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Aufnahmetest fürs Medizinstudium: Wiener Universität bevorzugt Frauen
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Da wird mit zweierlei Maß gemessen: Weil beim Aufnahmetest für angehende Ärzte nicht genügend Frauen durchkamen, änderte die Universität Wien das Verfahren - Bewerberinnen brauchen künftig weniger Punkte. Viele Studenten, auch weibliche, wehren sich gegen die "Quotenfrauen"-Regel.

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Battlemonk 05.08.2012, 14:47
1.

Zitat von sysop
Viele Studenten, auch weibliche, wehren sich gegen die "Quotenfrauen"-Regel.
Immerhin scheint die Generation langsam fortgeschrittener zu werden als die Jammernasen ala Ulla Schmidt, wenn es aber möglich ist DASS rechtlich abzusichern frag ich mich ob Österreich wirklich ein Rechtsstaat ist.

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DMenakker 05.08.2012, 14:52
2.

Was ist denn passiert?

Es hat lediglich eine Uni zum ersten Mal zugegeben, was schon seit Jahrtausenden bekannt ist. Es mag zwar sein, dass Mädels in der Schule fleissiger sind als Jungs und dadurch bessere Noten schreiben, in der Summe aller Eigenschaften sind sie Jungs eben trotzdem unterlegen.

Dass diese simple Erkenntnis dazu führt, dass man - um "Gerechtigkeit" zu bekommen - nicht mehr Männer mit Frauen vergleicht, sondern jedes Geschlecht untereinander für sich, ist eigentlich nur die logische Konsequenz.

Wenn ich wüsste, dass bei einer komplizierten chirurgischen Operation eine Frau das Messer schwingt, würde ich vom OP Tisch hüpfen.

Ich find das ganze so herrlich political incorrect. Mal sehen ob der Beitrag durchgeht.

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matthias_b. 05.08.2012, 14:58
3. Unglaublich

Da fehlen einem doch glatt die Worte. Und wenn ich schon wieder was von Genderquatsch und "umgekehrter Diskriminierung" (genauso wie "umgekehrter Rassismus, als wenn es eine exotische Ausnahme wäre, dass Schwarze Weiße nicht leiden können) lesen muss, frage ich mich, wie lange ich es hier noch aushalten kann.

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criticalck 05.08.2012, 15:05
4. Quote eben

Jede selektive Quote ist diskriminierend. Möglich, dass die Quote rechtlich zulässig ist, irgendwie hält sich ja auch die Wehrpflicht noch, mit der Begründung das "gleich" eben nicht "gleich" bedeutet. Jedem und jeder mit einem Mindestmass an moralischer Vernunft, muss so was doch aufstossen. Man könnte schliesslich noch weiter Quoten einführen. Z.B. bin ich mir sicher, dass Personen mit höherem IQ besser in den Tests abschneiden, also solche mit niedrigem. Die Lösung wäre also, dass nur Personen nur innerhalb ihrer IQ-Gruppe um einen Studienplatz konkurrieren. Schliesslich findet sich für jede Frau sicher ein Mann, der genau so blöd ist.

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Marc87 05.08.2012, 15:09
5. quoten und so

" Im Studium und später als Ärzte müssen beide die gleiche Leistung bringen, daher muss auch die Leistung des Eignungstests gleich bewertet werden.", sagte er im "Kurier" "

Naja: Das hängt von den Prämissen ab. Ich persönlich glaube ja nicht, dass Männer bessere Ärzte als Frauen sind. Wenn dem so ist, dann sollte es im Mittel eigentlich auch gleich viele männliche und weibliche Studenten geben.

Dem ist aber scheinbar nicht gegeben gewesen. Wieso? Männer und Frauen unterscheiden sich bzgl. ihrer Begabungen, aber vor allem bzgl. ihrer Erziehung. Wenn der Test mehr Männer selektiert hat, dann kann das daran liegen, dass Attribute abgeprüft wurden, die eher auf männlicher Seite ausgeprägt sind(Zahlenlogik). Wenn man schlechte Indikatoren wählt, kann man entweder diese Anpassen, oder die Auswertung beeinflussen.

Ich persönlich halte Auswahltests ja eh für reichlich bescheuert. Normalerweise lernt man den Stoff im Studium beginnend mit den elementaren Dingen. Vorwissen ist zwar hilfreich, aber bringt einem nach ein paar Semestern nix mehr. Auswahltests sagen daher was über die schulische Bildung, Erziehungen und Interessen vor dem Studium aus. Ein Rückschluss auf Leistungen im Studium oder gar im Berufsleben find ich schwachsinnig.

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KrC 05.08.2012, 15:13
6. optional

Gut zu wissen, also werden die "schlechteren" Möglichkeiten der Quote zu liebe gefördert.... Sollte ich mich jemals in Österreich gesundtheitlich versorgen lassen müssen weiss ich nun wenigstens das ich drauf bestehen werde mich nicht von einer mutmaßlichen minderwertigen Quotenärztin behandeln zu lassen.

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cassandros 05.08.2012, 15:15
7. die (Ver)Fassung wahren

Zitat von sysop
Da wird mit zweierlei Maß gemessen: Weil beim Aufnahmetest für angehende Ärzte nicht genügend Frauen durchkamen, änderte die Universität Wien das Verfahren - Bewerberinnen brauchen künftig weniger Punkte. Viele Studenten, auch weibliche, wehren sich gegen die "Quotenfrauen"-Regel.
Es drängt sich die Frage auf, ob Ö.reich eine der dt. vergleichbare Verfassung hat, in der (auch) steht, daß niemand wegen ...
benachteiligt werden dar.

(Ich weiß, hierzulande interessiert das auch niemanden, aber prinzipiell steht ja die juristische Rechtmäßigkeit einer derartigen Ungleichgewichtungn im Raume.)

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Bollwanger 05.08.2012, 15:19
8. Prozessausgang

Auf den Ausgang des Verwaltungsprozesses dürfen wir gespannt sein. Den wird es nämlich gewiss geben, so juristisch umkämpft wie Medizinstudienplätze sind.

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alex_st 05.08.2012, 15:28
9. Chancengleichheit vs. Ergebnisgleichheit

Ich bin immer wieder erstaunt dass in der „Gleichberechtigungsdiskussion“ offensichtlich Chancengleichheit mit Ergebnisgleichheit verwechselt wird. Es wird also nicht angestrebt dass Männer und Frauen die gleichen Möglichkeiten bei gleicher Qualifikation haben sondern dass das Ergebnis gleich, also 50:50 ist.

Abweichungen von 50:50 werden dann als diskriminierend interpretiert, obwohl jedem klar sein sollte dass das kompletter Quatsch ist: sollten sich z.B. auf Bewerberseite 20 Frauen 80 identisch qualifizierten Männern gegenüber sehen, wäre das Ergebnis einer fairen Auswahl immer noch 20:80.
Wenn wir jetzt anfangen Ergebnisgleichheit zu erzeugen indem wir die Regeln anpassen wäre ich dafür dies auch im Strafrecht zu tun: Gefängnisse sind ja immer noch die gesellschaftlichen Institutionen mit der größten Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.

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