Forum: Leben und Lernen
Behinderte Kinder an Regelschulen: "Es gibt zu viel Angst vor dem ersten Schritt"
DPA

Die neue Präsidentin der KMK, Sylvia Löhrmann, will dass Bund und Ländern bei Schulen zusammen arbeiten - trotz des Kooperationsverbots im Grundgesetz. Schwerpunkte ihrer Präsidentschaft: die Inklusion behinderter Kinder.

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oilenspiegel 13.01.2014, 16:26
20. Menschheitsexperiment

Das ist doch die Moderne: Ständig wird mit der Humanität experimentiert. Bildung. Allein das Wort!

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BBTurpin 13.01.2014, 16:29
21. Nicht zu fassen

Ich ging bereits vor mehr als vierzig Jahren auf eine solche Schule. Damals war das ein erfolgreiches Experiment, das mir (und wohl auch den behinderten Schülern) eine Menge gebracht hat. Nicht zu fassen, dass heute noch von Ewiggestrigen über eine Selbstverständlichkeit diskutiert wird!

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c++ 13.01.2014, 16:29
22.

Zitat von multi_io
Das GG *verbietet*, dass Bund und Länder zusammen Bildungspolitik machen? Wer zum Geier hat sich denn sowas ausgedacht. Hatten die Alliierten Schiss, dass ein zu effizientes Bildungssystem irgendwie den nächsten Hitler ausbrütet?
Damit haben die Alliierten nichts zu tun, das GG ist mittlerweile geändert worden. Außerdem bin sehr verwundert über den naiven Glauben, dass das Bildungssystem leistungsfähiger wird, wenn sich der Bund auch noch einmischt und die Inkompetenz vermehrt wird. Würde bundesweit Bildungspolitik wie in NRW gemacht, wäre Deutschland bei Pisa ganz weit unten, denn bundesweit liegt NRW im Ländervergleich auf dem vorletzten Platz.

Mit Frau Löhrmann hat man wohl den Bock zum Gärtner gemacht.

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ediart 13.01.2014, 16:35
23.

eine schöne Idee, ist aber personalintensiv um ein solches Vorhaben zu realisieren. Die beratenden Expertengruppen ( Mentoren) kann man sich schenken, diese Experten nähren sich nur selber und geben sich unverzichtbar. Was es braucht ist keine Erbsenzählerei sondern Personal und Ausstattung.
Sonst wird die Inklusion zur Farce.

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tdmdft 13.01.2014, 16:35
24. Inklusion=Illusion

Da wird wieder den dummen Wahlvolk ein Illusion verkauft. Um was geht es eigentlich: um Geld sparen im Bildungsektor. In NRW will Löhrmann die Sonderpädagogischen Schulen dicht machen. Spart Gebäude und Pädagogen. Und das ganze wird als solzialer Fortschritt verkauft. Wer wirklich Inklusion sinnvoll umsetzten will, braucht eben viel mehr Geld! Und dass will Löhrmann jetzt vom Bund. Wie blöd wird der Steuerzahler denn gehalten? Und was ist der Nutzen? Sollen die Behinderten ständig in der Klasse frustiert werden, weil sie nicht mitkommen? Und was ist mit den guten Schüler? Die drehen Däumchen und werden schon jetzt von heterogenen Klassen abgehalten zu lernen. Schon jetzt ist gerade NRW bei den Schlusslicheren. Bremen macht aus Finanznot ähnliche Experimente. Am Ende haben wir eine Gesamtschule ala USA: in 12 Jahren eine "High-School Abschluss", der einer deutsche Mittleren Reife entspricht. Und dann sollen alle auf die Unis - natürlich ohne Studiengebühren - und alles Nachholen, was man vor 30 Jahren noch im Gymnasium hätte lernen sollen. Viele Spaß, Deutschland.

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RioTokio 13.01.2014, 16:40
25.

Wie sollen denn "geistig behinderte Kinder" in normalen Klassen unterrichtet werden?
Normale Kinder können sitzen bleiben wenn die Leistung nicht stimmt. Geistig behinderte kommen weiter, bekommen aber einen Extralehrer?
Worum geht es bei dem Experiment?
Um Lernerfolge oder um Wohlfühlkuschelpädagogik - letztlich mit einem Risiko für das Lernen normaler Kinder?

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urbanum 13.01.2014, 16:41
26. bornierte, unsachliche Debatte

Mein Bruder ist geistig behindert und besuchte sowohl eine Regelschule wie eine Förderschule.
Die besagte Regelschule gilt gemeinhin als Problemschule, trotzdem nahmen die Schüler meinen Burder sehr positiv auf. Er wurde keinesfalls gemobbt, wie hier ja oftmals behauptet wird. Vielmehr sind die Mitschüler die größtenteils aus Einwandererfamilien oder (und) einem sozial schwachen Umfeld stammten an seiner Anwesenheit gewachsen. Ähnliches konnte ich auch während meines Zivlidienstes als Integrationshelfer beobachten. Von 4 Klassen im 5. Schuljahr gab es lediglich in einer Klasse kein Kind mit Förderbedarf. Ausgerechnet diese Klasse war die schwierigste und verhaltensauffälligste im Jahrgang.
Die Debatte ist viel zu unsachlich. Beispielsweise greift die finanzielle Argumentation zu kurz wenn man behauptet es sei zu teuer. Analog zur Ausweitung der Inklusion müsste man natürlich Ressourcen von den Sonderschulen verlagern. Ich muss schlichtweg kotzen wenn ich hier von Leuten lese die behinderten Menschen das Recht an UN-verbriefter gesellschaftlicher Teilhabe absprechen wollen. Ihre Engstirnigkeit ist die alte Berührungsangst vor Nonkonformität. Können sie sich nur annähernd vorstellen was es heißt ein behindertes Kind zu haben? Aber danke, dass Sie diesen Eltern von vorneherein suggerieren, dass ihr Kind mitten im gesellschatlichen Leben unerwünscht ist.
Dass weiterhin die Möglichkeit besteht sein Kind zur Förderschule gehen zu lassen, liegt auf der Hand. Eltern sollten nicht bevormundet werden. Sie sollten entscheiden dürfen, was ihnen für ihr Kind am besten erscheint. Und Eltern nicht behinderter Kinder sollten froh sein, dass ihre Kinder (im Gegensatz zu ihnen selbst) in einem Umfeld aufwachsen können in dem sie lernen, dass die Welt kein homogener Raum ist.
Letztendlich ist es eine Frage der Toleranz.

