Forum: Leben und Lernen
Bafög-Erhöhung: Studenten und Azubis bekommen mehr Geld
DPA

Ab diesem Donnerstag bekommen Bafög-Empfänger mehr Geld: In zwei Stufen wird die Hilfe von 735 auf 861 Euro monatlich angehoben. Doch an der Reform gibt es auch Kritik.

Seite 1 von 2
interessierter Laie 01.08.2019, 10:28
1. na klar...

altersunabhängig finde ich in Ordnung. Dann könnten bspw. auch Arbeitslose Ü35 Unterstützung für eine (weitere) Berufsausbildung erhalten. Das wird ohnehin künftig zunehmen, denn Qualifikationen werden künftig schneller überflüssig. Herkunftsunabhängig verstehe ich nicht! Wenn das Ausland bedeutet, werden wir uns vor Sparfüchsen von dort kaum retten können, denn in vielen Ländern kostet die Uni selbst schon ordentlich Geld. Macht das Sinn? Und elternabhängig ist einfach Schwachsinn. Das BafÖG wird aus Steuern bezahlt. PförtnerInnen zahlen Steuern, damit (auch) Vorstandsvorsitzende ihre Kinder kostenlos auf die Uni schicken können?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
www.die-politiker.de 01.08.2019, 11:14
2. Überfällige Erhöhung

Die Anpassung des Bafögs ist mehr als überfällig. Allerdings, warum wird das Bafög nicht basierend auf Studienstandort ausgezahlt. Die Lebenshaltungskosten variieren bekanntlich stark von Stadt zu Stadt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ypselon 01.08.2019, 11:15
3. hmmm

wenn ich nun meine erste schulische berufsausbildung beendet habe, ohne bafög erhalten zu haben und nun in eine ganz andere richtung studieren möchte, erhalte ich dann elternunabhängiges bafög ? die eltern sind nun ja nicht mehr unterhaltspflichtig. nun bin ich mal auf die antworten gespannt. ich habe einen eigenen haushalt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
katrin.huensche 01.08.2019, 11:22
4. @interessierter Laie

Immer wieder diese -mit Verlaub engstirnigen- Pauschalisierungen...nur weil dort vom Höchstsatz geschrieben wird, heißt das nicht, dass Studierende automatisch Anrecht drauf haben. Elternunabhängiges BAföG bekommt man insbesondere (oder gar nur?) wenn das Studium eine Zweitausbildung (nicht zu verwechseln mit Zweitstudium!) ist. Bsp: Ich hab ne Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin gemacht und mich dazu entschieden, Abi nachzuholen und Urbanistik zu studieren: bekomme den bisherigen Höchstsatz. Bin jedoch weit und breit in der Studierendenlandschaft eine Ausnahme. Jemand, der direkt nach dem Abi studiert, ist an das Einkommen der Eltern gebunden und hat oft nicht mehr als 100 euro plus etwas Kleingeld raus. Während meiner (schulischen) Ausbildung hatte ich keinen einzigen Cent erhalten, weil ein Elternteil laut BAföG-Satz zu viel verdient. In Anbetracht dessen, dass Bildung eigentlich für jeden zugänglich sein sollte und Kinder wegen solchen Regulierungen aus Nicht-Akademikerhaushalten weniger studieren können als Kinder aus Akademikerhaushalten, bin ich auch auf dem Standpunkt, dass BAföG elternunabhängig sein sollte. Ich komme übrigens auch aus einem Nicht-Akadademiker Haushalt.
Herkunftsunabhängig find ich in der Hinsicht fair, weil diese Studierenden zum Beispiel keine GEZ Befreiung beantragen können (wie jemand, der Anrecht auf BAföG oder sonstige Sozialleistung hat) - für jemanden, der anstelle BAföG neben dem Studium noch drei Jobs machen muss, kein Stipendium o.ä. hat (und sich eigentlich auf letzteres konzentrieren sollte), um sich den Lebensalltag finanzieren zu können, ist das viel. Auch hier wieder ist meine WG gutes Beispiel: mit allen Mädels, die nicht nur aus dem Ausland kommen, sondern zusätzlich 30 sind, sind an der GEZ-Zahlung beteiligt. Ich würde ihnen empfehlen, sich mal mittags in die Mensa von der Uni ihrer (nächstgelegenen) Stadt zu setzen und sich Mal mit Studierenden zu unterhalten, wie sie ihren Lebensunterhalt neben BAföG bestreiten, dann bauen sie auch automatisch diese Vorurteile ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
katrin.huensche 01.08.2019, 11:30
5. @ypselon

Jep, hast du! (Bin auch so jemand). Anders wäre es meines Wissens, wenn du vorher schon mal studiert hättest. Aber selbst da gibt's meines Wissens auch Ausnahmen, z.b. du entscheidest dich nach dem 1. spätestens 2. Semester noch mal um und wechselst den Studiengang komplett. :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MioMioMimi 01.08.2019, 14:10
6.

Zitat von www.die-politiker.de
Die Anpassung des Bafögs ist mehr als überfällig. Allerdings, warum wird das Bafög nicht basierend auf Studienstandort ausgezahlt. Die Lebenshaltungskosten variieren bekanntlich stark von Stadt zu Stadt.
Weil Bafög dafür gedacht ist, DASS jeder Studieren kann. Wenn ich mir München, Hamburg oder ähnliches nicht leisten kann, muss ich eben woander studieren. Es geht darum die Chance auf Bildung zu haben und nicht in die "coolste Stadt" zu ziehen.

