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Azubis: Personalchefs wollen keine Migranten
DPA

Ausländische Eltern? Keine deutsche Staatsangehörigkeit? Ein ungewöhnlicher Name? Nein, danke. Eine Umfrage bei deutschen Unternehmen zeigt: Nur 15 Prozent aller Ausbildungsbetriebe bilden Jugendliche mit Migrationshintergrund aus.

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mensch0817 22.01.2015, 12:10
1. alles wie immer

Es gibt schon lange Studien, die belegen, dass z.B. die Quote der Gesprächseinladungen höher liegt, wenn unter einer sonst wortgleichen Bewerbung ein deutscher anstelle eines ausländisch klingenden Namens steht. Genau das ist Teil der alltäglichen Vorbehalte gegenüber vermeintlich Fremden, letztlich also Teil des heimlichen Nationalismus, der in vielen Menschen steckt. Unter anderem daraus speist sich die PEGIDA-Bewegung. Immerhin ruft der Artikel wieder einmal ins Gedächtnis, dass auch Leute in Entscheidungspositionen endlich einmal ihre Verantwortung wahrnehmen müssen, und zwar nicht nur durch Sonntagsreden, sondern durch tägliches Tun.

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bodo_hombach 22.01.2015, 12:19
2. Ist bei uns eigentlich gang und gäbe

Ich arbeite in einem Großunternehmen und "Leute mit komischen Namen" sind bei uns mittlerweile relativ oft anzutreffen. Vor Allem unter den Auszubildenden. Da die Qualität des Rohmaterials wohl über die Jahre abgenommen hat kann die Personalabteilung jetzt wohl keine Rücksicht mehr auf das eigene Bauchgefühl nehmen. Ich finde das gut. Die Demos in Dresden finde ich allerdings auch gut. Auch die Tatsache, dass Personalchefs generell eher keine Migranten als Auszubildende wollen zeigt nämlich, das wir sehr wohl ein Integrationsproblem haben. Mir wäre ja eine Debatte unter den Parteien lieber. Statt dessen überläßt man Leuten wie Lutz Bachmann die Bühne. Kann ich irgendwie nicht verstehen.

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derfalscheprophet 22.01.2015, 12:21
3. It's true

Ich kann ein Lied davon singen.
Als italienischer Staatsbürger habe ich die eine oder andere negative Erfahrung erleben dürfen.

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ch@rybdis 22.01.2015, 12:23
4. Öhhhhhm ....

.... was sind denn Jugendliche, die "... in Deutschland als Ausländer geboren wurden ..."?

Klar ist mir bewusst, dass man in Deutschland nicht - wie beispielsweise in den USA - automatisch die Staatsangehörogkeit erhält, wenn man hier geboren wird.

Aber "als Ausländer in Deutschland geboren" klingt ein wenig nach "Niederkunft während des Urlaubs" ....

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ZeRonin 22.01.2015, 12:33
5. Trau keiner Statistik...

Wir haben 7 Millionen "echte Ausländer" und 8,6 Millionen Deutsche die zur zweiten Generation zählen, was auch alle Menschen mit nur einem nicht deutschen Elternteil einschließt. In jedem Fall sind das grobe 18% der Gesamtbevölkerung. Um auf mehr als 18% "ausländerausbildenden Unternehmen" zu kommen müssten sich diese schon absprechen das jeder nur all 3 oder 4 Jahre (bei einer 3,5 Jährigen Ausbildung) einen nimmt, das jedes Unternehmen eine Chance hat auch einen ab zu bekommen.

Das wirkliche Problem, unabhängig von Nationalität, liegt meiner Meinung nach (ich arbeite in der Verwaltung eines Mittelständlers) darin das den potentiellen Azubis Grundfähigkeiten fehlen, sowohl schulische wie z.B. Kopfrechnen als auch soziale Umgangsformen, z.B. Begrüßung des Personalers im Vorstellungsgespräch nicht mit "Jo Alde schbin hier..." dabei das Cappie auf und die Hose unten.

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neuundaltgierig 22.01.2015, 12:33
6.

"Es gibt schon lange Studien, die belegen..." (mensch0817, 12:10h)
Es gibt immer reichlich Studien, die alles mögliche im Brustton der Überzeugung behaupten. Ob alles, was man aus einer Befragung von 20 Personen ableitet, wirklich etwas belegt oder nur vermuten lässt, sei dahingestellt.
Meine Vermutung ist, dass ein Auswahlverfahren in erster Linie Bewerber finden soll, die den Firmennutzen möglichst maximieren, also gute Arbeitnehmer sind.
Selbst wenn da falsche Kriterien zum Zug kämen (weil der menschliche Faktor auch Fehler mit sich trägt), ist das noch lange kein Nationalismus oder Rassismus. Ich würde bei entsprechenden Stellen auch denjenigen aussieben, der in der Aktenlage erkennen lässt, dass er z. B. die deutsche Schriftsprache nicht beherrscht oder mich zu höheren Investionskosten bringt (Umbauten im Sanitärbereich oder ähnliches). Deshalb sind ja z. B. Schwerbehinderte gesetzlich besonders behandelt, weil das Eigeninteresse einer Firma oft gegen eine Einstellung stünde.

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hansmaus 22.01.2015, 12:33
7. Quote

Es muss eine Quote her!
Anteilig müssen mindestens soviele Menschen mit Migrationshintergrund in den Betrieben arbeiten wie in der Bevölkerung leben.
In Südafrika klappt das ja auch super.

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fliegender-robert 22.01.2015, 12:35
8. Sind die 15% nicht ausreichend?

Sind die 15% nicht ausreichend? Wenn der Anteil an der Bevölkerung nicht höher als 15% ist, dann sollten doch auch 15% Ausbildungsbetriebe ausreichen? Wo ist denn nun die Meldung?

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fliegender-robert 22.01.2015, 12:36
9. Sind die 15% nicht ausreichend?

Sind die 15% nicht ausreichend? Wenn der Anteil an der Bevölkerung nicht höher als 15% ist, dann sollten doch auch 15% Ausbildungsbetriebe ausreichen? Wo ist denn nun die Meldung?

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