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Begabtenförderung: Kultusminister wollen mehr für gute Schüler tun
DPA

Jahrelang konzentrierten sich Bildungspolitiker auf die schwachen Schüler, jetzt sollen mal die besten dran sein: Das findet Sachsens Schulministerin Brunhild Kurth (CDU). Am Freitag will die Kultusministerkonferenz über den Vorstoß entscheiden.

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infonetz 07.06.2015, 11:31
1.

Ich meine man sollte weiter die schwachen Schüler unterstützen. Begabte brauchen keine unterstützung!

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etzmann.schnappuleck 07.06.2015, 11:36
2. Naja

Ganz ehrlich, natürlich brauchen auch besonders begabte Kinder Förderung, aber - und hier liegt der Knackpunkt - nicht die Begabten sind es die wirklich Hilfe benötigen! Nicht sie sind es, die in ihrem späteren Leben unglücklich sind, in prekären Beschäftigungsverhältnissen landen, dem Steuerzahler jede Menge Geld kosten, weil Unterstützung viel, viel, viel zu spät und viel, viel, viel zu knapp gewährleistet wird! Es sind die Schwachen! Als Lehrer (sowohl Primar- als auch Sekundarstufenerfahrung) kann ich aus meinen Erfahrungen versichern: Besonders begabte Kinder kommen zu 95% aus bemühten Familien mit ausgeprägtem und akademischen Bildungshintergrund. Und genau so ist ein Großteil der Kinder aus so genannten bildungsfernen Familien sehr gefährdet in der Schule und auch sonst sozial zu scheitern.

Den Satz "Aber, was ist denn jetzt mit den starken Schülern und Schülerinnen" höre ich immer wieder. Vor dem Hintergrund, dass es so viele schwache Schüler und Schülerinnen gibt kann ich die Sorge zunächst nicht wirklich verstehen. Die starken Kinder gehen in der großen Mehrheit ihren Weg und er ist ein guter Weg. Bei den Schwachen sieht es ganz anders aus.

Aber es macht den meisten Lehrern natürlich auch mehr Spaß und fördert deren Selbstwirksamkeitskonzept, wenn sie Schüler unterrichten, die sehr schnell verstehen und sehr leistungsfähig sind.

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smartphone 07.06.2015, 12:07
3. Können wir uns nicht leisten ...

Sicherlich langweiltsich manch "guter" Schüler, aber wg Demographie kann faktisch halbbegabtes Kind "zurückgelassen" werden ... Und dies : Was wir uns NICHT leisten können, ist eine Wirtschaft, die offensichtlich den Fachkräftemangel (FKM) längst outgesourct hat .... Die interessiert noch nihct mal ein (sehr)guter Schler,respektive Student .Solange die HRs mit "Leider können wir Ihnen keine passende Stelle anbieten" Algorithmen auf die "Eingeborenen" einschagen , alle 2 Wochen per BITKOM etc vom FKm jammern .... sollte sich manch Kultusminister mal warme Gedanken machen , WO es wirklich hakt !!!!! ..Btw wer seine Hochqualifizierten seit xx Jahren derart mißbraucht wie unsre Industrie -braucht keinen Kultusminister mangels Absagevieh .......

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cmprima 07.06.2015, 12:17
4. Begabte brauchen keine Förderung

aber sie müssen gefordert werden.
Nichts ist schlimmer als Unterforderung. Das macht die Begabten kaputt. Jahrzehntelang wird schon nach dem Motto "Alle Macht den Doofen" verfahren. Alle Schwachen müssen mitgenommen werden und wenn der Schnitt nicht passt, dann wird er schön gerechnet. Die Begabten bleiben auf der Strecke weil die sich ja selbst helfen können.

So produziert man Egomanen.

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MissMorgan 07.06.2015, 12:19
5. Macht doch nix

Die eine Hälfte der Kinder hat mindestens einen Minuspunkt und wird deshalb gefördert und die guten werden jetzt auch gefördert. Fällt doch keiner hinten runter, oder?

