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Beginn des Plagiatsverfahrens: Schavan startet Gegenoffensive
dapd

Die Uni Düsseldorf hat ein Verfahren gegen sie eröffnet, die Bildungsministerin muss um ihren Doktortitel bangen. Nach der Entscheidung der Hochschule hat Annette Schavan erneut alle Plagiatsvorwürfe von sich gewiesen und weitere Gutachten verlangt.

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niska 23.01.2013, 13:06
20.

Zitat von sysop
Die Uni Düsseldorf hat ein Verfahren gegen sie eröffnet, die Bildungsministerin muss um ihren Doktortitel bangen. Nach der Entscheidung der Hochschule hat Annette Schavan erneut alle Plagiatsvorwürfe von sich gewiesen und weitere Gutachten verlangt.
Einfach nur würdelos, bei dieser Klarheit der Faktenlage noch so zu strampeln.
Hatte sich Frau Schavan nicht seinerzeit 'nicht nur heimlich geschämt' (Zitat Schavan) für die Tat des Herrn zu Guttenberg?
Nun wird es Zeit diesen moralischen Maßstab auch auf sich anzuwenden und die Fehler einzugestehen. Dann hat sie auch 'eine zweite Chance verdient' (Zitat Schavan).

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garfield 23.01.2013, 13:06
21.

Zitat von sysop
Die Uni Düsseldorf hat ein Verfahren gegen sie eröffnet, die Bildungsministerin muss um ihren Doktortitel bangen. Nach der Entscheidung der Hochschule hat Annette Schavan erneut alle Plagiatsvorwürfe von sich gewiesen und weitere Gutachten verlangt.
Meine Güte, Frau Schavan. Bisher sind sie ja eher angenehm bescheiden - und daher NICHT - aufgefallen. Wollen Sie jetzt tatsächlich dem gefallenen Baron nacheifern? Sind sie nicht intelligenter als der, um zu wissen, wenn man besser den geordneten Rückzug antritt?
Glauben Sie wirklich, ein Gegengutachten kann entlastend erklären, wie die nachlesbaren und damit nachgewiesenen unbelegten Textstellen in Ihre Doktorarbeit gekommen sind? Nur zu!

Auch über Ihren "Beitreter" Paul Nolte kann man nur den Kopf schütteln. Er hält die - wörtlich - "zähe Prüfung der Universität Düsseldorf" für ein "sehr fragwürdiges Verfahren, mit dem Leben eines Menschen umzugehen".
Nun raten Sie mal, wer als erster schreien würde, wenn sich die Uni einen "Schnellschuss" erlaubt hätte!

Der nächste Satz ist allerdings noch besser:
"Man müsse in Rechnung stellen, dass sich Fachkulturen, Zitierkulturen, und Wissenschaftskulturen verändert hätten".

Mit anderen Worten: Zu Zeiten Ihrer Doktorarbeit ließ es die "Zitierkultur" zu, entnommene Textstellen NICHT als solche zu belegen? Das glaubt er doch nicht ernsthaft.

Der Brüller war aber heute morgen eine Aussage aus der DLF-Presseschau. Da meinte ein Schreiberling allen Ernstes, es entlaste Frau Schavan, da (zur damaligen Zeit) "die Schreibmaschinen noch keine Tasten für Copy and Paste" hatten.
Das Gegenteil ist richtig! Denn in "geistiger Umnachtung", wie uns ein Baron weis machen wollte, kann man vielleicht noch ganze Textpassagen mit zwei Tastendrücken "unbewusst" einfügen,
mit einer Schreibmaschine dauert das Abtippen(!) deutlich länger und
ist kaum "un-vorsätzlich" möglich. So lange hat Frau Schavan bestimmt nicht "im Tran" getippt.

