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Baden-Württemberg: Schüler starten Petition gegen Englisch-Abi - und sammeln 28.000 U
DPA

War das Englisch-Abitur in Baden-Württemberg zu schwer? Mit einer Petition wehren sich Schüler gegen die "unfaire Prüfung" - und finden Tausende Unterstützer.

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Leser161 23.04.2018, 15:20
20. Schwer zu beurteilen

Also das Lady Liberty so plattgewalzt, spitzig und schwertig ist soll uns wohl sagen, das sich die ersehnte Freiheit sich als ganz was Anderes herausstellen kann, bzw. als ganz was anderes dräut, was sich aber als falsch heraustellen kann. Keine Ahnung, kommt halt auch drauf an was erwähnte Lily so von Amerika erwartet. Ist ja auch nicht meine Abiaufgabe.

Ob das jetzt für Abiturienten zu schwer ist oder nicht will und kann ich nicht bewerten, aber es scheint das die Petitionisten mit Vergleichen zu alten Abiturfragen argumentiert haben.

Schade das hier im Artikel keine Details genannt werden.

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Unknown User 23.04.2018, 15:23
21. Ein Problem gab es schon

Ich habe das Abitur geschrieben und der Text selber war kein Problem. Deshalb finde ich dieses ganze Geheule, dass der Text zu schwer verständlich sei, nicht gerechtfertigt (auch wenn ich zugeben muss, dass die Texte im Vorjahr einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad hatten).
Das einzige Problem, was ich in dem Abi deutlich ansprechen will, ist der Aufbau der Leseverstehensaufgaben, bei welchen größtenteils für ein gesetztes Kreuz zwei Zitate angegeben werden mussten und man dafür nur einen Punkt erhält. In anderen Worten, ist eines der Zitate nur minimal falsch, hat der- oder diejenige vergleichsweise leichter einen Punkt verloren als sonst. Das ist der einzige Teil der Petition, dem ich zustimme. Und der Comprehension-Teil fällt durchaus ins Gewicht, vor allem wenn man sonst 14 Punkte hat und angepeilt hatte.
Die restlichen Beschwerden sehe ich als nicht gerecht, da man von der Oberstufe auch etwas Interpretationsarbeit erwarten kann.

P.S.: In der näheren Beschreibung des Textes war angegeben, dass sich die Charakere auf Ellis Island befinden, also kann man sich doch dennken, dass da irgendwo die Freiheitsstatue steht.

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permissiveactionlink 23.04.2018, 15:24
22. #13, norgejenta

I become ? Wohl eher I get oder I have. Broken English spoken perfectly ! And now, i make myself me nothing you nothing out of the dust ! Halt, noch eins : Ihre damaligen Mitschüler haben nicht abgewunken, sondern abgewinkt. Mit Abitur sollten Sie auch das regelmäßge Beugen der Werben im Deutschen beherrschen....

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quark2@mailinator.com 23.04.2018, 15:36
23.

Hmmm, OK, der Text ist für mich zwar heute kein Problem, aber wenn ich an Abi-Zeiten denke ... da hätte ich das eine oder andere Wort wohl nicht gewußt. Allerdings ist mir nicht klar, warum man die Bewertung nicht relativ zu den Besten machen kann. Es sollte sich über alle Schüler eine Art Normalverteilung der Leistung ergeben. Dann legt man deren Spitze auf Note 2,5 (oder von mir aus auf 2, wenn es das sein soll) und gut ... Oder ? Kann es sein, daß das jetzt Schüler trifft, die dem tollen Kunstgriff der späteren Bundesbildungsministerin zum Opfer gefallen sind, welche alle BW-Schüler nahe beim Rhein zu Französisch verdonnerte ?

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noalk 23.04.2018, 15:48
24. Meine These seit langem

Englischunterricht hat nicht das Erlernen der englischen Sprache zum Ziel, sondern das Interpretieren englischsprachiger Literautur. Vielleicht sind ja deswegen Jugendliche anderer Länder den Unseren, was Englisch-Kenntnisse betrifft, voraus.

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Max Super-Powers 23.04.2018, 16:04
25.

Zitat von heijfis
1. Der Unterricht in den Schulen ist zu verkopft, zu vergrammatisiert und lehrt nicht das freie Sprechen von der Leber weg, bei dem man auch Fehler macht aber vor allem die Scheu ablegt, die Fremdsprache zu benutzen. Und 2. das unsägliche Übersetzen aller Filme ins deutsche und das Übersetzen bei Interviews und allem, wo Menschen eine fremde Sprache nutzen. Warum kann man denn nicht die Originalsprache behalten und Untertitel einblenden. Ich habe mich schon mehrfach an einige Fernsehsender (ARD, ZDF,, 3. Programme) gewandt und niemals eine Antwort erhalten.
Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Meine eigene Schulzeit liegt nun schon geraume Zeit zurück, selbst die meiner Kinder. Aber dieser Text bestätigt den Eindruck abermals, den ich bereits seit Jahrzehnten habe: Wir Deutsche müssen mal wieder eine philosophische Extrawurst braten. Statt darauf zu setzen, dass Englisch-Abiturienten sich mit ihrer Sprache auch in schwierigen Situationen der realen Welt zurechtfinden, wird ein solches künstlerisch hochgeschraubtes Geschwurbel verwendet und geprüft. Ja, wenn man anschließend englische Literatur studieren oder sich mit einem solchen Literaten unterhalten möchte, ist das sicher das passende Thema - bloß studieren die meisten etwas völlig anderes.

