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Aufsichtsbeschwerde und Online-Plattform: Müssen Lehrer die AfD fürchten?
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Die AfD geht gegen unliebsame Lehrer vor: In Bremen hat sie eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht, in Hamburg will sie Pädagogen über eine Online-Plattform der Schulbehörde melden. Was erlaubt ist - und was nicht.

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Stefan12345678 12.06.2018, 09:40
10. Wille der AFD

Ich vermute die AFD will halt nicht, dass der Lehrer die AFD negativ darstellt, weil es seine Meinung ist. Und die AFD bekommt es natürlich mit, wenn Kinder von AFD'lern zu Hause darüber sprechen oder wenn eben ein Lehrer z.B. die AFD nicht bespricht, sondern außen vor lässt.

Es ist jedoch ganz klar die Aufgabe z.B. des Politiklehrers seiner Schulklasse die Parteien vorzustellen und die Unterschiede rauszuarbeiten, bzw. diese Unterschiede von den Schülern rausarbeiten zu lassen. Und da ist die AFD nunmal leider inzwischen so groß, dass man sie behandeln muss. In dieser Arbeit sollte dann aber auch relativ schnell rauskommen, was das für ein politischer Haufen ist. Die Schüler sollten sich dann selbst ein Bild machen, ob sie das gut finden oder hoffentlich nicht gut finden, was die AFD da macht.

Und in meinen Augen ist auch nur das der richtige Weg, man muss sich mit allen rechten Parteien beschäftigen und in dieser Arbeit sachlich erkennen, dass die in nahezu allen Punkten populistische Thesen verbreiten, die sich aber bei genauerer Betrachtung in Luft auflösen. Wenn z.B. Lehrer meint, Parteien wie AFD und NPD oder Pro NRW einfach nicht zu thematisieren, fehlt da einfach die Aufklärung.

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kpkuenkele 12.06.2018, 09:44
11. Keine Politik für Kinder

Politische Diskussionen sollten mit Jugendlichen kein Problem sein. Diese sind bereis fähig, sich eine eigene Meinung zu bilden, wie alle Eltern wissen. Kinder vor der Pubertät sind dagegen noch nicht zur kritischen Reflexion in der Lage. Hier verbietet sich die politische Ansprache aus ethischen Gründen. Leider sieht man öfters schon Grundschüler mit selbstgemalten Plakaten hinter ihren Lehrern bei politischen Demonstrationen mitmarschieren. In diesen Fällen hat der Pädagoge versagt.

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Ein_denkender_Querulant 12.06.2018, 09:47
12. Blockwartmentaliät und Stasimethoden versus AfD

Zitat von lahozdeoro
"Die Partei beobachtet zum Teil sehr genau, was Pädagogen im Unterricht behandeln - und wie sie es tun." Kann mir mal jemand erlären, wie das geschehen soll? Werden da die Schüler befragt oder welche, möglicherweise sehr fragwürdigen, Methoden werden da angewandt?
Auch diesen Spiegelartikel kann man als Lehrer mit seinen Schülern diskutieren und Vergleiche zur Stasi und zu Blockwarten in der Nazizeit diskutieren.

Was glauben sie, was Schüler selbstständig herausarbeiten würden?

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mostly_harmless 12.06.2018, 09:47
13.

Der Lehrer in Bremen hat ein Portal erwähnt, das die Aktivitäten der Rechtsextremen in Bremen beobachtet. Aus Sicht der Rechtsextremen ist das "die Schüler für seine politische Agenda einzuspannen". Recht haben sie.

Die Agenda lautet Demokratie.

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whitewisent 12.06.2018, 10:10
14.

Nunja, bei den Beifallskommentaren hier ist ja alles klar, oder? Man ist sich hoffentlich einig, daß es erstmal auf das Unterrichtsfach ankommt.In Physik, Mathematik oder Chemie ist die Behandlung der AfD oder Parteien eher unüblich. Genauso kommt es auf die Jahrgangsstufe an, in der man sowas einbindet. Natürlich gehört da dann auch die AfD neben den anderen sechs im Bundestagsparteien vertretenen Parteien behandelt. Das Problem ist vieleicht eher, daß Lehrer ihre persönliche Überzeugung bei der Auswahl von Beispielen wie deren Bezug einfließen lassen, und Eltern dabei nicht mit einbinden. A-Religiosität bedeutet ja auch nicht, daß jemand nicht über Christentum, Buddhismus und Jesiden lehrt. Es ist aber schein ein Unterschied, ob man die Katholische Kirchen anhand von Inquisition, Kreuzzügen und Kindesmißbrauch beschreibt, oder über die Grundsätze im Neuen Testament, die Aktivitäten der Caritas oder die Kunstsammlung des Vatikans. Ausgewogenheit der Argumente ist da genauso bedeutsam wie der Anteil, dem man jeder Partei gibt. Und das es vereinzelt da zu Fehlentwicklungen kam und kommt. Wer will das ausschließen?

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londo 12.06.2018, 10:20
15. Aha

Zitat von mostly_harmless
Der Lehrer in Bremen hat ein Portal erwähnt, das die Aktivitäten der Rechtsextremen in Bremen beobachtet. Aus Sicht der Rechtsextremen ist das "die Schüler für seine politische Agenda einzuspannen". Recht haben sie. Die Agenda lautet Demokratie.
... dieser Lehrer hat das Portal "erwähnt".
Zählt jetzt eine Erwähnung zu einer politischen Agenda?
Und woher wissen die Rechtsextremen, was genau der Lehrer gesagt/erwähnt hat?
Vom Hören-Sagen? Von stiller Post?

