Forum: Leben und Lernen
Arbeitsmarktzahlen: Vollbeschäftigung unter Akademikern

Wer mit frischem Abschluss von der Uni kommt, hat derzeit beste Chancen auf einen Job: Unter Hochqualifizierten herrscht laut einem Zeitungsbericht derzeit Vollbeschäftigung. Schlecht sieht es dagegen für Jobsuchende mit weniger guter Ausbildung aus.

Seite 2 von 11
weltbetrachter 05.03.2011, 15:10
10. falscher Lebenslauf

Zitat von Dr. Jens Romba
Ich möchte doch zu gerne einmal wissen, welche Traumtänzer sich denn solche Zahlen ausdenken. Wäre die Lage am Arbeitsmarkt wirklich so derart rosig für Akademiker, müßte ich, Dr. rer. nat. und Diplom-Chemiker, ungebunden, mobil und sogar bereit, weltweit zu reisen zu leben und zu arbeiten, mich vor Jobangeboten eigentlich kaum retten können. Insbesondere, da ich mittlerweile auch schon diverse Weiterbildungen in interkultureller Kompetenz sowie in Wissens- und Contentmanagement, E-Learning und Blended Learning hinter mir habe. Allerdings suche ich schon seit Ende 2004, und das, obwohl sich diverse Jubelberichte in regelmäßigen Abständen wiederholen. Mittlewrweile kenne ich auch einen Ingenieur in Norddeutschland, sowie einen im Ruhrgebiet und einen Dr. (Physiker und Informatiker) für die derartige Artikel wie der obige ebenfalls reine Utoipie sind. Und, man höre und staune, im Folgekurs nach meiner letzten Fortbildung haben tatsächlich von 15 Leuten wieder 14 mit einem akademischen Hinterrgrund gesessen. Haben die bei der hervorragenden Jobsituation eigentlich nichts besseres zu tun als über diese Fortbildungen der Arge auf der Tasche zu liegen? Ich für meinen Teil bin es jedenfalls leid immer noch abhängig von Hartz 4 keinen Fuß auf den Boden zu bekommen. Wahrscheinlich bin ich hier aber nicht der einzige. Aufgrund dieses Umstandes wäre es doch einmal sehr schön, wenn diese Arbeitsmarktexpertin Judith Wüllerich mir einmal persönlich sagen könnte, an wen genau ich mich denn wenden müßte, um garantiert eine adäquate Anstellung zu bekommen. Meine Unterlagen würde ich Ihr bei Kenntnis einer entsprechenden E-Mail-Adresse auch gerne zusenden. Meine E-Mail Adresse ist für Sie sehr leicht beim Googeln unter „Jens Romba“ erhältlich, wo Sie dann auch gleich weitere Informationen über die wahre Situation der Akademiker einholen kann. Dr. Jens Romba
So funktioniert das:
ALTER: unter 25 Jahre
Zwei Sprachen fließend
Akademisches Studium
fünf Jahre Auslandserfahrung
das ganze unter 2000 Euro brutto
.
Passen Sie da hinein ?
.
Wenn nicht - entweder zu alt oder überqualifiziert. So sieht Deutschland heute aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Unterthan 05.03.2011, 15:11
11. Passgenau!

Zitat von jpawletta@hotmail.de
berufserfahrene Akademiker werden auf die Straße gesetzt ohne eine Chance einer neuen Beschäftigung. Ich frage mich wer solche Enten in die Welt setzt, dass es unter qualifizierten Arbeitnehmern bald Vollbeschäftigung geben wird. Die Realität beweist das Gegenteil. Über 50 jährige Akademiker sitzen reihenweise bei der ARGE rum. Die Medien sollten mit Ihrer Berichterstattung langsam mal wieder die Realitäten sehen und nicht den Schwachsinn unserer Politiker nachplaudern das hatten wir zu DDR-zeiten zur Genüge
Ja, Sie müssen eine Stelle halt PASSGENAU ausfüllen können, sonst wird das nichts. Wer über 50 ist und die Stelle wechseln muss, hat halt in seiner Jugend die falsche Ausbildung gehabt, ist jetzt per se minderqualifiziert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
README.TXT 05.03.2011, 15:28
12. Dr. Hartz

