Forum: Leben und Lernen
Ausbildung für den Schuleinsatz: Lasst die Lehrer vernünftig lernen
dapd

Wie sollen künftige Lehrer studieren? Und wo? Wie lässt sich dem Föderalismus-Chaos bei der Ausbildung beikommen? Das Hochschulmagazin "duz" analysiert, warum die Lehrerausbildung zur Dauer-Baustelle wurde - und was sich ändern muss.

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Sportsfreund_Elbe 28.12.2012, 10:32
10. Lehrerausbildung

die Lehrerausbildung vor dem eigentlichen Berufsstart ist zweifelsohne nicht ideal. Viel problematischer ist aber die fehlende Fortbildungs- und Motivationsstrategie nach Berufsstart. Hier könnte man einige Ideen einer österreichischen Expertengruppe aufgreifen:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/Experten-fordern-generelle-Lehrerarbeitszeit-bis-15-Uhr;art385,974618

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MrStoneStupid 28.12.2012, 10:32
11. Ausbildung ist nicht alles ...

... es braucht auch Selektion. Klar ist Ausbildung wichtig und die sollte auch verbessert werden aber es gibt auch so etwas wie Naturtalente mit natürlichen (genetischen, erziehungsbedingten) Eigenschaften (hohe Emphatie, Respektspersonen, echtes Vorbild, ...) die von den Kindern viel mehr gemocht und respektiert werden und zwar auch noch dann, wenn sie einen ordentlichen, erfolgsorientierten Unterricht machen. Leider gibt es auch für den Lehrberuf ziemlich ungeeignete Menschen, die nicht nur ziemlich unfähig sind, sondern auch privat versagen (Drogen, Pornos, BDSM, ...) und die knallhart aussortiert gehören. Des Weiteren muss allgemein eine bessere Gesellschaft angestrebt werden (z.B. ganz einfach mit einer besseren Verbrechensbekämpfung), denn eine bessere Gesellschaft bringt auch bessere Menschen (also auch bessere Lehrer und sozialere Kinder) hervor. (imho)

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joehoerspiele 28.12.2012, 10:35
12. @Trendgenerator

Ich kann Ihnen nur zustimmen! Ich war auch schlecht in der Schule und kann die Typen nicht leiden.

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abach 28.12.2012, 10:43
13. ...

Zitat von Trendgenerator
Die Lehrer sind letzten Endes intellektuell und motivationsmässig der deutsche Bodensatz der akademischen Ausbildung (das Lehrer-Prüfungsniveau bspw. in Naturwissenschaften und Wirtschaft ist im Vergleich zu den normalen Studenten deutlich abgespeckt - die armen Lehrerseelchen müssen ja noch "Didaktik" pauken!).
Wie beim Fußball so auch bei der Bildung: Jeder Dummkopf glaubt mitreden zu können.

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pejoachim 28.12.2012, 10:50
14. Auch Kommentare sollte man nur mit einem Rest an Sachkenntnis schreiben

Es ist sehr leicht, eine Meinung zu haben, wenn man keine Ahnung hat. In Deutschland gibt es sehr wohl eine Prüfung für Lehrer, ich war fast zwanzig Jahre in der Lehrerausbildung tätig und hatte auch Kontakt mit in anderen Staaten ausgebildeten Lehrern. Ich kann allen Kommentatoren und auch den praxisfernen Hochschullehrern versichern, dass die Lehrerbildung in Deutschland sehr gut, wenn auch verbesserungsfähig ist. Daran ändert auch Pisa nichts. Die schlechten Pisaergebnisse sind eher ein Zeugnis der Korrektheit des Vorgehens deutscher Lehrer bei derartigen Evaluationen.
Was die Praktika angeht, so können diese nicht früh genug beginnen. Wenn ich aber Praktikanten kennenlernen musste, die täglich auf ihre Kosten weite Strecken mit dem Zug fahren mussten, um zu ihrer Schule zu kommen, so frage ich mich, wo die soziale Gerechtigkeit in dieser Beziehung bleibt? Wie kann es sein, dass man die Referendasausbildung auf Kosten der Studenten verkürzt? Um den Beruf "Lehrer" einschätzen zu können, würde es durchaus genügen, Studierende zwei Semester lang an die Schulen zu lassen, um selbst begleitenden Unterricht zu geben. Nur wer die andere Seite des Pultes kennt, kann abschätzen, was auf den Lehrer zukommt.

Ich gebe dem Kommentator vollkommen Recht, der der Meinung ist, dass Bildung und der Lehrerberuf in Deutschland wenig anerkannt sind. Ob der Unterricht in Frontalunterricht oder "handlungsorientiert" stattfindet, ist sekundär, wenn die Schüler etwas lernen WOLLEN. Die Geringschätzung meines schönen Berufes kann jeder, der dies noch nicht wahrgenommen hat, an einigen unqualifizierten Kommentaren in diesem Forum ablesen.

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c++ 28.12.2012, 11:03
15.

Man darf den Lehrerberuf nicht überfordern. Lehrer müssen auf ihre Hauptaufgabe vorbereitet werden, sie können und sollen nicht Sozialarbeiter, Psychotherapeuten, Systemadministratoren etc. spielen müssen. Lehrer sollen lehren können, das ist schwer genug. Dann klappt es auch mit der Schule.

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vonlipwig 28.12.2012, 11:05
16.

