Forum: Leben und Lernen
Antworten in Freunde-Büchern: Was siehst du aus dem Fenster? Aldi!
Birte Müller

Wenn Dreijährige Freunde-Bücher ausfüllen sollen, arbeiten die Eltern endlose Fragebögen ab. Was ist bloß aus dem Poesiealbum geworden? Eine Mutter und ein Vater wundern sich.

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Newspeak 13.09.2016, 00:58
10. ...

Zitat von dolledern
irgendwie scheint es mir, das sie kein kind im kindergarten alter haben...oder hatten. wenn ich meiner tochter sage: du kannst nicht schreiben und lesen, ergo bleibt das büchlein leer, habe ich ein kind traurig gemacht. und das nur, weil irgendwer ihrer besten freundin so ein schreckliches buch gekauft hat. und man möchte sein kind nicht wegen eines dämlichen buches traurig sehen. also füllt man es aus. und grummelt vor sich hin, wie blöd das ist. so einfach. so wie man gelegentlich über andere dinge schimpft...
Wissen Sie, früher haben Eltern nicht jeden Unsinn mitgemacht und die Kinder waren deswegen auch nicht unglücklich. Das, was andere Eltern mit solchen vermeintlichen Bagatellen wie dem Überreichen von Freundesbüchern tun, für Kinder im Kindergartenalter, ist dumm und übergriffig. So wie viele "moderne" Dinge. Heute können sich Kinder nur noch über ihre Eltern verabreden, früher ging das auch alleine. Heute werden schon im Kindergartenalter riesige Geburtstagsparties gefeiert und es wird als normal erachtet, daß die Gäste auch ein Geschenk bekommen! Heute kann kaum noch ein Kind unbeobachtet draußen spielen, es reicht nicht, zu sagen, "sei zuhause, wenn es dunkel wird" o.ä., sondern die Kinder sind totalverplant und dauerüberwacht, zur Not per Handy-App. Das, was Sie tun, und andere, ist Opportunismus. Sie füllen das Buch aus, obwohl Sie es eigentlich nicht wollen, und erziehen ihr Kind sehr schön anschaulich ebenso zu Opportunismus, und zur Unselbständigkeit, und zur fehlenden Frustrationstoleranz, wenn es nicht immer alles bekommt, was es will. Das wird herrlich werden, wenn all diese Narzissten, Kinder verweichlichter Eltern, künftig unser Land nach vorne bringen.

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Leser161 13.09.2016, 08:49
11. Och

Nach der Überschrift hielt ich die Sache für doof. Aber wenn man das Buch zusammen mit seinem Kind ausfüllt ist das bestimmt eine gute Sache. Selbstreflexion und so. Was mag ich eigentlich? Was nicht? Ich denke das ist gut für die Entwicklung des Kindes. Man kann das sicher auch ohne Buch, aber so kommt noch der soziale Spass dazu und man lernt auch was (Schüchternheit überwinden, wenn man SEIN Buch dem Lukas gibt).

Also wie immer: Weder Heavy-Metal noch Freundebücher sind der Untergang des Abendlandes.

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gutes_essen 13.09.2016, 09:40
12. Freundebücher

Freundebücher gabs bei uns erst in der 3./4. Klasse in der Grundschule.
War auch noch früh genug, in der 5. gabs dann Poesiealben, wo man die Sprüche reinschrieb, die heute bei Facebook noch rumgehen ;-)

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shanda 13.09.2016, 10:03
13. Freundebücher statt Poesiealben in den 80ern

Diese Freundebücher sind schon uralt. Als ich Ende der Achtziger/ Anfang der 90er zur Schule ging, war ich mit meinem Poesiealbum schon altmodisch und Außenseiterin. Jeder hatte Freundebücher und zwar während der Schulzeit mehrere davon (ca. 1.-7. Klassen), jeweils mit vermeintlich altersgerechten oder besser gesagt vermeintlich altersinteressanten Fragen. Der einzige Unterschied war, dass das nicht im Kindergarten anfingen, sondern ab dem Zeitpunkt, aber dem alle halbwegs vernünftige Wörter schreiben konnte. Und dazu kann man nur sagen: die Eltern die das dem Kindergarten unterstützen - sowohl durch den Kauf als auch durch das Ausfüllen, sind selbst schuld, das Ganze ist doch völlig bizarr. Was nämlich in dem Artikel überhaupt nicht adressiert wurde, ist die Tatsache, dass die Kinder das nicht nur nicht ausfüllen können, sie können auch nicht lesen, was ihre Freunde (resp. deren Eltern) geschrieben haben. Wer so einen Blödsinn unterstützt, ist selbst schuld.

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kat87 13.09.2016, 11:10
14. Gab es schon in den 80'ern

Neu ist hier nur der offenbar immer größere Geltungsdrang mancher Eltern, die schon so kleinen Kindern solche Bücher kaufen und der Perfektionismus der Eltern die solche Bücher dann ausfüllen, - statt es das Kind eben selbst und genau so machen zu lassen, wie es das Kind seinen aktuellen Fähigkeiten entsprechend kann. So erzeugt man immer unselbstständigere Kinder die sich kaum noch selbst Dinge zutrauen. Aber die Poesie-/Freundebücher mit ellenlangen Fragebögen ansich, gab es sehr wohl auch schon in meiner Kindheit, welche in den 80'ern und 90'ern stattfand. Also quasi ein alter Hut, liebe Redakteure dieses Artikels!?

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angst+money 13.09.2016, 13:15
15. @newspeak

Früher war eh alles besser

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