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Aufträge vom Pentagon: Die Naivität der deutschen Forscher
AFP

Das amerikanische Verteidigungsministerium gibt deutschen Hochschulen Geld: für Forschung zu erblich bedingten Tumoren etwa. Ist doch harmlos, sagen viele Unis jetzt. Und verdrängen dabei offenbar, dass die Amerikaner vor allem eins interessiert - wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.

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specialsymbol 25.11.2013, 23:52
40. Die Institute werden angehalten sich selber Geld zu besorgen

Aber dann bitte nur aus Quellen die der Öffentlichkeit genehm sind. Keine Untersuchungen an dicken Kindern gesponsort von der Nahrungsmittelindustrie. Keine Forschungen in Physik gesponsort von dem US-Militär.
Wen wundert es wenn sich niemand dran hält? In der Politik wird sich auch an nichts gehalten. Das Verhalten wird sozusagen vorgelebt. Unabhängige Wissenschaft gibt es nur wenn die Finanzierung gesichert ist. Und nicht wenn jedes Semester neu Drittmittel nachgewiesen (für den Praxisbezug) und sich beworben und gebettelt werden muß.

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ex_t_kunde 26.11.2013, 01:54
41. Die Physiker

Der Schweizer Duerrenmatt hat vor 52 Jahren eine hervorragende Komoedie ueber das Thema Forschung und moegliche militaerische Nutzung geschrieben, die ich hiermit jedem nahelegen moechte: "Die Physiker"

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warhead187 26.11.2013, 02:30
42.

kriege und das militär waren schon immer eine große triebfeder der forschung... viele sachen würde es sonst heute in der form nicht geben (zb internet, medizin ect) und uns allen ist bekannt das die bundesregierung sich wie dagobert duck verhält, wenns um bildung geht.Denn nur ein beschränkter geist ist folgsam, da er es nicht besser weiß

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RobPtrs 26.11.2013, 02:52
43. So isses.

Zitat von Newspeak
Tja, würden die Landesregierungen ihrem Auftrag nachkommen, ausreichend finanzielle Mittel für Hochschulen zur Verfügung zu stellen, bräuchte es das Drittmitteleinwerben beim amerikanischen Militär nicht. Sowas kommt eben von sowas.
Wenn den Deutschen ihr Wissen nichts wert ist, dann kaufen es eben die Amerikaner mit Kusshand.

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gustavsche 26.11.2013, 02:53
44. Was hat das mit Naivität zu tun?

Die Forscher betreiben seriöse, moralisch einwandfreie und vernünftige Forschung. Nur weil irgendwelche linksradikalen Gruppen meinen, man dürfe nicht fürs Pentagon arbeiten, ist die Forschung noch lange nicht falsch. Was glauben die eigentlich? Dass sie die moralischen Standards definieren und alle anderen sich danach zu richten hätten? Die Reaktion ist auch keine Naivität. Wie sollen die Forscher denn reagieren? Betroffen? Die Forscher können gar nicht angemessen reagieren, weil es nicht statthaft ist: Angemessen reagieren hieße, diese Linksradikalen als Spinner und Gutmenschen abzukanzeln. Denn die Linksradikalen glauben, man müsse nur die Bundeswehr abschaffen, man dürfe nicht einmal militärische Forschung (zwecks Defensive) betreiben und man habe gefälligst immer klein beizugeben. Und schon hätte man Frieden. So eine Haltung zeugt von Naivität.

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gustavsche 26.11.2013, 03:22
45.

Zitat von alex300
Man sollte davon ausgehen, dass das, was erfunden werden kann, auch erfunden wird. Wenn die Atombombe nicht von den Amis gebaut wäre, würde sie von den Russen ein paar Jahre später gebaut. Sei froh, dass die Nazis zu beschäftigt auf dem Ostfront und mit den ständigen Bombardements der Briten waren, und es nicht geschafft hatten die Bombe zu entwickeln. DAS wäre die Katastrophe.
Ich habe mich in der letzten Zeit häufiger mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki beschäftigt. Die Hysterie und die moralischen Vorhalten den Amerikanern gegenüber kann ich immer weniger abgewinnen. Es ist krankhaft deutsch und mich erinnern diese Vorhaltungen immer mehr an meine ersten Schuljahre in der DDR. Die Lehrerin hat uns Erst- oder Zweitklässlern über die Atombombe erzählt ("böse Amerikaner!"). Man fragt sich im Nachhinein: Warum werden zu junge Kinder mit etwas belästigt, was sie nicht verstehen können? Es kann nur der Indoktrinierung dienen. Genauso das Gesülze über Faschismus. Entsprechend allergisch reagiere ich darauf, wenn man den Amerikanern die zwei Atombombenabwürfe vorhält.

