Forum: Leben und Lernen
Behinderte Kinder an Regelschulen: "Wir brauchen eine andere Art des Unterrichtens"
DPA

Eigentlich sollten behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen - doch das gelingt in Deutschland nur mäßig, zeigt eine neue Studie. Im Interview sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, was sich ändern muss und warum sein Sohn eine Inklusionsklasse besucht.

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rpruefer 20.03.2013, 11:32
40. Einfluss der Eltern ist sehr wichtig

Im letzten halben Jahr habe ich als Grundschullehrerin in einer Klasse unterrichtet, in der zwei Kinder waren, die einen anerkannten Lernförderbedarf hatten ( die zusätzlichen Lehrerstunden und die zusätzlichen Materialien waren bewilligt) . Diese Kinder hatten immer das Recht auf angemessene Hilfe. Da Kollegen krank waren, habe ich viele Wochen in dieser Klasse alleine unterrichtet. Die Eltern konnten sich nicht für die Rechte ihrer Kinder einsetzen, da sie mit den deutschen Schulsystem nicht vertraut sind.
Wenn ich als Kollegin die zusätzlichen Stunden einfordern wollte, bekam ich immer die Antwort: Das geht nicht, wir haben keine Lehrkräfte. Am Schluss haben alle verloren, die zwei " Lernhilfekinder" ,die nicht gefördert wurden die Mitschüler, weil der Unterricht heftigst gestört wurde und ich als Lehrerin sah überhaupt kein Fortkommen. Ich glaube, dass es in Schulen, in denen sich die Eltern einsetzten können, nicht so laufen wird.

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beyfor 20.03.2013, 11:34
41. Macht eine Diskussion da noch Sinn, ...

... ist selbst der minimalste Stromverbrauch für den PC nicht verschwendet, wenn der Auslöser so eine Meinung vorgibt? Die Meinung, dass Regelschulen mit sehr viel weniger Lehrerstunden je Schüler mehr erfolgreiche Abschlüsse zuwege bringen könnten, als bisher die Sonderschulen mit dem immensen Mehraufwand?

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TS_Alien 20.03.2013, 11:36
42. Gegenfragen.

Wie viele behinderte Menschen sitzen eigentlich auf Pädagogik-Lehrstühlen oder in den Landtagen oder in den Bundestagen?
Wie viele behinderte Menschen werden von den Menschen beschäftigt, die eine umfassende Inklusion fordern?
Ist das Thema jetzt durch?

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austübingen 20.03.2013, 11:37
43. In aller Kürze

Zitat von bekkawei
Was mich schon die ganze Zeit interessiert: Was genau unternimmt ein speziell top-ausgebildeter Lehrer, der zusaetzlich zum regulaeren Lehrer anwesend ist, wenn ein - nur ein einziges - verhaltensgestoertes Kind, das mehrmals taeglich und das so gut wie jeden Tag die ganze Klasse aufmischt, schreit, schlaegt und einen .....
Recherchieren Sie doch mal, wie solch ein moderner Unterricht abläuft. Das Internet ist voll davon.
Da steht keiner mehr vorn und redet, während alle anderen andächtig lauschen und mitschreiben.
Stichworte sind z.B. Lernbegleiter, Coaches, Individualisierter Unterricht, Input-Phasen ....

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TS_Alien 20.03.2013, 11:38
44. Wieso?

Zitat von austübingen
Ihre Arroganz und Ignoranz sind beschämend.
Sind jetzt auch schon Fakten bei gewissen Diskussionen verboten?

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Medienkenner 20.03.2013, 11:39
45. optional

Inklusion wird sich als trojanisches Pferd entpuppen - wenn alle Sonderschüler auf normale Schulen rübergeschaufelt sind und die Sonderförderung dann nämlich auf der Strecke bleiben wird. Letztlich gehts zu Lasten aller Beteiligter, und unsere konservative Regierung hat mit der neoliberalen Bertelsmann-Stiftung auch noch Geld gespart.

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fitzelchen 20.03.2013, 11:40
46. Es macht betroffen,

Zitat von austübingen
Ihre Arroganz und Ignoranz sind beschämend.
wie (vermeintliche) PC von Ihnen zu einem Mini-Shitstorm missbraucht wird. Erfahrungen dieser Art sind nicht einmal selten.

