Forum: Leben und Lernen
"Auslese" fürs Gymnasium: So sortiert Deutschland seine Kinder aus
DPA

Wer darf aufs Gymnasium - und wer nicht? Diese Frage setzt ganze Familien unter Stress und zeigt, wie fragwürdig die Selektion von Grundschülern ist. Als Extrembeispiel gilt Bayern. Der Mai ist hier ein besonderer Monat.

Seite 6 von 41
spon-49q-aqbi 13.05.2017, 18:50
50. Alle Kinder sind gleich...

Ich hätte dann eine Idee:
1. Alle gehen nach der Grundschule auf Gymnasium (dafür wird das Niveau so abgesenkt, dass es aber auch ALLE schaffen).
2. Alle Gymnasiasten machen Abitur (dafür wird das Niveau so abgesenkt, dass es aber auch ALLE schaffen).
3. Alle Abiturienten gehen auf die Uni (dafür wird das Niveau so abgesenkt, dass es aber auch ALLE schaffen).
4a. Alle Akademiker bekommen gut bezahlte Jobs.
4b. Wahlweise geben wir allen ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Auf diese Idee melde ich Montag Patent an (oder gibt es bei mir einen Gedankenfehler ?)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tr1ple 13.05.2017, 18:51
51. Ich schreibe gerade meine Masterarbeit mit 30

Ich habe durch das deutsche Schulsystem ungefair 4-5 Jahre meines Lebens verloren. (waren bestimmt keine geschänkten Jahre) Hätte so mancher Lehrer mein Potential gesehen würde ich jetzt schon arbeiten und Steuernzahlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
capote 13.05.2017, 18:51
52.

....und wenn dann ALLES geschafft ist, das Gymi, das Abitur, das Studium, werden die meisten feststellen, dass alles für die Katz war. Heute ist in Deutschland schon nur noch jeder zweite diplomierte Ingenieur im erwerbsfähigen Alter im Beruf tätig, wenn alles so weitergeht, wird es in 20 Jahren, wenn die ins Berufsleben drängen, nur noch jeder Vierte sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nr43587 13.05.2017, 18:53
53.

Zitat von biesi61
Unser Sohn bekam von der ausschließlich mit weiblichen Lehrkräften arbeitenden und Jungen systematisch benachteiligenden Grundschule meines Sohnes eine Hauptschulempfehlung. Wir setzten uns als Eltern seinerzeit darüber hinweg, was in Berlin zum Glück problemlos möglich ist, und meldeten ihn in einer Realschule an. Als typischer Spätentwickler, den es bei Jungen ja sehr häufig gibt, war er dort spätestens ab der 8. Klasse permanent unterfordert. Inzwischen hat er nicht nur das Abitur (mit guter Zweiernote) sondern auch seinen Masterabschluss. Die unsinnige Frühselektion (in Berlin nach der 6. Klasse und trotzdem zu früh) kostete ihn auf dem Weg zum Abitur ein an das System verschenkes Lebensjahr! Ich bin und bleibe ein Anhänger des gemeinsamen Schulbesuchs aller Kinder bis zur 10. Klasse, wie das in der DDR seit Anfang der 80er Jahre bis zur Wende gut funktionierte!
Keine Sozialistische Einheitsscheune! Die schlechten Schüler ziehen die guten runter, es kommt zur Niveauabsenkungsspirale.
Das Leben ist hart aber ungerecht.
Chancengleichheit durch Gleichmacherei umsetzen, nützt keinem.
Wer aufsteigen will, muss doppelt dafür arbeiten, sich von seinem unteren Milieu lossagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alba36 13.05.2017, 18:54
54. Tendenziös!

