Forum: Leben und Lernen
Ausgebrannte Studenten: Lost in Perfection

Prüfungsdruck, Zukunftsangst, Perfektionswahn - der Uni-Stress nimmt zu, viele Studenten fühlen sich überfordert. So brennen die Hochqualifizierten von Morgen aus, bevor sie ihre Karrieren überhaupt gestartet haben. Vor einer Therapie schrecken viele zurück.

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emslander 26.01.2011, 16:26
40. Sehr gute Diagnose

Zitat von **Kiki**
Mir fehlen die konkreteren Einblicke, um das beurteilen zu können, und den Artikel finde ich mal wieder ekelhaft reißerisch. Aber inhaltlich würde das schon passen zu dem, was man einerseits aus den Schulen, andererseits aber auch über die Berufstätigen hört, daß nämlich bei allen die psychischen Erkrankungen.....
Sehr schöner Beitrag! Vom "Geist der optimalen Verwertung menschlichen Lebens" sind unsere sogenannten "Eliten" geradzu durchseucht - ohne freilich selber auch nur ansatzweise den an andere gestellten Anspruch zu erfüllen. Ich kann - frei nach einem Werbeslogan - da nur sagen: "La la la laßt Euch nicht verarschen!"

Unserem Sohn tun wir den G8-Streß nicht an. Er ist nach der Grundschule empfehlungsgemäß auf die Realschule gegangen. Dort hat er sich enorm entwickelt und seit Jahren bekommt er bei jedem Zeugnis den Vermerk: "Die Voraussetzungen für den Besuch eines Gymnasiums liegen vor." Trotzdem haben wir ihn gelassen, wo er ist. Er führt ein entspanntes, ziemlich glückliches Jugendlichen-Leben. Meistens bringt er gute Noten nach Hause, aber wenn es mal ein 4 oder 5 ist: so what? Da machen wir keinen Stress und meistens ist die nächste Note dann auch wieder um so besser. Man muss die Jugendlichen auch mal ausprobieren lassen, wie faul man sein kann, ohne dass einem gleich alles um die Ohren fliegt :-) So wie es aussieht, wird er im Sommer nach dem erweiterten Sek1-Abschluss auf ein Fachgymnasium wechseln, wo er dann mit einem Jahr "Verspätung" auch das Abitur machen kann. Diese eine Jahr gönnen wir ihm von Herzen und in der Hoffnung, sich nicht dereinst bei den überzüchteten Karriere-Burnoutlern einreichen zu müssen. Und wenn er nicht aufs Gymnasium wollte, sondern z.B. eine Berufsausbildung machen? Tja, dann würden wir uns genau so freuen. Mit 16 sollten die Jugendlichen auch zunehmend eigene Entscheidungen treffen.

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MaschinenbauStudent 26.01.2011, 16:31
41. Was ist los mit mir

Hallo,
mein Name ist XY, ich bin Maschinenbaustudent.
Ich fühle mich nicht gestresst. Ich habe kein Burnout Syndrom.
Ich möchte auch später auch nicht consulten und nicht leaden.
Was ist los mit mir? Bin ich ein Versager?

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dermüdejoe 26.01.2011, 16:41
42. Die Ursache liegt in unserer Kultur, an der sozialen Überforderung

Es wird höchste Zeit das das Thema mal angesprochen wird.
Ich bin Student und sehe täglich viele Studenten aber auch Professoren an der Uni, die man wohl vom Naturwissenschaftlichen Talent zu den Besten zählen kann.
Aber sie laufen alleine an der Uni rum, sitzen beim Essen in der Mensa oft alleine und diese Ausgrenzung schlägt sich auch auf ihr Verhalten durch. Sie sehen traurig aus und mitgenommen.
Viele Leute werden in unserer Gesellschaft ums mal höflich auszudrücken sozial überfordert.
Die einzige Schiene auf der in unserer Gesellschaft Gewaltausübung legitim ist und sogar gefordert wird,
ist über soziale/verbale Gewalt.
Im Fernsehen wird in Castingshows vorgelebt wie Erwachsene Medienprofis Kinder vor Millionen Menschen mittels verbaler Gewalt zu Kleinholz verarbeiten.
Ein Verhalten was an Brutalität kaum zu übertreffen ist.
Ein Spiegel unserer Kultur!

Dementsprechend sind, überspitzt formuliert auch alle Leute an der Uni persona non grata,
die entweder selber über wenig Talent zur Ausübung sozialer Gewalt verfügen oder aber dabei aus verschiedenen Gründen nicht mitmachen wollen.

Das geht dann soweit das diese Ausübug sozialer Gewalt
wesentlicher Bestandteil von der sogennanten "sozial Kompetenz" ist.
Und in sogut wie jeder akademischen Stellenbeschreibung steht heute das hohe sozial Kompetenz erwartet wird.

Das Problem ist aber,
das Menschen keine eierlegende Wollmilchsäue sind!
Jeder Mensch hat bestimmte Fähigeiten und Talente,
und die Leute die vieleicht besonders begabt in bestimmten Bereichen sind, denen fehlt es vielleicht an etwas Talent bei dieser sogennanten sozialen Kompetenz.

