Forum: Leben und Lernen
Arbeitsmarktzahlen: Vollbeschäftigung unter Akademikern

Wer mit frischem Abschluss von der Uni kommt, hat derzeit beste Chancen auf einen Job: Unter Hochqualifizierten herrscht laut einem Zeitungsbericht derzeit Vollbeschäftigung. Schlecht sieht es dagegen für Jobsuchende mit weniger guter Ausbildung aus.

Seite 3 von 11
prefec2 05.03.2011, 16:53
20. Ich hör das immer wieder

Zitat von eigene_meinung
werden aber nur junge Universitätsabsolventen mit langjähriger Berufserfahrung und Auslandserfahrung gesucht, die mit einem Praktikantengehalt und Verzicht auf Kündigungsschutz einverstanden sind. Gleichzeitig werden weiterhin erfahrene Ingenieure "betriebsbedingt" entlassen - ohne Chance einen annähernd gleichwertigen Job zu finden.
Wo sind denn diese ganzen Ingenieure? Wenn es offiziell nur 2,5% arbeitslose Akademiker gibt, müsste dies ja auch so in etwa für Ingenieure gelten. Davon abgesehen habe ich in letzter Zeit viele Nachfragen nach Informatikern gesehen, aber leider nicht genug Informatiker. Im Süden sieht es dabei besonders schlecht aus.

Als einzigen Grund könnte ich mir natürlich vorstellen, dass viele ältere Ingenieure mit Familie nicht so einfach umziehen können, weil der Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin oder auch Familienangehörige noch vor Ort einen Job haben.

Davon abgesehen. Informatik-Absolventen (Master/Diplom Uni) bekommen im Schnitt 43000 EUR Jahresgehalt (in München mehr in SH weniger) davon kann man schon eine 4 köpfige Familie ernähren. mit etwas Berufserfahrung kann das auch mehr sein. Beim Staat ist das etwas weniger (T-VL 13), aber so richtig leiden muss man deshalb auch nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prefec2 05.03.2011, 16:57
21. .

Zitat von Newspeak
Jepp. In Deutschland werden Akademiker durch die Bank ausgebeutet. Selbst als Professor muß man sich fragen, wie viel dem Staat und der Gesellschaft eigentlich die jahrelange selbst erworbene Qualifikation wert ist. Aus der Politik kommen nur Sonntagsreden und purer Opportunismus, vor allem von Frau Merkel, der man auf keinen Fall mehr anmerkt, daß sie mal Naturwissenschaften studiert hat. Alle Ideale zwecks Machterhalt verraten.
W2 Professur sind ca. 5300 EUR im Monat. Wo ist denn da das Problem bitteschön. Zugegeben Bankvorstände bekommen mehr. Aber nur weil die sich die Taschen vollstecken und andere Vermögende den Staat also schlussendlich die Bevölkerung bescheißen kann man nicht sagen, dass das Gehalt eines Professors zu gering ist. Vielmehr bekommen andere deutlich zu viel.

Ich würde dem Banker einfach die Hälfte geben und dafür dem Straßenkehrer auch ein ordentliches Gehalt zahlen. Letzterer tut zumindest etwas für die Allgemeinheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aschmersal 05.03.2011, 17:01
22. Denksklaven und andere...

Zitat von MarkH
Akademiker sind die global verfügbaren denksklaven des 21. Jhr, während ganze Regionen in DE einfach aussterben werden. Vor 20 Jahren habe ich Juristen für eine menschenverachtende Spezies gehalten - die kommen mir heute gegen Banker und Wirtschaftsinformatiker vor wie Engel. Aber die Masse an Bankern, Juristen und Informatikern ergibt genau die Mischung von Hetzern wie wir es in diesem Land gewohnt sind.
Cooler Beitrag. Ich als Akademiker bin also ein Denksklave. Wenns in der Geschichte den Leibeigenen so gut ging wir mir, frage ich mich wirklich, warum die Sklaverei abgeschafft wurde. Und hoffe, dass das noch möglichst lange so weitergeht.

Und dann bin ich auch noch Wirtschaftinformatiker und damit eine "menschenverachtende Spezies". Interessant.

Ich frage mich, was ich nun bin. Täter oder Opfer. Noch mehr frage ich mich allerdings, welchem wirren Kopf der o.a. Unsinn entsprungen ist.

Bis ich darauf Antworten gefunden habe, genieße ich derweil den Umstand, das meiste richtig gemacht zu haben. Anständige Schulbildung, Studienrichtung mit Berufschancen (eben Winfo) und mich rechtzeitig um den Berufseinstieg gekümmert. Passt und reicht für ein gutes Leben.