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berniejosefkoch 23.01.2013, 13:06
22. Es ist Ihnen etwas entgangen,

Zitat von reinero59
bei allem Verständnis denjenigen gegenüber die sich ihren Doktortitel ehrlich und hart erarbeitet haben stellt sich mir doch eine Frage....... Hat unser Land keine anderen Probleme ? Unser Bildungssystem ist außer in Bayern und Baden-Württemberg eine einzige Katastrophe, die Situation für Studenten in vielen Unis ebenfalls katastrophal. Ich denke diese Missstände alle abzuschaffen und endlich wirklich mehr Geld und vor allem mehr Qualität in Bildung und Forschung zu bringen wäre deutlich wichtiger.
und zwar dass Frau Schavan ja Wissenschaftsministerin ist. Damit hat diese Frau selbst Verantwortung zutragen bei den von Ihnen aufgeführten Punkten. An diesen Missständen wird sich, zumindest unter einer Ministerin Schavan, nichts ändern. Deswegen ist es schon wichtig, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Gerade an dieser Stelle bräuchten wir einen Minister oder Ministerin die unbelastet ist und damit diese Probleme angehen könnte. Eine Schavan, die offensichtlich plagiert hat, ist meines Erachtens an dieser Stelle die falsche Person. Das beste wäre wirklich, das sie (Frau Schavan) zurücktritt und für eine Person Platz macht, die sich wirklich um die Wissenschaft kümmert!

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gog-magog 23.01.2013, 13:07
23.

Zitat von sysop
Die Uni Düsseldorf hat ein Verfahren gegen sie eröffnet, die Bildungsministerin muss um ihren Doktortitel bangen. Nach der Entscheidung der Hochschule hat Annette Schavan erneut alle Plagiatsvorwürfe von sich gewiesen und weitere Gutachten verlangt.
Die Tatsache, dass ausgerechnet eine Wissenschaftsministerin, die es ja nun wirklich wissen müßte, wie die rechtlichen Zuständigkeiten innerhalb einer Fakultät und Hochschule nun mal geregelt sind, "weitere auswärtige Gutachter" FORDERT, zeigt inzwischen mehr als deutlich, dass sie - völlig egal wie das rechtlich hinreichend abgesichterte Verwaltungsverfahren im Abschluß verläuft - für den Job der "Wissenschaftsministerin" vollkommen ungeeignet ist. Wie kann sie empfehlen, den rechtlich und qualitätsgesicherten Weg eines Verwaltungsverfahrens zu verlassen, nur weil es ihr selbst dienen könnte? Das hat schon einen Gutteil der Chuzpe eines Berlusconi. Die Uni wäre vom Teufel geritten, wenn sie darauf eingehen würde. Frau Schavan sollte umgehend zurücktreten, anstatt das Amt noch weiter zu beschädigen. Als Wissenschaftsministerin ist sie schon allein durch ihre abstruse Forderung vollkommen unglaubwürdig und damit ungeeignet geworden. Wir sind an einer Hochschule nicht beim Wunschkonzert!

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klugscheißer2011 23.01.2013, 13:07
24. Wissenschaft?

Zitat von bughunter
Auch wenn ich etwas umformuliere habe ich mich ausgiebig mit der Materie beschäftigt. Ich hab bei meiner Diplomarbeit Stunden damit verbracht Sachverhalte so umzuformulieren, damit der Sinn nicht verloren geht, aber man nicht auf das vorherig gelesenen schließen kann. Hauptsache ich habe es verstanden und kann es in manigfaltigen Situationen einsetzen.
Und was hat das bitte dann noch mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun?
Kommt es bei einer Dissertation nicht darauf an, unter wissenschaftlichen Aspekten Dinge zu betrachten und vor allem auch neue Erkenntnisse zu gewinnen?
Wenn jeder sich bei anderen bedient und nur mal so ein bisschen umformuliert, ohne die Quellen nachzuweisen, dann hat das mit Wissenschaft nichts zu tun. Das ist dann verdeckter Plagiatismus = geistiger Diebstahl.

Wenn eine Hilfskraft im Supermarkt zwei alte Brötchen mitgehen lässt, kann sie ihren Job loswerden und ist als Diebin gebrandmarkt und Sie halten es für legitim, sich Vorteile durch geistigen Diebstahl zu erschleichen?

