Forum: Leben und Lernen
Außergewöhnliche Geldanlage: Klamme Studenten verkaufen sich an Investoren
Till Böcker/ StudierendenGesellschaft Witten

Bis zu 48.000 Euro kostet ein Studium an der Privat-Uni Witten/Herdecke. Um das zu finanzieren, hatten Studenten eine Idee: Anleger investieren direkt in den akademischen Nachwuchs - allerdings mit sehr unsicheren Renditeaussichten.

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habo10 15.12.2014, 12:43
10. Diese Gutmenschen...

... mit den zurückgegeelten Haaren, trauen sich einfach nicht ihre Gedanken zu Ende zu führen. :)
Die logische Konsequenz aus der der Transformation von Menschen in Finanzprodukte, ist es doch, auch das Ausgangsmaterial sorgfältig zu prüfen.
Ich investiere doch auch nicht in Brot, wenn ich weiss das das Mehl schlecht ist.
Also: Genmaterial testen und aussortieren was nicht lebensw... ehm Rendite verspricht!

Wäre doch gelacht wenn wir den Faschismus nicht doch irgendwie wieder eingeführt kriegen würden.

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joachimrang 15.12.2014, 13:06
11. Ich bin Absolvent der UWH...

... und habe auch die Späterzahleroption gewählt. Rein betriebswirtschaftlich hat sich das für mich nicht gerechnet, mit einem Studiendarlehen mit fixem Zins (5% oder so) wäre ich besser gefahren. Nichtsdestotrotz bereue ich das nicht, denn die Freiheit nach dem Studium die Arbeit aufzunehmen, die ich gerne aufnehme will ohne eine fixe Darlehensschuld abtragen zu müssen war's mir wert.

Was vielleicht noch erwähnenswert ist:

a) Die Uni Witten/Herdecke hat 20 Jahre Erfahrung mit den Rückzahlern, es gibt also eine gute Kalkulationsbasis - was natürlich nicht heißt dass es keine Risiken gibt.
b) Es wird allen Studenten aller Fakultäten diese Rückzahlungsoption angeboten (im Gegensatz zu anderen im Artikel vorgestellten Bildungsanleihen, es findet also kein "Genmaterial"-Test statt, der die künftig zahlungskräftigen von den künftig nicht zahlungskräftigen Studenten unterscheidet.

Alles in allem finde ich das eine tolle Sache!

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qwert44 15.12.2014, 13:21
12.

Zitat von emm13y
Eine solche Idee halte ich für sehr gefährlich. Sie passt in eine Gesellschaft, die alles für käuflich hält und Prostitution für "einen Beruf wie jeden anderen" halten will. Doch ich warne die Studenten: Wenn sie sich auf so etwas einlassen, werden reiche Firmen, wie z. B. Monsanto oder andere an Sie herantreten und Sie, als Student, verkaufen dann auf lange Sicht ihre geistige Freiheit und machen sich zum Sklaven der Geldgeber...
Ihr Beitrag ist schön und gut, allerdings kann ich als Medizinstudent von geistiger Freiheit nicht leben. Bevor Sie mir nicht einen Weg aufzeigen wie ich ohne Einbußen meiner Leistungsfähigkeit bei einem Studium wie der Humanmedizin noch genug Geld zum Leben anschaffen kann halten Sie sich bitte mit ihrem erhobenen moralischen Zeigefinger zurück und lassen Sie mich mich in aller Ruhe prostituieren.

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sucky 15.12.2014, 13:41
13. Anthroposophisch?

Die UWH ist schon seit Jahrzehnten keine anthroposophische Uni mehr. Es wird ein Lehrgang in anthroposophische Medizin angeboten, aber die anderen Studiengänge sind staatlich anerkannt und akkreditiert. Genau wie an anderen Universitäten auch.

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Mr Bounz 15.12.2014, 13:44
14.

Als ich EBS im Artikel las mußte ich wirklich herzlich lachen. Dieses vom Staat finanzierte "Institut" hat noch nicht einmal den Namen "School" verdient.
Dort wird den ungebildeten und verwöhnten Gören von reichen Eltern durch Zahlungen ein Abschluß zugeschustert.
Edel ist dort vielleicht das Invfentar, aber das war es auch schon. (Papa Staat hat es ja bezahlt) Allein 30 Mio in 2012, die die nette CDU den Staatlichen Unis abgezogen hat.
..... Privat-Uni Lächerlich.