Zitat von Dr. Jens Romba
Wäre die Lage am Arbeitsmarkt wirklich so derart rosig für Akademiker, müßte ich, Dr. rer. nat. und Diplom-Chemiker, ungebunden, mobil und sogar bereit, weltweit zu reisen zu leben und zu arbeiten, mich vor Jobangeboten eigentlich kaum retten können.
Warum sind sie dann nicht schon längst im Ausland?

Zitat von
Insbesondere, da ich mittlerweile auch schon diverse Weiterbildungen in interkultureller Kompetenz sowie in Wissens- und Contentmanagement, E-Learning und Blended Learning hinter mir habe.
Alles sinnloses Zeug. "Interkulturelle Kompetenz" ist dabei noch der Brüller. Heisst das jetzt dass sie sich ohne Beinbruch einen Döner bestellen können?

Ernsthaft: Hätten sie sich mal arbeitsmarktrelevante Skills angeeignet oder Seminare zur Firmengründung besucht und nicht so einen wertlosen Müll. Wie kann man so seine Zeit verplempern? Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss eben der Berg ...

Zitat von
in Norddeutschland, sowie einen im Ruhrgebiet und einen Dr. (Physiker und Informatiker) für die derartige
Irgendwas machen die falsch. Als Informatiker macht man sich notfalls selbstständig (Freelancer) und während man in Physik promoviert baut man normalerweise schon Kontakte zu passenden Unernehmen auf. Hat der in Astrophysik oder ähnlich nutzlosem promoviert? Da sollte man schon vor der Promotion die richtigen Weichen stellen.

Zitat von
Artikel wie der obige ebenfalls reine Utoipie sind. Und, man höre und staune, im Folgekurs nach meiner letzten Fortbildung haben tatsächlich von 15 Leuten wieder 14 mit einem akademischen Hinterrgrund gesessen.
Und was heisst das konkret? Ich wette die wenigsten waren Naturwissenschaftler/Ing.

Zitat von
Ich für meinen Teil bin es jedenfalls leid immer noch abhängig von Hartz 4 keinen Fuß auf den Boden zu bekommen. Wahrscheinlich bin ich hier aber nicht der einzige.
Und nochmal: Ab ins Ausland! Lehrer wäre auch eine Alternative.
Dass sie ernsthaft seit 6 Jahren Hartz4 beziehen und nicht halbwegs adäquat untergekommen sind hat sicher andere Gründe als die böse Wirtschaft. Ja, auf dem Arbeitsmarkt liegt einiges im argen aber bei ihnen ist das nicht das Problem sondern liegt woanders.

Ich kenne auch einige "Chemie-Doktors", einen "Heisenberg", mehrere promovierte Informatiker. Die Chemiker sind alle fachfremd untergekommen, gleich nach der Promotion, keiner arbeitslos, nicht einen Tag. Der promovierte Physiker war einige Monate an seinem alten Institut und ist problemlos in der Wirtschaft untergekommen, in einem Bereich der auch mit seiner Promotion zu tun hat, für ihn war die Promotion nicht umsonst.
Von den Informatikern sind einige Professoren an FHs geworden, nachdem sie einige Zeit in der Industrie tätig waren, teilweise haben sie nebenher noch eigene Firmen am laufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltbetrachter 05.03.2011, 15:34
13. genau - immer der falsche Beruf

Zitat von Unterthan
Ja, Sie müssen eine Stelle halt PASSGENAU ausfüllen können, sonst wird das nichts. Wer über 50 ist und die Stelle wechseln muss, hat halt in seiner Jugend die falsche Ausbildung gehabt, ist jetzt per se minderqualifiziert.
Sie haben die falsche Ausbildung. Ja,aber was sie von mir als Ausbildung wollen hat es vor 30 Jahren noch gar nicht gegeben.
.
Antwort: Das ist nicht mein Problem - schönen Tag noch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nairo 05.03.2011, 15:47
14. Es gibt viele Chancen

Ich bin 43 Jahre alt und seit 11 Jahren arbeite ich als Software Ingenieur und bekomme 4500 monatlich brutto, 14 Monatsgehälter.