PS: Im übrigen kann ich die Thesen in dem Artikel nur unterschreiben. Der Fachkräftemangel trifft uns genauso.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prefec2 05.03.2011, 17:03
23. Korrekt und doch daneben

Zitat von ThorIsHere
Haha super! Das sind doch mal gute Nachrichten. Zumindest für jemanden wie mich, der auf das seit den 80ern gepredigte Qualifikation, Qualifikation, Qualifikation gehört hat. In meiner Schulzeit wurde das damals schon rauf und runter gebetet. Lebenslanges lernen, flexibel sein, weiterbilden.
Es ist zwar richtig, dass wir uns heute stetig weiterbilden müssen und gerade in einer wissensbasierten Gesellschaft hier die Anforderungen recht hoch sind. Aber für viele Menschen ist das nicht leistbar. Es gibt einfach Menschen, die nicht zum Akademiker taugen und dazu gehören nicht nur gewisse Minister a.D. aus Guttenberg (der hat zumindest noch Abitur).

Wir müssen uns für die Zukunft jedoch Gedanken um jene machen, die eben nicht in der Lage sind "Wissensarbeiter" zu sein. Was machen wir mit denen? Auch die haben einen Anspruch auf ein erfülltes Leben. Das heißt sie brauchen eine Aufgabe in der Gesellschaft (selbstredend gelten auch hier die Menschenrechte: Wohnen, Arbeit, Essen, Freiheit usw)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
E.Cartman 05.03.2011, 17:20
24. ...

Zitat von Asirdahan
Akademiker und Hochqualifizierte muss es in einer Gesellschaft geben, das ist klar. Und Gering- oder Nichtqualifizierte brauchen wir nicht mehr, weil alles automatisiert wurde. Auch klar. Doch was soll man jetzt daraus ableiten? Wir können doch kein Volk nur von Akademikern und Hochqualifizierten werden.
Das werden wir auch nie, einfach weil sich die Definition von "hochqualifiziert" ändert. Früher bedeutete das zum Beispiel mal, dass jemand lesen konnte, und morgen trifft es vielleicht nur noch auf die erfolgreichsten 10% eines Studienganges zu. Das spricht nicht gegen breitere Bildung, aber man muss die Relationen eben in die Köpfe kriegen. 50% Abiturienten können nunmal nicht alle zu den oberen 25% der Gesellschaft gehören.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TS_Alien 05.03.2011, 17:20
25. .

Was sind schon 4500 Euro brutto im Monat?

Vielleicht mag das für einen Quereinsteiger in der IT-Branche reichen, für einen der angeblich händeringend gesuchten Informatiker ist das viel zu wenig. Denn Angebot und Nachfrage sollen sich doch auch im Gehalt widerspiegeln.

Vor rund 20 Jahren sind Gehälter von 10000 DM brutto im Monat für fähige Informatiker normal gewesen. Und heute? Bei der Nachfrage?

Ganze Berufsgruppen werden systematisch ausgebeutet, beim Gehalt übervorteilt, und andere Berufsgruppen wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld. Mit Angebot und Nachfrage hat das wenig zu tun, mit Leistung oftmals noch weniger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
E.Cartman 05.03.2011, 17:25
26. ...

Zitat von weltbetrachter
So funktioniert das: ALTER: unter 25 Jahre Zwei Sprachen fließend Akademisches Studium fünf Jahre Auslandserfahrung das ganze unter 2000 Euro brutto . Passen Sie da hinein ?
Dann dürfte in meinem Bekanntenkreis ja eigentlich niemand mit ansehnlichen Gehältern berufstätig sein, bzw. im Jahrgang über mir gerade derartige Verträge unterschrieben haben. Auf der anderen Seite erlebe ich diese Diskrepanz zwischen der Welt im Internet und der Welt in echt jetzt schon seit Jahren. Den vielen Beschwerden nach zu Urteilen sollte es unter meinen (überwiegend nicht genialen) Bekannten doch auch irgendjemanden geben, der es nicht geschafft hat einen Masterplatz zu finden.

Zitat von weltbetrachter
Wenn nicht - entweder zu alt oder überqualifiziert. So sieht Deutschland heute aus.
Tut es aus meiner Sicht zwar nicht, aber sollte man dann nicht vielleicht aufhören sich auf Deutschland zu beschränken?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponleser_2011 05.03.2011, 17:30
27. Vollbeschäftigung - aber welche Jobs?