Nun zum Thema.
1. Es wird den Studenten schon noch aufgehen wie der Hase läuft. Wenn ein Investor in Student X investiert, der aber die "falschen", weil nicht "Gewinnbringenden" (nach Meinung des Investors), Seminare geht, wird ihm das schon deutlich gemacht werden.
Es droht ja der totalverlust des Anlagekapitales!
2. Als nächstes wird der EInfuß auf die Uni kommen, denn wenn ich hier in Studenten investiere, dann möchte ich aber auch das die folgendes Lernen ....
3. Es wird ganz toll wenn gewisse Gruppen sich dann in Zukunft "Ihre" Studenten zusammenkaufen.

Sarkasmuss: ".... Endlich wieder Leibeigene, die hatte mein e Familie seit den 20er Jahren nicht mehr!"

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kaimaster 15.12.2014, 14:01
15. Aktien hin oder her,

es ist nichts anderes als ein Darlehen, das der Student auf sich genommen hat. Es ist in Grunde genommen nur eine andere Finanzierungsmethode.
Hier muss man nur wissen, dass das Risiko bei Anlegern liegt, die die Aktien kaufen. Wenn die Aktien nix wert sind (in diesem Fall, dass der Student zukünftig wenig Geld verdienen wird), dann ist das investierte Geld kaum noch zurückzuholen. Aber ein Darlehen muss man so oder so zurückzahlen, egal wie schlecht man später verdient.

Es führt leider dazu, dass man nur Geld orientiert studiert, weil man so die Finanzierung von den Investoren bekommen kann. Die Investoren interessieren sich sicher nicht für die jenigen, die später für eine Hilfsorganisation arbeiten wollen.

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pitgo2 15.12.2014, 14:51
16. Studenten MÜSSEN Finanzierung lernen

Verstehe Kritik nicht. Das ist doch das erste, was junge Studenten lernen (sollten): Wie sie, z.B. mit einem Studienkredit (http://studieren-mit-kredit.de) die Finanzierung planen. Das heißt: Auch ein kalkuliertes Risiko eingehen. Nur so wird man Entrepreneur

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pymal 15.12.2014, 16:40
17.

Einen Laden wie die EBS, an der jeder mit genügend Mammon aufgenommen wird, keinerlei (intelektuelle) Auslese bei der Aufnahme der Studenten betrieben wird und selbstverschuldet bis zum Hals in finanziellen Schwierigkeiten steckt, als "edel" zu bezeichnen ist mal eine steile These. Zum eigentlichen Thema: Da die Anleihe innerhalb weniger Tage vergriffen war, kann das ganze ja so schlecht nicht sein. Ein Investment ist immer mehr oder weniger ein Risiko.

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ste.f 16.12.2014, 00:44
18. lieber an fussball verkaufen

da verkauf ich meine seele als dauerstudent des lebens lieber an die eintracht aus frankfurt. besser ist das so.

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Newspeak 16.12.2014, 01:10
19. ...

Bildung und Finanzmarkt passen offenbar nur bedingt zusammen.

Ach was. Kann man nicht "Verdummungszertifikate" entwickeln und an der Börse handeln? Also so ähnlich, wie beim CO2. Wer an der Uni dann besonders viel heiße Luft produziert, kann sich freikaufen und der Markt reguliert direkt die Intelligenz der Bevölkerung.

Hält man Niklas Becker vor, Studenten in Spekulationsobjekte zu verwandeln, protestiert er. "Ein sinnstiftendes Investment" sei das, sagt er, eine nachhaltige Geldanlage, die jungen Menschen Freiheit geben soll - und Kapitalgebern ein gutes Gefühl.

Es gibt bereits ein funktionierendes Modell. Nennt sich Einkommens-/Vermögenssteuer. Die Reichen geben dabei ihr Geld dem Staat, natürlich im Gegenzug zum guten Gefühl ein anständiger Mitbürger zu sein, und dieser gibt es den jungen Menschen (über ein exotisches Finanzkonstrukt namens BAföG...ja, ich weiß, total verrückt das) und ihnen damit Freiheit von Existenzsorgen.

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