Forum: Leben und Lernen
Anja Karliczek: "Mein Bildungsweg ist so, wie er ist"
DPA

Die CDU-Abgeordnete Anja Karliczek übernimmt das Bildungsministerium - dabei hat sie sich bisher mit Finanzthemen beschäftigt. Bis sie sich eingearbeitet hat, will sie nur private Fragen beantworten. Also haben wir ihr welche gestellt.

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Plumbum 09.03.2018, 20:23
60.

Zitat von kaltmamsell
Coole Wahl, die Finance-Zahlenfrau. Wünsche mir innigst, dass endlich mal wieder jemand den Weg zurück zu den Essentials des Rechnens, Schätzens und mathematisch-logischen Denkens findet und diesen auch ausleuchtet und propagiert. Denn "Mathe kann ich nicht" ist auf eine so billige Art schick geworden in Deutschland. Als wollten viele sagen, dass dies nur eine Beschäftigung sei für bedauernswerte Personen, die es wirklich nötig haben. Oder bekloppte, sozial unfähige Erbsenzähler, die auch (nicht schön, was jetzt kommt) ein KZ führen könnten. Keine Ahnung, wer das mal in die Welt setzte, aber ich weiß, dass es nur bescheuert ist. MINT-Talente, macht mal endlich Werbung für Eure Branche. Auch auf der Ebene von Berufsschülern. Es muss nicht jeder einen Nobelpreis gewinnen, man kann auch einfach mal eine Fliesenfläche korrekt berechnen...
Sie machen, wie viele Menschen, den Fehler, Rechnen mit Mathematik zu verwechseln. Mathematik bedeutet vor allem kreatives Denken.
Es hilft, häufig SPON zu lesen. Beispiel: Denken statt rechnen - Die Wahrheit über Mathe

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manchmal_dafür 09.03.2018, 20:29
61. Ich will auch Minister werden

Welches Ministerium ist doch Latte-ich arbeite mich schon ein. Kinderspiel. Und bei Interviews spreche ich dann nur über das Wetter. Mal ehrlich: Dass die wenigsten Politiker Ahnung von „ihrem“ Ministerium haben überrascht mich nicht. Aber dass jemand überhaupt keinen Plan hat und bei einem Interview keine Fachfragen beantworten will, schlägt doch dem Fass den Boden aus. Was soll das denn? Es wird doch in der CDU wohl irgendeine Lehrerin, Erzieherin oder Sozialpädagogin geben die auch Bock auf den Job gehabt hätte.

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theoscab 09.03.2018, 21:01
62. Paralellgesellschaft

Paralellgesellschaften nicht in berliner oder kölner Bezirken ist das Problem der Bildungspolitik SONDERN die Paralellgesellschaft in der Ganzen Republik zwischen ARM und REICH.

Jeder versucht seine Kinder so gut es geht zu fördern. Wer Geld hat schickt seine Sprösslinge direkt auf Privatschulen oder öffentliche Schulen, die von ihrem Habitus keine arme Unterschicht anzieht. Das wird auf perverse Art gemacht: öffentliche "Elite Schule" sorgen dafür, dass außerschulische Projekte wie regelmäßige Amerika oder Asienreisen oder IPAD Pflicht, usw, so teuer sind, dass keine normale Familie sich das leisten kann. Aus Schutz vor Ausgrenzung meldet man sein Kind gleich gar nicht an so einer Schule an. Schon kümmerts keinen Bildungspolitik mehr, dass ALLE Schulen gleiche Voraussetzungen haben.

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neutralundfrei 09.03.2018, 21:02
63. Hoffnung wegen des Lebenslaufs

Jemand mit einer dualen Ausbildung, Studium an der FernUni Hagen und Kindern als Bildungsministerin: Das gibt mir Hoffnung.
1.) Anerkenung der Gleichwertigkeit von Dualer Ausbildung und Studium. So wie in fast allen anderen Ländern auch, in denen man Optiker oder Krankenpflege studiert. Damit wäre Aufstieg auch jenseits des Studiums denkbar
2.) Verbesserte Durchlässigkeit von praxisbezogener Ausbildung zu akademischer Ausbildung und vice versa.
3.) Veränderung des Verständnis von "Bester Bildung" = Studium zu Beste Bildung = Beste Fähigkeiten und Begabungen zum Vorschein bringen.
4.) Beste Schulbildung kann entsprechend auf klassischen Gymnasien oder praktischen Gymnasien erreicht werden. Aufwerten der Real-, Werkreal-, Haupt- Mittel- und wie sie alle heißen zu praktischen Gymnasien mit handwerklichen, kaufmännsichem, angewandte Medientechnik, Musik, ... und so den "alle müssen Abitur machen und Studieren" Wahnsinn zu beenden. in der Folge würde der Fachkräftemangel nachlassen - und die Akademikerschwemme aufhören. Frustrierte Abbrecher oder studierte als Taxifahrer würden der Vergangenheit angehören.
5.) Inklusion in die Gesellschaft über Außenklassen und gleichzeitig dem individuellen Förderbedarf Behinderter gerecht werden.
6.) Mehr Freiheit an den Schulen bei der Pädagogik - bundesweit einheitliche Ziele, um so das ewige rein und raus der Bildungspoliker auf Landesebene zu vermeiden.