Und dass ein Text verwendet wird, dessen Worte zu großen Prozentzahlen völlig aus der Alltagssprache verschwunden sind, ist da nur noch der Gipfel des Hohns. Im Zweifelsfall wird der Schüler mal wieder sich selbst überlassen - mein Vokabular, das ich in unzähligen US-Reisen geschliffen habe, verdanke ich auch nicht meinem damaligen Lehrer, der uns noch Gedichte beibrachte, in denen ein Hoch auf den Weihnachtspudding gesprochen wurde. Ein unsäglicher, weltfremder Blödsinn.

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19flu60 23.04.2018, 16:08
26.

Melde mich nochmal zu Wort. Die meisten hier Schreibenden haben in der Tat keine Ahnung, wovon sie schreiben. Ich schon, bin E-Lehrer in BW und dieses Jahr (wie schon oft) involviert. Als beamtetem Lehrer ist mir die Unterschrift unter die Petition verwehrt. Ich kann aber nur bestätigen, dass sie absolut berechtigt ist. Und nein, das Bildungsniveau sinkt nicht, und die Schüler heulen nicht rum. Es war auch nicht „Amerikanische Lyrik“ das Schwerpunktthema. Das Schwerpunktthema heißt „The 21st Century - Challenges and Choices in an insecure World“; und innerhalb dieses Rahmens war ein biographischer Roman von Jeannette Walls zu lesen: Half Broke Horses. Literarisch ist das Dünnbier, aber es geht um die Einordnung der erzählten Lebensgeschichte in die amerikanische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Auf den Fortbildungsveranstaltungen wurde eindeutig und wiederholt gesagt, literarische Primärtexte würden im schriftlichen Abitur nicht vorgelegt werden, und die Analyse literarischer Texte spiele, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle. Das wurde selbstverständlich auch den Schülern kommuniziert. - Weg von den Details: Das diesjährige Englisch-Abitur in BW ist so essentiell schwieriger als in all den vorangegangenen Jahren, dass die Titulierung „unfair“ noch freundlich ist. Es gibt darüber hinaus in den weiteren Teilen dieser Prüfung geradezu unprofessional gestaltete Elemente, über die ich mich jetzt aber nicht auslasse. Das Fazit ist so oder so, die Kernaussage der Petition ist auch aus Lehrersicht stichhaltig.

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permissiveactionlink 23.04.2018, 16:12
27. #24, noalk

Es spricht ja prinzipiell nichts dagegen, sich mit (zeitgenössischer !) englischer Literatur im Unterricht auseinander zu setzen. Alternativ auch Zeitungsartikel oder Rundfunksendungen. Ich sehe das Hauptproblem mehr in der Vernachlässigung des Wortschatzes. Bis zum Abitur sind das etwa 4500 Vokabeln, die einfach sitzen müssen, und die in Buchform überall auf aktuellem Stand erworben werden können. Der ganze Quatsch mit dem lupenreinen Oxford-Englisch mitsamt aller möglicher Grammatikfinessen ist eher kontraproduktiv. Schon in Norththumberland hält sich niemand mehr an diese Upperclass-Vorgaben. Die Schüler sollten ständig kommunizieren und Vokabeln im Langzeitgedächnis einüben. Und ganz besonders wichtig : Die Übersetzung muss in beide Richtungen gleich gut funktionieren, sonst wird es nichts mit Gesprächen in englischer Sprache. Die korrekte Grammatik kommt dann mit der Zeit von selbst.

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Janu 23.04.2018, 16:16
28.

Es ist ganz einfach zu erklären.
Viele gesuchte Wörter gab es in dem gegebenen Wörterbuch nicht zu finden.
Und nein, im Unterricht wurde niemals Englische Lyrik auf diesem Niveau behandelt.
Außerdem sehen wir Schüler es als unangebracht an, einen Text von 1934 im Abi zu wählen, welcher nicht einmal das aktuelle Englisch behandelt.
In den Jahren davor gab es immer einen Zeitungsartikel in leichtem und gut verständlichen Englisch.
Und auf einen Text kann man nicht üben.

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tbazinga 23.04.2018, 16:34
29. Erstaunlich, wer hier so gut Bescheid weiß

Ich möchte einmal ein paar Dinge klar stellen:
1. Bei dem Text handelt es sich um einen Romanauszug. Das ist keine Lyrik, wir nennen es Prosa.
2. War der Text schwer? Ja. War er zu schwer? Nein. Nur weil es ein literarischer Text ist, ist er ja nicht automatisch unfair. Auch Zeitungsartikel o.ä. aus früheren Abis waren sprachlich anspruchsvoll.
3. Literarische Texte analysieren wird in Englisch spätestes ab der 9. Klasse geübt. Warum ist es ungerecht so etwas im Abi abzuprüfen?
4. Ein Kritikpunkt der Petition ist, dass es sich hier um Sprache handeln würde, die heute so nicht mehr verwendet wird. Das ist das schlicht falsch. Ich kann keine Vokabel finden, die heute nicht mehr verständlich ist (ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen).
5. Die Schüler verlangen eine Änderung des Erwartungshorizonts. Das kann man schon machen, bringt aber nichts, weil dieser für die Textproduktion nicht bindend ist. D.h. jeder Korrektor hat hier absolut ausreichend Spielraum.
6. Es gäbe berechtigte Kritikpunkte zu genau dieser Prüfung (Uneindeutigkeit von Leseverstehensaufgaben) und am Englisch-Abi in Ba-Wü allgemein (sehr kurze Prüfungszeit, Lektüren dürfen nicht verwendet werden). Die werden aber nicht genannt. Das verstehe ich nicht.

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