Forum: Leben und Lernen
Azubis im Hotel: Tägliche Schikanen und fliegende Pfannen

Draußen funkelt die Vier-Sterne-Fassade, drinnen regiert ein überaus harter Ton. Julia und Daniel sind Auszubildende in noblen Hotels. Beim Abendessen in Berlin erzählen sie, wie sie ihren einstigen Traumberuf im Alltag erleben - mit brüllenden Chefs, 16-Stunden-Schichten und Lächelzwang.

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kdshp 27.07.2010, 12:27
20. aw

Zitat von cherubian
...hat Hotelkauffrau gelernt und berichtete aehnliche Ergebnisse. 7 Tage Wochen, angeschrien werden - DAS war normal. Das Schlimmste allerdings war, dass sie nach der normalen Schicht oft noch im Service (sprich Restaurant) 5-6 Stunden aushelfen musste. Und dass, obwohl sie Hotelkauffrau, nicht-fachfrau gelernt hat. ... Mittlerweile hat sie diesen Beruf aufgegebn und studiert erfolgreich. Lehrjahre moegen keine Herrenjahre sein. Aber muss man als Azubi angeschrien werden und unfaires Verhalten erdulden? Die Antwort ist wohl leider: ja. So ist das in Deutschland. All dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man das naechste Mal im Hotel uebernachtet. Ein Lob und ein ordentliches Trinkgeld sollten das Minimum sein.
Hallo,

und noch ein TIP, nie in große hotels gehen denn je größer desto mieser der umgang mit dem personal ist meine erfahrung.

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berns 27.07.2010, 12:29
21. Nicht nur Auszubildende

werden in den Nobelhotels schlecht behandelt.

Seit Jahren erlauben sich viele Hoteliers fast alles. In S. E. im Bayerischen Wald gibt es ein "4-Sterne-Wellness-Hotel", da rief der Chef die Angestellten kurz vor Weihnachten zu sich und erklärte, ab 1. Januar gibt es zehn Prozent weniger Lohn und wem es nicht passt, der kann ja gehen...

Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind in diesem Hotel schon länger ein Fremdwort. Dafür müssen die Angestellten aber zehn bis 11 Stunden am Tag präsent sein. Fast alle haben befristete Verträge, auch wenn sie schon ein paar Jahre da sind. Keine einzige Angestellte bzw. Kein einziger Angestellter in diesem Hotel ist Mitglied der Gewerkschaft.
Niemand traut sich.

Ein mir bekanntes Schweizer Ehepaar sagte mir, dass sie in diesem Hotel keinen Urlaub mehr machen wollen, weil das Personal offensichtlich schlecht behandelt wird. An der Rezeption wären zudem jedesmal neue Beschäftigte, kein Wunder, denn Praktikanten, die ohne Bezahlung arbeiten müssen, bleiben meist nicht sehr lange in einem Betrieb.

Die Geschäfte gehen gut. Am Hotel wird schon wieder angebaut...

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k4l 27.07.2010, 12:29
22. nt

Zitat von sozialfall
hätten mit mir aber ein sehr großes Problem. Würde jemand so mit mir umspringen, würde er sich ganz schnell im Krankenhaus wieder finden. Auf den Job sei dann geschissen. Solchen Menschendrangsaliertypen sind die Lebensverlierer schlechthin! Sich dagegen wehren ist leider aber nicht Jedermanns Sache
:-) find ich gut !

naya leider sind halt in vielen betrieben die azubis die deppen vom dienst. ich bin kein azubi, gehoere aber zu einer "aehnlichen" gruppe. in unserer gesellschaft ist halt jeder wertlos, der nicht festangestellt ist.

den sprung zu schaffen, fest angestellt zu werden, ist meist gar nicht so einfach...

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Leonito 27.07.2010, 12:30
23. Fachkräftemangel

Es herrscht in der Branche in allen Bereichen Mangel an kompetenten,einsatzfreudigen jungen Menschen.

Fragen sich die Abteilungsleiter und Führungskräfte ernsthaft woran das liegt.

die Antwort:

-unmenschlichen Arbeitszeiten
-schlechte Bezahlung
-unwürdiger Umgang mit Auszubildenden und Mitarbeitern
-eine schwache Gewerkschaft

Ich arbeite seit 30 Jahren in der Branche, habe ebenfalls
diese harte Schule durchlaufen, und mir fest vorgenommen
Auszubildende und Untergeben nicht so zu behandeln.

Ich denke das man diesen Betrieben einfach die Ausbildungsbefugnis absprechen sollte.

Es wird in naher Zukunft einen harten Kampf um motivierte
Auszubildende geben, die Hotelbranche wird dabei hoffentlich ihre Quittung bekommen.

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static_noise 27.07.2010, 12:32
24.

Keine eigenen Erfahrungen, aber einige Freunde aus der HoFa und ReFa Ecke.

Die Beispiele sind nicht allzu extrem und sicher keine Seltenheit, denn es herrscht in der Branche generell ein Problem mit dem beruflich/menschlichen Missbrauch und Ausbeutung von Angestellten.

Allerdings sind die Ursachen vielschichtig:

1.Mangelnde Kontrollen/Konsequenzen durch die zuständigen Organisationen Behörden.
2.Die Angestellten bilden sich auch noch was drauf ein das ‚durchgestanden‘ zu haben. (Schutzreflex?)
3.Die Angestellten sind eher uninteressiert an zB Betriebsräten/starken Gewerkschaften. (Wieso gibt es die NGG noch?!)
4.Systemimmanente Notwendigkeit/Bedürfnis, weil der Service sonst doppelt so teuer sein müsste.
5.Mangelnde Kompetenz der Vorgesetzten „Nur so funktioniert ein so großes/komplexes System!“

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autocrator 27.07.2010, 12:33
25. Trost

Zitat von kdshp
Hallo, zumal er das auch wieder bekommt DA muss nur einer mal rache üben und schon zahlt der chef drauf. Habe ich schon selber so erlebt als ich mal in einem messebau betreib gearbeitet habe. Der chef da war auch so ein A... und das ging los das sich leute kurz vor wichtigen dingen krank gemeldet haben, wichtige betriebsmittel plöztlich kaputt waren oder kunden wurden entsprechend schlecht behandelt so das sie woanders sich haben ihren messestand aufbauen lassen. PS Die firma ist heute pleite!

