Forum: Leben und Lernen
Antworten in Freunde-Büchern: Was siehst du aus dem Fenster? Aldi!
Birte Müller

Wenn Dreijährige Freunde-Bücher ausfüllen sollen, arbeiten die Eltern endlose Fragebögen ab. Was ist bloß aus dem Poesiealbum geworden? Eine Mutter und ein Vater wundern sich.

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andreasclevert 12.09.2016, 16:40
1. Langeweile?

Ich glaube, die Autoren des Textes haben sich gerade gelangweilt (zu wenig Freundebücher zum Ausfüllen zuhause?) und sich daran versucht, ein völlig unspektakuläres Thema spektakulär zu gestalten. Gewürzt mit einer Prise ?Früher war alles besser.? Ich beteilige mich gerne an völlig unnötigen Diskussionen und meine: Gehopft wie gesprungen, ob gestrige Poesiealben oder heutige vorstrukturierte Freundebücher. In beiden Exemplaren kann gemalt und geschrieben werden. Fingerabdruck und Foto geht auch überall. Und ob Eltern nun ausfüllen oder nicht, hängt auch nicht gerade von diesem Medium ab. Aber vielleicht wollen Sie ja einen Facebook-Gruppe ?Gegen Freundebücher? gründen?

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Newspeak 12.09.2016, 17:29
2. ...

Eltern füllen Freundebücher aus?

Selbst schuld, würde ich sagen. Man muß doch nicht jeden Unsinn mitmachen. Freundebücher sind dazu da, vom Kind selbst ausgefüllt zu werden, wenn es lesen und schreiben kann, und nicht anders.

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buppert 12.09.2016, 18:45
3. Heute gibt es Freundebücher?

Aha, so, so. Sachen gibt's. Bei uns gab's diese Freundebücher "Das ist meine Schulklasse" allerdings schon in den 80ern, parallel zum Poesiealbum. Nur verteilten wir die nicht schon im KiGa (das wäre dann schon in den 70ern gewesen), sondern erst ab dem 3./4. Schuljahr, als jeder auch alles selbst lesen und beantworten konnte. Später, im Teeniealter erstellten wir diese Bücher aus Heften oder Blöcken selbst, ergänzt und ausgeschmückt mit dem zum Alter passenden Fragen (Lieblingsbiersorte o.ä.). Ich habe alle Jahrgänge dieser Freundebücher bis heute aufbewahrt. :-)

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patrick6 12.09.2016, 19:32
4. Sinnfrei

Zu meiner Grundschulzeit gab es noch die grässliche Poesiealben (nur von Mädchen). Da bekam man so ein Teil und wusste nix damit anzufangen. Und genauso wie in der Fotostrecke gab es dann einen Spruch von den Eltern (nein, von der Mutter), den man krakelig da hinein schrieb, so wie alle Eintragenden vorher auch. Wozu? Der Sinn hat sich mir nie erschlossen. Ich glaube kaum, dass sich eine meiner Grundschulklassenkameradinnen durch heutiges Lesen eines dämlichen Spruches an irgendetwas positives bzgl. meiner damals noch völlig unausgereiften Person erinnert.
Und heute scheint so etwas ja eh nur noch so eine Art Prestigeobjekt der Eltern zu sein (Motto: "mein Sohn hat aber mehr Freunde als Ihre Tochter"). Eigentlich ziemlich krank, zumal wenn es sich um Kita- oder Vorschulkinder handelt. Aber heute müssen Kinder ja auch zur Schule gefahren werden. Als wenn die keine Beine hätten.

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lachina 12.09.2016, 19:34
5. Solche Fragebögen sind doch uralt,

gab es schon im 18. Jahrhundert. Meine Kinder kannten sie aber auch erst in der Grundschule, da macht es Sinn und ist sogar ein Ansporn, zu lesen und zu schreiben. Poesiealben hatten sie aber auch, also beides.
Freundebücher dann auch im Gymnasium, da wurden sie philosophisch und stellten sich gerne selbst da, verhangener Blick und Weltschmerz. Es ist nicht die Aufgabe der Eltern, die Dinger auszufüllen . Verstehe ich auch nicht, warum Kleinkinder so etwas bekommen.

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thilo-hanssen 12.09.2016, 21:09
6. Freundebücher sind super!

Ein Beispiel: unsere Tochter kam eines Tages vom Kindergarten und verkündete, sie wolle sich mit "Juju"(??!!) treffen. Wer zum Kuckuck soll denn das sein, dachten wir. Zum Glück hatten die Tochter ein Freundebuch, da konnten wir das Kind ohne Probleme aber mit Telefonnummer ausfindig machen. Das Treffen war im Handumdrehen ausgemacht. Die Vorgaben in Freundebüchern finde als Hilfe sinnvoll, man kann, muß aber nichts ausfüllen. Ein Ranking wie "Mehr Freunde/mehr Körpergröße usw. hat nie stattgefunden, das ist m.E. ein Erwachsenenproblem.

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mariakäfer 12.09.2016, 21:24
7. furchtbarer Artikel

Warum dürfen die Eltern des Jungen sich nicht vorstellen, dass ihr kleiner Sohn eben nicht körperlich behindert ist? Er ist nicht ganz gesund. Wenn Willi ( yeah, wir haben einen möglichst außergewöhnlichen und alternativen Namen gefunden) eine Grippe hat, ist er dann kerngesund weil er nur eine Grippe hat? ?? Wäre es nicht vorstellbar, dass Willi auch gerne ohne Downsyndrom leben würde. Aber das wird ja kategorisch ausgeschlossen weil es Willi ja ach so gut geht. Natürlich ist es toll Willi nicht zu stigmatisieren. Aber die Behinderung nicht als Behinderung auszusprechen ist doch albern.

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puby 12.09.2016, 21:55
8. @7

Nein Willi will nicht ohne Down-Syndrom leben, weil er gar nicht weiß was das sein soll und es auch nie erfahren wird. Genauso wie sie nie erfahren werden, was Empathie bedeutet.

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dolledern 12.09.2016, 22:27
9. @newspeak

irgendwie scheint es mir, das sie kein kind im kindergarten alter haben...oder hatten.
wenn ich meiner tochter sage: du kannst nicht schreiben und lesen, ergo bleibt das büchlein leer, habe ich ein kind traurig gemacht. und das nur, weil irgendwer ihrer besten freundin so ein schreckliches buch gekauft hat. und man möchte sein kind nicht wegen eines dämlichen buches traurig sehen. also füllt man es aus. und grummelt vor sich hin, wie blöd das ist. so einfach. so wie man gelegentlich über andere dinge schimpft...

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