Aber Hauptsache, Sie haben kapiert, worum es ging und können es mannigfaltig einsetzen.

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kalzifer 23.01.2013, 13:08
25. Fürsten

Eine Bildungsministerin, die lang vor ihrer Amtszeit einmal in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hat, so etwas kann es einfach nicht geben. Das wäre ja etwas so, als hätte ein Finanzminister vor seiner Amtszeit mal Spenden von einem Waffenhändler angenommen.

Vielleicht sind solche Dinge aber auch wichtig für eine politische Laufbahn, wir wissen nicht wirklich was in solchen Kreisen vor sich geht. Alles ist möglich, auch wenn es noch so bizarr scheint. Und so würde mich nicht wundern, wenn Herr Trittin eines Tages Verteidigungsminister wird...

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wiseguyno1 23.01.2013, 13:08
26. Entschuldigung...

Zitat von reinero59
bei allem Verständnis denjenigen gegenüber die sich ihren Doktortitel ehrlich und hart erarbeitet haben stellt sich mir doch eine Frage....... Hat unser Land keine anderen Probleme ?...
... aber das ist ja nun ein ziemlich billiges Totschlagargument:
Oder komme ich bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung um ein Verwarnungs-/Bußgeld herum, wenn ich den Polizeibeamten auffordere, er solle "mal lieber die 'richtigen' Verbrecher jagen"?!

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mk1966 23.01.2013, 13:09
27. Gute Gelegenheit...

... endlich mal die in deutschsprachigen Ländern so ungemein übertriebene Bedeutung von Titeln zu hinterfragen. In meiner langen Berufslaufbahn sind mir viele Doktoren begegnet, deren fachliche und menschliche Kompetenzen äußerst fragwürdig waren. Mir sträubt sich alles, wenn ich jemanden mit "Herr Doktor sowieso" ansprechen muss, weil er dadurch erhabener wirkt als die anderen Anwesenden, von denen einige wahrscheinlich deutlich mehr auf dem Kasten haben. Titel sind keine Namensbestandteile, man darf sie also weglassen - im täglichen Umgang und im Pass! Wer selbstbewusst genug ist, hat es eh nicht nötig, einen (wie auch immer erworbenen) Akademikergrad vor sich herzutragen. Ich jedenfalls nenne zukünftig nur noch meinen Arzt "Herr Doktor"...

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schamot 23.01.2013, 13:11
28. Externe Gutachter Mitglied bei der CDU/CSU

Also Externe Profs, die CDU/CSUler sind? Ist ja wie zu DDR Zeiten. Parteitreu sein, kommt man weiter!
Im übrigen, wenn ich meinen Arzttitel gefälscht habe verjährt da gar nix. Dann gehts in den knast und es schreit niemand, oh ihr spielt mit dem leben eines menschen...

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der-i-punkt 23.01.2013, 13:12
29. Nolte fordert Verjährung

Lieber H. Nolte,
ein Wissenschaftler der seine Karriere mit Lug und Trug beginnt und sich damit unrechtmäßige Vorteile gegenüber seinen seriösen und ehrbaren Kollegen verschafft darf keine Verjährung erfahren.
Überhaupt - hier Verjährung zu fordern zeugt in meinen Augen von einem sehr kruden und moralisch anrüchigen Verständnis über die Wissenschaft an sich.
Anscheinend haben Sie die ganze Tragweite wissenschaftl. Arbeitens noch nicht so richtig verstanden.

Nochmals zur Verdeutlichung:
Der Wertekompass des H. Nolte ist also so justiert, dass nur wer es geschafft hat Jahrzehnte als Betrüger nicht aufzufallen nach Ablauf der Verjährungsfrist als redlicher Wissenschaftler zu gelten habe - Sie sollten sich schämen.
Ernst nehmen kann man Sie auf jeden Fall nicht.

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