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"Auslese" fürs Gymnasium: So sortiert Deutschland seine Kinder aus
DPA

Wer darf aufs Gymnasium - und wer nicht? Diese Frage setzt ganze Familien unter Stress und zeigt, wie fragwürdig die Selektion von Grundschülern ist. Als Extrembeispiel gilt Bayern. Der Mai ist hier ein besonderer Monat.

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montecristo 13.05.2017, 19:32
90. Für Ökofred

Die Berufsschulen haben oft einen Vollzeitbereich. Dort kann man alle möglichen Abschlüsse machen, auch Abi oder Fachhochschulreife. Die Inhalte sind deutlich Berufsorientierter.

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ericstrip 13.05.2017, 19:32
91. Das kommt halt davon...

...wenn man ohne Not die Realschule abschafft. Ist doch klar, daß sich dann alle nach dem Gymnasium strecken, damit die lieben Kleinen später überhaupt noch eine Chance haben. Ausgelesen wird übrigens spätestens dann, wenn es um die Lehrstelle, den Studienplatz oder den Job geht. Und da haben es in manchen Bundesländern inzwischen selbst Abiturienten schwer, da durch immer weiter abgesenkte Leistungsstandards selbst bei Abiturienten ehemaliges Realschul- (oder, wenn man weiter zurückgeht, gar Hauptschul-) Wissen nicht mehr vorausgesetzt werden kann. Bayern macht es richtig. Schöne Grüße aus NRW!

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bon scotch 13.05.2017, 19:32
92. Abitur setzt nun mal Intelligenz vorraus

Im Jahr 2000 habe ich eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium in Sachsen bekommen. Damals wurde geregelt, dass man mindestens einen Notenschnitt von 2,0 für diese Empfehlung braucht, in den Fächern Mathe, Deutsch, Sachunterricht. Diesen Maßstab finde ich richtig. Gleich zu Anfang, ab der 5. Klasse muss am Gymnasium weiterhin ausgesiebt werden. Wer die Anforderung nicht standhält, wechselt halt auf die Mittelschule, wo liegt das Problem? Wenn ich mir anschaue, was für Leuten heute das Abitur geschenkt wird, das ist doch rausgeschmissenes Steuergeld! Abitur ist nunmal der höchste Bildungsabschluss, den nur Kinder erreichen sollten, die auch die notwendige Intelligenz aufweisen können. Aber unsere selbsternannten "Elite-Eltern" wollen ja nicht begreifen, dass manche ihrer Kinder einfach nicht diese notwendige Intelligenz aufweisen und sie ihren Kindern mit erzwungenem Leistungsdruck nichts Gutes tun. Es gibt auch nach der Mittelschule, Ausbildung etc. in unserem Land genügend Möglichkeiten sich bildungsmäßig weiterzuentwickeln. Schule ist nun mal kein Ponyhof!

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FL1962 13.05.2017, 19:34
93. Selektion -

- so kann man auch Stimmung machen. Nächstes Jahr kommen wir dann mit dem Holocaust.

Im Nachhinein muss ich aber sagen: wenn ich gewusst hätte, wie es hierzulande auf Schulen zugeht, hätte ich auch meinen Beruf aufgegeben, um meine Tochter zu coachen. Allerdings auf der Grundschule (BW), wo der Stoff zwischen Mandalamalen und dem Aufbau eines Atomkraftwerks lustig hin und hergesprungen ist.

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schokopuddingliebhaber 13.05.2017, 19:37
94.

Das wahre Problem wird gar nicht genannt. Es gibt prozentual immer mehr SchülerInnen am Gymnasium. Und viele von diesen sind schlicht nicht intelligent genug. Viele versuchen dies mit Fleiß auszugleichen. Dadurch hat man natürlich weniger Freizeit. Ich persönlich finde, dass nicht jeder auf das Gymnasium gehen muss. Und wenn man täglich mehr als 2 Stunden für die Schule zu Hause macht, dann ist man mMn nicht geeignet.

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Stäffelesrutscher 13.05.2017, 19:38
95.

