Forum: Leben und Lernen
Azubis im Hotel: Tägliche Schikanen und fliegende Pfannen

Draußen funkelt die Vier-Sterne-Fassade, drinnen regiert ein überaus harter Ton. Julia und Daniel sind Auszubildende in noblen Hotels. Beim Abendessen in Berlin erzählen sie, wie sie ihren einstigen Traumberuf im Alltag erleben - mit brüllenden Chefs, 16-Stunden-Schichten und Lächelzwang.

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sukowsky 27.07.2010, 11:55
1. "Lehrjahre sind keine Herrenjahre!"

Wie heißt es so schön, "Lehrjahre sind keine Herrenjahre!"
Trotzdem, der herrische Ton womöglich auch mobben ist wirklich zu unterlassen, wenn nicht ist es beschämend in so einem Betriebsklima zu arbeiten.
Die Chefs, wenn sie ihre Arbeit lieben geben sicherlich höfliche Anweisungen.
Leben denn soviel Menschen mit Frust in ihrer täglichen Arbeitswelt und vermiesen jungen Leuten das Leben. Schade so gelebt zu haben!

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picard95 27.07.2010, 11:57
2. Schade

Die Zustände (auch in Luxushotels) sind seit Jahrzehnten bekannt; trotzdem sind die Ausbildungsberufe heiss begehrt.
Natürlich haben viele Jugendliche trotz angeblichem Azubimangel kaum eine andere Wahl; als Vater von der Auszubildenden hätte ich dem Knilch vor allen Leuten inklusive den Gästen die Meinung gegeigt bis er auf Schlumpfgrösse geschrumpft wäre.

Der Ausbildungsplatz wäre danach natürlich gekündigt, aber soll ein junger Mensch von 16-18 Jahren sich schon nur noch ducken, alles wegstecken und sich alles gefallen lassen?

Wenn die Zeiten der Fairness vorbei sind, dann bitteschön auf beiden Seiten.

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Bluecher59 27.07.2010, 11:58
3. 16-Stunden-Schichte für Azubi's???

Wo bleibt hier eigentlich das Arbeitszeitgesetz?
Wenn der Chef zu schnell oder besoffen Auto fährt verliert er seinen Führerschein (er hat ja ein Gesetz missachtet!) - aber Azubi's oder auch Mitarbeiter - weit über die höchstzulässige Arbeitszeit schuften lassen - das ist ja nur ein Kavaliersdelikt und die sollen sich mal nicht so anstellen - oder was!?!?!

Und wie immer schauen die Behörden da geflissentlich weg.

Dass Chefs nicht immer gute Manieren haben ist bekannt - und dass es insbesondere im Hotel- und Gastgewerbe rau zu geht auch - aber irgendwo muß es mal Grenzen geben.
Und das Azubi's auch noch das Trinkgeld abgeben müssen ist ein unglaubliche Frechheit!!

Hier machen auch die Gewerkschaften einen misserablen Job - denn ein Anzeige kann sich ein Mitarbeiter normalerweise nicht leisten - dann ist er definitiv weg vom Fenster.

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superfunk3000 27.07.2010, 11:58
4. word

Zitat von sysop
Draußen funkelt die Vier-Sterne-Fassade, drinnen regiert ein überaus harter Ton. Julia und Daniel sind Auszubildende in noblen Hotels. Beim Abendessen in Berlin erzählen sie, wie sie ihren einstigen Traumberuf im Alltag erleben - mit brüllenden Chefs, 16-Stunden-Schichten und Lächelzwang.
In meiner Ausbildung wars ähnlich. Komme allerdings aus dem Handwerk. Schreierei war an der Tagesordnung. Ich hatte oft Angst zur Arbeit zu fahren. Man musste schon alles können obwohl man Azubi im ersten Lehrjahr war. Gelernt habe ich dort sehr viel, aber einen Chef wollte ich danach nie wieder haben. Hat funktioniert.

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Newspeak 27.07.2010, 12:03
5. ...

"Springen Hotels mit ihren Azubis immer so übel um? Daniel kennt auch positive Beispiele: So arbeiten Azubis in einem Hotel ganz in der Nähe acht Stunden täglich, bekommen Überstunden bezahlt, haben zwei freie Tage pro Woche. "Mehr fordert ja keiner", sagt Daniel."