"Es sind oft Kinder von Juristen, Unternehmern oder Lehrern, seltener von Fließbandarbeitern"
Bereits dieser eine Satz zeigt, wie ideologisch der Artikel ist: Wo gibts denn heute noch "Fließbandarbeiter"?
Dieser Artikel dramatisiert etwas, was - anhand der Zahlen - heute weit weniger dramatisch ist als früher. Die Zahl der Abiturienten pro Jahrgang ist in ganz Deutschland so hoch wie nie zuvor, was zeigt, dass die Auslese um ein mehrfaches geringer ist als in den 50ern. Dennoch versteigen sich einige zu der Aussage, unser System sei unmenschlich. In anderen Ländern ist der Leistungsdruck auf Kinder viel stärker als bei uns. Ich habe in Bayern ein ordentliches Abi gemacht, und bin normal intelligent, sprich, mir flog nicht alles zu. Dennoch hatte ich Zeit, nebenbei Leistungssport zu betreiben und mich fast täglich mit meinen Freunden zu treffen.
Die Unis beklagen bereits jetzt, dass die Studienanfänger kaum noch in der Lage sind, die Anfangsanforderungen zu erfüllen.
A propos Grundschule: Während der gemeinsamen Schuljahre 5 und 6 in Berlin wird nach meinem Eindruck zu wenig gelernt. In Bayern wird nach der 4. Klasse getrennt, aber die Bayern führen ab nächstem Schuljahr das 13. Jahr wieder ein.
Die Idee der Gleichwertigkeit aller Menschen ist edel, im Schulsystem führt sie jedoch zu einer Senkung des Durchschnitts aller. Meine Erfahrung! Immer mehr Leute finden jedoch, dass Leistungsanforderungen per se eine seelische Grausamkeit darstellen. Sie tun unseren jüngeren Generationen (die ja vom know- how leben müssen) keinen Gefallen. Das Leben ist nicht immer ein Smoothie - so what?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
niemat 13.05.2017, 18:57
55. Eventuell sollte man auch

es auch mal mit den Augen der Nachbarn sehen:

http://www.sueddeutsche.de/bildung/schweiz-in-der-schweiz-gehen-nur-die-besten-aufs-gymnasium-1.3424837

Die Empfehlung für oder wider das Gymnasium dient nicht dazu die Zukunft zu verbauen. Man versucht sich an den schulischen Leistungen des Schülers zu orientieren und empfiehlt wohl die Schulform, die er a.e. damit schaffen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mittelalter 13.05.2017, 18:58
56. So so.

... Deutschland ist "Schulteform-müde". Ja warum wohl? Da die CDU in den Ländern keine Bildungspolitik mehr betreibt (in so ziemlich allen Ländern, in denen die CDU an der Regierung beteiligt ist, stellt der Koalitionspartner den/die Bildungsminister/in) ist die Reformeritis eine klare Rot/Grüne Sünde.
Die setzen einen Unterricht durch, der keine Inhalte mehr vermittelt aber "Haltung". In den untersten Jahrgängen geht es nur noch darum, dass die Kinder sich "wohl fühlen". Leistungen stehen dem Wohlfühlcharakter im Weg. Und auf einmal kommt die 5./6. Klasse und einigen geht ein Licht auf, dass nun doch mal was gemacht werden müsste und dann ist Vollgas angesagt.
Von oben herunter wurde der Diplom-Ingenieur, der Verkaufsschlager des deutschen Bildungswesen in die Tonne getreten und die berufliche Ausbildung, ebenfalls eine absolute deutsche Spezialität und Garant für Prosperität, wird in den Umfängen zusammengeschrumpft.
Und wer nimmt dem "Meister" seine herausgehobene Stelle im Wirtschaftsleben? Hier kann jeder eine Firma leiten, auch ohne Abi.

Und dann solche Albernheiten wie die im Artikel angesprochene "Ungerechtigkeit". Es geht um Leistung. Jeder hat die gleichen Chancen - sitzt in der gleichen Schule, hat die selben Lehrer, den selben Stoff. Wo ist da die Ungerechtigkeit, wenn die Einen die Chancen besser nutzen als die Anderen?

Und wer hat in den letzten Jahren das Hohelied auf "Bildung-Bildung-Bildung" gesungen? Wer hat es als "Abstieg" erscheinen lassen, wenn man Elektriker, Bäcker, Klemptner, Bauarbeiter (wahlweise alles auch gerne in weiblich) wird? Und wer hat es mit der gelehrten Ablehnung des Leistungsgedanken erreicht, dass es als zu schwer, zu anstrengend, zu hart, empfunden wird, solche Berufe zu ergreifen? Wieso ist es besser, Politwissenschaften zu studieren anstatt als Meister und Chef eines Elektro-Fachbetriebes zu sein? Wer hat der Lehre den Anstrich von sozialem Anseits verpasst?

Aber jetzt "Gymnasium für alle" fordern. Das möglichst mit "Inklusion" und "Sicherung der Chancengleichheit" - auf Deutsch, auf dem Niveau der Schlechtesten.

