Forum: Leben und Lernen
Armut in der Schule: "Ich habe mich so geschämt"
DPA

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Seite 2 von 18
openda 19.06.2018, 08:43
10. Früher normal

vor 40 Jahren musstei ich auch mit löchrigen Socken und kaputten Hosen zur Schule. Für die Klassenfahrt bekam ich ganze 5 DM mit. Gehänselt zu werden war normal. Es wird sich nie ändern.

Beitrag melden
Der_Franke 19.06.2018, 08:43
11. Jugendwahn in Deutschland

Man muß nur mal nach Hartz IV googeln. Eine Vielzahl von Artikeln beschäftigt sich mit der Kinderarmut, aber kaum welche mit der Altersarmut. Wenn man es hier normal findet, daß Menschen nach 30-40 Jahren Arbeit ergänzende Sozialhilfe (=Grundsicherung) beantragen müssen, um über die Runden zu kommen, frage ich mich, mit welcher Berechtigung junge und gesunde Menschen, die nicht mal ihr eigenes Leben durch Erwerbstätigkeit sichern können, Kinder in die Welt setzen und ein ganze Industrie dafür auch noch mehr Geld verlangt. Fazit: Es gibt kein Recht auf Kindern, sondern erst einmal die Verpflichtung, dem Steuerzahler nicht auf der Tasche zu liegen. Während junge Familien im Hartz IV Bezug gut alimentiert werden, obwohl sie für die Gesellschaft (=Steuern) noch nichts geleistet haben, verabschiedet man Ältere im Niedriglohnsektor in die Altersarmut. Kein Land geht so schändlich mit den Alten um wie Deutschland.

Beitrag melden
p2063 19.06.2018, 08:43
12.

an absolut jeder Schule die ich besucht habe gab es einen Fonds, der mittellosen familien zur Verfügung stand damit ihre Kinder mit auf Klassenfahrt konnten. Gibt es heute keine Fördervereine oder ähnliches mehr an Schulen die sich um sowas kümmern?

Beitrag melden
beegee 19.06.2018, 08:46
13. Es gibt Hilfe - sogar vom Staat

Ich weiß, es ist sicher nicht schön, Hilfe annehmen zu müssen und sich ein zu gestehen, dass man arm ist.
Aber: schon zu meiner Schulzeit (1980er-Jahre) gab es in der Regel einen Förderverein an Schulen, der in vielen Fällen eingesprungen ist.

Heute gibt es dazu noch das BuT (Bildungs- und Teilhabepaket). Hier kann man ebenfalls - vom ach so bösen Staat, der ja nix tut - Gelder beantragen. Sogar Beiträge für Sportvereine, Musikschulen etc.

Und obendrauf gibt es in vielen Städten noch private Initiativen, wo Schulranzen und Schulmaterial übernommen wird, Essen in der Schulkantine übernommen wird etc.
Allein: Die Schulen müssen einbezogen werden und man muss sich bemühen.
Und natürlich wäre es besser, es gäbe mehr Geld für Familien. Aber käme das wirklich bei den Kindern an?

Beitrag melden
keksguru 19.06.2018, 08:47
14. ich bin Architekt und würde das trotzdem nicht mitmachen

einfach weil ich das nicht einsehe, daß in der Mittelstufe eine Klassenfahrt schon mal 1000 Euro kosten kann. Die Mutter im Twitter hat da etwas gepostet was meine Eltern mir auch nicht bezahlen konnten - nur ist das 35 Jahre her. Auf den 200-Euro-Schulranzen sind auch schon viel zuviele hereingefallen, oder der 120 Euro-Taschenrechner... da sind gewaltige Einsparpotentiale, denn mit teurem Schulzubehör werden allzuviele Eltern beschissen. Und es würd auch nicht schaden, beim Elternabend etwas vehementer zu protestieren wenn es um Ausflüge geht die jede Woche ein paar Hunderter kosten. "Ich hab das Geld nicht und ich würde es begrüßen wenn man Ausflüge machen könnte, die sich alle Eltern leisten könnten".

Beitrag melden
stern69 19.06.2018, 08:48
15. Und warum jammern sie hier ?