Trotzdem sind auch diese Menschen offensichtlich sehr wichtig für uns alle, aber in unserer Gesellschaft werden sie behandelt wie Dreck!
Sie arbeiten hart sehen aber keine Chance jemals Respekt oder Anerkennung von ihren Mitmenschen zu bekommen,
wenns gut läuft enden sie als verwirrter alter Professor.
Das aber jeder Mensch Anerkennung und soziale Kontakte benötigt und das dieses die Ursache des ganzen Problems ist traut sich aber keiner zu sagen.

Es muss sich dringend etwas in unserer Gesellschafdt ändern und es muss endlich gesehen werden, dass die aktuelle Definition von sozial Kompetenz, viele unserer besten Leute
ausgrenzt und sie ausbrennen lässt.

Ich hab vor eine politische Bewegung ins Leben zu rufen,
um an diesen Missständen etwas zu ändern,
hab auch schon ein paar Ideen was man da machen könnte.

Wer diese Dinge ähnlich sieht, bitte mir schreiben,
umso mehr Leute mitmachen umso wahrscheinlicher ist,
dass sich was ändert!!

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Le Commissaire 26.01.2011, 16:41
43. ..

Zitat von Julian Bachert
Es ist kein Geheimnis, dass viele deutsche Universitäten bei der Umstellung fast den kompletten Diplomstudiengang in den Bachelor gedrückt haben. Da kriegt man dann Stundenpläne vorgesetzt, die einem eine wöchentliche "workload" von 60+ Studenten vorschreiben, wenn man das Studium in Regelstudienzeit schaffen will.
Nun ja, eine empirische Erhebung, die auf Selbstauskünften (!) der Studierenden beruht, hat ergeben, dass die durchschnittliche zeitliche Belastung pro Woche (Veranstaltungen, Lernen etc.) in praktisch allen Fächer unter 40 Stunden liegt - einschließlich Nebenjobs! Auch im Bachelor-Master-System ist das Studentenleben in Deutschland sehr gemütlich und entspricht nicht einmal einer ganz normalen 40-Studen-Woche. Ich habe beruflich mit Studierenden zu tun und kenne fast niemanden, der ein ernsthaftes Problem damit hat, sein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren.

Dass es trotzdem Stresssymptome gibt, bestreite ich damit nich! Nur liegen die nicht am Studium, sondern an zahlreichen anderen Faktoren.

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dongerdo 26.01.2011, 16:45
44. -

Zitat von docmed
Nach der schrecklichen physischen und psychischen Belastung in Marine, Heer, Grundschule und überforderten Elternhäusern, in den Beziehungen und beim medial verstärkten Gesellschaftsgejammer sind jetzt die gestressten und outgeburnten Studiosi / -ae auf der Bühne, ihr Klagelied zu singen! Unsere ......
Was ein schäbiger, weltfremder Kommentar.
Ich habe vor ein paar Monaten zufällig eine Gruppe ehemaliger Praktikanten getroffen, die auf den Erfolg Ihres 1. Mediziner Staatsexamens angestoßen haben. Auf die Nachfrage, wo den einer der Praktikums Kollegen sei, sank die Stimmung rapide, und es wurde mir mitgeteilt, dass er in stationärer psych. Behandlung sei.
Anscheinend hatte er in der Lernphase aufs Examen zuerst seinen Nebenjob und danach seine Wohnung verloren. Während er auf dem Zeltplatz (!!!!) weitergelernt hat, da er ja niemandem zur Last fallen wollte, kam es zum Suizidversuch.

Der Kerle war ein 1er Student, eigentlich belastbar und fit in der Materie.

Diese "Morgenkreis"-Polemik ist erbärmlich: Sie haben keine Ahnung, was manche Leute alles tun müssen um sich den Traum Ihres Studiums zu ermöglichen.

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zp79 26.01.2011, 16:46
45. Mein Studium

Mein Studium als mittelmäßig begabter Student(Diplom):
- 10 Semester BWL, davon 1 Semester Praktikum
In den 5 Jahren:
- war ich mind. 6 mal jeden Monat feiern
- habe ich immer (relativ hochklassig) Fußball gespielt 3-mal die Woche Training + Spiel am WE
- habe ich ab dem 3. Semester Nebenjobs gemacht im Schnitt 2 Tage die Woche, oft auch am WE
- habe ich immer eine Freundin gehabt

Meine Abschlussnote war 1,7 und wen interessiert das? Keinen.
Es kommt darauf an, dass man im Studium Spaß hat und nette Leute kennenlernt, die Connections haben. So habe ich im Anschluß ans Studium auch sofort einen Job gefunden.
Außerdem sollte man sich sehr genau angucken, wie die Abschlussnote errechnet wird, dann kann man in den wichtigen Klausuren gezielt gute Noten schreiben. Bei mir war es so, dass das Grundstudium, immerhin 3. Semester, gar keinen Einfluß auf die Endnote hatte. Also handelte ich im Grundstudium konsequent nach dem Minimalprinzip.