Gute Schüler wurden schon immer gefördert, durch Eltern die sich zusätzliche Sommerkurse, Auslandsaufenthalte etc leisten konnten und können. Aber Kinder deren Eltern sich das nicht leisten können, die müssen gefördert werden! Wieder so ähnlich sinnvoll wie die Neuwagenprämie für Menschen die sich ein neues Auto haben leisten können - die bekamen noch Geld obendrauf. Die alten Kisten die von armen Menschen gefahren wurden, die blieben. Denn da hatte keiner Geld für einen NEUWagen.

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euridice 07.06.2015, 12:24
6.

Wo fange ich an (und ich rede jetzt mal ganz persönlich von mir):

1. Ich war der leistungsstärkste Schüler in meiner Klasse, ohne lernen zu müssen.
2. Ich war notorisch unterfordert und gelangweilt und habe dadurch permanent den Unterricht gestört. Das fing schon in der Grundschule an und zog sich über 7 elende Gymnasiumsjahre. Jeder Lehrer wusste warum, aber nur 2 Lehrer haben versucht mich sinnvoll zu beschäftigen, mit Zusatzaufgaben, Extrathemen etc.
3. Förderung hätte mir sicher gutgetan, um a) mein Potential zu nutzen und b) damit der Rest der Klasse in Ruhe lernen kann.
4. Ich bin trotz all meines Potentials während meines Lebens im Hartz 4 gelandet. Und mittlerweile wieder draußen. Nicht weil ich so schlecht bin, sondern weil ich nie gelernt habe, all mein Wissen und meine Energie sinnvoll einzusetzen.
5. Ich kam mit Sicherheit nicht aus einer akademischen oder gut behüteten Familie. Niemand hat mir den Weg gezeigt oder zeigen können. Die erste mit Abitur, die erste mit Studium, die erste in Allem.
6. Jeder Lehrer hat ständig und permanent Zeit gefunden und investiert um (Verzeihung) auch dem letzten Trottel noch zum zwanzigsten Mal irgendetwas zu erklären und sicherzustellen, dass alle irgendwie noch das Schuljahr bestehen und versetzt werden. Auch wenn gut ein Drittel in meiner Klasse nie die Leistung gebracht hat, die einen Besuch einer höheren Schule rechtfertigt.
7. Ich hätte mir gewünscht, dass irgendwer auch nur den Teil dieser Energie für die Schwachen mal für mich investiert hätte.
8. Stattdessen saß ich im Unterricht herum, habe mich berieseln lassen, war genervt, frustriert und garantiert kein glücklicher Schüler.
9. Ich habe lange und hart lernen müssen, dass es für solche Kinder wie mich keine Förderung, keine Anerkennung und keine Hilfe von Lehrern oder dem "Staat" zu erwarten ist. Wenn man kein Geld hat oder nicht aus akademischen Haushalten kommt, kann man noch so gut, noch so schlau, noch so "begabt" sein, niemand wird einem die Möglichkeiten bieten, um all das, was man im Köpfchen hat, auch nutzen zu können.

DESHALB ist die staatliche Förderung von starken Schülern wichtig. Nicht die Förderung der besten Auswendiglerner, oder der Akademikerkinder, sondern die Förderung derjenigen, die alle Anlagen haben Großes zu leisten, aber keine Möglichkeiten das "selber" zu fördern und zu fordern.

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gesterngingsnoch 07.06.2015, 12:26
7. Schon zu meiner Zeit

(Einser-Abi 1980) war das Wort "Hochbegabt" ebenso verpönt wie das Wort "Elite".
Schon damals sind eine Menge Talente ins Ausland und damit der deutschen Wirtschaft verloren gegangen. Und damit übrigens auch dem deutschen Staat als Steuerzahler, der die ganzen Bildungsexperimente inkl. Inklusion Minderbegabter letztendlich bezahlen darf. Aber die Finanzierung dieser Experimente wird nun sicherlich durch die über das Mittelmeer hereinschwappende Welle von hochqualifizierten Fachkräften übernommen, so daß man sich bei Linksgrün keine Sorgen zu machen braucht... ;-)

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From7000islands 07.06.2015, 12:38
8. Die Talente oberhalb der Mitte

Zitat von infonetz
Ich meine man sollte weiter die schwachen Schüler unterstützen. Begabte brauchen keine unterstützung!
Es gibt genügend begabte Schüler, die aber von zu Hause aus nicht gefördert werden und dann auf eine schiefe Bahn kommen können oder den islamistischen Verführern im Teenageralter in die Fänge gehen.

