bei einem "Berühmten" sowieso nicht. Da hält sich die Elite der Wissenschaft fein raus. Auch das ist normal. Man stelle sich das bei einem Vorstandsvorsitzenden vor, absolut undenkbar.

Wer hat also diese aufwendige Kampagne in Gang gesetzt ? Ein popeliger Redakteur bringt das nicht ohne Rücksprache bei der obersten Instanz, und die ruft auch erstmal alle wichtigen Leute an. Und die Opposition dürfte sich das auch nicht trauen, zumal sie keinen Ansatz gehabt haben dürfte, vor allem aber fehlt ein echtes Motiv. Das Schassen übernehmen normalerweise die eigenen Parteifreunde. Und dann kann nur noch fragen: die männervertigende Merkel oder der verängstigte Seehofer ? Und was eigentlich viel wichtiger ist: wer hat von und zu Guttenberge medial derart hochgejubelt in den vergangenen Monaten und warum und wozu ?

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Knippi2006 21.02.2011, 18:38
113. Niveaulos

Zitat von BonChauvi
Sie haben nicht unrecht ziehen aber die falschen Schlüsse. Ich schätze mindestens 90% der Doktoranden haben in Wirklichkeit mit Wissenschaft (ob Jura überhaupt eine Wissenschaft ist, lassen wir hier mal dahingestellt) nichts am Hut. Sie promovieren, um sich eine bessere berufliche Ausgangsposition zu veschaffen. Das weiß jeder. Und daher ist es lächerlich, Guttenberg vorzuwerfen.
Es ist schlimmer. Der Mann besitzt nicht mal ein unwissenschaftliches Ethos.

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ArnoNuem 21.02.2011, 18:38
114. Geht es um Verführbarkeit?

Zitat von Dodol
Der liebe Herr Professor und seine Wissenschaft sollen sich mal nicht so wichtig nehmen. Da hat Gutti halt mal in Eile und in der Hoffnung dass es niemand merkt eine Abkürzung genommen. Wer macht das nicht und wen interessiert so was eigentlich. Der ganze wissenschaftliche Betrieb und ihre Seligsprechungen sind genauso heuchlerisch wie die große Schwester in Rom: Da wird gebogen, abgekupfert, ist käuflich, politisch beinflusst, immer unfehlbar und moralisch die höchste Instanz, frönt der Heiligenverehrung und Seligsprechung, wacht eifersüchtig über die alleinseligmachende Fakultät und tut dies während die einfachen und unwissenden Gläubigen demütig ihr Schärflein in die Beamtenpfründenkasse einzahlen. Nein Gutti: lass dir von den Mufftis mit den Talaren keine Bange machen.
Woher kommt nur ihre Wissenschaftsfeindlichkeit? Und woher beziehen Sie ihr Wissen, wie es angeblich in der Wissenschaft zugehen soll? Vor allem: warum ziehen Sie mit so einer vehemenden Abneigung über die Wissenschaft her? An unseren Unis werden Lehrer, Erzieher, Ärzte, Rechtsanwälte, Forscher aller Disziplinen, Künstler, Manager, Nautiger, Schiffskapitäne, Dolmetscher, Seelsorger uvm. ausgebildet. Die werden nicht alle Beamte? Stellen Sie sich ml eine Gesellschaft ohne meine unvollständige Berufaufzählung vor. Oder sind Sie Taliban-Anhänger?
Der Herr Baron hat nicht einfach so" mal 'ne "Abkürzung" genommen. Der tritt mit seinem Bschiss seine eigenen Werte mit Füßen.
Es macht mich so ratlos, dass ich anfange tiefergehende Fragen zu stellen. Zum Beispiel die, nach der Verführbarkeit eines Teils dieser Bevölkerung. Offensichtlich gibt es Menschen, die im blinden Gehorsam hinter jemanden herlaufen, den sie eigentlich gar nicht einschätzen können, weil sie sich mit ihm gar nicht beschäftigt haben. Und ich frage mich auch, warum Konservative plötzlich auf von ihnen postulierten Werten wie Ehrlichkeit, Redlichkeit und Gesetzestreue herumtrampeln. Weiter frage ich mich, warum Guttenberg eine "Lichtgestalt" sein soll. Was hat dieser Mann geleistet? Warum verterauen sich die Menschen einem Blender an? Hier die Quelle und ein Zitat daraus:
http://www.faz.net/s/Rub594835B67271...~Scontent.html
Zitat FAZ: "Bildung hat für den Adel nie die überragende Rolle gespielt, die sie für das Bürgertum hatte. Wichtiger als die Aneignung von Wissen waren immer Haltung, Einsatz, Auftreten, Manieren. An Guttenberg lässt sich das gut erkennen. (...) Dennoch will Guttenberg den Anforderungen der bürgerlichen Leistungsgesellschaft genügen, sogar besonders gut dastehen. Dafür bläst er sein Curriculum Vitae gern etwas auf. In seinem tabellarischen Lebenslauf auf seiner Website führt er „berufliche Stationen in Frankfurt und New York“ an. In Wirklichkeit handelte es sich um mehrwöchige Praktika, die er als Student machte." Zitat Ende.
Ich verstehe alle - abchließlich der Kanzlerin - nicht, die an diesem Mann nach diesen Aufdeckungen festhalten. Demontieren sich die Knservativen gerade selber?