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quak_quak 13.01.2014, 16:45
27.

Zitat von bekkawei
Viele machen immer den Fehler, sich unter Behinderten, die inkludiert werden sollen, freundliche Kinder und Jugendliche vorzustellen, die koerperlich eingeschraenkt, oft immobil und meistens friedlich sind. Das ist aber ganz und gar nicht so. Es gibt naemlich auch emotional zutiefst gestoerte und vollkommen unberechenbare Kinder, die aggressiv werden und regelmaessig ausrasten, andere Mitschueler attackieren. Darf man die auch inkludieren, selbst wenn der Angriff koerperlich behinderte Mitschueler trifft? Ich habe erlebt, dass deren Eltern die Inklusion DIESER Kinder dann ploetzlich ganz und gar nicht mehr so positiv sehen.
Das ist auch meine Befürchtung bzw. Erfahrung: Es geht nicht um Blinde oder Rollstuhlfahrer, denen mit technischen Hilfsmitteln sicher der Unterricht an einer Regelschule ermöglicht werden kann - es geht zunehmend um verhaltensauffällige Kinder, ´wahrnehmungsgestörte`, Kinder mit ADHS etc., mit eingeschränkten Fähigkeiten sich einzufügen oder die Bedürfnisse ihrer nicht-diagnostizierten Klassenkameraden anzuerkennen.
Früher hat man den Eltern zugemutet, ihr Kind gesellschaftstauglich zu erziehen - wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht geklappt hat, wurde sanktioniert. Damit wurde man den verhaltensgestörten Kindern sicher nicht immer gerecht - aber die unauffällige Mehrheit musste nicht darauf gefasst sein, täglich wieder mit unberechenbaren Kindern und ihren Aggressionen konfrontiert zu werden.

Jetzt ist es eine Behinderung, wird allenfalls mehr oder weniger erfolgreich therapiert und von der Mehrheit wird verlangt, Auffälligkeiten ´auszuhalten` solange es eben dauert. Sind ja nur Kinder. Natürlich würde kein Erwachsener sich einen Arbeitskollegen zumuten lassen, der ihn je nach Stimmung begrabscht, unflätig beschimpft oder auch mal die Treppe runterschubst.

Ich hoffe sehr, dass die Eltern bedrohter/angegriffener Kinder auf die Barrikaden gehen...

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Rechtsanwalt_Luxemburg 13.01.2014, 16:48
28. Löhrmann sollte sich mehr Gedanken machen um...

...eine vernünftige und sorgfältige Ausbildung der nicht behinderten Kinder, anstatt hier wieder einmal Geld in Projekte für Minderheiten zu stecken. Gerade in NRW gibt es pro Jahr zehntausende Stunden an Unterricht, die ausfallen, weil es dafür keine Lehrkraft gibt. Wenn dann neben Migranten-Kindern mit rudimentären Deutsch-Kenntnissen auch noch Behinderte in die Klassen kommen, ohne dass dafür massiv Lehrkräfte eingestellt werden (was nie passieren wird, da ja schon jetzt nicht genügend da sind für die vorhandenen Kinder), wird die Qualität der Schulbildung noch weiter absinken.

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Rechtsanwalt_Luxemburg 13.01.2014, 16:50
29.

Zitat von ulbrichwinklern
Ich lebe in Österreich, in Kärnten, und was viele nicht vermuten werden:Hier an der Volksschule funktioniert Inklusion, weil vier Lehrkräfte für 10+2 Schüler gleichzeitig in der Klasse sind. Das wird es im Reich der Frauen Kraft und Löhrmann wohl nicht geben. Übrigens sagt mir der Direktor eines Sonderpädogischen Zentrums in Tirol, dass seine Schützlinge die Geborgenheit einer Sonderschule sehr zu schätzen wissen. Das wird Frau Löhrmann aber egal sein, denn ihr geht es nicht um die Kinder sondern um ihre Ideologie. Wer als StudentIn mit dem Maobild umherlief, tut sich mit der Ein-Lehrer-Inklusion naturgemäß leicht, denn das Große Ganze bleibt immer wichtiger als der einzelne Mensch.
Ja, prima Idee! Vier Lehrer auf 12 Kinder. In welcher Realität leben Sie bitteschön? In den meisten Deutschen Schulen gibt es einen Lehrer auf 30 Kinder und mehr - wenn wir die Anzahl der Lehrkräfte jetzt mal eben verzehnfachen wollen, wer bitte soll das bezahlen? Und ist das wirklich notwendig und für alle beteiligten Kinder (d.h. nicht nur die behinderten, sondern auch die nicht behinderten) die beste Lösung? Meiner Ansicht nach ist das nicht der Fall.

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