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Arbeitspensum von Pädagogen: Sportlehrer sollten endlich mehr arbeiten!
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Was macht mehr Mühe: Goethes "Faust" für die Oberstufe vorbereiten - oder mit dem Fußball in die Turnhalle schlappen? Eben. Ein Deutschlehrer fordert mehr Unterrichtsstunden für seine Sportkollegen.

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pecx 03.05.2018, 06:21
1.

Ja, es werden sowieso gleich die üblichen "Heult nicht rum" "Alle Lehrer haben eh um 13 Uhr Feierabend" Sätze kommen. Dass da dann mal wieder jemand keine Ahnung von unserem Job hat, ist zum Glück jedem rational halbwegs kompetenten Leser bewusst.
Und dennoch möchte ich sagen, dass die Fächerwahl einen nicht benachteiligen sollte. Ich selbst bin kein Sportlehrer, sondern unterrichte ähnliche (wenn nicht gleich korrekturintensive) Fächer (im Schnitt 5-6 Steiten pro Klassenarbeit). Auch ich schaue mit Neid auf meinen Sportkollegen, der neben mir sitzt und an Unterrichtsvor- und Nachbereitung nicht allzu viel zu tun hat.
Das gleicht er aber zum Beispiel dadurch aus, dass er viele unentgeltliche Zusatzaufgaben an der Schule übernimmt und den Schülern und Eltern bei vielerlei Problemen in einem Maße zur Seite steht, wie es kein anderer tut. Und selbst wenn er nur Dienst nach Vorschrift machen würde: Wir haben in Deutschland nicht das Problem, dass irgendwer zu wenig arbeitet.
Wir haben hier das Problem, dass es die Arbeitgeber immer wieder schaffen uns gegeneinander auszuspielen, neidisch zu machen, sodass wir nicht etwa generell weniger Arbeitszeit fordern, sondern durch die Lande ziehen und unsere Kollegen anschwärzen, niederreden und ihnen den Respekt für ihre tägliche Arbeit ermangeln lassen.

Jeder Arbeitnehmer sollte sich Gedanken machen, wenn er mal wieder von den "faulen Lehrern" oder einer x-beliebigen anderen Berufsgruppe mehr Arbeit verlangt, ob es nicht viel angebrachter wäre, wenn er für sich einfach weniger/flexiblere Arbeit bei gleichem Gehalt fordern würde!

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fördeanwohner 03.05.2018, 06:28
2. -

Die Frage zur Abstimmung ist nicht besonders geeignet, um der Thematik gerecht zu werden. Ich würde anders herum argumentieren. Es sollte geschaut werden, wie groß die Belastung der jeweiligen Lehrkraft ist. Ein Sportlehrer, der eine Profilklasse unterricht, macht auch Theorie und lässt lange Klausuren schreiben. Und wenn er/sie dann vielleicht noch Deutsch als zweites Fach hat, wäre es ziemlich unfair, dieser Lehrkraft mehr Stunden aufzudrücken, oder nicht?
Diejenigen, die eine große Belastung durch z.B. Korrekturen haben, sollten einen Ausgleich bekommen. So rum wird ein Schuh draus.

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noalk 03.05.2018, 06:28
3. Es ist tatsächlich so

Ich kenne einen Sportlehrer, der - als Quereinsteiger - dieses Fach gewählt hat, weil er dann den Arbeitstag gemütlich hinter sich bringen kann, und das bei einem vergleichsweise geringen wöchentlichen Deputat.

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Marc Rosenberg 03.05.2018, 06:40
4. Schluss mit der Neiddebatte

Ja, Sport bereitet weniger Arbeit. Ebenso Kunst oder Musik, Daher haben Lehrer dieser Fächer in der Regel auch ein etwas höheres wöchentliches Deputat, wie im Artikel beschrieben. Meiner Meinung nach ist das damit auch abgegolten und in Ordnung.

Natürlich könnte man jetzt eine Rangliste der Fächer nach Aufwand erstellen. Dann noch einen Faktor für Jahrgangsstufe und Klassenstärke. Anzahl der Klassenleitungen berücksichtigen. Jedes schwer-erziehbare Kind muss natürlich extra Geld geben. Hoher Migrationsanteil an der Schule - das muss sich schon bei den Bezügen niederschlagen. Drei Kinder mit Anwalts-Eltern in der Klasse? Nochmal 50€ obendrauf. Englisch-Lehrer Herr Smith ist zweisprachig aufgewachsen, daher fällt ihm eh alles viel leichter, da wärs nur recht und billig er verdiente weniger. Oder eher mehr weil er vielleicht extra-guten Unterricht macht? Hm...

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teacher20 03.05.2018, 06:45
5.

