Forum: Leben und Lernen
Aufträge vom Pentagon: Die Naivität der deutschen Forscher
AFP

Das amerikanische Verteidigungsministerium gibt deutschen Hochschulen Geld: für Forschung zu erblich bedingten Tumoren etwa. Ist doch harmlos, sagen viele Unis jetzt. Und verdrängen dabei offenbar, dass die Amerikaner vor allem eins interessiert - wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.

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Newspeak 25.11.2013, 19:40
1. ...

Tja, würden die Landesregierungen ihrem Auftrag nachkommen, ausreichend finanzielle Mittel für Hochschulen zur Verfügung zu stellen, bräuchte es das Drittmitteleinwerben beim amerikanischen Militär nicht. Sowas kommt eben von sowas.

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bio1 25.11.2013, 19:49
2. Bei Gladio keine Forschungsfreiheit!

Der schweizer Historiker Daniele Ganser arbeitet als Dozent an einer schweizer Universität und bestätigt Spannungen und Schwierigkeiten, die seine wissenschaftlichen Abhandlungen über Geheimarmeen der NATO (“Gladio”) hervorbrachten.
“Sie machen sich einfach keine Vorstellungen, wenn sie glauben, die Forschungsfreiheit ist garantiert. Es ist sie nicht. Wenn sie in diesen Themen arbeiten, dann müssen sie wirklich ein Modell haben, wie sie sich finanzieren, wenn der Minister sie entlässt."
Staatsterrorismus: Bei Gladio keine Forschungsfreiheit! |

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andree_nalin 25.11.2013, 19:52
3. Wo bleibt die Kontrolle?

Ein "kleines" Zubrot ist immer gerne Willkommen, da guckt man nicht so genau hin, von wem der Auftrag kommt. Und das Ganze wird noch mit Steuergeldern unterstützt. Unverständlich, dass einzelne Unis die Einsicht in die Bücher verweigern. Wo bleibt die politische Aufsicht , oder wissen die davon?

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Sok Rat Es 25.11.2013, 19:53
4.

Zitat von sysop
Das amerikanische Verteidigungsministerium gibt deutschen Hochschulen Geld: für Forschung zu erblich bedingten Tumoren etwa. Ist doch harmlos, sagen viele Unis jetzt. Und verdrängen dabei offenbar, dass die Amerikaner vor allem eins interessiert - wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.
Gibt es eigentlich irgendwas, das sich nicht militaerisch nutzen laesst? Oder andersrum gefragt: Wenn die gleiche Tumorforschung von der DFG oder dem Gesundheitsministerium finanziert worden waere, haette man dann die Ergebnisse nicht veroeffentlichen duerfen, weil auch das US-Militaer darauf Zugriff hat?

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multi_io 25.11.2013, 20:01
5.

Zitat von sysop
Das amerikanische Verteidigungsministerium gibt deutschen Hochschulen Geld: für Forschung zu erblich bedingten Tumoren etwa. Ist doch harmlos, sagen viele Unis jetzt. Und verdrängen dabei offenbar, dass die Amerikaner vor allem eins interessiert - wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.
Jetzt komme ich wieder mit der unpopulären Meinung, die da lautet: Immer her mit der Kohle und den Forschungsaufträgen. Solange auch nur irgendein in Deutschland ansässiges Institut oder eine Uni was davon hat, sollte man zugreifen, sonst tun es nämlich andere. So viele Gelegenheiten gibt's ja nicht, deutsche Institute und Forscher zu fördern und weiterzubilden, und das dann auch noch von ausländischen Steuerzahlern bezahlt zu kriegen. Wenn die Bundesregierung deutsche Steuergelder an US-Unis vergibt und dortigen Wissenschaftlern ermöglicht, Know-How auszubilden, dann würde hier alle ob dieses Ausverkaufs deutscher Interessen und Gelder an die überschuldete USA zetern. Aber wenn es umgekehert läuft, dann man zu etepetete und ziert sich auch wieder?

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ginakatze 25.11.2013, 20:03
6. ganz schön praktisch

bei uns forschen lassen und dann die Ergbnisse beim Patentamt in USA anmelden und für die amerikanische Wirtschaft und das Militär verwenden. So umgeht man Spionage, weiss der Geier warum die diese Forschungen nicht in den USA machen lassen

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facepalme 25.11.2013, 20:16
7.

Zitat von sysop
... Und verdrängen...wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.[/url]
Ja Gott, man darf da nicht so PC-deutsch Kriegsbremse spielen. Das sogenannte 'dual use' Problem gibt es mit so ziemlich allem. Es sei vermerkt, dass man mit einem Kugelschreiber oder Bleistift viele der angesehensten menschlichen Kulturleistungen erledigen kann. Man kann viel Gutes damit tun. Oder jemanden damit toeten, wenn man weiss, wie. Da hat es einen mehr oder weniger bekannten Prozess um so einen Fall schon gegeben. Dasselbe ist wahr fuer eine Unmenge an Dingen im Haushalt, und ganz besonders fuer alles Wissen. Bestes Beispiel sind ja Atombomben vs. Kernkraftwerke, oder die Strahlenmedizin.

Ich denke gratis Geld ist gratis Geld, das sollen die ruhig nehmen im Austausch fuer eine Kopie der Resultate. Vor allem, weil die deutschen Streitkraefte dann vielleicht auch mal ein bisschen Feuer unter dem Hintern bekommen besser zu werden, und nicht sowas wie den G36 Murks zu fabrizieren.

Zu der Zivilklausel: Da kann ich ja nur lachen. Zu meiner Zeit haben die Leute nebenan an der Uni alle froehlich Kampfflugzeuge erforscht. Man nennt es dann einfach Hochleistungsfluggeraete und schon ist man rum um die Klausel, dual use sei Dank.

Zu verlangen keine militaerische Forschung in Deutschland zu betreiben ist hahnebuechen. Nur dass wir es eben kaum selbst hinbekommen das Wasser zum Kochen zu bringen, sondern mal wieder die Amis brauchen, ist der eigentliche Skandal.

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AriadneMedea 25.11.2013, 20:25
8. Wahrscheinlich haben sie Cannabis in Washington legalisiert..

und kämpfen hier für die Zulassung, damit die Forschungsergebnisse misslingen. Die Sprengstoffe und Waffen die da sind reichen doch wohl mehrfach um uns in die Luft zu jagen.

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caracho! 25.11.2013, 20:26
9.

Wie die Amis so schön sagen "There is no such thing as a free lunch...."
Gratis Geld verteilt das Pentagon sicher nicht. Grade das Pentagon erwartet für gute Dollars auch gute Leistung - nur weil das militärische Motiv zur Förderung auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, heisst nicht, dass es keines gibt. Und da das Pentagon das Verteidigungsministerium (oder besser Angriffsministerium) eines anderen, wenn auch "befreundeten" Staates ist, sollte man schon zumindest einen oder 2 Momente drüber nachdenken, ob die potenziellen Ergebnisse womöglich die Interessen der Uni oder auch Deutschlands verletzen könnten - unabhängig von der militärischen Nutzungsfrage.
Saludos

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