Ähnlich sieht es mit der Diskussion um die Mietpreise aus. Warum denkt jeder, er hätte ein Anrecht auf eine günstige Wohnung in Toplage?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
irgendeinleser 02.08.2019, 10:19
7. "coolste Stadt" zum Studium

Zitat von MioMioMimi
Weil Bafög dafür gedacht ist, DASS jeder Studieren kann. Wenn ich mir München, Hamburg oder ähnliches nicht leisten kann, muss ich eben woander studieren. Es geht darum die Chance auf Bildung zu haben und nicht in die "coolste Stadt" zu ziehen. Ähnlich sieht es mit der Diskussion um die Mietpreise aus. Warum denkt jeder, er hätte ein Anrecht auf eine günstige Wohnung in Toplage?
Allerdings gibt es nicht jeden Studiengang in jeder Stadt. Beispielsweise Veterinärmedizin wird nur an fünf Standorten in D angeboten und auch darunter haben die Studienanfänger idR keine freie Wahl, da man erstmal einen Platz ergattern muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierter Laie 02.08.2019, 10:24
8. ich rede nicht über den aktuellen Stand...

sondern über die Forderungen der Studentenschaft. Wie gesagt: Die Auf- oder Anhebung der Altersgrenze halte ich für sinnvoll. Künftig werden sich viel Mehr Menschen später noch beruflich umorientieren müssen. Und auch für (Langzeit-)arbeitslose ist der Erwerb einer Berufsausbildung eines Schul- oder gar Hochschulabschlusses sinnvoller, als eine Serie fragwürdiger Bewerbungs- und Qualifikationskurse der ARGE. Aber bei einer elternabhängigen Vollfinanzierung aller Studenten habe ich Bedenken. Das kann die Allgemeinheit nicht mehr tragen und ist auch nicht sinnvoll. Wenn auch alle(!) ausländischen Studenten gefördert werden, fliegt uns das Bildungssystem insgesamt um die Ohren. Den Zustrom können die Unis gar nicht bewältigen. Stipendien sind etwas anderes. Da trifft man nämlich eine Auswahl. (Die GEZ kostet 17,50 EUR. Dafür kann man andernorts nichtmal einen Tag studieren.) Die Gründe für die geringe Quote von Kindern aus Nichtakademikerhaushalten liegen eher im Verhalten der Eltern. Akademiker drücken ihre Kinder in eine entsprechende Laufbahn. Nichtakademiker tun das selten. Wenn man das ändern möchte, muss man die Schulen und Kitas so verändern, dass sie Begabung erkennen, gezielt fördern und dabei auch(!) finanzielle Hilfen leisten. Sonst subventionieren Sie mit der o.a. Vollkasko wieder Akademikerkinder, die das eigentlich nicht brauchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
katrin.huensche 03.08.2019, 00:22
9. @interessierter Laie

Was ist mit Studierenden, deren Eltern nicht bereit sind, das Einkommen nachzuweisen, weil z.b. kein Kontakt vorhanden oder eine gewisse Gleichgültigkeit dem volljährigen Kind gegenüber vorhanden ist, sie aber eigentlich genug Geld hätten? Was ist mit Studierenden, die sich direkt nach einer Ausbildung nun doch für's Studium entschieden, aber noch kein Anrecht auf elternunabhängiges BAföG haben? Warum sollen sie plötzlich wieder von den Eltern finanziell abhängig sein wollen, obwohl sie bereits eigenes Geld verdient haben? Auch dazu gibt's klare Regeln! Wenn es elternunabhängiges BAföG für alle Studierenden geben würde, könnten viele sich auf das konzentrieren, was sie tatsächlich können, statt einen nach dem anderen Nebenjob abzuklappern (wo es auch eine Einkommensgrenze von maximal 450 Euro gibt) und würden evtl noch nebenbei in der Regelstudienzeit fertig werden, weil sie ihre Prüfungen nicht verschieben müssen. Man könnte sich ebenso gut auf eine Mindestabsicherung einigen, wo Studierende aus ärmeren Haushalten noch einen weiteren Zuschuss erhalten. Gerade im Bildungsbereich kann es ruhig noch mehr Unterstützung geben, weil es in dem Bereich an allen Ecken hinkt und stets vernachlässigt wird - insbesondere weil Deutschland reiches Industrieland ist... Herkunftsunabhängiges BAföG würde außerdem zur Integration beitragen, weil viele derer auch nach dem Abschluss des Studiums in Deutschland bleiben und z.b. den demografischen Wandel kompensieren. Hier mal noch eine weitere Info dazu. https://bas-ev.de/bundesverband-auslaendischer-studierender-begruesst-kampagne-zur-bafoeg-reform/ zudem gibt es meines Wissens mitunter z.b. in Baden-Württemberg Studiengebühren für ausländische Studierende, die nicht aus der EU kommen und z.b. keine deutsche Hochschulzulassung haben, in Höhe von 1.500 Euro. Also warum nicht gleicher Bildungszugang für alle?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2