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Knippi2006 21.02.2011, 18:39
115.

Zitat von scoolodie
Und was ist damit? Viele Politiker haben "Redenschreiber", sogenannte wissenschaftliche Mitarbeiter. Die recherchieren und schreiben die Reden, welche die Chefpersönlichkeit vorträgt. Nie wird dabei dabei der Urheber genannt. Was nun?
Gar nichts. Die Redenschreiber schreiben hoffentlich nur eine Rede, und keine Doktorarbeit.

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epigone 21.02.2011, 18:39
116. Durchsichtige Doppelmoral ...

Zitat von sysop
Die Universität Bayreuth müsse Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktorgrad entziehen, fordert Peter Landau, ehemaliger Jura-Dekan der LMU München. Etwas anderes sei nicht vorstellbar. Und dann müsse der Verteidigungsminister zurücktreten.
Halten wir doch mal fest: Die Sache mit der Promotion stinkt recht unangenehm.

Aber: Soweit die Sache sich bei einer ersten, oberflächlichen Prüfung darbietet, gibt es keine strafrechtlich relevanten, d.h. realistisch zu einer rechtskräftigen Verurteilung führenden Verstöße in der Angelegenheit. Das mag dem einen oder anderen nicht passen, dürfte aber so sein.

Dagegen haben wir stetig Skandale anderer Politiker zu ertragen, die durchaus strafrechtliche Dimensionen haben: Von wahlfälschenden Kommunalpolitikern in Dachau, über korrupte handaufhaltende Politiker in Köln, top-vernetzte Rotlicht- und Mafiafreunde wie Lafontaine, Flugreisenfalschabrechnern wie Rezzo Schlauch und Özdemir, Dienstwagenmissbrauchern wie Süssmuth und Ulla Schmidt, bis hin zu kreativen (und rechtskräftig verurteilten) Schatzmeistern und Geldeinsammlern aller Parteien.

Das entschuldigt alles nicht KTzG grobes Fehlverhalten.

Aber hört doch endlich einmal mit Euren moralinsauren Entrüstungen über KTzG auf (gilt auch für Herrn Landau) und konstatiert, dass der Kerl moralisch offenbar leider keinen Deut besser ist als alle anderen.

Vielleicht konzentrieren wir uns dann endlich einmal auf seine politische Arbeit, und da ist er in meinen Augen - Moral hin oder her - dramatisch besser als sehr viele seiner lahmarschigen und opportunistischen Bundestagsgenossen!

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Bins 21.02.2011, 18:40
117. Man

Zitat von scoolodie
Und was ist damit? Viele Politiker haben "Redenschreiber", sogenannte wissenschaftliche Mitarbeiter. Die recherchieren und schreiben die Reden, welche die Chefpersönlichkeit vorträgt. Nie wird dabei dabei der Urheber genannt. Was nun?
sollte hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Es ist durchaus legitim und rechtlich nicht zu beanstanden, Reden schreiben zu lassen. Die Abfassung einer Doktorarbeit ist eng an rechtliche und moralische Grenzen gebunden. Gegen diese Grenzen wurde augenscheinlich verstoßen.

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kaksonen 21.02.2011, 18:41
118. Sehr konsequent!

Zitat von Dodol
... Nein Gutti: lass dir von den Mufftis mit den Talaren keine Bange machen.
Wozu dann überhaupt die Mühe, eine Dissertation zu schreiben (oder zu kupfern), wenn man so eine Einstellung zur Wissenschaft und ihren Muftis haben sollte? Wahrscheinlich wollte er doch einer von ihnen sein!

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Dodol 21.02.2011, 18:42
119. Wow, welche Einsicht

Zitat von Adran
wenn man sowas liest, kann einem nur die hutshnurr hochgehen.. ohne die Wissenschaft, könnten sie garnicht hier ihren Müll verbreiten, den das ist ein Produkt der Wissenschaft..
Jetzt aber. Natürlich ist die Wissenschaft einer der Hauptantreiber des Fortschritts. Aber nicht nur die Wissenschaft. Ich denke es gibt und gab sehr viele Bastler, Tüftler, nicht-offizielle Wissenschaftler (wie Einstein) und Unternehmer die einen ebenso großen wenn nicht sogar einen weit größeren Anteil am Fortschritt hatten. Die institutionalisierte Wissenschaft soll mal nicht so eine große Klappe haben.

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