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Arbeitsmarktzahlen: Vollbeschäftigung unter Akademikern

Wer mit frischem Abschluss von der Uni kommt, hat derzeit beste Chancen auf einen Job: Unter Hochqualifizierten herrscht laut einem Zeitungsbericht derzeit Vollbeschäftigung. Schlecht sieht es dagegen für Jobsuchende mit weniger guter Ausbildung aus.

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Cephalotus 05.03.2011, 22:17
50. lorem ipsum

Zitat von TS_Alien
Was sind schon 4500 Euro brutto im Monat? Vielleicht mag das für einen Quereinsteiger in der IT-Branche reichen, für einen der angeblich händeringend gesuchten Informatiker ist das viel zu wenig. Denn Angebot und Nachfrage sollen sich doch auch im Gehalt widerspiegeln. Vor rund 20 Jahren sind Gehälter von 10000 DM brutto im Monat für fähige Informatiker normal gewesen. Und heute? Bei der Nachfrage?
Programmiersprachen werden weltweit verstanden. Das produzierte Gut kann heute nahezu kostenlos mit Lichtgeschwindigkeit über den Globus verteilt werden.

Haben Sie wirklich dieselbe Leistungsfähigkeit wie 20 indische Programmierer zusammen?

Ansonsten haben Sie scheinbar auch extrem hohe Ansprüche, wenn Ihnen ein Gehalt von 63.000 Euro pro Jahr bereits als Ausbeutung vorkommt.
Das liegt weit(!) über dem Median, wenngleich der für den Lebensunterhalt teure Standort Stuttgart das etwas relativiert.

mfg

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TS_Alien 05.03.2011, 22:33
51. .

Zitat von 1thomas
... 4500 € brutto sind 2500 € netto für einen Alleinstehenden mit Steierklasse 1. Das wären also 5000 Dm netto. Wenn Sie sich mal daran erinnern, was man mit 5000 Dm vor 10 Jahren machen konnte, dann haben sie die Erklärung für fast alle wirtschaftlichen Probleme in D. 90 % aller Wirtschaftsforen könnte man schliessen und dafür das grosse Euroforum aufmachen.
So langsam nähern wir uns dem Kern aller Probleme in Deutschland: Die Löhne sind in den letzten Jahren real extrem gesunken, jedenfalls für die meisten Arbeitnehmer. Die Kaufkraft muss jedoch vorhanden sein, um überhaupt eine ordentliche Binnennachfrage erzeugen zu können. Export ist nicht alles. Darüber hinaus müssen die indirekten Steuern drastisch reduziert werden, da sie die Gering- und Normalverdiener viel zu sehr belasten.

Ich habe nicht behauptet, dass 4500 Euro brutto im Monat wenig ist. Es ist aber sicherlich nicht genug für diejenigen, die angeblich händeringend gesucht werden und - einmal im Job - für ziemlich viel Umsatz sorgen.

Natürlich kann man sich als Informatiker selbständig machen. Aber sicherlich nicht in jedem Bereich, z.B. in F+E.

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tommycat 06.03.2011, 00:54
52. Vom Studium wird dringend abgeraten!

