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Baden-Württemberg: Nur 45 Prozent der Lehrer arbeiten in Vollzeit
Julian Stratenschulte/ DPA

Der Wunsch vieler Lehrkräfte nach Teilzeitarbeit stellt die Schulen vor organisatorische Probleme. Baden-Württembergs Kultusministerin will nun gegensteuern.

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ondrana 12.07.2019, 23:10
30.

Zitat von nikolasvegas
sind die vier Lehrer in meinem unmittelbaren Umfeld, die viermal im Jahr in Urlaub fahren, und die am frühen Nachmittag im Schwimmbad sind. Ich lebe in einer Kleinstadt (Heidelberg).
Das ist das Schöne am Lehrerberuf: man kann sich manchmal am Nachmittag seine Zeit frei einteilen und mit den Kindern ins Schwimmbad gehen und dann abends oder am Wochenende arbeiten.

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karljosef 12.07.2019, 23:11
31. Ob sich noch jemand an die Zeiten erinnern kann,

als die Lehrer 6 Tage die Woche unterrichteten und

in den Hauptfächern 6 Klassenarbeiten pro Halbjahr vorgeschrieben waren?

Fragende Grüße aus dem Taunus

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ondrana 12.07.2019, 23:15
32.

Zitat von grotefend
Den Job will ja selbst bei dem aktuellen Gehalt niemand machen. Da ist ein Absenken des Gehalts natürlich der Weg in die richtige Richtung (Ironie off).
Außer Frauen. Frauen machen den Job noch überwiegend aus Überzeugung. . Es ist ziemlich deutlich zu sehen, dass beispielsweise in Niedersachsen (das Land zahlt ohnehin schon schlecht) genau zu dem Zeitpunkt, als Realschullehrer nicht mehr mit A13, sondern nur noch mit A12 eingestellt wurden, als das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld abgeschafft wurden, sich die Männer in Scharen aus dem Beruf verabschiedeten.
Mittlerweile sind nicht nur in der Grundschule hauptsächlich Frauen tätig, auch an den SEK-I-Schulen gibt es mittlerweile ein Verhältnis 2:1.
Frauen arbeiten aber nach wie vor häufiger Teilzeit aus familiären Gründen.

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kostverwerter 12.07.2019, 23:33
33. Die Pension

Richtet sich nicht ausschließlich nach dem letzten Dienstjahr. Das ist ausgemachter Blödsinn. Wir erhalten genauso Anrechnungspunkte nach Dienstjahren und Vollzeitstelle wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Kann man beim Versorgungstechner einsehen.
Meine Mutter erhält ohne Studium als Facharbeiterin mehr Rente als ich später Pension. Das ist ein Irrglaube.
Zudem hätten Sie Lehrer werden können... sind Sie nicht. Fragen Sie sich mal weshalb! @Louis12

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argony 12.07.2019, 23:41
34. Der Beamtenstatus

gehört zunächst einmal ein für alle mal und generell abgeschafft. Ich habe nun mehrere Lehrer(innen) in meiner unmittelbaren Bekanntschaft und kann diese Beschäftigungsverhältnisse nur als staatlich bezahlte und geförderte Dekadenz beschreiben. Ich bin für eine ordentliches Bildungssystem, aber nicht so. Bildung ist ei e hohe Aufgabe und auch eine Berufung, nicht aber ein Ruhekissen für Jammerei und Faulheit auf hohem Niveau. Letztlich muss jede bezahlte Arbeit eine entsprechende Gegenleistung erbringen, der Beamtenstatus ist der totale Gegenentwurf dazu und - wie man ja leider nur allzudeutlich sieht - auch ein Hinderniss für eine gute Bildung aller Bevölkerungsschichten.

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zwischen_durch 13.07.2019, 00:28
35.

Zitat von nikolasvegas
Schon zu meiner Schulzeit gab es keine, buchstäblich keine Familie, die unter der Woche gemeinsam ein Mittagessen einnahm. Außer Lehrerehepaaren mit schulpflichtigen Kindern. Damit ist eigentlich Alles gesagt, ohne "bashing".
Dann sind sie wohl mindestens 40 Jahre. Denn als sie vor 30Jahren zur Schule gingen gab es noch die reine Vormittagsschule. Diese ist aber schon lange Geschichte.
Mittlerweile sind fast alle Schulen Ganztagsschulen.

