Forum: Leben und Lernen
Ausbildungsmarkt: Kein Anschluss mit Hauptschulabschluss
DPA

Das System der dualen Berufsausbildung krankt: Es werden jedes Jahr weniger Ausbildungen abgeschlossen, gleichzeitig bleiben immer mehr Stellen unbesetzt. Hauptschüler haben in dieser Entwicklung wenig Chancen.

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Ludwigsburger 13.04.2015, 12:46
1. Die Frage nach dem Niveau .....

.... ich kenne eine Sekretärin eines Aufsichtsratsmitglieds eines großen deutschen Automobilherstellers. Die Dame ist mittlerweile in Rente. Aber zu ihrer Jugendzeit war man mit dem Hauptschulabschluss so gut fürs Leben ausgestattet, dass es für diesen anspruchsvollen Arbeitsplatz ausreichte.

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stefan1904 13.04.2015, 12:49
2. Der Hauptschul-Abschluss gehört abgeschafft

Die Hauptschule verbaut jungen Menschen oft den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Eine Abschaffung der Hauptschule und eine Förderung von Gesamtschulen wäre der richtige Weg. Dort könnte man dann die Mittlere Reife nach 10 Jahren und das Abitur nach 13 Jahren anbieten. Gleichzeitig könnte der Anspruch des Abiturs, besonders im naturwissenschaftlichen Bereich, angehoben werden. Das bereitet die Abiturienten besser auf das Studium vor und Schüler mit Mittlerer Reife hätten bessere Chancen, wenn das Abitur von den Unternehmen nicht mehr als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird.

Leider treibt die Politik eine Akademisierung der Gesellschaft voran. Statt den Leuten einzureden, dass man nur mit einem Hochschulabschluss etwas ist, sollte die Attraktivität der Berufsschulen erhöht werden. So kann jeder das wählen, das am Besten zu ihm passt, und nicht das was er glaubt machen zu müssen.

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demophon 13.04.2015, 12:53
3. Ohne Qualifizizierung kein Anschluss

Diese Fakten sollte die Politik auch bei der Regelung der Zuwanderung berücksichtigen. Unqualifizierte Einwanderer ohne Schulabschluss oder gering Qualifizierte werden eben auch "ohne Anschluss" bleiben und hier lebenslang von Sozialleistungen leben müssen. Schon unsere vielen Rentner allein werden in Zukunft eine enorme Belastung für die Sozialkassen darstellen. Bei den derzeitigen niedrigen Löhnen und Gehältern werden immer mehr von der Grundsicherung im Alter abhängig sein. Wenn dann noch eine unbegrenzte, unkontrollierte Zuwanderung erfolgt, werden die Sozialausgaben irgendwann nicht mehr zu finanzieren sein. Alles hängt mit allem zusammen.

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zephyroz 13.04.2015, 12:56
4. Das duale System krankt nicht, nur

die Hauptschule will "keiner" mehr. Aus der Sicht des Ausbildungsbetriebes sind viele Berufe (zB. nahezu alle technischen Berufe) nur mit Hauptschulabschluß nicht mehr möglich, weil einfach zu wenig Kenntnisse vermittelt werden.
An sich ist das duale System in Ordnung. Die geringeren Zahlen kommen mglw auch daher, daß es a) weniger Jugendliche gibt und b) mehr direkt studieren gehen. Ob sie das Studium dann auch erfolgreich beenden, ist die andere Frage.

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moritz1989 13.04.2015, 13:00
5.

Die Forderung, dass die Unternehmen ihre Ansprüche runterschrauben sollen ist doch lächerlich. Es gibt zum Teil Absolventen die wollen Immobilienmakler in Florida werden, haben aber eine 5 in Englisch. Die Vorstellung der Jungendlichen passt nicht mit der Realität zusammen, da kann man als Unternehmen auch nicht mehr viel machen - diese Leute sind verloren. Und das ist hauptsächlich auf die fehlerhafte Bildungspolitik der Länder und des Bundes zurückzuführen.

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heavenstown 13.04.2015, 13:07
6. Quali vor 43 Jahren und auch weit gekommen...

Damals war der Qualifizierte Hauptschulabschluss halt noch was. Was zu einer Ausbildung zum Fernmeldeelektroniker wie das damals hieß problemlos genügt..., heute bin ich Bau/Projektleiter, International tätig, und habe jede Menge studierte unter mir. Für manche Tätigkeiten ist mir ein guter Handwerker aber nach wie vor lieber...

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bnhlim 13.04.2015, 13:09
7.

Durch die Trivialisierung des Studiums ist die duale Ausbildung logischerweise so unbeliebt wie nie.
Warum sollte man sich als Abiturient oder Realschüler mit Fachhochschulreife noch eine Ausbildung antun, wenn man sein Leben lang gehaltliche Einbußen wegen "Nicht-Studierens" hinnehmen muss?

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westerwäller 13.04.2015, 13:12
8. Die Politiker haben doch gefordert:

"Keiner soll mehr die Schule ohne Abschluss verlassen!"

Das wurde von oben nach unten durchgedrückt, so bekommen jetzt diejenigen einen Hauptschulabschluss, die vorher keinen Abschluss bekommen hätten, diejenigen einen Realschulabschluss, die vorher einen Hauptschulabschluss bekommen hätten. Die Realschüler werden bis zum Abitur durchgereicht ...

Wer sollte sich also wundern, wenn der Hauptschulabschluss keinen Wert mehr hat, weil er systematisch entwertet wurde?

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thorsten35037 13.04.2015, 13:18
9.

Stoppt den Akademisierungswahn! Seit Bildungsideologen fordern, dass quasi jeder studieren soll, will kaum noch jemand eine Lehre beginnen. Die Abiturienten studieren dann so tolle Fächer wie "Systemgastronomie" oder "Gender Studies", während die Handwerksbetriebe händeringend nach vernünftigen Azubis suchen. Dass die Hauptschule bei soviel geballter geistiger Kompetenz auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand.

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