Schon heute verlassen das deutsche Schulsystem mehr Analphabeten als vor 100 Jahren. Die Universitäten sehen sich zunehmend Gymnasiasten gegenüber, denen die grundlegenden Fähigkeiten für die Absolvierung eines Studiums fehlen.
Und noch immer wirbeln die Rot/Grünen "Bildungsspezialisten" die Schulen durch.

Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Eine allgemeinbildende 10 klassige Schulausbildung für alle. Ans Gymnasium kann man nach der 8. oder 10. Klasse. Der Abschluss nach 10 Jahren ist für alle der selbe. Am Gymnasium werden nach 10 Jahren keine anderen Prüfungen geschrieben, als an der normalen Schule. Das gab es in Detschland schon mal und war extrem erfolgreich. Die Schulformen hießen "Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule" und "Erweiterte Oberschule"
In Finnland funktioniert das noch heute bestens. Aber das ist ja aus Dunkeldeutschland. Ganz großes BÄH.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mettwurstlolli 13.05.2017, 18:59
57. Absurd

Die Wirtschaft hat ihre Ansprüche nicht nach oben geschraubt, sondern die mangelnde Leistungsorientierung unseres Schulsystems ((Getragen von der Haltung des Autors) hat das Niveau beständig so sehr abgesenkt, dass der Wirtschaft gar nichts anderes übrig bleibt als Jugendliche mit Abitur zu suchen, wenn Sie das Bildungsniveau eines früheren Realschulabschlusses erwarten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
motorraucher 13.05.2017, 18:59
58. wozu eigentlich ein Abitur??

Es ist eine Schande, wie Deutschland das Potential seiner Kinder vergeudet. Aufgrund der fehlenden Durchlaessigkeit des deutschen Bildungssystems, werden die Eltern doch gezwungen, Druck auf ihre Kinder auszuueben. Nur reden wir hier ueber 9-jaehrige. In diesem Alter sollten sich Kinder auf die Schule freuen.

Andere Laender haben bewiesen, dass es auch anders geht. Ich lebe in Norwegen. Dort beispielsweise gibt es die ersten 8 Jahre keine Schulnoten und keine Sitzenbleiber. In der 10. Klasse entscheiden sich die Jugendlichen, welchen weiteren Bildungsweg sie verfolgen moechten und erst in der weiterfuehrenden Schule muss dann die Leistung fuer die Studienzulassung erbracht werden (verkuerzte Darstellung). In dem Alter aber wissen die Jugendlichen schon deutlich besser, auf was es ankommt. Die Folge: Die Kinder haben eine tolle Regelschulzeit, haben Zeit fuer Freunde, Freizeit und - ja - auch mal zum Faulenzen. Pisa-Ergebnisse interessieren hier keine S... . Und trotzdem hat man am Ende gut ausgebildete Fachkraefte.

Wenn ich meinen norwegischen Kollegen das deutsche Schulsystem erklaere, schuetteln die nur verstaendnislos den Kopf. Recht haben sie

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fat_bob_ger 13.05.2017, 19:01
59. Letzter Hinweis

Auch innerhalb einer Schule kann es riesige Unterschiede innerhalb einer Jahrgangsstufe geben.

Hier die Lateinerklasse, in der Hochbegabte und Kinder des Bildungsbürgertums versammelt sind, unterrichtet von den besten Lehrern, die knallharte Klassenarbeiten stellen (Studierquote 95%) und Topabiturienten haben, und dann noch das versammelte Mittelmaß oder noch darunter liegende, die dann ihr Abitur so hinmurksen (Studierquote 40%, Studienfächer ohne NC).

Wer hier nicht mithalten kann, muss wiederholen und kommt in eine "leistungsangepasste" (=schwächere) Klasse.

Faktisch wären dann die Schüler wieder getrennt.

Zum Glück leben wir noch teilweise in einer Leistungsgesellschaft, denn die anderen Alternativen (Gesellschaft nach Geburt, Rasse oder Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, Geldadel) würden zu einem verminderten Wohlstand führen. Leider wird das Leistungsprinzip von allen Seiten (Links: Entwertung von Bildungsabschlüssen; Rechts: Zugang nach Geld und Beziehungen) aufgeweicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 41