Zitat von mezzodur
Die Folge der bisherigen Bildungspolitik: Alle glauben, irgendwie aufs Gymnasium zu müssen.
Nein, das ist nicht die Folge der bisherigen Bildungspolitik, sondern die Folge der bisherigen Wirtschaftspolitik (vor allem seit Helmut Kohl und verstärkt seit Peter Hartz): Da für ein Volumen von 300 Wochenstunden 7 Leute eingestellt werden (mit erwarteten Überstunden) anstatt 8 oder 9, können sich viele Unternehmen die Arroganz leisten, nur Abiturienten als Azubis zu nehmen. Genau das treibt viele Eltern dazu, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken. Nicht weil die Kinder studieren wollen oder sollen, sondern weil sie wissen: »Ohne Abi bekommst Du keine Lehrstelle«.

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lisawalther 13.05.2017, 19:43
96. eine unfassbare Verschwendung...

... von zahllosen Talenten betreibt dieses Bildungsystem, welches rein auf Anpassung ausgerichtet ist. Das Resultat dieser "Auslese" spiegelt sich einerseits in einem immer rücksichtsloseren Kampf ums Geld und andererseits im Fehlen kompetenter Leader mit Weit- und Umblick wider. Leider ist dies alles schon länger bekannt und wird jährlich zwischen Mai und Sommerferien aufgetischt.
Es ist hier weit und breit nicht einmal ein Ansatz zur Reform auszumachen, denn das würde etwas kosten.
Aktuelles Beispiel für das komplette Versagen von Politik und der zuständigen Ministerien ist in Bayern die Wiedereinführung des 9-jährigen Gymnasiums zum nächsten Schuljahr. Wer glaubte, dass der Dilettantismus der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) vor einigen Jahren nicht mehr zu toppen wäre, sieht sich hier eines besseren belehrt.

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jetzttexteich 13.05.2017, 19:43
97. Bleiben wir ehrlich....

nicht die Industrie stellt höhere Bildungsansprüche! Die Schulbildung lässt desaströs nach!!! Nicht nur weil es lernschwächere Kinder gibt, sonder auch weil in den Klassen zu viele Kinder sind, welche nicht der deutsche Sprache mächtig sind. Das hält auf und gleichzeitig drückt es den Leistungsschnitt!

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Tante_Frieda 13.05.2017, 19:44
98. Na dann...

Wir lesen zum x-ten Mal,dass Kinder aus finanziell nicht so gut gestellten Familien beim Wechsel aufs Gymnasium benachteiligt werden.Eine Einschätzung,die man durchaus teilen kann.Dennoch fallen viele Eltern dann bei Wahlen doch wieder auf die Verlockungen der rechten Parteien rein,nicht nur der Rechtsextremen,sondern auch der CDU oder der FDP,die diesmal die Bildungsplatte statt der ausgeleierten Steuersenkungsplatte auflegt.Sie versprechen den Wählern und ihren Kindern das Blaue vom Himmel.Na denn - warten wir,wie es morgen in NRW aussieht...

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aletheia53 13.05.2017, 19:45
99. Abi als Garant für lebenslangen Berufserfolg

Eine gute bis sehr gute Ausbildung und ausgeprägter Leistungswille sind jedweils keine hinreichenden Garanten für beruflichen Erfolg und Arbeitmöglichkeit bis zum Ruhestand. Das wird jeder, der die gesellschaftlichen Sachverhalte nüchtern betrachtet, bestätigen können. Wie ich meiner Tätigkeit sehen kann, haben auch Menschen mit sehr guten Abschlüssen ab einem bestimmten Alter keine Chancen mehr in normalen Bewerbungsverfahren. Außerdem sind die Verdienste, welche in handwerklichen Tätigkeiten erzielt werden können, z.T. auch erheblich. (Im Wohnumfeld lebt eine Familie, die mit Fleiß einen Dienstleistungsbetrieb aufgebaut hat, der regelmäßig die neuesten Porsche-Modelle (mehr als einen!) - nicht die einfachsten Ausführungen, sondern mit allem pipapo - wahrscheinlich als Geschäftswagen fährt. Und wenn ich mir die crowdworker -gerne mit Studium - in einigen Sparten anschaue, frage ich mich, wozu die studiert haben. Vielleicht ist die alleinige Ausrichtung auf das Abi oder Studium doch nicht sooo relevant für ein gutes Leben. Viel erben ist wesentlich leichter!

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