Zitat von Trendgenerator
Mehr Geld für mehr Lehrer-Didaktik bringt gar nichts, weil die Lehrer sich selbst mangels Fähigkeiten nicht allzu viel aneignen können/wollen. Die Lehrer sind letzten Endes intellektuell und motivationsmässig der deutsche Bodensatz der akademischen Ausbildung (das Lehrer-Prüfungsniveau bspw. in Naturwissenschaften und Wirtschaft ist im Vergleich zu den normalen Studenten deutlich abgespeckt - die armen Lehrerseelchen müssen ja noch "Didaktik" pauken!).
Ja, ja, der "Bodensatz".
Ihr Statement hakt nicht nur hier, sondern auch an der Tatsache, dass es die "Lehrerausbildung" als solche gar nicht gibt. Die Studienordnungen unterscheiden einerseits sich von Bundesland zu Bundesland, andererseits ist es ein großer Unterschied, für welche Stufe oder Schulform ausgebildet wird.
Und wenn die "armen Lehrerseelchen" tatsächlich eine abgespecktes Studium absolvieren sollten, dann liegt das wohl nicht an ein wenig "Didaktik", sondern an der Tatsache, dass der angehende Lehrer zwei Fächer studieren muss.

Zitat von Trendgenerator
Das einzige, was etwas bringen könnte, wäre die weitgehende Privatisierung der Schülerausbildung - der Wegnahme der Faulheitsprivilegien würde den bisherigen "Amtsträgern" etwas mehr Druck auf die ausgeleierte Pfeife geben.
Druck wird auch heute schon aufgebaut. Die Zeiten, dass Eltern, Betriebe und auch die Schüler selber eine schlechte Ausbildung kommentarlos hingenommen haben, sind lange vorbei. Zudem muss sich (zumindest in NRW) jede Schule in regelmäßigen Abständen evaluieren lassen. An Hand der dort festgestellten Mängel werden Zielvereinbarungen erstellt, deren Umsetzung seitens des RP überwacht wird.
Und "Faulheitsprivilegien"?. Laut OECD
http://www.oecd.org/education/higher...g/40701218.pdf
(Seite 412) arbeitete der Lehrer in D 2005 durchschnittlich 1742 Stunden/Jahr. Damit liegt er deutlich über dem Schnitt der Berufstätigen.

Zitat von Trendgenerator
Für die Bewältigung der Migrationsproblematik wäre wahrscheinlich in fester Jahresstufenzuordnung die Hinzuziehung eines neutralen Sozialarbeiters sinnvoll ... ein verständiger Charakter und eine abgeschlossene Ausbildung (z.B. als Kfz-Mechaniker) würde m.E. in diesem Betätigungsfeld ausreichen.
Ein KFZ-Mechaniker als Sozialarbeiter?

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Heitgitsche 28.12.2012, 11:08
17. Wer will heute noch Lehrer werden?

Zitat von abach
Wie beim Fußball so auch bei der Bildung: Jeder Dummkopf glaubt mitreden zu können.
Hyperaktive Schüler, Schüler, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, fordernde oder drohende Eltern, übermüdete Schüler, ständige Änderungen, Schüler, die den Anforderungen nicht gewachsen sind und mobben und stören.

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SilverTi 28.12.2012, 11:10
18. ...

Weil ja jeder schonmal mindestens einen Lehrer vor sich stehen hatte, glaubt auch jeder, er könne beim Lehrerberuf wissend mitreden ... wie man hier an vielen Beiträgen ersieht.
Dass der Lehrerberuf in Deutschland nicht geschätzt wird - weder von der Gesellschaft, noch von der Politik - ist ja nun kein Geheimnis mehr...
Ständig hält man deutschen Lehrern Motivationslosigkeit vor und es gibt sogar Leute, die hier öffentlich behaupten, die Lehrerausbildung wäre unterstes Bildungsniveau der deutschen Universitätslandschaft ... Prima!
Dann macht's doch einfach so: unterrichtet eure Kinder selbst, denn der deutsche Lehrer macht's euch ja sowieso nicht recht.

Ich habe keinen Vergleich zu ausländischer Lehrerausbildung/-weiterbildung. Aber auch ich kann bestätigen: die deutsche Lehrerausbildung nebst ordnungsgemäßer Vergütung gehört verbessert.
Ich kam in den Genuss, bereits nach dem 1. Semester ein vierwöchiges Schulpraktikum leisten zu dürfen - welches mich dann davon überzeugt hat, bei meiner Berufswahl zu bleiben.
Aber einen angehenden Lehrer im Referendariat mit einem lächerlichen Einkommen abzuspeisen (weit weniger als ein Friseur im 1. Ausbildungsjahr!) schreckt - nebst der einströmenden Wahrheit über das echte Schulleben - tatsächlich etliche gewillte/qualifizierte Personen ab, diesen Beruf weiter auszuüben... Ich war in der Refendarszeit auch auf staatliche Beihilfen angewiesen... und habe dennoch am Ziel festgehalten, diese Ausbildung abzuschließen.

Heute weiß ich aber: hätte ich vor 12 Jahren zu Abiturzeiten gewusst, was mich im späteren Schularbeitsalltag erwartet, mit welchen Feindseligkeiten man von gesellschaftlicher und politischer Seite belastet wird - ich hätte diesen Beruf nicht ergriffen!

Grüße - von einer Grundschullehrerin ;-)

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BettyB. 28.12.2012, 11:20
19. Nahkampf muß man proben

Tja, wen wundert´s, dass rein theoretische Erfahrung sich oft als nicht ausreichend erweist. Auch das Tauchen kann man theoretisch erlernen, ohne ins Wasser zu gehen, wer aber nicht nur unter, sondern auch schon im Wasser in Panik gerät, sollte vielleicht auch auf eine solche Ausbildung verzichten. Lehrer mit Kinderphobie oder fehlender innerer Ruhe sind aber ungeeignet, gleichgültig, wie toll ihre Studienergebnisse sind...

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