Forum: Leben und Lernen
Anonymes Lehrergeständnis: Wie Werbung das Klassenzimmer erobert
DPA

Ein Smartboard mit Netzanschluss im Klassenzimmer? Toll - wären da nicht die ständigen Unterbrechungen. Unser Autor ist Lehrer und empfindet angesichts der zunehmenden Werbebotschaften nur eins: Hilflosigkeit.

Seite 1 von 9
sven2016 17.02.2019, 08:17
1. Werbeblocker für youtube funktionieren.

Weshalb man im Unterricht youtube-Videos schauen muss, ist mir aber unklar. „Filmchen“ gucken“ hieß früher: der Lehrer hat sich gestern nicht vorbereitet oder keine rechte Lust.

Wenn der Ablauf wie geschildert ist, macht der Lehrer Vieles falsch.

Das öffentliche Gerät mit dem privaten Account zu verknüpfen ist schon mal grob fahrlässig. Bei der Herangehensweise landen die Schuldaten womöglich auch gleich bei einem interessierten Anbieter.

Digitalisierung in der Schule/im Unternehmen hat auch mit Kenntnissen über das Thema zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
an-d 17.02.2019, 08:17
2. ungenügend setzen

Lehrer mussten sich schon immer auf ihre Stunden vorbereiten. Dazu gehörte auch die Auswahl der geeigneten Unterrichtsmittel. Wer heute blindlings in Unterricht ein Video loslaufen lässt ohne vorher zu prüfen, ob dort Werbung eingebettet ist, macht etwas falsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FK2607 17.02.2019, 08:21
3. Medienkompetenz und Lehrer

Fraglich ist zuerst, warum Lehrer eigene Laptops im Unterricht benutzen müssen und keine der Schule. Bei der Benutzung eigener Hardware lohnt es sich, einen zusätzlichen dienstlichen Account anzulegen. Schon kann niemand in der Schule mehr sehen, was man im zivilen Leben ergoogelt. Einen Werbeblocker für YouTube hat man in weniger als fünf Minuten in den Browser implementiert. Und zuletzt empfehle ich jedem akademisch vorgebildeten A12-14 Beamten, dem wir unser wertvollstes Gut anvertrauen, unsere Kinder, das Thema Medienkompetenz ganz oben auf die Liste der eigenen Kompetenz-Entwicklungs-Aufgaben zu setzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cataclysmic 17.02.2019, 08:24
4. techn. Unverständnis

Was macht eigentlich der Schuladmin?
Die Dinger sollten nur über gesicherte Proxies ins Netz gehen und da kommt ein ordentliche Werbeblocker drauf.
Dass die Werbung gar nicht erst bis zum Endgerät durchdringt. Thema abgehakt. Und dann stellt sich auch einfach mal die Frage, ob eine Schule auf kostenlose, werbefinanzierte Dienste zurückgreifen darf / sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aus-berlin 17.02.2019, 08:24
5. Offline geht auch

Man muss ja mit dem Gerät nich unbedingt im Unterricht online arbeiten. Die ganze Dinge kann man vorher offline speichern. Entweder als pdf Datei oder mit snippingtool. Mit den Videos muss man dann halt sparsam umgehen wenn man die startwerbung nich wegbekommen. Oder vor dem Unterricht schon mal starten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vonlipwig 17.02.2019, 08:25
6.

Nein, so muss der Unterricht heute nicht ablaufen. Es gibt Filter, die Werbung und selbst definierte Inhalte blockieren. Und das Smart board bzw. den Beamer kann man einfrieren bis das, was man zeigen will, heruntergeladen ist.
Die geschilderte Problematik kann ich daher nicht nachvollziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jarrah 17.02.2019, 08:26
7. Nicht jammern, sondern Lösungen suchen!

Denn die gibt es ... jedenfalls, wenn man will und sich gut vorbereitet. Ich würde in meinem Unterricht (Klassen 6-9) niemals direkt auf Youtube Dinge zeigen. Wenn es nötig ist, lade ich die gewünschten Filme vorher dort runter (Browsererweiterungen für Firefox machen es möglich) und zeige sie ohne jegliche Werbung. In einem werbefreien Player, versteht sich. Übrigens gibt es auch werbefreie Browser und Möglichkeiten, Werbeeinblendungen zu reduzieren (ebenfalls mit Erweiterungen). Also, liebe Lehrkräfte: nicht jammern, sondern vorher vernünftig planen. Und Medienkompetenz erwerben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rechtsrum 17.02.2019, 08:35
8. Unterrichtsvorbereitung wäre das Stichwort

Das Internet soll also den Unterricht übernehmen. Und da der Lehrer sich wohl vorher die Seiten nicht angesehen hat, kommt etwas unvorhergesehenes? Wie wäre, sich vor dem Unterricht die Seiten anzusehen, den Werbeblocker entsprechend einzustellen oder die Videos runter zu laden und offline zu präsentieren? Ja, müsste man den Unterricht vorbereiten, für einen Halbstagsjob mit 180 Tagen Urlaub und vollem Gehalt natürlich viel verlangt. Übrigens witzig, dass dieser Artikel auf einer Seite erscheint, die, ohne Werbeblocker, zu mehr als 50% voll mit Werbung ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der_unbekannte 17.02.2019, 08:50
9.

Die Stärke liegt wie so oft in der Einfachheit. Tafel und Kreide, werbefrei und dies bei niedrigsten Kosten. Der Staat fährt das Schulsystem immer mehr gegen die Wand, zum Glück gibt es noch Alternativen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9