Forum: Leben und Lernen
Ausbildung für den Schuleinsatz: Lasst die Lehrer vernünftig lernen
dapd

Wie sollen künftige Lehrer studieren? Und wo? Wie lässt sich dem Föderalismus-Chaos bei der Ausbildung beikommen? Das Hochschulmagazin "duz" analysiert, warum die Lehrerausbildung zur Dauer-Baustelle wurde - und was sich ändern muss.

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leonardo-contra-pisa 30.12.2012, 19:39
80. xxx

Zitat von th.enz
Das Problem der unbrauchbaren Theorie wurde in der deutschen Lehrerausbildung schon in der Weimarer Republik diskutiert und damals schon großer Reformbedarf erkannt. Muß daher der Mathematiklehrer, der z.B. auch 12. Klassen unterrichtet und auf die Reifeprüfung vorbereitet, auch nur annährernd die Kenntnisse von Diplom-Mathematikern haben? Absolut nein! Ein Mathelehrer lehrt Mathe und ist kein Diplom-Mathematiker.
Ihr "Absolut nein!" könnte man gelten lassen, wenn Sie negieren wollten, dass ein Mathematiklehrer für die Sek II identische Kenntnisse wie ein Dipl.-Math. haben müsste.

Da Sie aber auch negieren, dass er nur annähernd diese Kenntnisse haben muss, ist es unabdingbar, Ihnen zu widersprechen.

Zitat von th.enz
Ich weiß, in Westdeutschland wird diese Frage von der Lobby der Gymnasiallehrer diametral beantwortet,
Ich bin so ein Lehrer am Gymnasium für Mathematik und Physik. Leider haben wir keine Lobby für diese Fächer.


Zitat von th.enz
und dann werden gebetsmühlenartig und in arrogantem Oberschichtengetue Argumente erfunden,
Hallo? Die "Täterä" ist Geschichte. Sie müssen den Klassenkampf nicht fortsetzen!


Zitat von th.enz
warum der Lehrer für 12. Klassen wissenschaftlich ausgebildet sein muß. Kalter Kaffee und immer wieder dieselben Sachen, die erzählt werden.
Wie soll er/sie denn sonst wissenschafts-propädeutisch arbeiten?


Zitat von th.enz
Auf den Berufsalltag bezogen ist überbordende wissenschaftliche Ausbildung grober Unfug,
DA ist was dran.


Zitat von th.enz
denn während sich die Gymnasiallehrer Geschichten vom Pferd erzählen und ihnen quasi einer abgeht,
Sie werden polemisch.



Zitat von th.enz
wenn sie einmal in zehn Jahren in einem Leistungskurs eine kleine Spezialität einbauen können (man beachte den fortlaufenden Singular!!),
Wieso? "Jahren" ist doch Plural.

Zitat von th.enz
lachen die Universitäten über dieses grosteke und snobistische Verhalten.
Nein. Die beklagen das mangelde Fachwissen der Studenten (m/w) in den Anfangssemestern.

Studium: Beim Wurzelziehen versagt | Wissen*- Frankfurter Rundschau

Wann haben Sie das letzte Mal in einem Grundkurs Mathe oder Physik unterrichtet? Sie würden sich wundern!

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dimetrodon109 30.12.2012, 19:54
81. Glückwunsch