Wir haben im Gegensatz zu anderen Ländern mit flexibler Berufsdurchlässigkeit viele Facharbeiter, die den falschen Beruf gewählt haben und für Höheres bestimmt gewesen wären, aber wegen Gleichgültigkeit ihrer Lehrer nicht an ihre eigene Zielmarke gekommen sind, nach dem Lehrermotto : "der schafft's schon".

Derweil wird der intellektuell bescheidene Achmed, der nicht richtig Deutsch sprechen kann trotz intensiver Betreuung, bestenfalls ein guter Bauarbeiter.

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austenjane1776 07.06.2015, 12:44
9. Guter Beitrag. Auf den Punkt.

Zitat von euridice
Wo fange ich an (und ich rede jetzt mal ganz persönlich von mir): 1. Ich war der leistungsstärkste Schüler in meiner Klasse, ohne lernen zu müssen. 2. Ich war notorisch unterfordert und gelangweilt und habe dadurch permanent den Unterricht gestört. Das fing schon in der Grundschule an und zog sich über 7 elende Gymnasiumsjahre. Jeder Lehrer wusste warum, aber nur 2 Lehrer haben versucht mich sinnvoll zu beschäftigen, mit Zusatzaufgaben, Extrathemen etc. 3. Förderung hätte mir sicher gutgetan, um a) mein Potential zu nutzen und b) damit der Rest der Klasse in Ruhe lernen kann. 4. Ich bin trotz all meines Potentials während meines Lebens im Hartz 4 gelandet. Und mittlerweile wieder draußen. Nicht weil ich so schlecht bin, sondern weil ich nie gelernt habe, all mein Wissen und meine Energie sinnvoll einzusetzen. 5. Ich kam mit Sicherheit nicht aus einer akademischen oder gut behüteten Familie. Niemand hat mir den Weg gezeigt oder zeigen können. Die erste mit Abitur, die erste mit Studium, die erste in Allem. 6. Jeder Lehrer hat ständig und permanent Zeit gefunden und investiert um (Verzeihung) auch dem letzten Trottel noch zum zwanzigsten Mal irgendetwas zu erklären und sicherzustellen, dass alle irgendwie noch das Schuljahr bestehen und versetzt werden. Auch wenn gut ein Drittel in meiner Klasse nie die Leistung gebracht hat, die einen Besuch einer höheren Schule rechtfertigt. 7. Ich hätte mir gewünscht, dass irgendwer auch nur den Teil dieser Energie für die Schwachen mal für mich investiert hätte. 8. Stattdessen saß ich im Unterricht herum, habe mich berieseln lassen, war genervt, frustriert und garantiert kein glücklicher Schüler. 9. Ich habe lange und hart lernen müssen, dass es für solche Kinder wie mich keine Förderung, keine Anerkennung und keine Hilfe von Lehrern oder dem "Staat" zu erwarten ist. Wenn man kein Geld hat oder nicht aus akademischen Haushalten kommt, kann man noch so gut, noch so schlau, noch so "begabt" sein, niemand wird einem die Möglichkeiten bieten, um all das, was man im Köpfchen hat, auch nutzen zu können. DESHALB ist die staatliche Förderung von starken Schülern wichtig. Nicht die Förderung der besten Auswendiglerner, oder der Akademikerkinder, sondern die Förderung derjenigen, die alle Anlagen haben Großes zu leisten, aber keine Möglichkeiten das "selber" zu fördern und zu fordern.
Die Länder könnten einfach alle besser fördern - also "individuell" - aber dafür wären kleinere Klassen und zusätzliche Leute (psych, Soz-Arb, usw) erforderlich.
Und das zahlt doch eh niemand.
Wieder so eine elende Luftnummer.
Reines Bonzen-Geschwafel.
Leider.

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