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Auszeichnung für deutsche Elite-Unis: Die exzellenten Elf
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Die neuen Exzellenz-Universitäten stehen fest. Einige Hochschulen galten als gesetzt, aber bei den Entscheidungen über die Forscher-Elite gab es auch einige Überraschungen.

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kumi-ori 19.07.2019, 19:39
1.

Die Förderbeträge sind lächerlich gering. In den Biowissenschaften ist schon ein kleines Projekt für eine Drei-Mann/Frau-Arbeitsgruppe nicht unter 5 Millionen Sach-Etat zu machen. Exzellenz oder nicht, die Musik spielt bei den Drittmittelgebern.

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Domainator 19.07.2019, 19:48
2. Die Landflucht...

...von Ost nach West wird weiter gehen.
Mich würde mal interessieren, welche Kriterien dafür sorgen, dass so wenig Unis der neuen Bundesländer vertreten sind.
Mag sein, dass diese Unis schwächer sind. Wäre es dann nicht klüger, ein Auge darauf zu haben und diese Unis zu stärken, damit sie im internationalen Vergleich bestehen können?

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mafreschi 19.07.2019, 19:58
3. Jupp, die Exzellenz 148 Mio pro Jahr sind...

weniger als ein Prozent der Gelder, die insgesamt in die Hochschulen fliessen. Die werden ja hauptsächlich von den Ländern finanziert. Die Exzellenzstrategiemillionen sind Extra-Gelder, mit der forschungsstarke Unis (seien sie groß oder klein) Extra-Dinge wagen können. Das ist doch gut. However, Toiletten müssen die Länder sanieren. Sparrunden vergangener Perioden auch. Und Drittmittelprojekte können die Wisse schaftöer weiterhin überdie DFG und das BMBF einwerben.

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Tomcat2 19.07.2019, 19:59
4. @kumi-ori: Forschung und Lehre

Es ist ihnen vielleicht entgangen, dass die Universitäten sowohl Forschung als auch Lehre durchführen. Große Forschungsprojekte sind meistens an Max-Planck-Instituten o.ä. angesiedelt. In meinem Feld ist eine aus Drittmitteln eingeworbene drei Mann/Frau Arbeitsgruppe für Uni-Verhältnisse bereits eher groß, aber in den Biowissenschaften scheint ja das Geld nur so zu fließen. Das kann man natürlich kritisch betrachten. Es geht aber vor allem auch darum, neue Stellen zu schaffen, um die Lehre zu verbessern. Und da können die Max-Planck-Institute sicherlich nur müde lächeln, aber auch die brauchen irgendwie Leute, die in der Lage sind, die tolle Forschung dann auch durchzuführen.

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dragondeal 19.07.2019, 20:11
5. @#1

Es ist eine Förderung, kein "Wir erfüllen alle Wünsche" - Preis.

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KR_53 19.07.2019, 20:58
6.

Ein Schrittchen in die richtige Richtung, wenn man international konkurrenzfähig sein will, müßte man schon eine 0 an die Fördermittel ranhängen. Mit den 40 Mrd Euro pro Jahr, die wir für eine sinnfreie Energiewende auf Basis der Direkteinspeisung von Wind- und Sonnenenergie ausgeben, könnte man Hochschulförderung, Digitalpakt, Infrastruktur und Naturschutz wirklich zielführend anschieben.
Das offensichtliche Südwest - Nordost - Gefälle, nicht nur die Ostländer sind benachteiligt, ist kontraproduktiv für die Angleichung der Lebensverhältnisse.

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strixaluco 19.07.2019, 20:58
7. Wenn das Problem denn nur Toiletten wären...

Wenn die baulichen Probleme deutscher Unis sich auf die Schönheit von Toiletten beschränken würde, gäbe es kein Problem.
In Wahrheit gibt es aber, exzellent oder nicht, Sanierungsstaus von selbst in bessergestellten Bundesländern Milliarden Euro pro Bundesland. Es gibt Institute, die Gastwissenschaftlern erst einmal Bilder schicken, damit die wissen, ob sie sich das zumuten wollen. Die Mitarbeiter schämen sich für den Dreck. Wissenschaftler arbeiten teils etliche Jahre in abrissreifen Gebäuden, mit Dreck, Ungeziefer, defekter Heizung, defekten Abzügen, kopfgrossen Löchern im Beton, nassen, bröckelnden Decken und Stützpfeilern. Ich habe Sachen gesehen, die definitiv gefährlich waren. Es dauert trotzdem Jahre, bis so etwas beseitigt wird, und dann meist oberflächlich.
Von den oft üblen Arbeitsbedingungen mit Ketten-Zeitverträgen, die weder ein Leben noch tiefergehendes Arbeiten zulassen, reden wir noch gar nicht.
Elite, wo bitte??? Und wofür? Das ist vor allem politisches Theater. Über die Güte wissenschaftlicher Arbeit entscheidet ein jahrzehntelanger Prozess der Weiterentwicklung - einer, der durch die Projektwirtschaft gerade sehr behindert wird.
Es ist traurig, dass die Hochsvhulrektoren das Elite-Werbetheater mitmachen. Im Interesse derer, die Wissenschaft machen, wären ganz andere Sachen wichtig als Angeberei.

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varlex 19.07.2019, 21:08
8.

Zitat von kumi-ori
Die Förderbeträge sind lächerlich gering. In den Biowissenschaften ist schon ein kleines Projekt für eine Drei-Mann/Frau-Arbeitsgruppe nicht unter 5 Millionen Sach-Etat zu machen. Exzellenz oder nicht, die Musik spielt bei den Drittmittelgebern.
Ob nun 150mio/Uni mehr ist gar nicht das Hauptkriterium. Es geht auch um den Titel.

Man gehört zu den Top 11 der Universitäten in Deutschland, entsprechend kann damit auch anderweitig um Gelder geworben werden.

Das ist wie mit UNESCO-Welterbe Titeln. Oder Google Top-Werbeanzeigen. Hauptsache man ist erstmal irgendwo ganz oben gelistet.

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hartmannulrich 19.07.2019, 21:34
9.

Zitat von Domainator
Mich würde mal interessieren, welche Kriterien dafür sorgen, dass so wenig Unis der neuen Bundesländer vertreten sind. Mag sein, dass diese Unis schwächer sind. Wäre es dann nicht klüger, ein Auge darauf zu haben und diese Unis zu stärken, damit sie im internationalen Vergleich bestehen können?
Aus dem Gebiet der ehemaligen DDR sind immerhin zwei Universitäten dabei, Dresden und Berlin. Wenn ich richtig gezählt habe, sind das so viele wie aus Nordrhein-Westfalen oder aus Bayern. Die Auswahl erfolgte nicht nach Proporz, und soweit ich sehe, ist das Ziel dieses Programms, die bereits Starken weiter zu stärken. Das kann man richtig oder falsch finden, aber das ist nun mal die Absicht.

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