Zitat von fördeanwohner
Es tut mir leid für Sie. Dennoch möchte ich betonen, dass es nicht überall so ist. Wie ich bereits meinte, ich kenne es anders. Und ich bin weder Schulleitungsmitglied noch im Schulamt oder IQSH beschäftigt. Sie sprechen leider nicht an, dass Schulen mit von oben verordneten Sachzwängen zu kämpfen haben, was zudem das größte Problem darstellt. Das ist bei uns nicht anders. Es gibt beispielsweise keine Stunden mehr für die Sprachförderung von Migrantenkindern, weil wir nun das Fach Verbraucherbildung unterbringen müssen. Das wird bei uns ganz offen diskutiert. Schließlich muss die Schule eine Lösung finden, mit der alle möglichst gut leben können. Wir haben eine Arbeitsgruppe, an der alle (LuL, Schulpädagogen und "sogar" LA ;-)) teilnehmen können und die sich mit den Problemen und der Zukunft befasst. Wir haben gerade auch einen Schulentwicklungstag dazu durchgeführt. Es gibt sicher Schulen, an denen es nicht so läuft, aber man darf eigene Erfahrungen nicht einfach so verallgemeinern.
Es geht aber nicht um Sachzwänge sondern um die Zukunft unserer Kinder!
Und alle Lehrer haben einen Eid leisten müssen nichts gegen den Staat zu unternehmen und Schaden von ihm abzuhalten!
Wenn man also gezwungen wird eine Klasse in die Arbeitswelt zuentlassen von denen über 40% nie eine echte Chance haben wird, was ist das dann Eidbruch oder Eiderfüllung?
Ich freue mich für Sie und ihre Schule das es so gut bei ihnen mit der Ausbildung läuft. Respekt! Wenn ich aber dieses Fach schon höre "Verbraucherbildung" Ha Wichtiger als Geschichte? Mathe und Bio?
Diese Dinge sind es die diese elenden Theoretiker verbrechen, auf Kosten von unseren Kindern! Wer kann die denn Stoppen?
Dieses Jahr als Anwärter war das schlimmste in meinem Leben und es hat mich fast das Leben gekostet, weil ich immer gehört habe sowas gibt es in einem Rechtsstaat nicht, dass muß an ihnen liegen.Vorher war ich 3 Jahre in Afrika und Grönland...., war auch mal in Gefahr klar aber was ich in dem Jahr in einer BrennpunktHS erleben musste..... .

Nach über 6 Jahren, Kindern und einem neuen Beruf nimmt mich diese bequeme Betriebsbindheit von einigen (nicht ihnen) Foristen immernoch mit. Es geht um die Zukunft unserer Kinder nicht mehr und nicht weniger, darauf kommt es doch an besonders wenn man einen Eid geleistet hat.

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th.enz 30.12.2012, 20:09
82. Im Gegenteil

Zitat von c++
Leider hat die tolle Ausbildung nicht geholfen, den Zusammenbruch der DDR zu verhindern.
Die gute Lehrerausbildung hat ihren wesentlichen Beitrag zur friedlichen Revolution geleistet, denn die DDR-Lehrer haben mehrere Generationen von Bürgern in der DDR erzogen und gebildet. Und es sind diese gebildeten Menschen gewesen, die sich nich haben weiter einsperren lassen.

Es gehört zu den großen Paradoxa der deutschen Geschichte, daß sich ausgerechnet die Diktatur DDR das über lange Zeit leistungsfähigste Bildungssystem der Welt zusammenbastelte, und die Produkte dieses Bildungssystems letztlich zum Untergang der Diktatur führten. Die DDR ist das warnende Beispiel, was früher oder später passiert, wenn die Bevölkerung nicht dumm gehalten wird.

Und die in der DDR ausgebildeten Lehrer machen bundesweit nach wie vor den besten Unterricht, denn Sachsen - das Bundesland wo die Bildung von den Konservativen unglaublich rücksichtlos kaputtgespart wird - liegt in allen größeren Bildungsvergleichen vorne, was so gut wie ausschließlich nur mit dem Unterricht der Altlehrer zu erklären ist, denn sämtliche anderen Randbedingungen sind schlecht bis absolut ungenügend. Thüringen ist auch immer vorne dabei.

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stisch 31.12.2012, 16:52
83. 2001 ...

Zitat von th.enz
Das Jahr 1994. Die Einheitsschule ist in den neuen Ländern weg, die Lehrerausbildung wie im Westen. Realitätsfern, theoretisch überzogen, unbrauchbare erziehungswissenschaftliche Konzepte, keine Schulung in Methodik, stattdessen nur Didaktik, keine Praktika, keine wissenschaftliche Unterstützung des Studiums und des Schulsystems mehr. De facto pädagogisches Mittelalter. Das Jahr 2012. Wieder ein belangloser Artikel, der uralte Ideen der DDR-Lehrerbildung als Erfindung des Rades vorstellt, und sogar die Lehrerausbildung in Finnland ins Spiel bringt. Ausgerechnet die Lehrerausbildung in Finnland, die hauptsächlich von der DDR übernommen wurde, einschließlich der ostdeutschen Unterrichtsmethodik ("Es gibt keine pädagogischen Naturtalente. Lehren ist Handwerk, kann und muß sich angeeignet werden."). Das ist Ironie der Geschichte.
Von welchen Universitäten sprechen Sie? Halle, Potsdam und Jena (diese sind mir besser bekannt) haben ihre schulpraktischen Anteile beibehalten, mein Studienbeginn war 2001. 2005 hatten wir im Rahmen der Praktikumsauswertung dann Hospitationsbesuch von der Uni Bochum(?) - offenbar konnte man da wieder ohne politische Unterstellungen schauen, was von der DDR-finnländischen Ausbildung noch übrig blieb ...