Zitat von Dr. Jens Romba
Ich möchte doch zu gerne einmal wissen, welche Traumtänzer sich denn solche Zahlen ausdenken. Wäre die Lage am Arbeitsmarkt wirklich so derart rosig für Akademiker, müßte ich, Dr. rer. nat. und Diplom-Chemiker, ungebunden, mobil und sogar bereit, weltweit zu reisen zu leben und zu arbeiten, mich vor Jobangeboten eigentlich kaum retten können.
Habe mir mal Ihren Lebenslauf durchgelesen. Ohne Ihre Leistungen abwerten zu wollen: Es überrascht mich nicht, dass Sie keine Anstellung finden. Wenn jemand mit ca. 40 Jahren erst die Promotion abschließt und dann auch noch mit der recht mäßigen Note "cum laude" (wo selbst Leuten wie Guttenberg das summa cum nachgeworfen wird), dann ist es ja klar, dass man nicht mehr ganz so gefragt ist wie die jungen Hüpfer, die mit Top-Noten ihr Ding mit Ende 20 in der Tasche haben. Gute Chancen haben eben immer nur diejenigen, die auch im Vergleich mit den Mitbewerbern ordentlich dastehen.

Dennoch kann ich dem Artikel nicht vorbehaltlos zustimmen. Tatsächlich werden die Leute oft nur für Jobs im Vertrieb oder andere Tätigkeiten weit unter ihrem Qualifikationsniveau gesucht, möglichst billig und befristet. Jahrelanges Studium und das für eine Tätigkeit, die eigentlich auch ein Realschulabgänger erledigen könnte - nur der Doktor- oder Dipl.-Ing.-Grad kommt bei den Unternehmenskunden gut an. Für alles Anspruchsvollere wird Berufserfahrung vorausgesetzt, und wer die nicht hat, darf sich im Zweifel selbst nach der Promotion erst mal jahrelang als Praktikant und freier Mitarbeiter andienen. Klar bringt man die Leute auch so in Arbeit, aber das ist wirklich alles andere als das, was man den Leuten nach dem Abi "versprochen" hat. Von wegen schnelle Karriere und hoher Verdienst durchs Studium. So fragt man sich dann oft im Nachhinein, ob man nicht finanziell besser gefahren wäre, hätte man auf Abi und Studium verzichtet und stattdessen wie die weniger strebsamen Altersgenossen nach dem Realschulabschluss eine Lehre bei einem namhaften Autohersteller gemacht.
Und das Beispiel von Dr. Romba zeigt auch sehr anschaulich, dass es gerade ältere Arbeitnehmer schwer haben und selbst "abgeschlossenes Studium mit Promotion" alleine noch keine ausreichende Qualifikation ist - man muss auch noch Top-Noten haben und darf gegenüber den Mitbewerbern nicht "alt aussehen"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
-^_^- 05.03.2011, 17:31
28. .

Zitat von MarkH
Aber die Masse an Bankern, Juristen und ergibt genau die Mischung von Hetzern wie wir es in diesem Land gewohnt sind.
YMMD~ ^^

Dass Banker und Juristen nen schlechten Ruf haben war mir ja bekannt, aber _Informatiker_???

Kann mir mal jemand erklären, was die bösen Informatiker getan haben um das zu verdienen? ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
E.Cartman 05.03.2011, 17:36
29. ...

Zitat von MarkH
Akademiker sind die global verfügbaren denksklaven des 21. Jhr, während ganze Regionen in DE einfach aussterben werden.
Da kann ich die Aussage des Foristen Aschmersal nur unterschreiben, und ich studiere nicht unbedingt in einem Bereich der für einen Fachkräftemangel bekannt wäre. Und man kann nun zum Glück niemanden zwingen, in irgendeiner deutschen Region zu wohnen und zu arbeiten. Eine Menge Akademiker sind übrigens eben nicht "global verfügbar", sondern werden global gesucht bzw. interessieren sich einfach wie ich kaum noch dafür wie der Staat heißt in dem sie gerade sind.

Zitat von MarkH
Vor 20 Jahren habe ich Juristen für eine menschenverachtende Spezies gehalten - die kommen mir heute gegen Banker und Wirtschaftsinformatiker vor wie Engel. Aber die Masse an Bankern, Juristen und Informatikern ergibt genau die Mischung von Hetzern wie wir es in diesem Land gewohnt sind.
Jetzt sind schon Informatiker böse? Darf man denn überhaupt noch irgendwas mit guten Berufsaussichten (auch wenn die Juristen da vom Studienanfang betrachtet rausfallen) studieren und nicht als Volksfeind betrachtet werden? Was haben Ihnen die Informatiker denn getan?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 11