Als Freier Demokrat bin ich weit davon entfernt CDU Minister per se gut zu finden. Aber gerade der Lebenslauf, gerade weil sie nie an einer Präsenz-Universität war, gerade weil sie das praktische Leben kennengelernt hat und nicht nur den Elfenbeinturm - all das gibt mir Hoffnung, dass sich in der Bildung was zum Besseren wenden kann. Ich bin froh, dass da jetzt jemand sitzt, der nicht die Karriere: Kreissaal, Hörsaal, Plenarsaal hinter sich hat. Lehrer und Hochschullehrer (Professoren) haben in der Regel den Nachteil, dass sie ja nur den Schulbetrieb oder Hochschulbetrieb kennen - und so gar nicht mehr die Lebenswirklichkeit kenen. Es gab mal den Spruch: Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben. Schaut man sich den Lehrstoff an Schulen und Universitäten an, dann sieht man es häufig umgekehrt. Da bin ich echt froh über den Bildungsweg.

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Sepp1966 09.03.2018, 21:14
64. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

Wo sind die Riesenhubers und Maiers. Wo sind die gestandenen hochkarätigen Akademiker geblieben. Das ist nicht mal mehr als Mittelmaß zu bezeichnen. Minister werden nicht mehr nach Fachkompetenz, sondern nach Geschlecht, Herkunft, Religionszugehörigkeit ausgewählt. Was noch schlimmer wiegt, das die "Auserwählten" nicht die Größe haben, abzulehnen. Armes Deutschland!

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maxi_stulz 09.03.2018, 21:17
65. Als ob es bei Ministerposten jemals um Kompetenz und Erfahrung geht

Für jede Führungskraft in der Privatwirtschaft braucht man das, aber für einen Ministerposten nicht. Dementsprechend sind die Ergebnisse. Damit muß Schluß sein. Ebenso wie mit dem Lobbyismus.

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neutralundfrei 09.03.2018, 21:19
66. Bildung ist nicht nur Uni...

Zitat von rational_bleiben
Wieso vergeben wir die Posten der Herzchirurgen an den Unikliniken nicht auch an fachfremde Personen? Oder die der Piloten von großen Verkehrsmaschinen? Denen können wir dann ja auch ein wenig Zeit zum Einarbeiten geben. Wenn wir das an der Spitze des Staates so tun, scheint es ja nicht wirklich wichtig zu sein, dass man ein Studium und jahrelange Erfahrung hat.
Bildung ist eben nicht nur Hochschule und Universitäten. Und geforscht wird erst Recht nicht nur an den Hochschulen, sondern eben auch ganz viel in den Forschungsabteilungen der Firmen. Von daher ist sie für mich mit dualer Ausbildung, Universitätsstudium und Kindern absolut gut vorbereitet auf das Bildungsministerium.

Und als Minister muss man nicht der beste Forscher, der faulste oder eifrigste Student sein: Man muss managen können.

Das ist übrigens in DAX - Konzernen auch nicht viel anders. Der Vorstand ist nicht unbdingt der beste Produktentwickler, sondern der beste Manager. Häufig sind es BWLer oder Juristen. Oder im Beispiel zu bleiben: Wieviele Piloten leiten denn die Fluglinien? Wieviele Herzchirurgen leiten denn einen Klinikkonzern? Wieviele Busfahrer leiten die öffentlichen Verkehrsbetriebe? Wieviele Lastkraftwagenfahrer leiten einen Logistikkonzern?

Ich habe gerade wegen des Werdegangs jede Menge Hoffnung auf bessere Bildungssysteme. Und ich bin kein CDU - Anhänger, sondern Freier Demokrat.

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mr.zoui 09.03.2018, 21:19
67.

Jetzt gibts es also auch schon Quotenkatholiken?
Ich hätte nicht erwartet, daß die Monate der Regierungbildung
noch absurder werden könnte

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theoscab 09.03.2018, 21:31
68. @neutralundfrei von allem Guten und Bösen

Das Grundproblem der FDP ist, unternehmerische Strukturen auf die Politik umzuwelzen. Sie vergessen aber dabei, dass in einem DAX Unternehmen ein Verantwortlicher gehen muss, wenn er Mist baut. Mitunter werden Haftungsfragen bei anderen Unternehmensformen gestellt.

neutralundfrei heißt wohl von allem nehmen und zu nichts stehen?!

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jazzmanni 09.03.2018, 21:51
69. Respekt

Bankkauffrau, Hotelfachfrau, Ada ,drei Kinder, Hotelbetrieb und Dipl. Kauffrau über Fernstudium. Frau Karliczek wird das Schaffen. Viel schlimmer finde ich das die Konfession und das Geschlecht wesentliche Auswahlkriterien sind. Einarbeiten müssen sich alle Postenträger, der Jurist Maas wird jetzt AM, vielleicht auch nicht die erste Wahl, aber Frau Karliczek hat Biss, Ehrgeiz und echte Lebenserfahrung. Das kann nur besser werden.

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