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practicus 13.07.2019, 01:56
36. Mmmmhhh

Zitat von Lehrerin987
Ich bin Lehrerin am Gymnasium in BaWü und unterrichte u.a. Deutsch. Ich arbeite jetzt schon einige Jahre als Lehrerin und habe mich nie getraut, auf ein volles Deputat (25 Unterrichtsstunden) zu gehen. Das bedeutet dann nämlich, dass man eventuell 4 (oder, Gott bewahre, 5 oder gar 6!) Deutsch-Klassen bekommt. Das sind dann 4 Klassen mal 4 Klausuren mal geschätzt 28 Schüler im Schuljahr. 448 Klausuren. Und das ist in Deutsch ja keine reine Abhakerei, sondern man muss auch noch einen Rückmelde-Text verfassen. Das dauert insgesamt pro Klausur Minimum 20 Minuten (bei der Unterstufe) und bis zu 90 Minuten (bei der Oberstufe). Setze ich pro Klausur durchschnittlich mal 40 Minuten an (und das ist noch die untere Grenze), dann komme ich auf rund 18.000 Minuten, also 300 Stunden. Das sind ca. 37 Acht-Stunden-Tage, die ich allein mit dem Korrigieren der Deutsch-Klausuren beschäftigt wäre. Und da ist das zweite Fach noch nicht mal mit eingerechnet, in dem auch noch Klausuren geschrieben werden. Und die zusätzliche Abi-Zweitkorrektur ist auch noch nicht dabei. Rechnet man das mit drauf, kann man sicher davon ausgehen, dass man auf ca. 50 Tage kommt, an denen man als Deutschlehrer mit vollem Deputat ausschließlich korrigieren würde. Das ist richtig krass und heißt dann in der Realität, dass man kein Wochenende und außer den Sommerferien keine Ferien mehr halt und / oder immer bis spät in die Nacht arbeitet. Jetzt wissen Sie, warum ich nie ein volles Deputat haben will. Mir graut es davor, dass diese Überlegung in die Tat umgesetzt wird. Von meinen Deutsch-Kollegen unterrichtet auch keiner Vollzeit, obwohl wir de facto Vollzeit arbeiten, was eigentlich schon eine Frechheit ist. Ich warte darauf, dass unsere Arbeitszeit endlich mal realistisch berechnet wird und man mit dem Fach Deutsch eine Stundenreduzierung bekommt. Außerdem: Warum sollen gerade Lehrer kein Recht auf Teilzeit haben? Das sollte eigentlich jeder haben, unabhängig ober er "gute Gründe" (wie Familie) dafür hat! Was gute Gründe sind, soll doch bitte jeder selbst entscheiden.
Neben 30 Tagen (=6 Wochen) bezahltem Urlaub verfügt jeder Lehrer über weitere 30 voll bezahlte, unterrichtsfreie Tage. In der Schule verbringt er pro Woche 25 Stunden, macht also 40 Wochen = 1000 Stunden Unterricht bei bezahlten 1.840 Arbeitsstunden
21 Stunden Korrekturen und sonstige Arbeitszeiten pro Arbeitswoche, 105 Tage (!), sind also mit dem Gehalt abgegolten. Je Klausur stehen also über 100 Minuten zur Verfügung!
Da Sie nur maximal 90 Min benötigen, im Durchschnitt eher 30 Min, bleibt also genügend bezahlte Arbeitszeit für Elternabende und Sprechtage oder Klausuren im Nebenfach...
In Abiturjahrgängen wird ja nach den Osterferien nicht mehr unterrichtet, so dass diese Zeit auch noch zur Verfügung steht.
Liebe Lehrerin - selbst im Fach Deutsch wird ihre Arbeit vollständig bezahlt - Sie haben dabei sogar noch die Option, bei nahezu der Hälfte Ihrer Arbeitszeit selbst zu bestimmen, wann und wo Sie die erledigen wollen.
Sie klagen da auf sehr hohem Niveau!

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Zitronenfalter 13.07.2019, 06:15
37. Der Dienstherr, ach ja!!

Der Dienstherr hat keinerlei Interesse sich um das Personal zu kümmern. In Nds sind Klagen wegen der Belastung anhängig, da kein Kollege sich mehr auf die sog. Fürsorgepflicht des Dienstherrn verlassen will. Das System ist ausgeblutet, überbelastet und bankrott, da die Anforderungen immer mehr zugenommen haben, ohne dass es zu einer Entlastung gekommen ist. Das hat zu einer massiven Entgrenzung der Arbeit geführt, so dass Kollegen und Kolleginnen nicht mehr zur Ruhe kommen. Der Frust ist allenthalben groß und ebenso die Bereitschaft zu klagen.

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elizar 13.07.2019, 07:38
38.

Zitat von leberhart
Es will einem einfach nicht in den Kopf gehen, warum jemand gleich nach der Uni schon über 3000 netto bekommt und der dann kaputt gemacht wird. Warum kann man die Entlohnung nicht herunterschrauben und dafür mehr Hilfskräfte engagieren. Wäre doch für alle ein Gewinn.
Ich bin dafür, Ihr Gehalt zu reduzieren. Das wäre auch für jemand anderen ein Gewinn.

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holy64 13.07.2019, 07:47
39. Wenn nicht aus familienpolitischen

Gründen beantragt kann Teilzeit auch abgelehnt werden. Lehrer sind wohl überversorgt, sonst müssten sie auch mehr arbeiten.

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