Leute die sich selber die ganze Zeit Druck machen sind doch selber Schuld. Das Studium ist eine schöne Zeit. Ich kann diese Artikel, die hier bei SPON schon mehrfach erschienen sind nicht nachvollziehen.

P.S. Nein ich habe nicht in den 80iger Jahren studiert. Ich bin letztes Jahr fertig geworden.

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Le Commissaire 26.01.2011, 16:46
46. ..

Zitat von Ephemeris
Studenten lernen nicht mehr um Wissenschaftler zu werden , sondern sie lernen nur das nötigste, von klausur zu klausur
Das war in klassischen Diplomstudiengängen nicht anders.

Im Grunde laufen diese Diskussionen immer auf das selbe hinaus: Früher war alles besser.

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bwkben 26.01.2011, 16:52
47. .

Zitat von globallynaive
... Bis zum Abitur war ich den Anderen immer in irgendwas voraus, ich konnte besser Englisch, Deutsch und war auch technisch sehr begabt. Da ich zuviele Interessen und zu wenig Selbstdisziplin hatte, entschied ich mich mit 18 zuerst eine Ausbildung als Industriekauffrau zu machen (ich hatte zu sehr Angst.....
Sehr schön geschrieben.
Ich bin derzeit noch Student und muss auch eingstehen, dass eine 2. Ausbildung mehr für mich bringt, die habe ich zum Glück sicher und werde sie im August beginnen.
Allein das Bafög Amt macht mich fertig weil ich lange vor dem Studium ein bisschen Geld mit Aktien gemacht habe, weil ich ein Sparbuch aufgelöst hab (~1000€) und trotzdem weit unter dem Höchstsatz lag.

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TS_Alien 26.01.2011, 16:54
48. .

Heute wird sicherlich nicht mehr an den Unis gelehrt als früher. Früher hatten wir auch 30 SWS plus Zusatzveranstaltungen im Semester. Und die Prüfungen gingen am Ende der Semester über den Stoff des ganzen Semesters! Da hat man dann über 4 oder sogar 6 Zeitstunden Klausuren geschrieben, und das einige Tage hintereinander.

Früher konnten wir aber den Stoff fachlich durchdringen, auch aufgrund unserer geistigen Fähigkeiten und sinnvollen Lernstrategien. Mit Auswendiglernen ist da nichts. Wer den Stoff versteht, der muss ziemlich wenig auswendig lernen. Bei manchen Seminaren verstand ich den Inhalt der mir zugewiesenen Papers erst nach Wochen, aber ich schaffte es. Man musste am Ball bleiben! Ich glaube, man könnte mich heute noch nachts wecken und ich könnte die Grundideen der Beweise aus den Papers immer noch skizzieren. Nicht, weil ich die Beweise auswendig lernte, sondern weil ich die Ideen verstand. Verständnis ist alles.

Die weit verbreitete Unsitte in der Schule, den Stoff vorzulernen (um dann im Unterricht mündlich zu "glänzen") funktioniert an der Uni nicht. Es ist auch keine gute Lernstrategie, weil man sich so nie eigene Gedanken über den Stoff macht.

Wissen muss druchdrungen und darf nicht konsumiert werden. Wer das verinnerlicht hat, dem kann bei Eignung für das zu studierende Fach an der Uni nicht viel passieren.

Man muss sich keine Bücher über Lernstrategien oder Zeitmanagement kaufen, man sollte sich diese Strategien selbst erarbeiten.

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Margrit2 26.01.2011, 16:57
49. Hochqualifizierte?

Zitat von sysop
Prüfungsdruck, Zukunftsangst, Perfektionswahn - der Uni-Stress nimmt zu, viele Studenten fühlen sich überfordert. So brennen die Hochqualifizierten von Morgen aus, bevor sie ihre Karrieren überhaupt gestartet haben. Vor einer Therapie schrecken viele zurück.
Hochqualifizierte? Das war mal, das ist vorbei.
Wir züchten uns mit diesem blödsinnigen Bachelor eine Horde von Halbgebildeten ran.
Danke Rot-Grün.
Aber die grünen Vaterlandsverräter wollten nicht, dass von Deutschland noch je ein toller in aller Welt anerkannter Dipl.-Ing kommt, denn Deutsch ist für die Grünen Scheiße.
Aber mal anders gefragt, warum gehen die Studies nicht geballte Ladung auf die Straße? So wie seinerzeit die 68er, nicht die dämlichen Radikalen, sondern die normalen, die den Muff beseitigen wolten. Und das mal wochenlang bis die alten Sudiengänge wieder eingerichet sind und unsere Studenten wieder zu Hochqualifizierten werden können.
Aber polit. ungebildet und keinen Mumm. So wird da aber nichts.
Vielleicht sollten wir es ihnen zeigen. Ich kenne noch Demos, da läuft aber dann in der gesamten Stadt nichts mehr

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