Zitat von atomkraftwerk
Was sagt Vollbeschäftigung schon aus? Viele unbezahlte oder schlecht bezahlte Praktikantenjobs, wovon man seine Familie nicht ernähren kann und auch keine Perspektive hat. Alles Augenwischerei. Man gehe mit Uni-Abschluss mal zum Arbeitsamt - die haben nichts was auch nur annähernd der Qualifikation entspricht. Und selbst wer sich mit weniger zufrieden gibt bekommt nur Zeitarbeit oder ein Praktikum, und für 5 Euro Stundenlohn soll man auch noch tausendmal dankbar sein und die Betriebsfahrten unentgeldlich mit dem Privat-kfz machen und das eigene Werkzeug mitbringen. ... Irgendwann muss mal Schluss sein mit diesen Dumpinglöhnen, täglich 12 - 14 h schuften und dann reichts gerade mal fürs Essen, nee.
Ich begleite eine junge Absolventin beratend bei ihrer Jobsuche und bis erschüttert, was inzwischen auf dem Arbeitsmarkt abgeht:
Vor 2 Jahren, als sie als eine der ersten ihr Bachelorstudium (B.A.) abschloss, war dieser in D noch herzlich unbekannt. Aber man kannte die Berufsakademie (BA) und entsprechend waren die wenigen Angebote, immerhin 1.800 brutto bei 3 h täglicher Fahrt.
Inzwischen schließt sie ihren Master ab, aber es hat sich doch nicht so viel geändert: Trotz Lehre, Berufserfahrung und Zwangspraktika während des Studiums wird der Absolvent grundsätzlich als absolut unwissend angesehen, der keine Ahnung von gar nichts hat und lediglich eine Bürde darstellt. "Sorry, für eine Absolventin können wir nur 2.500 bezahlen, Sie haben hohe Fahrtkosten? Das tut uns leid, aber Sie sollten dankbar für unser Angebot als Assistentin sein, da lernen Sie was!" Na ja, sie hat ja schon sehr viel gelernt, aber sie sollte vielleicht doch für diesen 10h-Job dankbar sein, denn ansonsten werden fachbezogen fast nur Praktika angeboten!
Eigentlich wollte sie ja dann aus lauter Verzweiflung noch promovieren, aber das hat sie aus gegebenem Anlass aufgegeben. Nein, sie wird das machen, was <atomkraftwerk> schrieb: Sie geht in die Schweiz, denn dort kennt man sowohl B.A. als auch M.A. und, oh Wunder, man honoriert diese Abschlüsse sogar korrekt!
Fazit: Die 3/5 Jahre bis zum Abschluss, in denen man nicht nur nichts verdient, sondern auch noch Studiengebühren zahlen darf <"denn die Akademiker verdienen ja später deutlich besser als die übrigen Arbeitnehmer!" -HA!>, sind eine schlechte Investition, wenn man in D bleiben möchte! Die faktische Ausbeutung unserer Jungakademiker ist langsam unethisch und kontraproduktiv, wenn inzwischen Personaler schon für eine Empfangsdame von einem 'abgeschlossenes Hochschulstudium' träumen!

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Klaus.G 06.03.2011, 09:41
53. Von wegen............

tauende Akademiker sind arbeitslos. Ich bin selbst ein Beispiel, Dipl.-Kfm, langjährige Erfahrung, mehrsprachig und total mobil, aber zu alt mit 52 oder überqualifiziert!! Mehr als 300 Bewerbungen verschickt. Und jetzt...........?

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1thomas 06.03.2011, 09:42
54.

Zitat von TS_Alien
So langsam nähern wir uns dem Kern aller Probleme in Deutschland: Die Löhne sind in den letzten Jahren real extrem gesunken, jedenfalls für die meisten Arbeitnehmer. Die Kaufkraft muss jedoch vorhanden sein, um überhaupt eine ordentliche Binnennachfrage erzeugen zu können. Export ist nicht alles. Darüber hinaus müssen die indirekten Steuern drastisch reduziert werden, da sie die Gering- und Normalverdiener viel zu sehr belasten. Ich habe nicht behauptet, dass 4500 Euro brutto im Monat wenig ist. Es ist aber sicherlich nicht genug für diejenigen, die angeblich händeringend gesucht werden und - einmal im Job - für ziemlich viel Umsatz sorgen. Natürlich kann man sich als Informatiker selbständig machen. Aber sicherlich nicht in jedem Bereich, z.B. in F+E.
Und das kernproblem in D ist nicht, wie man mit 4500 € brutto auskommt, sondern wie die zurechtkommen, die einen Facharbeiter- oder Meisterlohn haben.

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czarpeter 06.03.2011, 10:34
55. Geht es noch?