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don_ferrando 02.01.2013, 09:12
84.

Zitat von th.enz
"Hilfe! Hilfe! In meinem Unterricht sitzen Kinder! Das hat uns an der Uni keiner gesagt! Was mach ich denn jetzt????".
Also th.enz, ihre Aussagen sind sehr richtig und gut fundiert, bravo! Ich bin zwar kein Lehrer, aber habe die 10-klassige POS durchlaufen, und hatte ausnahmslos gute und engagierte Lehrer! Deswegen möchte ich Ihren Aussagen voll zustimmen.

Ich werde mir die 5 Beiträge ausdrucken, da mich das Thema interessiert. Kann man die Forschungen vom Max-Planck-Institut irgendwo nachlesen? Und kann man hier über das Forum Kontakt aufnehmen? Sicher besitzen sie einen großen Wissensschatz über die DDR-Lehrerbildung.

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Bücherverstecker 22.01.2013, 16:15
85. Der Artikel schmeisst alles über einen Haufen...

Es wird in diesem Artikel das kritisiert, was in Bayern und BaWü schon längst vorhanden ist. Nirgends in der Republik ist die fachliche Kompetenz so hoch, wie in Bayern und BaWü. Bei uns in Bayern ist das Fachwissenschaftliche mit dem Fachdidaktischen eng verzahnt... einzig allein der erziehungswissenschaftliche Teil könnte noch mehr ausgebaut werden, da dieser im Moment gerade mal 15-20% (je nach Schulart) ausmacht.

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lalila123 07.08.2013, 13:25
86. Schlecht recherchiert!

Dieser Artikel zeigt mal wieder, dass der Autor nicht weitgehend recherchiert hat. Denn es gibt nicht nur die Möglichkeit ein Lehramtsstudium an einer Universität aufzunehmen. In Ba-Wü ist dies auch an einer PH - Pädagogischen Hochschule möglich. Gymnasiallehramt ist das letzte Lehramt an einer Universität. Alle anderen Lehrämter sind an der PH.

Man muss vor dem Studienbeginn in Ba-Wü ein Orientierungspraktikum und zwei speziell entwickelte Orientierungstests machen (d.h. Praktikum, Orientierungstest und Lehrertest). An der PH hat man ab dem ersten Semester pro Woche eine bestimmte Stundenanzahl, die an einer Schule verbracht werden. (Anzahl steigert sich pro Semester). Dadurch hat man schon von Beginn an viel Praxiserfahrung und nach dem Studium muss auch das Referendariat absolviert werden.

Diese Möglichkeit des Lehramtstudiums lässt der Autor fälschlicherweise völlig außeracht!

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lalila123 07.08.2013, 13:26
87. Schlecht recherchiert!

Dieser Artikel zeigt mal wieder, dass der Autor nicht weitgehend recherchiert hat. Denn es gibt nicht nur die Möglichkeit ein Lehramtsstudium an einer Universität aufzunehmen. In Ba-Wü ist dies auch an einer PH - Pädagogischen Hochschule möglich. Gymnasiallehramt ist das letzte Lehramt an einer Universität. Alle anderen Lehrämter sind an der PH.

Man muss vor dem Studienbeginn in Ba-Wü ein Orientierungspraktikum und zwei speziell entwickelte Orientierungstests machen (d.h. Praktikum, Orientierungstest und Lehrertest). An der PH hat man ab dem ersten Semester pro Woche eine bestimmte Stundenanzahl, die an einer Schule verbracht werden. (Anzahl steigert sich pro Semester). Dadurch hat man schon von Beginn an viel Praxiserfahrung und nach dem Studium muss auch das Referendariat absolviert werden.

Diese Möglichkeit des Lehramtstudiums lässt der Autor fälschlicherweise völlig außeracht!

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