Studiert habe ich Italienisch, Geschichte und Theologie auf Lehramt am Gymnasium.

Bekommen habve ich den Job, weil ich unterrichten kann, Italienisch und Französisch kann, und vor dem Studium eine technische Ausbildung machte.

Ich wohne im Grossraum Stuttgart, bei uns arbeiten auch viele aus Ostdeutschland, aus Indien und anderen Ländern.
Der Bedarf nach qualifizierten Leuten ist sehr hoch und es gibt viele Chancen.

Also nicht jammern, sondern sich bewerben auf einen passenden Arbeitsplatz, früher oder später klappt es sicher mit einem guten Job!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stanis laus 05.03.2011, 16:03
15. Im Sklavenmarkt der Unqualitfizierten

Der Sklavenmarkt der Unqualifizierten bekommt leider in den Medien nie die Aufmerksamkeit, die längst überfällig wäre, wenn man die Prinzipien der Verfassung noch ernst nehmen würde.

Er ist dominiert von den Sklavenhändlern, die sich heute Zeitarbeitsunternehmen nennen. Denen wurde der Markt von solchen Politikern wie dem "Supermonster" Clement bereitet, der sein Honorar heute dafür einkassiert, dass er Hartz-4 mit anschob.

Im Niedriglohnsektor herrschen Zustände, die man nur noch als menschenunwürdig bezeichnen kann. Jeder weis es. Die menschlichen Interaktionen werden von der Arbeitgeber ständig mit Demütigungen der arbeitenden Menschen begleitet. Wie ehemals in Fremdarbeiterlagern. Die Politik hat die Mmenschenwürde in diesem Sektor selbst verraten. Hier geht es darum, sich aus den Knochen der Ärmsten der Gesellschaft noch ein Süppchen zu bereiten. Wer hier arbeitet, hat weniger Schutz durch den Gesetzesgeber als die Hartzer.

Wer es nicht glauben will, sollte sich mal für 7,50 € Stundenlohn als Industrieputzer von einem solchen Zeitarbeitsunternehmen in einem westlichen Ballungsgebiet einstellen lassen. Dabei werden von 8 Arbeitsstunden nur 7 bezahlt (1 Std. für evtl. Freizeiten), was einem Monatsnettolohn von 890 € entspricht. Das ist die Realität in Oschand für Menschen ab 50, für Ausländer mit Arbeitsgenehmigung und den Rest der 10 Millionen Parias.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MarkH 05.03.2011, 16:03
16. einfach unglaublich

Zitat von README.TXT
Warum sind sie dann nicht schon längst im Ausland?
Akademiker sind die global verfügbaren denksklaven des 21. Jhr, während ganze Regionen in DE einfach aussterben werden.

Vor 20 Jahren habe ich Juristen für eine menschenverachtende Spezies gehalten - die kommen mir heute gegen Banker und Wirtschaftsinformatiker vor wie Engel.
Aber die Masse an Bankern, Juristen und Informatikern ergibt genau die Mischung von Hetzern wie wir es in diesem Land gewohnt sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Asirdahan 05.03.2011, 16:41
17. Ein Land mit hundert Prozent Eliten?