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irgendwieanders 20.03.2013, 11:42
47.

Zitat von Forumkommentatorin
1. Der Interviewpartner hat sein eigenes Kind in einer Integrationsklasse, weil er glaubt, die Leistungsstarken bekommen genau so eine Förderung wie die Schwachen. 2. Außerdem ist hier ständig von behinderten Schülern die Rede. 3. Zum Schluss des Artikels schreibt der Journalist, Anspruch und Wirklichkeit gehen auseinander. Nun meine Meinung dazu. Leider werden meine Kommentare oft nicht veröffentlicht, habe wohl zu oft nicht die richtige Meinung. Trotzdem: Zu 1: Die Sonderschullehrer müssen Regelunterricht machen. Dazu fehlt ihnen die Erfahrung und oft das Wollen. Sie sind nicht ohne Grund Sonderschullehrer geworden und müssen jetzt auch Hauptfächer auf Gymnasialniveau unterrichten. Wenn einer der beiden doppelt besetzten Lehrer krank ist, muss der andere das alleine bewältigen. Zu 2: Wir reden nicht von behinderten Schülern, behindert ist ein Partizip und schließt ein, dass sie behindert werden. Wir reden von stark lernschwachen Schülern und Schülern mit starken Verhaltensproblemen. Meistens sind sie beides. Mit diesen Rabauken ist ohne Herausnahme aus der Klasse meist kein geregelter Unterricht möglich. Zu 3: Nicht Anspruch und Wirklichkeit, sondern ideologisches Wunschdenken und Wirklichkeit klaffen auseinander.
zwei Anmerkungen

1. Es sind immer Kinder mit Förderbedarf
2. Das Inklussionsprinzip gilt, zumindest in Bayern, für alle Kinder mit Förderbedarf ausser für verhaltensauffällige Kinder. Da geben sogar die Inklussionsbefürworter zu, dass das nicht machbar ist.

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Phospholite 20.03.2013, 11:42
48.

Mein Gymnasium war damals kurz davor geschlossen zu werden, weil es nicht genug Schüler ausgebildet hat und doch auch noch gewagt hat einen Eignungstest vor der 7ten Klasse zu machen.. So hat man es immerhin erfolgreich geschafft die Klassengröße innerhalb von 2 Jahre von 15 auf 30 zu erhöhen und ein paar Lehrer einzustellen die es nicht verdienen die Berufsbezeichnnung zu verdienen. Am Ende gab es dann tatsächlich auch mehr Abiturienten die jetzt studieren konnten und Bafög beantragen konnten.. Insgesamt führt sowas dann dazu, dass es etwas länger dauert bis diejenigen dann Arbeitslosengeld oder Hartz IV bekommen.. weil ja zuerstmal studiert wird... sicher kommen von den 100% die vorher kein Abitur gemacht hätten 60-70% durchs Studium und finden hoffentlich zum Großteil einen Job.. vllt auch als Lehrer..aber was passiert dann mit den anderen 30-40%? wäre es da nicht besser wir hätten noch ausreichend Jobs, für die man kein Studium braucht aber die trotzdem endlich mal genug Geld abwerfen um damit eine Familie zu ernähren? Besser für die vermeintlich leistungsschwächeren und für die Belastung der Gesellschaft sicherlich.. aber es ist ja glaube ich seit 150 Jahren schon klar, dass mit fortschreitender Technisierung der Bedarf an solchen Arbeitskräften sinkt... Das wird ein zunehmendes Problem in Deutschland werden, wenn die Leute nicht schlagartig mehr Grips bekommen... bessere Bildung hin oder her, auf unfruchtbarem Boden kann man nichts pflanzen

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pirad 20.03.2013, 11:43
49. Wünschenswert

ist eine dauerhafte Anwesenheit von 1 Lehrer und 1 zusätzlichen Sonderpädagogen, da kann sicherlich einiges besser laufen. Leider ist die Realität, dass für 1 neuaufgenommenes, lernschwaches Kind für 2 Stunden je Woche (!) eine Hilfskraft kommt. Den Rest müssen dann der Lehrer und die Klasse stemmen. Wem ist damit jetzt geholfen? Dem Kind? Der Klasse? Dem Lehrer? Der Uno?

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