Das ist der trost: Firmen mit A...-chefs gehen früher oder später hops, denn eins ist klar: im heutigen globalisierten konkurrenzkampf überlebt nur der, der eine motivierte mannschaft hat.

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jocurt1 27.07.2010, 12:34
26. Dazu fällt mir immer wieder dieser Witz ein..

Zitat von sysop
Draußen funkelt die Vier-Sterne-Fassade, drinnen regiert ein überaus harter Ton. Julia und Daniel sind Auszubildende in noblen Hotels. Beim Abendessen in Berlin erzählen sie, wie sie ihren einstigen Traumberuf im Alltag erleben - mit brüllenden Chefs, 16-Stunden-Schichten und Lächelzwang.
kurz mal zitiert:

chinesischer Koch auf einem Fischkutter wird durch die Mannschaft mit bösen Scherzen gequält.

Eines Abends der Sprecher der Mannschaft:" Fing Lu, wir finden dich eigentlich ganz nett. Du bist ok. Wir werden dich nicht mehr ärgern.

Fing Lu." Danke verehrte Matrosenherren, da muss ich ja nicht mehr machen PiPi in Suppe.

Soweit zum Thema Mobbing im Hotel- und Gaststättengewerbe.

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Karl_M. 27.07.2010, 12:35
27. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von blanche5000
Natürlich ist eine Ausbildung manchmal hart und gerade im Hotelfach wird einem einiges abverlangt, aber anstatt dass der Spiegel darüber berichtet, dass diejenigen Hotelfachleute die die Ausbildung in den Top-Hotels durchstehen, danach in der ganzen Welt heiss begehrt sind, sich tolle Möglichkeiten eröffnen (und das auch gerade weil die Ausbildung hart und anspruchsvoll ist) wird hier nur über die unfairen Arbeitsbedingungen rumgeheult. So ist das eben, einfach mal die A-Backen zusammenkneifen oder sich was anderes suchen, es gibt ja genug anderer die den Platz gerne übernehmen. Obwohl ich schon vor 10 Jahren die gleichen Erfahrungen wie hier beschrieben gemacht habe, blicke ich heute mit Stolz auf diese Zeit zurück und gebracht hat es mir auch viel.
Ihren Ausführungen kann man im großen und ganzen Zustimmen. Wer in der Gastronomie schon gearbeitet hat, weiß auch welchen Druck der Küchenchef/ Servicechef von den Gästen bekommt. Diese wollen (zurecht) eine angemeßene Leistung sehen, manchmal sind auch schwierige Gäste dabei. Dass dann in der Küche kein Ponyhof ist, darf wohl klar sein.
Das Problem, wie auch bei den meisten Spiegel Artikeln, ist doch die Repräsentativität.
Natürlich gibt es immer solche und solche Chefs bzw. Arbeitsbedingungen.
Auf die Leistung der beiden Azubis geht der Artikel auch nicht ein. Wenn der Chef zum zehnten Mal darauf hinweisen muss, dass man den Kuchen mit der Schablone schneidet, ist es menschlich, wenn er beim elften Mal etwas harsch reagiert, nur als Beispiel.

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baschy 27.07.2010, 12:36
28. Leider nur...

...nur ein Zustandbericht hier auf SPON. Das es diese Situationen zwischen unfähigen Führungspersonen und Mitabreitern gibt ist doch allgmein Bekannt. Verstärkt im Hotel-/Gastronomiegewerbe als auch überall anders.

Auch Mitarbeiterführung will gelernt sein, nur weil man lange irgendwo arbeitet oder Geld in ein Unternehmen investiert um da das "Sagen" zu haben ist das glücklicherweise nicht gleichbedeutend mit der Befähigung dies auch wirklich tun zu können.

Dieser Artikel gibt wie oben erwähnt nur die Ist-Zustand wieder und gibt keine bis wenige Tips für die Betroffenen und auch nur die ominöse Verbindung zwischen Hotel-/Gastronomiegewerbe und IHK wird nur am Rande erwähnt und benennt nicht die Schuldigen.
Sofern SPON das überhaupt weiß.

Schade der Artikel hätte mehr Futter sein können. So bleibt er nur eine Randnotiz und schon bin ich beim nächsten Artikel....

Tschüß!

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RainerWahnsinn 27.07.2010, 12:36
29. Toll

Zitat von blanche5000
Obwohl ich schon vor 10 Jahren die gleichen Erfahrungen wie hier beschrieben gemacht habe, blicke ich heute mit Stolz auf diese Zeit zurück und gebracht hat es mir auch viel.
nun verstehe ich auch warum der Service in Deutschland so katastrophal ist. Wer eine derartige Ausbildung durchmacht wird nie ein guter "Gastgeber" sein - und darauf braucht man auch wirklich nicht stolz zu sein!

Nur wer Freude an seinem Job hat bringt auch gute Leistungen, aber bei den genannten Chefs darf man - vorsichtig gesagt - von einem erheblichen Defizit an Führung und Kompetenz ausgehen und da schließt sich wieder der Kreis. Wer nichts kann, kann auch nichts lehren!

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