Ich frage mich gerade, wieviele Lehrer aufgrund ihrer "Erwähnungen" in meiner Schulzeit "an den Pranger gestellt" worden wären ...
Wir Schüler (egal ob Kind oder Jugendlicher) haben sehr schnell gemerkt, wenn etwas "seltsam" war und haben uns darüber lustig gemacht ... da bedrufte es keiner "Erwähnung" von Lehrern.

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tormos 12.06.2018, 10:21
16. Ja.

Zitat von mostly_harmless
Die Agenda lautet Demokratie.
Ja, aber leider meist in einer recht naiven Pippi-Langstrumpf-Vorstellung. Die besten Lehrer in unserer Schule waren die, die offen für ihre Einstellung eingestanden sind. Sei es ein überzeugter Marxist, oder eine Geschichtslehrerin die mit uns das Vogelschiss-Thema bis zum Erbrechen diskutiert hat (inklusive Grabsteine putzen auf dem jüd. Friedhof). Das hat mehr bewirkt als das grün-angehauchte Gesäusel des grauen Restes.
Die AfD glaubt Antworten zu bieten. Man kommt heute zumindest nicht mehr an den entsprechenden Fragen vorbei, und wenn es nicht wirklich Antworten sind, so ist es oft eine Diskussionsgrundlage. Wie gehe ich mit Flüchtlingen um? Wie gehe ich mit Abschiebungen um? Wie gehe ich mit dem Begriff Deutschland um? Darf man stolz auf sein Land sein? Auf diese Fragen muss man sachlich eingehen können, wenn man der AfD nicht das Feld überlassen möchte. Die Schüler müssen in der Lage sein selbständig zu reflektieren, und dazu gehört eben auch, dass sie hin und wieder Meinungen haben, die nicht in ein linkes Weltbild passen. Die Schüler müssen lernen frei zu denken. In der Zukunft wird sich der Islam seinen Platz in dieser Gesellschaft erstreiten wollen. Die Antwort muss sein, dass nicht Kruzifixe aufgehängt werden, sondern das was Europa ausmacht - nämlich der Geist der Aufklärung - in den Vordergrund gestellt werden.

PS (ein bißchen Whataboutism): Und der AfD Unwissenschaftlichkeit vorzuwerfen, hebt die anderen Parteien auf ein Level, das sie nicht wirklich verdient haben. ;) Wissenschaft habe ich während meiner Schullaufbahn (90er Jahre) nur da getroffen, wo keine Politik präsent war. Sobald Politik auftauchte, kamen Dogmen auf. Und die beiden beißen sich nunmal gerne ;)

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Leser 007 12.06.2018, 10:22
17. Beeinflussung

Was für ein Blödsinn.
Es ist doch genau umgekehrt: Die allermeisten Lehrer sind Grüne und Linke und seeeehr weit entfernt von Positionen, die von der AFD vertreten werden.
Das könnte sich natürlich irgendwann ändern, wenn Lehrer zunehmend mit den unlösbaren Problemen zu kämpfen haben, die wir dank der ungesteuerten Massenmigration bekommen.

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Leser161 12.06.2018, 10:29
18.

Zitat von samsix
Aber genau die Entwicklung des kritischen Geistes wollen die In dieser Partei Aktiven ja gerade verhindern!
Dazu müsste sie dann aber auch gegen rechte Lehrer vorgehen. Was sie nicht tut. Also keine Gefahr.

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kumi-ori 12.06.2018, 10:43
19.

Zitat von kpkuenkele
Politische Diskussionen sollten mit Jugendlichen kein Problem sein. Diese sind bereis fähig, sich eine eigene Meinung zu bilden, wie alle Eltern wissen. Kinder vor der Pubertät sind dagegen noch nicht zur kritischen Reflexion in der Lage. Hier verbietet sich die politische Ansprache aus ethischen Gründen. Leider sieht man öfters schon Grundschüler mit selbstgemalten Plakaten hinter ihren Lehrern bei politischen Demonstrationen mitmarschieren. In diesen Fällen hat der Pädagoge versagt.
Ich stimme Ihnen zu, wenn es sich um die CSU oder die SPD, die Grünen oder die Linken handelt. Das sind alles ganz normale Parteien im politischen Spektrum, die verschiedene Prioritäten setzen, aber insgesamt auf den gesellschaftlichen Grundwerten der Bundesrepublik fußen. Die Abmischung der parlamentarischen Mehrheit bedingt ein Minimum an Übersicht und sollte daher eine Mindestreife voraussetzen.

Bei der AFD ist das grundsätzlich anders. Die AFD steht im Widerspruch zu allgemeinen Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens und dies ist auch für Grundschüler bereits erfassbar. Deshalb glaub ich, dass mit angemessener Inhaltstiefe auch diese Schüler bereits vor der AFD gewarnt werden sollten. Das gilt übrigens keineswegs nur für die AFD. Auch beispielsweise vor dem Islamischen Staat sollte in den Schulen durchaus bereits gewarnt werden.

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