Akademiker und Hochqualifizierte muss es in einer Gesellschaft geben, das ist klar. Und Gering- oder Nichtqualifizierte brauchen wir nicht mehr, weil alles automatisiert wurde. Auch klar. Doch was soll man jetzt daraus ableiten? Wir können doch kein Volk nur von Akademikern und Hochqualifizierten werden.
Eine vorbildliche Gesellschaft ist gut durchmischt, da gibt es von den Eliten bis zu den Hilfsarbeitern alles, weil die Menschen nun mal unterschiedlich interessiert und begabt sind, und jeder wird auch gebraucht. Außerdem will auch der Geringqualifizierte essen und ein Dach über dem Kopf. Mindestens. Und auch er möchte an der Gesellschaft teilhaben.
Das findet bei uns nicht mehr statt. Hier wird nicht mehr jeder gebraucht, und zwar in dem Beruf, den er auszuüben imstande ist. Das schafft einen Haufen prekärer Beschäftigungen, bei denen nicht nur der Lohn, sondern auch die Tätigkeiten selbst nicht zu großen Anstrengungen ermuntern. Wer in unserem Lande nicht in jeder Hinsicht stromlinienförmig ist, geht unter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
levantiner 05.03.2011, 16:44
18. 25 Jahre und Akademiker...

Zitat von weltbetrachter
So funktioniert das: ALTER: unter 25 Jahre Zwei Sprachen fließend Akademisches Studium fünf Jahre Auslandserfahrung das ganze unter 2000 Euro brutto . Passen Sie da hinein ? . Wenn nicht - entweder zu alt oder überqualifiziert. So sieht Deutschland heute aus.
2.000 Euro brutto?
Mit 25 sind Sie Praktikant! Sie können froh sein, wenn Ihnen der Arbeitgeber die Monatskarte zahlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prefec2 05.03.2011, 16:45
19. Na das hört sich ja alles nach einer differenzierten Betrachtung an

Zitat von MarkH
Akademiker sind die global verfügbaren denksklaven des 21. Jhr, während ganze Regionen in DE einfach aussterben werden.
Das ist totaler Quatsch. Es ist schon Quatsch alle studierten als Akademiker zu bezeichnen oder darunter eine Bildungselite zu verstehen. Dazu kommt, dass wir gerade mal 1/3 der Bevölkerung mit Universitäts- und Fachhochschulabschlüssen versorgen können. Das bedeutet, der Rest muss ja auch was zu tun haben. Die Menschen sind ja nicht einfach weg. Und nicht jeder taugt zum Akademiker (wie sehr schön an unserem Verteidigungsminister a.D. zu sehen ist).

Ohne Zweifel sorgt die fortschreitende Automatisierung von einfachen Arbeiten dafür, dass es für Menschen mit einfacheren Bildungsabschlüssen immer schwerer wird. In Zukunft wird es hauptsächlich Jobs geben die entweder mit Modellen, Regeln und Strukturen zu tun haben (also Informatiker, Juristen, Ökonomen, Philosophen, Mediziner, Chemiker usw. usf.) und soziale Berufe, da Zuwendung nicht automatisierbar ist.

Anstelle aber jetzt zu jammern, sollten wir uns daüber unterhalten wie wir in einer Welt in der es immer weniger bezahlte Arbeit gibt die Ressourcen gerecht verteilen und allen (darüber hinaus) ein erfülltes Leben ermöglichen.

Zitat von MarkH
Vor 20 Jahren habe ich Juristen für eine menschenverachtende Spezies gehalten
Das hat wohl damit zu tun, dass Juristen oft auch Tätigkeiten verrichten müssen wo es darum geht anderen Menschen das Fell über die Ohren zu ziehen. Die guten Taten werden hier oft nicht so gesehen, geschehen sie doch im Kleinen.

Zitat von MarkH
die kommen mir heute gegen Banker und Wirtschaftsinformatiker vor wie Engel. Aber die Masse an Bankern, Juristen und Informatikern ergibt genau die Mischung von Hetzern wie wir es in diesem Land gewohnt sind.
Was spricht denn nun gegen Informatiker genau? Zugegeben sie tragen ihren Teil bei, dass Verfahren optimiert werden und somit auch Stellen abgebaut werden. Andererseits befreit uns deren Schaffen von geistloser Arbeit. Jetzt den Maschinenstürmer zu geben ist da doch reichlich sinnfrei, zumal das Problem ein anderes ist (was ich oben schon erwähnt habe).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 11