Zitat von Aschmersal
Um sie mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen: Zum Thema "4.500 Brutto ist nicht viel": Mit diesem Einkommen gehört man sicher nicht zu den Top-Verdienern in Deutschland. Es reicht aber für einen Single absolut aus, um anständig leben zu können und auch eine 4-köpfige Familie gut durchbringen zu können. Dieses Referenz-Einkommen würde ich definitiv der Mittelschicht zurechnen. Wo ist also das Problem? Zum Thema "Früher gabs 10.000 Brutto". Auch Ende der 80er/Anfang der 90er hat nicht jeder 10.000 brutto gehabt. Das mal vorweg. Diese Summe war auch damals ein Gehalt für eine absolute Fach- oder Führungskraft. Inflationsbereinigt wären das heute so zwischen 6.500 und 7.000 im Monat. D.h. zw. 78k und 84k brutto im Jahr. Das ist sicher ein gutes Gehalt, aber als Experte in einer IT-Abteilung oder gar in einer Führungsposition ist dieses Einkommen alles andere als ungewöhnlich. Mit 5+ Jahren Berufserfahrung als Dipl-Winf ist das eine realistische Perspektive. Zum Thema "Ausbeutung": Wer halt als 300000ster Sozialpädagoge den Arbeitsmarkt penetriert, wird sich auf ein geringes Einkommen einstellen müssen. Genau wie die verträumte Bäckerei-Verkäuferin, die lieber DSDS schaut als sich um ihre Karriere zu kümmern. Wir leben in einer Marktwirtschaft. Das ist eine extrem schlechte Gesellschaftsform (aber immer noch die Beste, die zur Auswahl steht): Und dort werden die Gehälter eben vom Markt festgelegt. Generell gibt es präzise eine Person, die an Ihrem geringen Einkommen schuld ist. Und das sind Sie selbst.
Was ist denn das fuer Stuss? So schauen wir uns doch mal die Aerzte und Zahnaerzte an, die verdienen ja ganz ordentlich (durchschnittlich so 110k EUR pa ), wo ist da der Markt? Gleiches gilt fuer Anwaelte, wo ist der Markt. Aber es lebt sich ja schoen wenn man das glaubt, was einem als bequem erscheint. Uebrigens mit 120k pa gehoeren Sie in die Klasse der 10% Bestverdienenden in DE. Aber Sie glauben ja und wissen nichts. Wir waere es mal mit lesen statt schreiben?

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czarpeter 06.03.2011, 10:39
56. Woher das Wissen?

Zitat von atomkraftwerk
Was sagt Vollbeschäftigung schon aus? Viele unbezahlte oder schlecht bezahlte Praktikantenjobs, wovon man seine Familie nicht ernähren kann und auch keine Perspektive hat. Alles Augenwischerei. Man gehe mit Uni-Abschluss mal zum Arbeitsamt - die haben nichts was auch nur annähernd der Qualifikation entspricht. Und selbst wer sich mit weniger zufrieden gibt bekommt nur Zeitarbeit oder ein Praktikum, und für 5 Euro Stundenlohn soll man auch noch tausendmal dankbar sein und die Betriebsfahrten unentgeldlich mit dem Privat-kfz machen und das eigene Werkzeug mitbringen. >50% der Akademiker gehen erfahrungsgemäss eh ins Ausland, entweder gleich oder nachdem sie von den ach so dringend Fachkräfte suchenden Firmen in den Allerwertesten getreten wurden. Woanders wird man mit Kusshand genommen, nur in Idiotendeutschland nicht. Und bzgl. der angesprochenen 4.5k brutto, das mag zwar zum Leben geradeso reichen, aber ein angemessenes Gehalt für Fachkräfte und Experten ist es bei weitem nicht (oder war es halbtags gemeint?). Irgendwann muss mal Schluss sein mit diesen Dumpinglöhnen, täglich 12 - 14 h schuften und dann reichts gerade mal fürs Essen, nee.
Wieviel Prozent bekommen wohl 4500 EUR pro Monat? Ja sage und schreibe weniger als 10% der Bevoelkerung. Viele Professoren bspw. weniger, Sie muesssen ja ein toller Typ sein, wenn Sie davon nicht leben koennen oder meinen Sie das zynisch?