Warum organisieren sich nicht mal die Mitarbeiter untereinander? Wenn der menschenverachtende Chef von der versammelten Mannschaft einen reingewürgt bekommt, dann spricht sich das auch rum und dann ändert sich vielleicht etwas. Wer in solchem Maße psychische Gewalt ausübt, darf sich über bestimmte Reaktionen nicht wundern.

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kdshp 27.07.2010, 12:04
6. aw

Zitat von sysop
Draußen funkelt die Vier-Sterne-Fassade, drinnen regiert ein überaus harter Ton. Julia und Daniel sind Auszubildende in noblen Hotels. Beim Abendessen in Berlin erzählen sie, wie sie ihren einstigen Traumberuf im Alltag erleben - mit brüllenden Chefs, 16-Stunden-Schichten und Lächelzwang.
Hallo,

das ist ja wohl eher ein alptraum! Ich würde meiner tochter raten und helfen sich ein anderes hotel zu suchen oder gar ganz aus der branche zu gehen. Gerade im DIENSTleistungssektor scheint man mit den mitarbeitern nicht gut umzugehen und diese auch noch schlecht zu bezahlen.

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neuronom1000 27.07.2010, 12:05
7. Dienstleistungen waren früher Sklavenarbeit

Ähnliche Umstände gibt es letztlich in fast allen Dienstleistungsberufen, insbesondere in jenen, die nicht an feste Ladenöffnungszeiten gekoppelt sind - in der Altenpflege z. B., oder auch im Krankenhaus. Gesetzesvorschriften helfen dabei wenig, denn Papier ist bekanntermaßen geduldig.

Aber wer will schon anstatt 50 gleich 70 Euro für eine Nacht im Hotel hinblättern? Oder würde sich für eine Erhöhung der KK-Beiträge aussprechen? Tarifverträge und Gesetze (Kündigungsschutz) sorgen zudem dafür, dass am Personalbestand gespart wird. Wohlstand und Beschäftigungsstabilität der einen gehen so auf Kosten anderer, die unter den resultierenden Flexibilitätsanforderungen zu leiden haben.

Eigentlich kann man einem jeden der mit dem Gedanken spielt im sagenumwobenen "Dienstleistungssektor" bzw. dessen operativer Ebene zu arbeiten nur davon abraten. Aber wer hat schon die Wahl?

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the_flying_horse 27.07.2010, 12:06
8. Respektlos

Chefs, die sich wie hier beschrieben, ihren Mitarbeitern gegenüber derart respektlos verhalten, sind keine Chefs sondern ganz arme Schweine.

Ein richtiger Chef hat es nicht nötig, seine Mitarbeiter anzubrüllen oder zu mobben; wer weiss, wozu er die nochmal braucht?

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neuronom1000 27.07.2010, 12:11
9. Selbstorganisation???

Zitat von Newspeak
Warum organisieren sich nicht mal die Mitarbeiter untereinander? Wenn der menschenverachtende Chef von der versammelten Mannschaft einen reingewürgt bekommt, dann spricht sich das auch rum und dann ändert sich vielleicht etwas. Wer in solchem Maße psychische Gewalt ausübt, darf sich über bestimmte Reaktionen nicht wundern.
Darf man lachen? Von organisatorischen problemen einmal abgsehen ... das Resultat wird wohl sein, dass man irgendwann als "ungemütlicher MA" auf der Straße steht. Papier ist geduldig, die Arbeitnehmerrechte nichts als hohle Phrasen. Und übrigens ist das das Hohheitsgebiet der Betriebsräte und Gewerkschaften - wie der Erfolg auch von richterlicher Rechtsprechung abhängig. Erstere mögen keine illegitimen Einmischungen - und letztere können VIELLEICHT zum eigenen recht verhelfen, doch ist das eine sehr riskante und ressourcenintensive Angelegenheit.

Oder: was denken Sie denn, warum das so ist? Ganz einfach: weil es geht. Mag sein, dass das für hochqualifizierte anders aussieht... aber auch nur, bis sie im falschen Unternehmen gelandet sind :D

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