Zitat von alex2k
schon Mal auch. Bin mit 12 nach Deutschland eingereist. Auf eine meiner ersten Klassenfahrten hat mein Vater mir damals 12 DM gegeben, als Taschengeld. Für glaube ich 10 Tage oder so. Als die anderen Kinder das erfuhren, Haben diese mir dann ihr Geld gespendet.
Auf einer meiner ersten ? Hatten sie schjon mehrere Klassenfahrten ? Ich hatte genau eine nach Fehmarn. Da alle Verpflegung gestellt wurde benötigten wir kein weiteres Taschengeld. Kein Kind hatte irgendwelche Elektronikartikel mit. Noch Fragen ?

Beitrag melden
Max Super-Powers 19.06.2018, 08:49
16.

Ich frage mich ganz ehrlich, wo hier der Skandal liegen soll. Ja, natürlich, für die betroffenen Kids und deren Eltern ist das sicherlich nicht schön. Ich kann es nachvollziehen, auch als ich Kind war (da war Kiesinger noch Kanzler...) hatten wir es nicht sonderlich dick. Aber: ein jeder ist seines Glückes Schmied. Soll bedeuten, wenn ich mir schon das Leben nur mit einem Partner gerade eben mit Ach und Krach leisten kann, sollte ich mir wirklich die Frage stellen, ob überhaupt ein Kind angebracht wäre. Wie dieser Artikel ja beweist, schön und spaßig ist es nicht, wenn die Kohle einfach nicht reicht.

Natürlich entspricht es dem Zeitgeist, dies als gesamtgesellschaftliches Problem darzustellen, das auf staatlicher Ebene, u.U. durch höhere Zahlungen usw. gelöst werden sollte. Ich indes sehe es etwas anders. Wieso sollte der Steuerzahler für die schlechten Entscheidungen einzelner aufkommen? Immerhin ist es, "Unfälle" mal ausgenommen, ziemlich leicht, Empfängnisverhütung zu betreiben. Kondome gibt es an der Supermarktkasse, Hartz IV übernimmt auch die Zahlungen für die Pille. Es mag hart klingen, aber wir leben nun mal in einer abartig teuren Welt. Wer sich kein Kind leisten kann, muss eben aufpassen.

Beitrag melden
cabeza_cuadrada 19.06.2018, 08:49
17. eigene Erfahrungen

Zitat von kiwi.pro
Selbst wenn man sich es ohne Hilfe leisten kann, frag ich mich warum 5 Tage Klassenfahrt knapp 500? kosten müssen. U.a. finzieren die Eltern die......
in meiner Schulzeit ging es auf Klassenfahrt in der unmittelbaren Nähe. Jugendherberge am See und fertig, toll war es jedes mal. Heute werden die Kids meist schon in der Grundschule auf Auslandstrips angefixt. London oder Paris sollte es schon sein, Tagsüber Stadtbesichtigung und abends in Gastfamilien abgeschoben die sich damit etwas zuverdienen. (tolle Zustände) Dann haben die Lehrer Zeit sich dem Nachtleben in der Metropole zu widmen. Ich kann nur allen Eltern raten sowas zu boykotieren, egal ob man es sich leisten kann oder nicht.

Beitrag melden
freigeistiger 19.06.2018, 08:50
18. Armut macht krank

Armut ist Stress. Und Stress macht krank. Armut ist deshalb Körperverletzung. Die Kinder haben für die Zukunft schlechte Chancen, da sie notwendige soziale Kontakte nicht pflegen können. Umfeld ist für das Leben eine der wichtigsten Einflussfaktoren für die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung. In der Familie läuft das Programm Kein Geld, nein geht nicht, immer mit. Dadurch ist alles doppelt so aufwändig und anstrengend.

Beitrag melden
BoMo_UAE 19.06.2018, 08:52
19. War schon immer so

Als ich Teenager war vor 40 Jahren hatte meine alleinerziehende Mutter die selben Probleme. Ich lernte frueh. das nicht alles geht oder ich selbst dafuerwas tun musste. Dies ist kein neues Phaenomaen.

Beitrag melden
Seite 2 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!