Ich wüsste auch nicht, warum diese Atombomben moralisch nun so viel zwielichtiger gewesen wären als eine konventionielle Bombardierung. Es hätte fast genauso viele Tote gegeben, etliche Blindgänger (die uns in Deutschland bis heute beschäftigen) und die Japaner hätten weitergekämpft. Die Japaner nahmen ja auch die Bombardierung Tokios hin.

Die Atombomben waren echte Friedensbringer, weil die Japaner einsehen mussten, dass Schicht im Schacht ist. Es gab einen Waffenstillstand und dann kurz darauf das Ende des zweiten Weltkriegs.

Da gibt es noch eine zweite Propaganda-Lüge: Einige Lehrkräfte sind der Auffassung, die Atombombenabwürfe wären ja auch deshalb ungerechtfertigt, weil sie nach Kriegsende stattgefunden hätten. Als Kriegsende galt der 8. Mai, aber doch eigentlich nur für Europa. Eine halbe Wahrheit ist schon eine ganze Lüge, denn der Pazifikkrieg war schließlich noch voll im Gange. - Und wenn man sowas Kindern erzählt, dann setzt sich das fest, dann entsteht eine antiamerikanisches Ressentiment. Bei mir hat es zum Glück nicht gefruchtet.

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zeitmax 26.11.2013, 03:50
46. Dann lieber gleich nach Kalifonien

Dann lieber gleich nach Kalifonien wie Kanzlergatte Prof.Sauer ? Der arbeitet dort - seit 1990!!! - für Firmen, die hauptsächlich das Pentagon als Auftraggeber haben...

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ollimorp 26.11.2013, 06:12
47.

.. könnte auch eine Schlagzeile lauten.
SPON berichtet (meist) ziemlich einseitig über bestimmte Themen.
Sei es parteisch über den Syrienkrieg oder nur über Halb- und Unwahrheiten wie letzte Woche über die LG-Fernseher.
Bei Nr. 1 werden die Rebellen verharmlost, beim 2. die Leser belogen dass sie doch gar nicht ausspioniert werden können.
Wie naiv gehts denn bei euch zu?

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dafor 26.11.2013, 06:17
48. Naivität hilft auch nicht weiter

Zitat von sysop
Das amerikanische Verteidigungsministerium gibt deutschen Hochschulen Geld: für Forschung zu erblich bedingten Tumoren etwa. Ist doch harmlos, sagen viele Unis jetzt. Und verdrängen dabei offenbar, dass die Amerikaner vor allem eins interessiert - wie sich sich das Wissen militärisch nutzen lässt.
Man sollte vielleicht die Sachverhaltsaufklärung und die moralische Bewertung der Sachverhalte voneinander trennen. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Deutschland zu den 5 größten Rüstungsexporteuren auf der Welt gehört. Weder ist es besonders plausibel anzunehmen, dass die Forschung auf der diese Exporte beruhen ausschließlich an privaten Forschungseinrichtungen erbracht wird. Noch ist es Zufall, dass deutsche öffentliche Einrichtungen in der einen oder anderen Weise Rüstungsforschung betreiben. Deren Etats sind so bemessen, dass sie das tun müssen wenn sie florieren wollen. Natürlich ist es so, dass jemand etwas mit ziviler Orientierung erforscht und das Resultat unter Umständen militärisch genutzt werden kann. (Wie auch umgekehrt.) Dieses Dilemma lässt sich aber nur auflösen, wenn man Kriegsführung von Staaten und anderen Institutionen abschafft bzw. stark reduziert.

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IngoHH 26.11.2013, 06:54
49. Navi, Teflon, 747 darf doch sein?!

Alle die sich hier über die Moral beschweren, sollten sich mal überlegen, ob sie nicht auch ganz gerne mit dem Flugzeug fliegen, eine Teflonpfanne oder gerne mit dem Navi durch die Gegend fahren benutzen.
Wasch mich aber mach mich nicht nass. Das ist doch alles Heuchelei

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