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polyglotter Kosmopolit 06.03.2011, 10:56
57. Warum alles in einen Topf werfen?

Es kommt doch darauf an, was man unter dem Begriff "Akademiker" subsumiert. Das Feld ist doch sehr heterogen. Was haben ein Diplom-Kaufmann, ein Informatiker, ein Deutschlehrer, ein Chemiker, ein Jurist und ein Arzt gemeinsam, außer dass sie studiert haben? Jeder hat für sich ein ganz anderes Berufsfeld, ganz unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten.

Momentan werden Geisteswissenschaftler wie Germanisten, Historiker, Anglisten, Romanisten, Altphilologen usw. wieder gesucht, weil es einen akuten Lehrermangel an Gymnasien gibt. Das war vor 10-20 Jahren nicht so. Und in spätestens 10 Jahren wird es wieder vorbei sein.

Offizielle Zahlen aus den Arbeitsämtern sind sowieso für den Papierkorb, weil "Akademiker" dort erst als allerletztes nach Hilfe suchen.

Schwarz sehe ich die Zukunft für Informatiker und Sofware-Spezialisten. Wenn es irgendeine Berufssparte gibt, in die junge Studierende aus Indien, China, Indonesien usw. drängen, dann ist es die Software-Branche. Und da dort alle auf Englisch kommunizieren, wird die Konkurrenz bald sehr groß werden.

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b_russel 06.03.2011, 10:57
58. Indische Programmierer

Zitat von Cephalotus
Programmiersprachen werden weltweit verstanden. Das produzierte Gut kann heute nahezu kostenlos mit Lichtgeschwindigkeit über den Globus verteilt werden. Haben Sie wirklich dieselbe Leistungsfähigkeit wie 20 indische Programmierer zusammen?
Die Schwierigkeit beim Programmieren liegt nicht im Beherrschen der Programmiersprache oder der Bibliotheken. Die kann ein durchschnittlich begabter 14-jähriger meistern, wenn er sich ein paar Wochen damit auseinander setzt.

Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, zu verstehen, was der Anwender eigentlich braucht (das weiß der meistens selber gar nicht so genau) und das abzubilden. Und da ist räumliche Nähe und gleiche Muttersprache ein sehr großer Vorteil. Sonst gäbe es im teuren Europa schon lange keine Programmierer mehr.

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czarpeter 06.03.2011, 11:01
59. Woher haben Sie den Unfug?

Zitat von TS_Alien
Was sind schon 4500 Euro brutto im Monat? Vielleicht mag das für einen Quereinsteiger in der IT-Branche reichen, für einen der angeblich händeringend gesuchten Informatiker ist das viel zu wenig. Denn Angebot und Nachfrage sollen sich doch auch im Gehalt widerspiegeln. Vor rund 20 Jahren sind Gehälter von 10000 DM brutto im Monat für fähige Informatiker normal gewesen. Und heute? Bei der Nachfrage? Ganze Berufsgruppen werden systematisch ausgebeutet, beim Gehalt übervorteilt, und andere Berufsgruppen wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld. Mit Angebot und Nachfrage hat das wenig zu tun, mit Leistung oftmals noch weniger.
So wo bitte sind die tausenden Stellen fuer Informatiker zu finden. Und ein Informatiker hat auch vor 20 Jahren keine 10000 DM pro Monat im Durchschnitt verdient, genauso wenig wie jetzt 10000 EUR. Was ist das fuer ein Stuss, den sie da schreiben? Und in 20 Jahren gibt es DE wahrscheinlich keine Informatiker mehr, weil man billiger in Indien, China oder sonst wo programmieren laesst.

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