Ich bin Lehrer mit den Fächern Englisch, kath. Religion und Ethik an einer Berufsschule mit Oberstufengymnasium. Die Kritik des Kollegen kann ich durchaus nachvollziehen, obwohl ich nur ein "Hauptfach" mit größerem Korrekturaufwand habe. Seine Ansicht über den Sportunterricht ist etwas holzschnittartig. Ein Blick in den Sportlehrplan zeigt, dass hier durchaus Anspruchsvolles geleistet werden soll, wenn auch der Leistungsgedanke in diesem Fach praktisch nicht mehr existent ist und die Schüler überhaupt nur noch zu sportlicher Bewegung "motiviert" werden sollen (zugegeben: heute schon sehr viel). Ein Sportlehrer, der sein Fach ernst nimmt (die Sache mit dem Fußball als Vorbereitung kommt mir aber aus meiner eigenen Schulzeit bekannt vor), kommt ebenfalls nicht ohne Vorbereitungen aus. Sportleistungskurse, die es nach einer erneuten "Reform" (quasi die Rolle zurück in die End-70er und 80er Jahre, allerdings unter G8) in meinem Bundesland wieder geben kann, erfordern im Bereich "Sporttheorie" ebenfalls das Anfertigen schriftlicher Klausuren.
Der Rat "Augen auf bei der Fächerwahl" ist nicht so opportunistisch, wie der Kollege meint. Wer z.B. zwei korrekturintensive Fächer wie Deutsch und Französisch wählt (eine Kollegin mit Korrekturen in der Fachoberschule und im Gymnasium in beiden Fächern; Klassen- bzw. Kursarbeiten übers Jahr und Abschlussprüfungen, plus Zweitkorrekturen musste sich das vom Abteilungsleiter sagen lassen), ist selber Schuld.
Was den Arbeitsaufwand angeht: man hört immer wieder von dem enormen Vorbereitungsaufwand in schriftlichen Fächern, die den guten Lehrer (angeblich) ausmachen. Ich möchte es drastisch formulieren: wer nach Jahren im Dienst immer noch unter den Vorbereitungen stöhnt, macht sicher nicht alles richtig. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich den Arbeitsaufwand zu erleichtern und auch das ist Teil des Lernprozesses, den ein guter Pädagoge im Lauf der Jahre durchmachen sollte.

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bananaropa 03.05.2018, 06:50
6. Unsinn!

Sportehrer*innen an Berufskollegs korrigieren Klausuren, Grund- und Leistungskursklausuren. Zum Beispiel für die Klassen in der Ausbildung der Freizeitsportleiter, Gesundheit und Soziales, Gymnastiklehrer*innen, etc. Statt sich auf eine fächerspezifische Neiddebatte einzulassen und Mehrarbeit zu fordern, sollte sich der Autor lieber für die tarifbeschäftigten Kolleg*innen engagieren, die immer noch 600 Euro weniger netto verdienen als die beamteten Kolleg*innen. Da gibt es noch eine Menge zu tun.

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funatiker 03.05.2018, 06:55
7. Was mir ein Lehrer mal anvertraute

Jeder Lehrer muss sich überlegen, wann er mehr tun will, während des Studiums oder während der Arbeit in der Schule.
ein mathematik oder Physikszudium ist arbeitsintensiver als Germanistik, auch ein Dportstudium ist nicht ohne.
Als frischer Lehrer ist dann die Arbeitdbelastung erstmal gleich, aber bri Fachlehrern für Mathematik und ähnliches nimmt sie stetig ab, da der Lehrstoff immer gleich bleibt, bei Deutschlehrern sieht das anders aus, da ändert sich ständig der Lehrstoff.
Ich denke während des Studiums hat der Deutschlehrer nicht gejammert

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Theya 03.05.2018, 06:56
8. Ach Gottchen

Dass ich das noch erleben darf: Lehrer, die über zu hohe Arbeitsbelastung klagen. Ich werde an Sie denken, wenn Sie im Sommer sechs Wochen, im Herbst nochmal zwei, zu Weihnachten, Fastnacht, Ostern, etc. Ferien haben, an Ihrem beweglichen Ferientag und beim Lehrerausflug. Vielleicht können Sie sich ja ein bisschen erholen, wenn Sie an einer Fortbildung teilnehmen, die - natürlich - nicht in einem der oben genannten Zeiträume stattfindet, sondern während des Schuljahrs. Denn selbstverständlich habe ich es mit meiner jederzeit kündbaren, befristeten Anstellung um Einiges besser als Sie.

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Flying Rain 03.05.2018, 06:59
9. Also ehrlich

Also erhlich das ist jetzt mimimi auf ganz großem Niveau. Als ob er das nicht vorher schon wusste. Es ist nichts neues das Fächer wie Deutsch und zum Beispiel Englisch mit die Fächer mit dem höchsten Korrekturaufwand sind. Er hat sich bewusst dafür entschieden weil nirgens wird so etwas verheimlicht.

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