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Bachelor-Arbeit: "Das Schlimmste ist das streberhafte Tippen der anderen"
DPA

Die letzten Wochen einer Abschlussarbeit können quälend sein. Tabea Mußgnug berichtet von eiskalten Bibliotheken im Sommer, tiefenentspannten Copyshop-Mitarbeitern - und dem schlimmsten Fehler überhaupt.

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Vaen 24.08.2015, 10:56
1. Bald...

ist das ganze Buch hier abgedruckt. Stecke gerade in der Examensphase und kann bei dem, über was die Autorin sich beschwert, nur bitter lächeln. Bei uns ist jedenfalls niemand mehr in gymnasialen Unterteilungen wie Streber/Nichtstreber stecken geblieben.

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themistokles 24.08.2015, 10:58
2.

Ich habe in Heidelberg Alte Geschichte, Ur- und Frügeschichte sowie Klassische Archäologie studiert. Wir haben also unsere Zeit vermutlich in den gleichen Bibliotheken verbracht. Meine Uni- Zeit ist zwar schon ein Weilchen her, aber die von der Autorin beschriebenen Situationen habe ich so nie erlebt. Entweder haben sich die Studenten und ihr Verhalten in den letzten Jahren dramatisch verändert, oder hier hier (leider) hoffnungslos übertrieben. Auch wüsste ich gerne, wo es diese "Tiefkühlbibliothek" gegenen hat. Die Instituts- Bibs, die ich kenne, waren im Sommer brüllend heiß.

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Celegorm 24.08.2015, 11:02
3.

Frage: Wieso hängen eigentlich so viele Studenten, die sich von den Bedingungen in den Bibliotheken derart furchtbar genervt fühlen, ständig in eben diesen Bibliotheken rum? Die grösste Errungenschaft der Drahtlos-Technologie ist doch, dass man heute überaus flexibel sein kann bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Bei schönem Wetter sogar draussen. Zum Schreiben reicht schliesslich ein Laptop und wenn man sich noch über das Uni-Wifi/VPN einloggt hat man meist auch Zugang zu einem Grossteil der relevanten Literatur.

Feststellung: Die Problematik erübrigt sich weitgehend, wenn anstelle der drögen Literaturarbeiten auch in einer Bachelor- oder Masterarbeit effektiv wissenschaftlich gearbeitet wird. Gibt zwar am Anfang tendenziell mehr zu tun, dafür schreiben sich hinterher zumindest Methoden und Resultate wie von selbst..

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Tiberias 24.08.2015, 11:06
4. Es ist schon...

...lächerlich, dass man die einst so umfassende Abschlussarbeit im Diplom nun beim Bachelor auf den Umfang einer popligen Seminararbeit zusammengedampft hat. Umso unverständlicher finde ich es, dass in diesem Artikel darüber gejammert wird, welch Herkulesaufgabe es doch ist, knappe 40 Seiten Text zusammenzutippen. Wenn man sich diszipliniert ans Werk macht und ansatzweise Konzept hat, ist das Drama in zwei Wochen erledigt. Ich habe damals zu Diplom-Zeiten knappe 3 Monate an meiner Abschlussarbeit gewerkelt (auch mit kleineren "Kunstpausen), die dann aber auch knappe 220 Seiten lang war. Mein Tipp: Nicht so viel jammern über immer simplere Abschlussarbeiten und einfach mal ein wenig Disziplin aufbringen! Schließlich lockt dann ein Uni-Abschluss, mit dem man dann ungefähr den Arbeitsmarktstatus eines gerade fertig gewordenen Azubi besitzt.

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patrick6 24.08.2015, 11:15
5. Für meine Examensarbeit...

...hatte ich 8 Wochen. Tagsüber am Strand gelegen, abends angefangen zu schreiben, das so bis 0200.
Nach 6 Wochen 2 Leute Korrektur lesen lassen und dann 3 Tage vor Termin abgegeben. War zwar über der Seitenvorgabe, trotzdem 'uneingeschränkt 1'.

Das war die entspannteste Zeit meines Lebens.

