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Arger um dienstliche Mail-Adressen von Lehrern: Keine_E-Mail@brandenburg.de
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In Brandenburg kommunizieren viele Lehrer über private E-Mail-Adressen mit Schülern. Das birgt Sicherheitsrisiken - und zeigt, wie schwer es den Ministerien fällt, Schulen digital fit zu machen.

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ole#frosch 20.01.2019, 13:02
1. Wahnsinn, wie machen das nur private Unternehmen

Dort gibt es ja auch Heim Arbeitsplätze, die beschäftigen erhalten E-Mail Adressen und einen Zugang zu diesen über exchange oder andere Zugänge.
Es gibt VPN Zugänge um von außerhalb auf das Firmennetzwerk zuzugreifen und dort auf die Daten. Inzwischen sogar claudbasiert.
Wahnsinn, es ist 2019 und nicht 1999.
Wer managed denn da was in der Schulbehörde.
Wofür wird das Geld ausgegeben?
Die armen Mitarbeiter, wetten in der Schulbehörde haben die meisten A12+ Mitarbeiter eine eigene E-Mail Adresse.

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Sibylle1969 20.01.2019, 13:13
2. Ich fasse es nicht

Es kann doch nicht so schwer sein, Lehrkräften eine dienstliche Mailadresse zu geben. Dazu einen VPN-Zugang.
Eine Lehrerin, die ich kenne, nutzt für die dienstliche Kommunikation mit Eltern eine dedizierte Adresse bei einem Freemailer. Allerdings schaut sie da weder am Abend noch am Wochenende noch im Urlaub rein. Ein anderer Lehrer kommuniziert mit Eltern über WhatsApp, weil die Eltern das so wünschen. Beide Varianten sind aus Datenschutzgründen natürlich eigentlich ein No-Go in Zeiten von GDPR.

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trex#1 20.01.2019, 13:16
3.

Ich gehe mal davon aus, dass es keinen einzigen Fall gibt, in dem dieses Problem in der Praxis relevant war, sonst wäre es im Artikel erwähnt worden.
Angesichts der gewaltigen Probleme bei der Digitalisierung nicht nur der Schulen ist es verwunderlich, mit wie viel Energie und Geld man hier ein Problem lösen will, das bisher niemand hatte.
Dann müsste man auch regeln, dass kein Lehrer mehr von seinem privaten Telefon oder Smartphone dienstliche Gespräche mit Kollegen, Eltern oder Schülern führen darf.
Also wäre die einfachste Lösung, dass die Kommunikation nur noch über die Schule läuft, außerhalb des Privatbereichs, wie in anderen Unternehmen auch.

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sheldon2019 20.01.2019, 13:17
4. Peinlichkeit auf Bundesebene

Sichere E-Mail-Adresse und Online-Arbeitsumgebung für Lehrkräfte - Scheinbar unschaffbar in Deutschland. NRW doktort seit Jahren an Logineo herum, angeblich ist es ab Februar 2019 zu benutzen. Warum kann Brandenburg nicht auf den Zug aufspringen?
Manchmal frage ich mich, ob die Kultusministerien eigentlich voneinander wissen oder ob das "Kooperationsverbot" auch ein striktes Kontaktverbot beeinhaltet.

Für diejenigen Leser, die sich jetzt fragen, warum das alles so wichtig sein sollte: Höchst private Daten von Schülernoten über ganze Zeugnisse bis hin zu ärztlichen und therapeutischen Gutachten werden heute sowohl von Eltern als auch von Lehrern einfach per E-Mail versendet oder auf Plattformen wie Dropbox etc. zwischengespeichert... von den unsicheren Computern der Lehrkräfte ganz abgesehen. Untersagt man den Lehrkräften die "Heimarbeit", müsste der Staat Milliarden in die räumliche und die IT-Ausstattung der Schulen investieren.

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phthalo 20.01.2019, 13:17
5. Nur die Spitze des Eisbergs

Ich unterrichte Physik und Chemie an einem Gymnasium. Ein Großteil der Kommunikation mit Lehrern, den Ämtern und den Eltern wird über EMails gemacht. Die Vorbereitung auf den Unterricht geht auch fast nur noch über das Notebook. Die Zensuren und Bewertungen sind im Notebook hinterlegt.
Und bekommen Lehrer ev. einen Dienstnotebook - dass obendrein auch noch entsprechend angesichert ist?
Nein. Notebook und Software müssen sich Lehrer selbst kaufen, um von der Steuer dann ev. 1/3 davon wieder zubekommen. Aber auch nur dann, wenn dieses Notebook ausschließlich dienstlich genutzt wird. Sonst gibt es gar nichts.
Ich möchte mal einen Angestellten in einer Firma sehen, der sich sein Notebook selbst kaufen und einrichten und absichern müsste. Ich bin Seiteneinsteiger in den Schuldienst und habe 17 Jahre in Unternehmen gearbeitet und sowas noch nie erlebt. Ein Unding!!

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pelbaum 20.01.2019, 13:32
6. Einfach umsehen

Gibt es bis heute kein einziges Land auf der Welt, bei dem man es sich abgucken kann, wie man dieses Problem vernünftig löst?

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m82arcel 20.01.2019, 13:32
7.

Jede deutsche Universität bekommt es hin: eigene E-Mail Adresse für jeden Beschäftigten und jeden Studierenden, eigenen Cloud-Speicher auf eigenen Servern, Plattform mit Raum für jedes einzelne Modul, Notenverwaltung, individuelle Übersicht der Module ("Stundenplan") für jeden, Videoaufzeichnungen der Vorlesungen, Wikis, Umfragen, usw für jedes einzelne Modul, Messages, Benachrichtigungen, etc. für jeden. Die Software gibt es, die Hardware wird von einer Hand voll Leute betreut und das alles für über 15.000 Leute an der hiesigen Uni.
Es ist nicht nötig, das Rad neu zu erfinden: es braucht nur eine relativ kleine Abteilung pro Stadt/Gemeinde, um die nötige Infrastruktur für mehrere Schulen zu verwalten und schon hätten wir die "digitale Schule".

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spiegeltue 20.01.2019, 13:33
8. Hochschulen machen das schon immer

Hochschulen haben seit Jahrzehnten eigene E-Maiadressen für Studenten und Lehrkräfte. Warum soll das für eine normale Schule nicht möglich sein? Ich war jahrelang RZ-Leiter an der Hochschule, wie bei den anderen war das kein Problem.

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havel23 20.01.2019, 13:37
9. keine Verpflichtung

Es gibt mehrere kostenlose Internet-Plattformen, über die Lehrer Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen können, und die gleichzeitig auch die Einrichtung von dienstlichen Email-Accounts ermöglichen. Beispiel: claroline. Dass sie so wenig genutzt werden, liegt vor allem daran, dass die Schule keine rechtliche Handhabe hat, die Lehrer dazu zu verpflichten. Die Lehrer selbst haben in der Mehrzahl nach meiner Erfahrung keine Motivation, sich damit auseinanderzusetzen.

Dienstliche Emailaccounts sind im übrigen nicht sicherer als private. Im Gegenteil: Kenne ich eine Lehrer-Dienstadresse, kenne ich alle Adressen der betreffenden Schule. Und an diese Adressen eine Sammel-Mail zu schicken mit dem Inhalt: Lieber Kollege, im Anhang das Protokoll der letzten Stunde, dürfte Hackern leichtes Spiel bieten.
Kollegen, die eine Dienstadresse haben, nutzen in der Regel lieber ihre private Adresse, "weil da nicht so viele unerwünschte Mails" ankommen.

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