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dianaberlin 24.08.2015, 11:16
6. studieren ist nicht für jedermann

ich habe das nie verstanden. ich habe das studium in exakt drei jahren abgeschlossen und bin seit einem Jahr im Beruf. Ich habe Studienfreunde, die jetzt so langsam in 5. Semster kommen. Warum das so ist, habe ich nie verstanden. Ich glaube, dass die meisten Menschen nicht fürs Studium geschaffen sind. Wenn man nicht mal in der Lage ist, 30 oder 40 Seiten in 3 Monaten zu Papier zu bringen - well - I guess it's not for you then.

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bjuv 24.08.2015, 11:16
7. Erfahrung aus vielen Hausarbeiten und Klausuren: Erst das Konzept

auf ganz gewöhnlichem Papier, am besten mit Bleistift. Dann die Literatur dazu und dann schreiben. Dann können plötzliche Konzeptänderungen eigentlich nicht mehr passieren. Hab ich nicht immer schon gewusst, hab ich während des Studiums gelernt. Und dafür ist es ja auch da, das Studium. Strukturiertes Arbeiten lernen.

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doedelheimer 24.08.2015, 11:19
8.

Zitat von Celegorm
Frage: Wieso hängen eigentlich so viele Studenten, die sich von den Bedingungen in den Bibliotheken derart furchtbar genervt fühlen, ständig in eben diesen Bibliotheken rum? Die grösste Errungenschaft der Drahtlos-Technologie ist doch, dass man heute überaus flexibel sein kann bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Bei schönem Wetter sogar draussen. Zum Schreiben reicht schliesslich ein Laptop und wenn man sich noch über das Uni-Wifi/VPN einloggt hat man meist auch Zugang zu einem Grossteil der relevanten Literatur. Feststellung: Die Problematik erübrigt sich weitgehend, wenn anstelle der drögen Literaturarbeiten auch in einer Bachelor- oder Masterarbeit effektiv wissenschaftlich gearbeitet wird. Gibt zwar am Anfang tendenziell mehr zu tun, dafür schreiben sich hinterher zumindest Methoden und Resultate wie von selbst..
Hallo,

naja, ich habe die Bibliotheken teilweise genutzt, um bei typischen Aufschiebergeschichten den Start dahingehend zu optimieren, daß ich mögliche Ablenkungen daheim ausgeschaltet habe. War ich dann im flow, habe ich natürlich lieber zuhause in Ruhe weitergemacht...
Denke, heutzutage ist das nochmals schwieriger, sich nicht von internet-Gedöns ablenken zu lassen.
Ein Tip für Studis, der Gold wert ist: am Ende gewinnt nicht der Schlauste, sondern derjenige, der sich am besten konzentrieren kann! Und, ja, diese Konzentrationsfähigkeit mach auch im Beruf den kleinen Unterschied zwischen formal gleich qualifizierten Leuten aus...

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kayakclc 24.08.2015, 11:38
9. Strategie und Disziplin

Braucht man für das Verfassen jeder Arbeit. er jeden Tage zwei Seiten (also eine Seite vormittags und eine Nachmittags) schreibt, braucht 20 Tage für 40 Seiten, also gerade mal drei Wochen. Entscheidenden ist, dass man sich zwei Monate lang intensiv mit dem Stoff auseinandersetzt und am ende ein Konzeptpapier im detailierten Gliederung hat. Dann schafft man jeder Bacherlorarbeit in 3 Monaten locker. Wer aber erst einmal 1 1/2 Monate sich ablenken läßt, zu spät anfängt und dann erst in den letzten zwei Wochen ohne Konzept was in den PC reinhackt, kann vom Korrektor auch nur rote Seite zurückbekommen. Wegen Konzeptlosigkeit springen Studies von einem Gendanken zum nächsten und man sieht den Arbeiten oft an, dass sie Absätze nicht im zusammenhang sondern als einfache Textbausteine formuliert haben, die aber dann nicht zusammenpassen, weil sich keine Mühe gegeben wird, den eigene Text als ganzes zu lesen.

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